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In Israel ist der Zionismus eine Religion, und er ist obligatorisch.
Gideon Levy  -  5. März 2020 Übersetzt mit DeepL

Die beeindruckende, willkommene Leistung der Gemeinsamen Liste ist mit Enttäuschung verbunden: Die gläserne Decke der jüdischen Wähler wurde nicht durchbrochen. Am Vorabend der Wahl schien es in bestimmten Kreisen, dass dank der jüdischen Wähler Ayman Odeh Premierminister und Ahmad Tibi Außenminister werden würde.

Das passiert, wenn man in einer Blase lebt. In Wirklichkeit war das Bild düsterer. Nur wenige Juden stimmten für die Partei. Es ist schwierig, genau zu wissen, wie viele, wegen der gemischten Städte. Tibi schätzte, dass nur 10.000 Juden für die Gemeinsame Liste gestimmt haben. Ofer Cassif vermutete, dass fast ein Knesset-Sitz von jüdischen Wählern kam. Auf jeden Fall war es trotz der gestiegenen Zahl immer noch eine unbedeutende Minderheit.

Die Araber wählen zionistische Parteien mehr als die Juden für die Gemeinsame Liste. Es stimmt, dass die Gemeinsame Liste ihre Unterstützung in Givatayim verdoppelt hat, aber wir sprechen von 316 Stimmen im Vergleich zu 179 bei den Wahlen im September - immer noch weniger als ein Prozent in einer linken Stadt mit 48.500 wahlberechtigten Wählern. Auch Ramat Hasharon zeigte eine zunehmend radikale Neigung: 149 Wähler gegenüber 74 bei der letzten Wahl. Schön, aber das ist noch immer kaum etwas. Eine Kuriosität. Die Kibbuzim, die linken Hochburgen, haben sich ebenfalls ausgezeichnet: In Ramat Hakovesch gab es vier weitere Wähler für die Gemeinsame Liste, und in Ramat Hashofet waren es diesmal zehn nach Null beim letzten Mal. Das ist ermutigend. Aber es weckt auch düstere Gedanken.

Angesichts des rechten Charakters von Kahol Lavan und der blassen Persönlichkeit von Labor-Gher-Meretz hätte man erwarten können, dass viel mehr Juden, die sich als links bezeichnen, ihre Stimme Odeh und Tibi geben würden. Welche andere Wahl hatten sie? Orli Levi-Abecassis? Zvi Hauser? Sie wählten sie. Ich kenne einige Israelis, die sich tagelang gequält haben, ob sie für die Gemeinsame Liste stimmen sollten, die davon sprachen, den Rubikon zu überqueren und das Ende der Welt herbeizuführen, und im letzten Moment verrieten sie ihre Position und stimmten für Gantz oder Peretz. Sie sagen, sie konnten es einfach nicht tun.

Was genau hat sie daran gehindert? Immerhin unterstützen sie Gerechtigkeit und Gleichheit und Frieden für zwei Staaten - und die Gemeinsame Liste bietet ihnen all diese guten Dinge. Aber sie haben Ausreden für sich selbst gefunden: Balad ist zu nationalistisch, Ra'am zu religiös, Tibi zu wortgewandt und Odeh zu charmant. Andere, die für die Gemeinsame Liste gestimmt haben, verglichen das Gefühl mit einem Coming-out aus dem Schrank.

Diese Abneigung ist nicht unbedingt auf rassistische Motive zurückzuführen. Der arabische Charakter der Gemeinsamen Liste war weit weniger abstoßend als ihr nicht-zionistischer Charakter. Das geht einfach zu weit, ein unverzeihliches Verbrechen. Für eine Partei zu stimmen, über der nicht das zionistische Banner weht, ist ein schmerzhafter, fast unmöglicher Schritt. Das ist das Ergebnis von 100 Jahren Indoktrination, die praktisch unübertroffen ist. Mit Ausnahme von Nordkorea hat kein anderes Land eine solche herrschende Ideologie, die nicht in Frage gestellt oder von der man nicht abweichen darf. Mit Ausnahme des Irans hat kein anderes Land eine verbindliche Religion. In Israel ist der Zionismus eine Religion, und sie ist obligatorisch.

