Das Palaestina Portal - Taeglich neu - Nachrichten, Texte die in den deutschen Medien fehlen. Politisch und finanziell unabhaengig, gegen Gewalt und Rassismus, einem gerechten Frieden verpflichtet
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Netanjahu will die Macht um jeden Preis - 11. September 2019 - Israels Premier bestreitet seine letzte große Wahlschlacht. Und er kämpft nur noch für sich selbst - die Rechte der Palästinenser sind ihm dabei sehr egal. - Alexandra Föderl-Schmid

Benjamin Netanjahus Ankündigung, große Teile des Westjordanlandes zu annektieren, ist dem Wahlkampf und den Ereignissen in den USA geschuldet: Kurz vor der Parlamentswahl am Dienstag steht Israels Premier mit dem Rücken zur Wand. Seine Partei, der rechtsnationale Likud, liegt in Umfragen hinter dem Bündnis der Mitte des Oppositionspolitikers Benny Gantz.

Außerdem kommen ihm Verbündete in den USA - Nahostverhandler Jason Greenblatt und Sicherheitsberater John Bolton - abhanden. Präsident Donald Trump, der auf Netanjahus Drängen hin den Atomvertrag mit Iran gekündigt hat, ist nun plötzlich zu einem Treffen mit dem Erzfeind bereit - noch dazu ohne Vorbedingungen.

Netanjahu spricht von einer "historischen Gelegenheit", die sich für die Annexion ergebe. Er will Fakten schaffen. Denn ob der von Trump angekündigte Nahost-Friedensplan kommt, ist ungewiss - erst recht, ob er zu dem angekündigten "Deal des Jahrhunderts" führt. Der Politprofi Netanjahu weiß, dass er sich auf Trump nicht verlassen kann.

Widerstand aber wird es aus den USA nicht geben, sollte Netanjahu nach einer Wiederwahl seine Ankündigung umsetzen. Auch von der EU, die sich verbal für eine Zwei-Staaten-Lösung einsetzt, sich aber sonst heraushält, ist außer Protest nicht viel zu erwarten.

Die deutsche Regierung hat zwar jüngst Kritik am Vorgehen Netanjahus geäußert. Aber Berlin wird sich nicht einmal trauen, diplomatische Instrumente anzuwenden  >>>

 

 

 


Premier Netanjahus Annexionspläne sind kriminell und bedrohen die internationale Sicherheit und den Frieden
- Palästinensische Mission - 12.09.2019

Am Dienstag versprach der israelische Premier Netanjahu, alle völkerrechtswidrigen Siedlungen in der besetzten Westbank und einen großen Teil des Jordantals, das ein Drittel der Fläche der Westbank ausmacht, zu annektieren. Nach seinem Wahlsieg, so der Premier, werde er Israels Souveränität sofort auf das an der Grenze zu Jordanien liegende Gebiet ausweiten. Diese Äußerungen stießen international auf große Empörung und Protest.

Präsident Abbas betonte in seiner Erklärung, dass alle mit Israel unterzeichneten Abkommen und die sich daraus erklärenden Verpflichtungen, mit der Annektierung enden werden. Premier Mohammad Shtayyeh bezeichnete den israelischen Premier als „einen zentralen Saboteur des Friedensprozesses“. Er fügte hinzu, dass „das palästinensische Gebiet nicht Teil von Netanjahus Wahlkampagne“ ist.

PLO-Exekutivmitglied Dr. Hanan Ashrawi betonte in ihrer Erklärung, dass die Ankündigung des israelischen Premier „mit offenem Rassismus überladen war und seine Agenda einer schnellen ethnischen Säuberung von bis zu 60% der Westbank wiederspiegelte. Die geplante Annexion würde keinen einzigen Palästinenser einschließen, denen er versicherte, dass es ihnen frei stünde zu gehen, auch nach Jordanien. Solche Äußerungen sind abscheulich und alarmierend,“ so Dr. Ashrawi. „Netanjahus Agenda hat sich immer um den Diebstahl palästinensischer Ländereien und Ressourcen sowie um die ethnische Säuberung des palästinensischen Volkes gedreht. Diese Ankündigung ist eine Kriegserklärung an die Rechte des palästinensischen Volkes sowie die grundlegenden internationalen Regeln. Diese Gesetzlosigkeit stellt eine Bedrohung für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit dar. Sie zwingt die gesamte Region in einen ewigen Konflikt und stärkeres Leid. Die internationale Gemeinschaft hat die Pflicht, proaktiv vorzugehen und sich vor der Selbstgefälligkeit zu schützen. Die Welt kann es sich nicht leisten, diesen außer Kontrolle geratenen Zug der rechten, rassistischen und feindlichen Politik in Israel nicht zu stoppen,“ so Dr. Ashrawi.

