DAS PALÄSTINA PORTAL

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Täglich neu - Nachrichten, Texte die in den deutschen Medien fehlen. Politisch unabhängig, gegen Gewalt und Rassismus, einem gerechten Frieden verpflichtet

 


 


Abed Schokry - Sehr geehrte Damen und Herren Liebe Freundinnen und liebe Freunde, Gaza am 24. November 2018 - Die Zeit vom 1. bis 10. November war ganz verrückt. Zuerst kamen die Millionen aus Katar , denn am Donnerstag hatte Israel dem Gesandten aus Katar erlaubt, Koffer mit Bargeld in Höhe von 15 Millionen Dollar (13 Millionen Euro) in den Gazastreifen zu bringen. So bekamen die Beamten im zivilen Bereich zum ersten Mal seit Jahren ein ganzes Monatsgehalt ausgezahlt. Dann ist die Stromversorgung deutlich besser geworden, ebenfalls Dank der Spende aus Katar. Wir haben nun täglich acht Stunden Strom, dann acht Stunden keinen Strom und so geht es weiter. Es gibt sehr viele Witze darüber in den "Social Media". Ich hatte vor, den einen oder anderen Witz zu übersetzen, ABER die Dynamik des Nahen Osten erlaubt es nicht Witze zu machen. Denn Gaza war/ist wieder unter Beschuss.

Am Samstag, den 10. November begannen an fast allen Universitäten die Zwischenprüfungen im Semester. Am Sonntag wie auch am Montag gingen diese Prüfungen weiter, obwohl sich unsere Situation dramatisch verschlechterte und von einer normalen Prüfungssituation nicht mehr die Rede sein konnte.

Am Sonntag, den 11. November 2018 wurde die Geheimdienstaktion einer israelischen Spezialeinheit im Süden des Gazastreifens, in Khan-Y ounes entlarvt. Vielleicht haben Sie davon gehört, obwohl vor allem in den deutschen Medien dieser Auslöser der darauf folgenden Eskalation weggelassen wurde, um allein die Hamas zu beschuldigen.

Der israelische Geheimdienst fuhr, nicht nur getarnt in einem Privatfahrzeug, sondern wie man hört auch verkleidet als Frauen in den Gazastreifen (mit Schleier). Ob gezielte Tötungen oder etwas anderes der Grund war, in den Gazastreifen heimlich einzudringen, ist nicht bekannt. Vielleicht handelte es sich um eine vom israelischen Premierminister nicht autorisierte Aktion von Lieberman, während Netanyahu in Paris an der Gedenkfeier zum Ende des Ersten Weltkriegs teilnahm. Vielleicht war es auch eine Routineaktion gezielter Tötungen, die nicht unüblich ist, soviel man weiß. Aber das sind nur Erklärungsversuche, da es mit „normalen" Menschenverstand nicht zu verstehen ist, dass nach vorsichtigen Schritten der Entspannung, unterstützt von Ägypten, diese israelische Provokation erfolgte. Wollte man absichtlich die Entspannung durchkreuzen? Wollte man die aufkeimende Hoffnung der Palästinenser auf ein etwas besseres Leben gleich wieder zerstören? Ich weiß es nicht.

Als palästinensische Polizisten und Sicherheitsoffiziere das verdächtigte Fahrzeug entdeckten, kam es zum Schusswechsel. Dabei wurden sieben Palästinenser und ein israelischer Geheimdienstoffizier getötet. Um den anderen israelischen Soldaten der Spezialeinheit, die sich in dem Fahrzeug befanden, den Rückzug zu ermöglichen, setzte Israel Hubschrauber und Kampfjets ein, die die Gegend beschossen. Der Hubschrauber

landete sogar auf palästinensischem Boden in Gaza und konnte so den getöteten israelischen Agenten und die anderen Mitglieder der Gruppe nach Hause transportieren. Das verwendete Fahrzeug wurde anschließend mit israelischen Raketen total vernichtet, um keine Spuren zu hinterlassen.