Ein Jude, der für die Gemeinsame Liste stimmt, gilt immer noch als Verräter, oder zumindest als jemand, bei dem eine Schraube locker ist. In unserer Kindheit sahen wir Aktivisten aus Rakah und Matzpen so, und wir mieden sie wie Aussätzige. Das Rakah-Büro in der Maza-Straße in Tel Aviv war wie ein mysteriöses, bedrohliches Hauptquartier einer feindlichen Armee. Sie wollten nicht in der Nähe gesehen werden. Ich weiß noch, als ich das erste Mal dort war: Ich hatte schreckliche Angst.

Das waren die jugendlichen Wachstumsschmerzen eines jungen Landes. Aber wenn ein starkes, blühendes Land eine legale Ideologie disqualifiziert und illegitimiert, dann ist etwas mit seiner Demokratie falsch gelaufen.

Der Zionismus ist eine Weltanschauung wie jede andere. Man kann seine attraktiven und unattraktiven Seiten sehen. Es ist keine Religion, in der Zweifler als Ketzer angeprangert werden - dennoch ist es verboten, den Zionismus abzulehnen. Warum? Weil der Zionismus sich seiner selbst nicht sicher ist. Er weiß, dass er eine Katastrophe über ein anderes Volk gebracht hat, und er weiß, dass das Feuer des Bösen und der Ungerechtigkeit unter dem Teppich brennt, auf den er tritt. Wenn der Zionismus sich seiner Rechtschaffenheit sicher wäre, würde er sich wie jede andere Weltanschauung auf die Probe stellen, und es wäre zulässig, daran zu zweifeln. Israel im Jahr 2020 ist dafür noch nicht bereit. Eine wahre Linke wird hier nur entstehen, wenn wir uns von der Sucht nach dem Zionismus entwöhnen und uns von seinen Ketten befreien.    Quelle


 

Israel: Nach der Schlammschlacht
Netanjahus Wahlerfolg verstärkt den Niedergang der politischen Kultur des Landes.
 Alexandra Föderl-Schmid - 3. 3. 2020

 

Für Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat es sich gelohnt, dass er auf einen dritten Wahlgang binnen eines Jahres gesetzt hat. Er hat einen intensiven Wahlkampf geführt und gewonnen. Die Wähler des rechtsnationalen Likud verhalfen bei dieser Parlamentswahl einem Politiker zu einem überraschend deutlichen Wahlsieg, der in zwei Wochen wegen Bestechlichkeit, Betrug und Untreue vor Gericht stehen soll. Sie gaben ihm ihre Stimme im Wissen um die Korruptionsvorwürfe, die inzwischen zu Anklagen in drei Fällen geführt haben.

Netanjahu ist der am längsten amtierende Ministerpräsident des Landes und auch der erste, der als Angeklagter vor Gericht stehen wird. Aber in unsicheren Zeiten sehnen sich viele Israelis nach Stabilität und einer starken Führung, das wiegt die Korruptionsvorwürfe offenbar auf. Seit mehr als zwölf Jahren ist Netanjahu im Amt, viele können sich ein Land ohne ihn gar nicht mehr vorstellen.

Die Anklagen zeichnen das Bild eines ausschweifenden Lebensstils, den die Netanjahus pflegen. Sie zeigen, dass der Regierungschef politische Gefälligkeiten im Gegenzug für teure Geschenke und positive Medienberichterstattung erweist. Alles geschenkt! Schließlich hatte Netanjahu auch für jede noch so kleine Gruppe ein Wahlversprechen parat. Den Nationalisten versprach er die Annexion von Teilen des Westjordanlands, den äthiopischen Juden mehr Einwanderungsmöglichkeiten für ihre Glaubensgenossen, und sogar für die arabischen Israelis hatte er ein Lockangebot: Flüge nach Mekka. Der gewiefte und erfahrene Politiker hat alle Register gezogen und die >>>

 

Der arabische Israeli hat viel Macht in der Knesset.
Von Alexandra Föderl-Schmid - 4. 3. 2020


Seine Mutter ist gekommen, der Vater umarmt ihn, die Tante winkt ihm zu, auch die Schwester schaut später noch vorbei: Wenn Ayman Odeh in seiner Heimatstadt Haifa auftritt, dann findet sich die ganze Verwandtschaft ein. Natürlich sei sie stolz, sagt seine Mutter, gesteht aber auch, dass ihr der Aufstieg ihres Sohnes in der israelischen Politik zugleich Sorge bereitet. Er exponiere sich in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft.