PLO-Generalsekretär Dr. Saeb Erekat sieht die Ursache für Netanjahus Kühnheit, die Annexion als Wahltrick zu benutzen, in Israels Straflosigkeit, die durch die internationale Untätigkeit ermöglicht wird. „Die internationale Gemeinschaft muss jetzt handeln, um zu verhindern, dass Netanjahu und seine Verbündeten die verbleibenden Aussichten auf Frieden und einen lebensfähigen und unabhängigen palästinensischen Staat begraben. Dazu gehört die Anerkennung Palästinas in den Grenzen von 1967 mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt, ein Verbot der Siedlungsprodukte und Maßnahmen gegen Unternehmen, die an den illegalen israelischen Siedlungen beteiligt sind. Diese bringen Israel und den Siedlungen zum Nachteil der besetzten palästinensischen Bevölkerung enorme Gewinne.“   Quelle

 

 

 

Copyright (C) Harm Bengen, www.harmbengen.de
 

 

 

Israel:Netanjahus Vorschlag der Verzweiflung - 11. September 2019 - Israels Premierminister Benjamin Netanjahu plant, große Teile des Westjordanlandes zu annektieren. - Alexandra Föderl-Schmid

International gibt es scharfe Kritik an dem Vorhaben.

In Israel wird die Ankündigung für Wahlkampfpropaganda gehalten.

Netanjahu sieht in dem Nahost-Friedensplan eine "historischen Gelegenheit". Ob der aber jemals präsentiert wird, ist fraglich.

Auf scharfe internationale Kritik ist die Ankündigung von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu gestoßen, große Teile des Westjordanlandes annektieren zu wollen. Dieses Vorhaben untergrabe "die Aussicht auf einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten", erklärte ein EU-Sprecher. "Die Politik des Baus und der Ausweitung von Siedlungen, einschließlich in Ostjerusalem, ist nach internationalem Recht illegal."

UN-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte die Pläne: Sollten sie umgesetzt werden, wäre das eine schwerwiegende Verletzung von internationalem Recht  >>>

 
 

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Ein Bild sagt mehr als tausend Worte -  Seit heute beweißt uns das Ursula Mindermann mit ihrer neuen Homepage ( http://www.um-photo.art/palestine ), dort stellt sie ihre Fotos vor. Das Palästina Portal hat schon öfters Fotos von ihr veröffentlicht.

Neben Fotos vom Hambacher Forst und aus Madagaskar ist Palästina ein Schwerpunkt ihrer  Fotos. Sie hat Palästina oft bereist und was man oft mit vielen Worten nicht ausdrücken kann, vermittelt uns ihre Fotos.

Die Fotos zeigen Eindrücke aus Bethlehem, Jerusalem, Al Quds, Hebron, Khan al Ahmar, Ramallah, Nabi Saleh, Jericho, Nablus, Nil'in, Sahber und Wadi Alhummus im besetzten Ostjerusalem .

Auf ihrer Homepage sehen wir sehr eindrucksvolle Kinderfotos. Eine Bilderserie zeigt uns die Mauer.

Eine andere Bilderserie vermitteln Eindrücke des Konfliktes zwischen Israel und Palästina. Die Fotoserie "on the road" zeigt, was auf der Straße, neben ihr geschieht.

Dann sehen wir Fotos von der Taybeh Brauerei. Andere Bilderserien zeigen die Negev Wüste, das Tote Meer. Eine andere Fotoserie hat den Schwerpunkt Israel.