Wie zu erwarten, kam es zu einer Reaktion seitens der Palästinenser. Aus Gaza wurden Raketen abgeschossen. Wie auch zu erwarten, kam es zu einer Reaktion aus Israel. Kampfbomber legten Häuser in Gaza in Schutt und Asche, viele Häuser wurden beschädigt. Es gab Tote und Verletzte. Wie immer waren es nahezu ausschließlich Palästinenser. Tragisch ist, dass auf der israelischen Seite ein palästinensischer Arbeiter aus Hebron von einer Rakete aus Gaza getötet wurde. Er war der einzige Tote in dieser Auseinandersetzung in Israel, soweit ich weiß. Verletzte Israelis gab es auch. Wie ich festgestellt habe, hat man in manchen deutschen Medien diesen Palästinenser, der in Israel getötet wurde, zum Israeli „gemacht", denn ein toter Israeli bekommt mehr Anteilnahme als viele tote Palästinenser. LEIDER!!!
Am frühen Abend des 12. November traf eine Rakete aus Gaza einen Bus auf der israelischen Seite, aus dem die Soldaten, die sich darin befunden hatten, alle bereits ausgestiegen waren. Wahrscheinlich hätte man den voll beladenen Bus auch treffen können, aber das geschah nicht. Ob es Absicht war oder nicht, weiß man nicht genau. Jedenfalls eskalierte daraufhin die Gesamtsituation und wir dachten, der Krieg sei nun ausgebrochen. Einige Häuser direkt in der Nähe unserer Wohnung wurden getroffen. Das Mehrfamilienhaus, in dem wir wohnen, bebte wieder und wieder. Meine älteste Tochter, meine Frau und ich blieben die ganze Nacht von Montagabend auf Dienstag wach. Unsere drei jüngeren Kinder wurden immer wieder aus dem Schlaf gerissen, wenn in unmittelbarer Nähe die sehr lauten Explosionsgeräusche zu hören waren. Unsere jüngste Tochter, sie ist sechs Jahre alt, versuchte ich damit zu beruhigen, dass es sich nur um ein Hochzeitsfeuerwerk handelt. Hat sie mir das geglaubt? Ich weiß es nicht.

Glücklicherweise, kam dann am Abend des 13. November die Meldung, dass eine Waffenruhe "Hudna" durch Vermittlung von Ägypten, und auch der UN, Norwegen und vielleicht noch anderen ausgehandelt worden sei.
Es sei an dieser Stelle daraufhingewiesen, dass es bei den israelischen Luftangriffen relativ wenige Tote und Verletzte gab. Das kam auch zustande, weil die israelische Armee die Bewohner per Anruf vor dem Raketenbeschuss warnte. D.h. sie feuerten zuerst Warnraketen ab. Die Bewohner hatten dann Sekunden oder ganz wenige Minuten, um das Gebäude fluchtartig zu verlassen. Dann wird mit einer F-16 Rakete bombardiert und alles zerstört. So wurde ein Haus, in dem sich der Al-Aqsa Sender befand, dem Erdboden gleich gemacht. Nach israelischen Angaben wurden im Gazastreifen mehr als 100 angeblich militärische Ziele angegriffen. In Wirklichkeit handelte es sich keineswegs immer um militärische Ziele. Das Elternhaus einer Bekannten von mir, in dem mehrere Familien wohnten, wurde zerstört. Alle Bewohner sind politisch nicht aktiv und gehören keiner Organisation an. Das Haus wurde trotzdem zerstört. Nichts konnten sie mitnehmen. In dem Haus wohnte auch eine Studentin, deren Masterarbeit ich betreue. Ein anderes Haus liegt in der Nähe des Hauses einer Kollegin meiner Frau. Sie haben auch ihr Haus verlassen müssen, da es an ein Haus angrenzt, das die Israelis ins Visier genommen hatten. So musste die ganze Familie ihr Haus verlassen. Zum Glück konnten sie in ihr Haus zurückkehren. Nur Fenster hatte das Haus keine mehr.

Ich weiß nicht, ob die Menschen in Gaza den Israelis dankbar sein sollen, weil ihnen die Zerstörung ihres Hauses „freundlicherweise" angekündigt wird. Denken Sie, die Sie das jetzt lesen, vielleicht auch „na, dann ist es ja nicht so schlimm"? Abgesehen davon, dass den Menschen ihre Lebensgrundlage genommen wird, wenn ihre Wohnung, ihr Haus zerstört wird, uns allen wird mit diesen Bombardierungen ein würdiges Leben genommen. Ob wir nun getroffen werden oder nicht.

Am 14. November, dem Tag nach der Waffenruhe, ging dann das Leben weiter irgendwie. Die Prüfungen wurden auf Samstag und Sonntag verschoben.