Der 45-jährige Jurist ist der wortgewaltige, charismatische Anführer der Vereinigten Liste der vier arabischen Parteien, die am Montag bei der Parlamentswahl ihr historisch bestes Ergebnis erzielt hat. So viele arabische Abgeordnete wie noch nie werden in der aus 120 Mitgliedern bestehenden Knesset vertreten sein: 15, darunter fünf Frauen. Die Vereinigte Liste ist nach Likud und Blau-Weiß die drittstärkste Fraktion. Kommt es zu einer großen Koalition, wird Odeh der Oppositionsführer, ein Mann also, der sich selbst "als Palästinenser, der gleichzeitig Bürger Israels ist", bezeichnet. Das Time Magazine reihte ihn im Vorjahr unter die 100 Zukunftshoffnungen weltweit ein.

Für arabische Israelis, die ein Fünftel der Bevölkerung ausmachen, ist es schwierig, einen Aufstieg zu schaffen - erst recht als Politiker in einem Staat, der sich im Nationalstaatsgesetz als jüdisch definiert und Arabisch als Zweitsprache verbannt hat. Bei dieser dritten Parlamentswahl binnen eines Jahres haben nicht nur arabische, sondern auch jüdische Israelis für die Liste gestimmt - als linke Alternative zum Bündnis aus Arbeitspartei und Meretz.

Teil der Vereinigten Liste ist die von Odeh seit 2015 geleitete Chadasch, die sich wiederum aus sozialistischen und kommunistischen Gruppierungen zusammensetzt. 1992 unterstützte Chadasch die Regierung von Jitzchak Rabin, ohne offiziell Teil der Koalition zu sein.  >>>


 

Die einzige Demokratie im Nahen Osten?
Eine neue wissenschaftliche Untersuchung behauptet: Wirklich demokratisch war Israel nur für sechs Monate vor über 40 Jahren
05. März 2020 Fabian Goldmann

Wahlen in Israel (Netanjahu gewinnt - aber wahrscheinlich keine absolute Mehrheit) werden immer davon begleitet, dass es in Sozialen Medien turbulent zugeht: Die einen sehen Israel als "Apartheidstaat", in dem Wahlen allein deshalb schon bedeutungslos seien, weil Millionen Palästinenser in den besetzten Gebieten davon ausgeschlossen werden. Die anderen feiern die Wahlen hingegen als abermaligen Beweis dafür, dass es sich bei Israel um die "einzige Demokratie im Nahen Osten" handle.

Wer von beiden Seiten mehr Recht hat, ist seit Jahrzehnten Gegenstand erbitterter Diskussion. Während es bei Israels Nachbarstaaten wie Ägypten, Saudi Arabien oder Jordanien wenig Zweifel am autoritären Charakter des politischen Systems gibt und formell demokratische Staaten wie Irak, Tunesien oder der Libanon in Demokratie-Ratings weit unten rangieren, scheint die Bewertung bei Israel komplizierter.

Uneinigkeit besteht schon darüber, um wessen demokratische Rechte es eigentlich geht: Die von den rund 8,5 Millionen Menschen innerhalb der völkerrechtlich anerkannten Grenzen Israels? Oder auch jene der rund 5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen und dem Westjordanland, also den Regionen, die Israel 1967 besetzt hat?


Ob Israel eine Demokratie ist, hängt auch davon ab, was man unter Demokratie versteht
- Eine Antwort auf diese Fragen hat
 Martin Beck versucht zu finden. Für das Hamburger GIGA Institut hat der Professor für Nahost-Studien ein Gutachten zum politischen Systems Israels erstellt. In der im Februar veröffentlichten Untersuchung listet er Argumente auf, die für und gegen den demokratischen Charakter des Staates sprechen. Sein Fazit zu der Frage, ob es sich bei Israel um eine Demokratie handelt: eher nicht. Israel habe "sein früheres Alleinstellungsmerkmal als einzige Demokratie im Nahen und Mittleren Osten verloren".  >>>

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Trump's Friedensplan ist ein „galvanisierender Schock“ für die Palästinenser
Rashid Khalidi -  05.02.20 - pdf

Donald Trump behauptet, dass sein „Deal of the Century" eine neue Grundlage für den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern darstelle. Aber paradoxerweise treibt er hoffnungslos gespaltene Fraktionen in der arabischen Welt dazu, sich gegen den Plan zu vereinen, meint der Professor für Arabische Studien Rashid Khalidi.