Am 23.08.2018 schreiben die Westfälischen Nachrichten: "Mit der Kamera hielt die Ursula Mindermann aus der Emsstadt die alltägliche Gewalt und Auseinandersetzungen, die Konflikte zwischen den Menschen und das willkürliche Handeln der israelischen Staatsmacht fest. Sie zeigen den Betrachtern aber auch die Stärke und den Mut von Ursula Mindermann, in die ungeschützten Gebiete Palästinas zu reisen.

Weitere Fotografien offenbarten die Schönheit Palästinas. Das kulturelle Leben, die Atmosphäre auf dem Marktplatz in Bethlehem und vor allem die Menschen hielt Mindermann in großen Portraitaufnahmen fest. „Die Präsenz der Gewalt steht im großen Kontrast zur Offenheit und Freundlichkeit der Menschen“, sagte die Künstlerin.

Ihr Bilder sind Eindrücke, die sie nicht mehr loslassen. Auch die Betrachter durften sich von den Fotos in den Bann gezogen fühlen."

In den Westfälischen Nachrichten sagt Ursula Mindermann; „Der Arbeitskreis Israel/Palästina ist einfach so passiert. Es fing damit an, dass ich mit meinen Töchtern in Israel Urlaub machte. Ich war schon vor 30 Jahren mit dem Rucksack dort auf Tour. Da konnte man noch einfach von Jerusalem nach Bethlehem reisen. Und das ging jetzt nicht mehr, die Mauer war da.

Das hatte mich sehr bewegt. Einmal sind wir dennoch rübergefahren. Man lernt dort Leute kennen und ist bewegt, fast schon erschrocken.

Wir haben einen Graffiti-Künstler getroffen und er hat uns einiges gezeigt. Ich bin noch einmal auf eigene Faust hingeflogen und kam in die sogenannte Dritte Intifada. Das war schon eine Situation, wo man wirklich keinen Frieden mehr gemerkt hat – sage ich jetzt mal ganz vorsichtig.

Ich bin anschließend immer wieder runtergeflogen und habe dabei einen Journalisten kennengelernt. Er hat meine Fotos verbreitet. Und so kam eins zum anderen. 2016 kam meine Ausstellung, die unter anderem auch in Telgte gezeigt wurde. Es hieß nämlich, ich solle mit den Bildern an die Öffentlichkeit gehen. Und das habe ich auch gemacht.

Nachher hieß es: Du kannst nicht einfach so ein Thema anreißen und dann wieder abtauchen. Und so haben wir den Arbeitskreis gegründet.“

Ursula Mindermann hat den Telgter Arbeitskreis Israel/Palästina im Jahr 2016 mit initiiert. Diese Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die Situation in Israel und Palästina zu informieren."

 

 

Verlorene Kindheit: Gazas jüngste Generation meistert Traumata 5 Jahre nach dem letzten Krieg - Nachrichten Sarah Algherbawi - 11. September 2019

Kürzlich habe ich eine 45-minütige spanische Dokumentation „Born in Gaza“ („Nacido en Gaza“) über die Auswirkungen des Krieges auf Kinder gesehen. Durch das Anschauen des Dokumentarfilms wurde meine Aufmerksamkeit auf die Tatsache gelenkt, dass Kinder noch lange nach dem Verlassen der Panzer den Stress und die Angst vor dem Krieg spüren. Kein Elternteil möchte sich vorstellen, dass sein Kind Schmerzen, Verluste oder Ängste erleidet, aber Gazas jüngste Generation ist mit Traumata konfrontiert, die in den letzten zehn Jahren drei Kriege erlebt haben.

In den Jahren 2008-2009, 2012 und 2014 befand sich Gaza im Krieg mit Israel, der höchsten Eskalation von Gewalt im Küstenstreifen seit dem Krieg von 1967, als die israelische Besetzung des palästinensischen Gebiets begann. Im letzten Krieg 2014 wurden über 2.200 palästinensische Zivilisten getötet, darunter 551 Kinder, und mehr als 3.000 Kinder wurden verletzt. Sechs israelische Zivilisten wurden getötet und 270 Kinder verletzt.

Als Mutter eines zehn Monate alten Kindes dachte ich über die Auswirkungen des Krieges auf Kinder nach.