Ich möchte hier nicht aufrechnen, wie viele Menschen wurden getötet? Und wie viele wurden obdachlos? Und wie viele genau wurden verletzt? Eine wichtigere Frage lautet meiner Meinung nach, was kommt jetzt? Was wird jetzt geschehen?
Der amtierende israelische Verteidigungsminister Lieberman, ich nenne ihn Kriegsminister, hat das Handtuch geworfen. Was wir in den israelischen Medien lesen, erschwert uns das ohnehin sehr schwere Leben weiter. Fast alle Minister wollen UNS eine „Lektion" erteilen, einige wollen sogar den Gazastreifen wieder besetzen und manche sind dafür, dass die israelische Armee ihre Liquidierungsstrategie gegen palästinensischen Führer wieder aufnimmt und einige umbringt. Das lesen wir und hören wir. Wir lesen auch, dass die israelische Bevölkerung weitere Bombardierungen gut gefunden hätte. Das ist alles erschreckend und macht Angst.

Gidon Levy schrieb einen Artikel in der israelischen Tageszeitung Haaretz u.a.:
„Israel hat vieles gegen Gaza unternommen und die Menschen in Gaza sozusagen in Schach zu halten, versucht. Das hat nicht zum erhofften Erfolg geführt. Wie wäre es nun damit, Frieden mit Gaza zu schließen?"

In der Hoffnung, dass die Vernunft bei allen am israelischen-palästinensischen Konflikt beteiligten Parteien siegt, verbleibe ich für heute - Mit freundlichen Grüßen Ihr Abed Schokry

 


 

How Israel and the International Community Normalize Forced Displacement of Palestinians - 23. 11. 2018 - Ramona Wadi - A Washington Post editorial sums up the mainstream aftermath of Israeli aggression against Gaza. Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu is credited with purportedly “choosing peace” in the enclave: “The ceasefire and humanitarian respite that Mr Netanyahu has accepted are far better than another war.” The Post is wrong. Netanyahu has not chosen peace; he has opted for opportunistic political engagement to safeguard his interests while knowing that whatever decision is taken, Palestinians will remain at a political and humanitarian disadvantage.

Despite claims to the contrary, there is no indication of any humanitarian respite through Netanyahu’s decision. EuroMed Monitor’s analysis of the recent bombing of Gaza shows that nine residential buildings were destroyed and 80 other houses were affected directly, resulting in the displacement of 100 Palestinian families in the besieged Gaza Strip.

Last April, the UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs in the occupied Palestinian territories revealed that more than 22,000 civilians in Gaza remained displaced following Israel’s military offensive Operation Protective Edge in 2014. Every act of Israeli aggression against the enclave has contributed to the forced internal displacement of Palestinian families.  >>>


 

Die Provokation - Ein verdeckter Armeeeinsatz im blockierten Gaza-Streifen könnte zu Neuwahlen in Israel führen. - Jochen Mitschka - Bringt ein fehlgeschlagener Entführungsversuchs die israelische Regierung ins Wanken? Ein geheimer Armeeeinsatz im blockierten Gaza-Streifen stellt einen Bruch des Waffenstillstands durch Israel dar, der schwer wiegende Folgen haben könnte.

In der neuesten Entwicklung in Israel wird über baldige Neuwahlen spekuliert. Auslöser war ein verdeckter Armeeeinsatz im blockierten Gaza-Streifen. Als Zivilisten verkleidete Israelis hatten sich am 11. November 2018 dem Haus eines Hamas-Funktionärs genähert, waren aber entdeckt worden. Bei dem folgenden Schusswechsel, angeblich mit Luftunterstützung durch Israels Luftwaffe, wurden sieben Palästinenser und ein Israeli getötet. Das war ein eindeutiger Bruch des Waffenstillstandes durch Israel, der eben erst vereinbart worden war — und er sollte erhebliche Folgen haben.

Als Antwort auf den Angriff schossen Palästinenser Raketen und Mörsergranaten gegen Siedlungen Israels in den besetzten Gebieten ab, welche nur teilweise von der israelischen Raketenabwehr „Iron Dome“ abgefangen werden konnten. Die Abfangraketen verursachten dabei mehr als das Hundertfache der Kosten der angreifenden primitiven Granaten/Raketen. Beim Angriff wurde ein Mensch getötet und Sachschaden verursacht.

Israels Luftwaffe flog daraufhin massive Luftangriffe und zerstörte das Al-Aqsa-Satelliten-Netzwerk, die Siedlung Rahmat sowie Yazaji. Außerdem wurde das Hotel Amal beschädigt.  (...)