Laut einem Bericht von Save the Children Anfang des Jahres stellten Forscher fest, dass 62 Prozent der Kinder im Gazastreifen 2018 von Depressionsgefühlen und 55 Prozent von Trauergefühlen berichteten. Mehr als die Hälfte der Kinder gab an, dass sie sich außerhalb ihrer Eltern nervös und ängstlich fühlen. Viele haben Albträume. Dreiundfünfzig Prozent sagten, sie hätten ihre Betten nass gemacht. Pflegekräfte und Eltern wurden ebenfalls befragt, und 42 Prozent gaben an, dass ihre Kinder aufgrund eines Traumas vorübergehend nicht mehr sprechen können.

Eine 2010 von der Weltgesundheitsorganisation und der CDC durchgeführte Studie ergab alarmierend, dass ein Viertel der Jugendlichen im Alter von 13 bis 15 Jahren in Gaza Selbstmordgedanken hatte und in den letzten 12 Monaten über Selbstmordpläne nachgedacht hatte. Unter den Befragten im Nahen Osten rangierten palästinensische Jugendliche in Bezug auf Selbstmordgedanken an erster Stelle. Während die Forschung die Beziehung zwischen Krieg und Selbstmord nicht untersuchte, spiegeln die Ergebnisse das tiefe Gefühl der Verzweiflung unter Kindern in Gaza wider.

Ich wollte Kinder interviewen, um genauer zu sehen, an was sie sich aus dem Krieg erinnern und wie sich diese Erinnerungen noch heute auf ihr Leben auswirken.

Sharif al-Namla , ein Kleinkindamputierter
- Ein Ereignis während des Krieges von 2014, das die Gazaner vielleicht nie vergessen werden, ist die Geschichte der Familie al-Namla aus Rafah im südlichen Gazastreifen.

Am Morgen des 1. August 2014 berief sich Israel Berichten zufolge auf die Hannibal-Richtlinie, ein Armeeprotokoll, um mit Gewalt auf die Gefangennahme eines Soldaten zu reagieren. Zu der Zeit suchten die israelischen Streitkräfte nach Hadar Goldin, einem Soldaten, der Berichten zufolge von der Hamas entführt worden war. Hadar und mehr als 121 Palästinenser, von denen mindestens 72 Zivilisten waren, wurden an diesem Tag in heftigen Kämpfen getötet. Es war der blutigste Tag während des Krieges, manchmal auch als "Schwarzer Freitag" bezeichnet.

Menschenrechtsgruppen beschuldigten später Israel , Kriegsverbrechen begangen zu haben , und verwiesen auf den Einsatz von Panzergranaten, Schüssen und Luftangriffen auf Zivilisten.

An diesem Tag waren der 27-jährige Wael al-Namla, seine Frau Asraa und der dreijährige Sohn Sharif in der Evakuierungsphase, als ihr Haus von einer Rakete getroffen wurde. Der Schaden tötete drei Verwandte im Haus und führte dazu, dass Wael und sein Sohn ein Bein verloren und Asraa beide Beine amputiert wurden. Sharif verlor zusätzlich sein rechtes Auge. Heute ist Sharif 8 Jahre alt.

„Sharif verlässt nicht gern das Haus. Er schämt sich für seine Verletzung, er redet nicht viel mit Gleichaltrigen und bleibt immer lieber allein “, sagte sein Vater Wael. Kürzlich überredete Wael seinen Sohn, sich im Juli einem einmonatigen Sommercamp anzuschließen. Das Programm umfasste 55 Kinder, die entweder aufgrund angeborener Missbildungen oder Verletzungen ihre Gliedmaßen verloren. Wael sagte, dass sein Sohn mehrere Operationen für sein rechtes Auge und eine Operation zur Vorbereitung auf ein künstliches Glied benötigt. Wael sagte, Sharif “wurde nach dem Camp aktiver, aber es ist nicht genug. Er braucht viel Pflege und Zeit, um sich in der Gemeinschaft zu engagieren. “

Zidan Qarmout
- Am 27. August 2014, dem 27. Tag des Krieges zwischen Israel und Gaza, war Zidan Qarmout zehn Jahre alt und stand an einem Fenster seines Hauses und aß Süßigkeiten. Der Krieg von 2014 dauerte 50 Tage und es ist üblich geworden, sich auf Ereignisse zu beziehen, die an welchem ​​Tag des Krieges ein Vorfall passierte, und nicht nur nach dem Datum.