Wie Tim Anderson schon im Buch „Die Zukunft Palästinas“ (1) schreibt, lebt der Widerstand, und die Sache Palästinas ist längst noch nicht verloren. Er beschreibt den passiven Widerstand gegen die Besatzung und geht schließlich darauf ein, dass der bewaffnete Widerstand der Palästinenser keineswegs „Terrorismus“ ist, sondern durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen legitimierter Widerstand gegen eine Kolonialmacht.

„Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat bei mehreren Gelegenheiten das Recht von kolonialisierten Völkern, und insbesondere Palästinensern bestätigt, sich mit ‚allen verfügbaren Mitteln, besonders auch dem bewaffneten Kampf‘ zu widersetzen (2). Die UNO-Generalversammlung hatte außerdem erklärt, sie ‚verurteile scharf alle Regierungen, die das Recht auf Selbstbestimmung und Unabhängigkeit von Menschen unter kolonialer und ausländischer Herrschaft sowie Unterjochung durch Fremde nicht anerkennen, insbesondere dem Kampf der Menschen von Afrika und des palästinensischen Volkes‘ (3).

Das Prinzip wird von unabhängig denkenden Israelis akzeptiert. Der Akademiker Baruck Kimmerling erkannte an, dass ‚nach ungefähr 35 Jahren der Besatzung, Ausbeutung, Entwurzelung und Erniedrigung, das palästinensische Volk das Recht hat, Gewalt anzuwenden, um sich gegen die Besatzung durch Israel zu wehren, die in sich selbst brutale Anwendung von Gewalt darstellt‘ (4). Das Recht auf bewaffneten Widerstand wird weniger von Außenseitern verstanden, die es einfacher finden, nur passiven Widerstand in Erwägung zu ziehen“ (1).

Auch wenn der Waffenstillstand schließlich nach Aufforderung durch Ägypten durch die israelische Seite begrüßt und so wieder in Kraft gesetzt wurde, ist die Gefahr für eine Ausweitung des Krieges noch nicht gebannt. Israel hat weitere Panzereinheiten an der Grenze zu Gaza zusammengezogen.   >>>

 

Widerstandsrecht gegen die Besatzung

„Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat bei mehreren Gelegenheiten das Recht von kolonialisierten Völkern, und insbesondere Palästinensern bestätigt, sich mit ‚allen verfügbaren Mitteln, besonders auch dem bewaffneten Kampf‘ zu widersetzen (2). Die UNO-Generalversammlung hatte außerdem erklärt, sie ‚verurteile scharf alle Regierungen, die das Recht auf Selbstbestimmung und Unabhängigkeit von Menschen unter kolonialer und ausländischer Herrschaft sowie Unterjochung durch Fremde nicht anerkennen, insbesondere dem Kampf der Menschen von Afrika und des palästinensischen Volkes‘ (3).   Quelle


(2) UNGA (1978) ‘Resolution A/RES/33/24 ‘Importance of the universal realization of the right of peoples to self-determination and of the speedy granting of independence to colonial countries and peoples for the effective guarantee and observance of human rights’, 29 November, online   >>>

(3) UNGA (1974) ‘Importance of the universal realization of the right of peoples to self-determination and of the speedy granting of independence to colonial countries and peoples for the effective guarantee and observance of human rights’, A/RES/3246 (XXIX), >>>

Quelle Facebook

 

Quelle Facebook - um die Bilder zu vergrößern auf das Bild oben klicken



 

VIDEO - Destroyed Gaza airport symbolises grounded peace hopes
 

 

Internationaler Flughafen Jassir Arafat – Wikipedia  >>>

Gaza: Israelis zerstören den Flughafen  >>>

Quelle Facebook

Germany denies free speech on Israel’s crimes - Stavit Sinai - A few years ago German police dragged me across the bare gravel, my face pushed into the cold ground. It was fall 2015. Benjamin Netanyahu, Israel’s prime minister, had declared that Haj Amin al-Husseini, a Palestinian political and religious leader, talked Adolf Hitler into exterminating the Jews.

A group of us protested against this disgraceful and dishonest claim outside the Chancellery in Berlin. We held placards reading “Netanyahu is a Holocaust denier.” That evening I was hospitalized due to my violent arrest.

A Palestinian from Gaza and I had been asked by the police for our identity documents immediately after the demonstration ended. Although we fully cooperated, the police resorted to brutality.

I screamed as police officers dragged me along the ground. One officer placed her feet on me. Another officer twisted my arms; it felt like he was trying to break my fingers.

Next, I was thrown into a van. A police officer mocked me in front of his colleagues. He told me – using a sexist tone – that I was a great actress and should star in movies.

An investigation soon ensued. I was accused of defaming a foreign head of government and disobeying a police officer.

Each of these charges was punishable by three years in prison.

With a sword of Damocles above my head, I had to withdraw from political activity in case it would put my doctoral studies at risk.

The charges were dropped after a few months. Yet I remained silent for most of the next two years.

Climate of intolerance

After completing my studies, I decided to resume activism. I did so against the backdrop of German politics becoming more extreme.

The most notable manifestation of this trend is how the far-right Alternative for Germany – known by its acronym AfD – has become the third largest party in the federal assembly, the Bundestag.

Amid this climate of intolerance, dissenters – and particularly those who criticize Israel – are subjected to smears and even criminalized. I learned this for myself during June 2017, when I took part in a protest at Berlin’s Humboldt University.

The protest involved disrupting a talk given by Aliza Lavie, a member of Israel’s parliament, the Knesset. Lavie used the occasion to engage in “pinkwashing” – presenting Israel as a haven for LGBT rights in an attempt to divert attention from its oppression of the Palestinians.

Ronnie Barkan, Majed Abusalama and I are facing a criminal trial over that protest.  >>>

 

24. 11. 2018




Die hohe Schule des Zionismus
Deutsche Lehrer sollen in Yad Vashem lernen, was Antisemitismus ist und wie man ihn bekämpft
Arn Strohmeyer - 23.11.2018

Deutsche Lehrer sollen in der Yad Vashem-Stiftung in Jerusalem fortgebildet werden. Das haben alle Bundesländer mit dieser Organisation vereinbart – jetzt auch als letztes das Bundesland Bremen. Nun wäre nichts dagegen einzuwenden, wenn deutsche Pädagogen sich mit dem Mega-Verbrechen Holocaust intensiv beschäftigen und ihr Wissen dann an die Schüler weitergeben. Die Kenntnisse der Schüler auf diesem Gebiet – das haben Umfragen ergeben – sind katastrophal, was sicher auf die Vernachlässigung des Geschichts- und politischen Unterrichts in den Schulen zurückzuführen ist. Hier haben Schulreformen in den letzten Jahrzehnten schwer gesündigt. Rechtspopulisten und neonazistische Organisationen profitieren von diesem Trend zum historischen Nichtwissen.

Die Yad Vashem-Vertreterin in Europa, Richelle Budd Caplan, hat jetzt in Bremen deutlich ausgesprochen, was das Lernziel der Fortbildung in Jerusalem sein soll: zu verstehen, was Antisemitismus ist und zu lernen, wie man ihn bekämpft. Es geht in den Kursen also offenbar weniger um das Mega-Verbrechen Holocaust, sondern um die Vermittlung der zionistischen Definition von Antisemitismus. Und diese Definition ist hinlänglich bekannt: Sie setzt Antisemitismus und Antizionismus gleich, soll heißen: Jede Kritik an Israels menschenrechts- und völkerrechtswidriger Politik gegenüber den Palästinensern – und sei sie auch noch so berechtigt – wird als „Antisemitismus“ diffamiert. Die Absicht dieses Vorgehens ist auch klar: Jede öffentliche Auseinandersetzung über Israels brutale Besatzungspolitik soll verhindert, ja zum Tabu erklärt werden. Wer sich daran nicht hält, ist eben ein „Antisemit“ und wird damit assoziativ mit den übelsten Nazi-Schergen auf eine Stufe gestellt – eine Denunziation, die für die Betroffenen schlimme existenzielle Folgen haben kann.


Im Namen des Holocaust sollen den deutschen Lehrern in diesem Zusammenhang die wichtigsten Grundlagen der israelisch-zionistischem Politik beigebracht werden, die nach Angaben des israelischen Anthropologen und Friedensaktivisten Jeff Halper so lauten: Israel ist das Opfer unversöhnlichen Hasses [der auf Antisemitismus beruht] von Seiten der friedensunwilligen Araber und kämpft um seine Existenz. Da sie – die Palästinenser vor allem – unsere ewigen Feinde sind, ist der Konflikt eine Alles-oder-Nichts-Situation: entweder wir gewinnen oder sie. Der Kern des Konflikts ist der palästinensische Terrorismus. Als friedliebende Demokratie und Opfer von Aggressionen trägt Israel keine Verantwortung für Entstehung und Andauern des Konflikts. Da die Bedrohung Israels existentiell ist und Israels Politik ausschließlich der Sorge um seine Sicherheit gehorcht, ist es jeder Verantwortlichkeit für seine Handlungen gemäß den Konventionen von Menschen- und Völkerrecht oder UN-Resolutionen enthoben. Und schließlich: Es gibt keine Besatzung. Da eine politische Lösung des Konflikts mit den Palästinensern nicht möglich ist, muss bei jeder zukünftigen Regelung die Kontrolle über das ganze Land, einschließlich der Palästinenser, Israel allein vorbehalten bleiben.