Zidans Mutter Monira, 50, erlaubte ihren Kindern nicht, während des Krieges das Haus zu verlassen, selbst während stundenlanger Waffenstillstände, wenn andere Kinder nach draußen gingen, um zu spielen. Sie erklärte, dies solle sie vor irrtümlichen Bränden in ihrer Nachbarschaft schützen. Die Familie lebt im Flüchtlingslager Jabalia im Norden des Gazastreifens, wo israelische Truppen eine Bodeninvasion durchgeführt hatten.

Drei Tage zuvor wurde eine Schule, die als Schutzraum der Vereinten Nationen in der Nachbarschaft dient, getroffen. Die Nachbarschaft fühlte sich unsicher an. Plötzlich wurde eine Bombe in der Nähe von Zidans Haus abgeworfen, als er am Fenster stand. Der Druck der Explosion warf Zidan zu Boden.

Es stellte sich heraus, dass der Sprengstoff ein Haus der Familie Abu al-Qomsan traf. Das Haus wurde von einer vertriebenen Familie aus Beit Hanoun gemietet, der Familie Wahdan, die ihr Haus geräumt hatte, nachdem 12 Familienmitglieder bei einem anderen israelischen Luftangriff getötet worden waren. Diese Explosion tötete drei, darunter zwei Frauen, und verletzte zehn, darunter Zidan.

Insgesamt wurden im Krieg 2014 12.000 Häuser zerstört.


Zidan wurde leicht von Splittern verletzt, die sein Gesicht und seine Schultern trafen. Er wurde am selben Tag ins Krankenhaus eingeliefert und mit Medikamenten nach Hause geschickt. Ein Nachbar, eine Krankenschwester, half zu Hause bei der Wundversorgung.

„Fünf Jahre sind vergangen, aber ich werde den Flammenball, der vor meinen Augen explodierte, nie vergessen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es mich verfolgt, während ich schlafe “, sagte Zidan mit zögernder Stimme.

Später sagte er zu mir: „Ich werde Chirurg oder Herztransplantationsarzt, wenn ich groß bin. Ich schaue immer Dokumentationen über Ärzte und lese viel. Ich glaube, ich kann es schaffen. “

Das war nicht Zidans erster Krieg. Als er acht Jahre alt war, speziell im Herbst 2012, erwachten Zidan und seine Familie eines Tages um 6 Uhr morgens von Staubwolken und dem Geräusch von Steinen, die in ihr neu erbautes Haus klopften. Das Haus eines Nachbarn, die Familie Salah, wurde von drei Raketen getroffen, die von einem F16-Flugzeug abgeworfen wurden.

„Ich war im Zweiten Weltkrieg acht Jahre alt und habe jede Nacht neben meiner Mutter geschlafen. In dieser Nacht zog mich meine Mutter plötzlich von meiner Hand, um den Raum zu verlassen. Ich habe nichts gesehen, weil Staub und der Geruch von Schießpulver den Ort füllten “, sagte Zidan. „Mit Mühe konnten wir unseren Ausweg finden und gingen die Treppe hinunter, die fast zerstört war, bis wir den Boden erreichten. Ich kann nicht glauben, dass ich bis jetzt noch am Leben bin “, sagte er.

Zidan ist jetzt 15, der jüngste unter seinen sechs Geschwistern. Seine Mutter Monira beschreibt ihn als „sehr kluges Kind, er hat immer den höchsten Rang in seiner Klasse. Aber er hat eine nervöse Persönlichkeit, die mit jeder Eskalation und israelischen Gewalt zunimmt . “ Das traumatischste Ereignis, das Zidan in seinem jungen Leben erlebt hat, ereignete sich jedoch außerhalb des Krieges. Am 4. Februar 2008 wurde sein Vater bei einem gezielten israelischen Luftangriff getötet. Er war Mitglied des bewaffneten Flügels der Volkswiderstandsausschüsse in Gaza , die von den USA und Israel als terroristische Vereinigung bezeichnet werden.