Diese Hauptelemente einer äußerst inhumanen, weil völlig kompromisslosen Politik vertritt Israel selbstverständlich im Namen des Holocaust, denn dieser Staat gründet seine Existenzberechtigung auf eben diese Katastrophe des jüdischen Volkes – mit der rein partikularistisch-zionistischen Begründung, „dass uns so etwas nie wieder passieren darf.“ Man kann natürlich auch universalistisch-humanistisch argumentieren und sagen: dass so etwas keinem Menschen und keinem Kollektiv auf dieser Welt noch einmal passieren darf oder wie der deutsch-jüdische Philosoph Theodor W. Adorno es in der Form eines neuen kategorischen Imperativs formuliert hat: „(…) dass die Menschen ihr Denken und Handeln so einrichten, dass Ausschwitz sich nicht wiederhole, nichts Ähnliches geschehe.“ Wenn Menschlichkeit im Sinne der Aufklärung das oberste Gebot ist, dann kann eine Kritik an Israels unmenschlicher Politik gegenüber den Palästinensern niemals „antisemitisch“ sein.


Es ist also eine sehr einseitige Indoktrination, die deutsche Lehrer in Jerusalem erwartet. Dass dieser Staat reiner Siedlerkolonialismus auf Kosten und dem Rücken eines anderen Volkes ist und sich dennoch immer noch als Opfer fühlt, wird man ihnen nicht sagen. Vom palästinensischen Narrativ – also der Geschichte von Vertreibung und Unterdrückung dieses Volkes, die bis heute andauern – werden sie auch nichts hören. Man wird ihnen also viel Hasbara (das hebräische Wort für Propaganda) präsentieren, die Israel als ein weltoffenes, innovatives und fortschrittliches Land darstellt, in der die allgegenwärtigen Bilder von Repression, Besatzung und Menschenrechtsverletzungen aber nicht vorkommen.


Der Israeli Moshe Zuckermann hat in seinem neuen Buch „Der allgegenwärtige Antisemit oder Die Angst der Deutschen vor der Vergangenheit“ dargelegt, wie instrumentalisierend, das heißt fremdbestimmte Interessen verfolgend, das offizielle Israel mit dem Holocaust umgeht und dabei der Prozess des Gedenkens das eigentliche Wesen des zu Erinnernden (die Opfer des Holocaust) völlig aus den Augen verliert. Zuckermann erhebt eine vernichtende Anklage gegen den israelischen Umgang mit dem Holocaust: „Nicht übertrieben ist die Behauptung, dass nirgends auf der Welt die Banalisierung der Shoa [Holocaust], mit ihrer Trivialisierung durch inflationäre Verwendung in einer hanebüchenen Alltagsrhetorik so unverhohlen skrupellos betrieben wird wie in dem Land, das sich die Einzigartigkeit, mithin die Unvergleichbarkeit der Shoa auf seine staatsoffiziellen Gedenkfahnen geschrieben hat.“


Zuckermann geht noch einen Schritt weiter, indem er dem offiziellen Israel sogar „Verrat an den Holocaust-Opfern“ vorwirft: „Sich selbst als Opfer zu wähnen, während man sich historisch zum Täter gewandelt hat, ist letztlich nichts weiter als moralischer Verrat an den historischen Opfern des eigenen Kollektivs, deren (beziehungsweise deren ‚Andenken‘) man sich perverserweise bedient, um die eigene, gewaltdurchwirkte, immer neue Opfer erzeugende Politik zu rechtfertigen. Denn genau das bedeutet ja, der Opfer im Stande ihres Opferseins nicht gedenken zu wollen. Wer sich selbst bewusst   >>>


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(Typisch ist, Israel bestimmt, wie die Menschen in Gaza mit der Grenze umgehen. Für die IDF gilt keine 100 Meter Grenze - Geheimkommandos gehen in Gaza ein und aus .....)

 

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