„Ich kann mich nicht an viele Dinge erinnern, die zwischen mir und meinem Vater passiert sind. Ich war sehr jung. Aber ich erinnere mich an ihn, als er mich auf seinen Schultern hielt und ich an seinen Haaren zog und wir danach anfingen zu lachen “, fügte Zidan hinzu


Ahmad Abu Dahrouj und seine Cousine Baby Jana


Zidans Geschichte ist nicht einzigartig. Viele Kinder im Gazastreifen überlebten Bombenanschläge und mussten während der Kriege aus ihren Häusern fliehen. Im Krieg 2014 wurden mehr als 500.000 Palästinenser oder etwa ein Drittel der Bevölkerung vertrieben.

In derselben Studie von Save the Children gaben 78 Prozent der Betreuer an, dass ihre Kinder Angst vor Bomben, Flugzeugen und Drohnen hatten. 60 Prozent der Kinder und Eltern sagten, sie befänden sich in Erwartung von Bombenanschlägen oder einer Wiederaufnahme des Krieges in einem Zustand "ständiger Unsicherheit".

Während des Krieges 2014 evakuierte der 10-jährige Ahmad Abu Dahrouj mit seinen Eltern und zwei Geschwistern sein Haus im westlichen Gazastreifen und schützte sich im Haus seines Großvaters mitten in Gaza-Stadt.

Zu Beginn des Krieges zogen alle Tanten Ahmads und ihre Familien bei seinem Großvater ein. Ahmad stand seiner jüngsten Tante, Susan, die damals 22 Jahre alt war, sehr nahe. Sie war aus ihrem Haus im al-Buraij-Lager evakuiert worden. Was Ahmad seiner Tante nahe brachte, war ihr kleines Mädchen Jana, 1. Sie war seine Lieblingsspielkameradin. „Wohin ich auch gehen würde, Jana ist mir immer gefolgt. Meine Tante hat sie die meiste Zeit während unseres Aufenthalts im Haus meines Großvaters bei mir behalten. Als ich Jana für ein paar Minuten verließ, weinte sie immer sofort “, sagte Ahmad.

Am 29. Juli 2014 gab es einen vorübergehenden Waffenstillstand und Susan beschloss, in ihr Haus in al-Buraij zurückzukehren. Sie nahm Jana mit. Später in dieser Nacht beschloss Ahmads Onkel Ramadan, 35, seine Schwester Susan zu besuchen, um nach ihr zu sehen, und nahm Ahmad mit auf sein Motorrad. In dem Moment, als Ahmad und Ramadan ankamen, traf eine gewaltige Explosion den Ort. „Ich bin auf den Boden gefallen. Ich erinnere mich, dass ich nur Dunkelheit und Steine ​​in der Luft sehen konnte “, erinnerte sich Ahmad. Als sich der Staub klärte, sah Ahmad, dass der Aufprallpunkt Susans Haus war.

Ahmad sah von hinten auf das Motorrad zu, wie Krankenwagen eintrafen und Ersthelfer Susan festhielten. Sie war am Leben, aber verletzt. Rund 30 Minuten später fanden Rettungskräfte Jana leblos unter den Trümmern.  „Ich erinnere mich immer noch an Janas verbrannten Körper“, sagte Ahmad. „Ich sehe ihren Körper jedes Mal, wenn ich das Haus meines Großvaters besuche. Tatsächlich hasste ich es, nach diesem Vorfall dorthin zu gehen. “ Ahmad sagte nicht viel mehr über diesen Tag, aber er sorgte dafür, dass das, was er sah, nicht in Worten beschrieben werden konnte. Er hofft, eines Tages Janas Andenken zu ehren. Er trainiert in einem Parkour-Team, es ist ein urbaner akrobatischer Sport. "Wenn ich Trainer für diesen Sport werde, werde ich ein Team bilden und es Jana nennen, um meine kleine Freundin aus Kindertagen zu verewigen", sagte er.

Sarah Abu el-Tarabesh, die vielversprechende Schauspielerin und Malerin


Unter den Kindern, die ich für diesen Artikel interviewt habe, war Sarah, die Schwester meines Mannes. Sie ist jetzt 13. Sarahs Geschichte unterscheidet sich ein wenig von den anderen Kindern, die ich interviewt habe. Sarah war im letzten Krieg erst 8 Jahre alt, sie wurde weder verletzt noch hat sie ein Haus oder eine Verwandte verloren. Sie war jedoch in einer lokalen Produktion namens "Innocent Kid's Diaries" zu sehen, die im Fernsehen ausgestrahlt wurde und den Besuch eines Kindes an Orten darstellt, die während des Krieges 2014 bombardiert wurden.

Über diese Erfahrung sagte Sarah: „Ich hatte nicht erwartet, dass der Krieg all diese Zerstörungen verursachen kann. Ich war schockiert, als ich zum ersten Mal die zerstörten Orte besuchte. Danach konnte ich jedes Mal, wenn ich wusste, dass ich ein neues Video drehen musste, nachts nicht schlafen und mir vorstellen, welche Orte ich am nächsten Tag sehen werde. “

„Als die Filme veröffentlicht wurden, habe ich sie nicht gesehen. Ich wollte die Zerstörung nicht wieder sehen. Ich habe immer nur einen Film gesehen, in dem ich Blumen verteilt habe “, fügte Sarah hinzu und beschrieb eine letzte Szene, in der sie Blumen als Zeichen der Erneuerung verteilte. Heute zittert Sarahs linke Hand jedes Mal, wenn sie von einem lauten Geräusch überrascht wird.

"Ich hasse unser Haus während Kriegen und Eskalationen", sagte sie. Das Dach aus Asbest, wie es in Gaza üblich ist, „macht ein sehr lautes Geräusch, das mich erschreckt. Ich hatte das Gefühl, dass jede Rakete, die herunterfällt, auf unser Haus fällt. “ Während Sarah immer noch vom Krieg betroffen ist , gibt es eine positive Auswirkung. Sarah lernte, ihre Gefühle durch Malen auszudrücken. „Ich hatte nicht erwartet, Maler zu werden. Ich habe immer davon geträumt, Medienkorrespondentin zu werden, aber es scheint, dass sich meine Ambitionen geändert haben, nachdem ich nach dem Krieg von 2014 mit dem Zeichnen begonnen habe “, sagte sie.         Quelle

 

 


Taybeh Oktoberfest in Palästina feiert 15-jähriges Bestehen - Martina Klecha  - 9.09.2019

Am 21. September 2019 beginnt das Münchner Oktoberfest. Ableger des größten Volksfestes gibt es inzwischen überall auf der Welt - zum Beispiel in Taybeh in Palästina. Dort feiern am 14. und 15. September tausende Bierliebhaber das Taybeh Oktoberfest. In diesem Jahr bieten dazu gleich zwei Jubiläen besonderen Anlass.

Das Oktoberfest und die Brauerei sind für das kleine Dorf Taybeh im Westjordanland mehr als Party und Genuss. "Bier der Hoffnung" nennt der Gründer der Taybeh-Brauerei Nadim Khoury (unten rechts im Bild) sein Produkt. Warum er vor 15 Jahren angefangen hat, in Palästina Bier zu brauen, erklärt Khoury im Audio-Beitrag von Martina Klecha (efa)

 

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Am zweiten Septemberwochenende steigt eine riesen Party in dem kleinen Dorf Taybeh im Westjordanland, ein halbe Stunde Fahrt von Jerusalem entfernt. Gleich zwei Jubiläen werden dabei dieses Jahr gefeiert: 15 Jahre Taybeh Oktoberfest und das Taybeh Bier wird 25 Jahre alt.

Im Jahr 2004 gründete der christliche Palästinenser Nadim Khoury die erste Mikrobrauerei des Nahen Osten, die Taybeh Brewery. Es war das Jahr des Osloer Friedensprozesses. Nadim lebte damals in Amerika. In der Hoffnung, dass es endlich Frieden zwischen Israelis und Palästinensern geben würde, kehrte er in sein Heimatdorf zurück. Als Immobilienmakler hatte er die finanziellen Mittel, um zusammen mit seinem Bruder eine Brauerei zu eröffnen. "Weil ich so gern Bier trinke", behauptet der schwarzhaarige  >>>


 

Taybeh - Fotos von Ursula Mindermann >>>

 

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