Greg Wilpert: Willkommen beim Real News Network. Ich bin Greg Wolpert in Arlington, Virginia. Der so genannte Deal des Jahrhunderts, also der Plan der Trump-Regierung für ein Friedensabkommen zwischen Israelis und Palästinensern, den die Trump-Regierung vergangene Woche angekündigt hat, schlägt weiterhin Wellen. Erstens: Die Reaktion auf den Plan bestand praktisch überall in der Welt in einer Ablehnung. Die UNO, die EU, die Arabische Liga und die Internationale Organisation für Islamische Zusammenarbeit haben alle den sogenannten Friedensplanzurückgewiesen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich jedoch positiver zu dem Plan geäußert. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versuchte zunächst, die Veröffentlichung des Plans auszunutzen, er ankündigte an, dass Israel am darauffolgenden Wochenende große Teile des besetzten Westjordanlandes in Übereinstimmung mit dem Entwurf des Plans annektieren werde. Der Plan würde es Israel erlauben, die Souveränität über 30% des besetzten Westjordanlandes zu bean-spruchen. Die angekündigte Annexion erfolgte jedoch nicht, da nach Angaben der New York Times die Trump-Administration Netanjahu drängte, bis zu den Wahlen in Israel am 2. März zu warten.

Rashid Khalidi schließt sich mir jetzt an, um den Nahostplan der Trump-Regierung zu diskutieren. (...). Danke, dass Sie heute hier sind, Professor Khalidi.Rashid Khalidi: Danke für die Einladung.Greg Wilpert: Fangen wir also damit an, welche Auswirkungen dieser Plan auf die Palästinenser hat. Die Ablehnung war eindeutig einstimmig, aber offenbar dient sie der Vereinigung der Palästinenser. Ist das so? Ich meine, verbindet er die Palästinenser, die so lange Zeit so geteilt waren? Rashid Khalidi: Richtig. Es scheint diesen Effekt zu haben. Man hofft, dass er eine noch stärker galvanisierende Wirkung hat. Es gab die ersten Kontakte zwischen der PA von Ramallah und der TA im Gazastreifen, dem von der Fatah dominierten Segment im Westjordanland und dem von der Hamas dominierten Segment im Gazastreifen, und zwar zum erstmals seit langer Zeit. Dies war ein galvanisierender Schock für die Palästinenser, und man hofft, dass er diese beiden Fraktionen zwingenwird, ihre egoistischen, engstirnigen, sektiererischen Interessen zu überwinden und sich im gemeinsamen Interesse der palästinensischen Nationalbewegung zu vereinen.

Es ist sicherlich ein Moment, der dazu dienen sollte, die Palästinenser zu vereinen, denn die Palästinenser lehnen sämtliche Elemente dieses Plans völlig einhellig ab.  Greg Wilpert: Wie ich bereits in der Einleitung erwähnt habe, scheint es, dass die UNO, die EU, die Arabische Liga und >>>


Gegen den Siedlungsausbau zu sprechen ist für die EU nur eine lästige Pflicht
Palestine Update Nr. 341 – 1. 3. 2020

Über diese Ausgabe - Ranjan Solomon  - In dieser Ausgabe von Palestine Update bringen wir Ihnen zwei Artikel, die ein „Muss lesen“ sind. Der erste ist ein über die Jahre ein in den Palestine Updates immer wiederkehrendes Thema: die Heuchelei und die doppelten Standards der EU-Staaten.

Der zweite befasst sich mit der Verzweiflung eines korrupten und rassistischen Führers, Benjamin Netanyahu, dessen verzweifelter Versuch, sich an der Macht festzuhalten, haupt-sächlich dazu dienen soll, sich vor der Schmach einer Zeit im Gefängnis zu schützen. Und dennoch war die „wirkliche Demokratie“, wie sie von Israelis angesprochen wird, nicht in der Lage, nach zwei Wahlrunden ein Resultat zu bringen. Israel ist eine verkommene und verlorene Demokratie, die sich auf anti-demokratische politische Prinzipien stützt. Wie, mag man sich fragen, kann ein Apartheidstaat verlangen, überhaupt irgendeine demokratische Glaubwürdigkeit zu besitzen?  - Ranjan Solomon

 

 

 


Gegen die Ausweitung der Siedlungen zu sprechen ist nur eine lästige Pflicht für die EU
Israel beschleunigt die Ausdehnung der Siedlungen in der besetzten Westbank.
Von Ramona Wadi
 

Die Schwankungen der Europäischen Union bezüglich der Ausdehnung von Israels kolonialen Siedlungen haben mehr Bedeutung seit der Weigerung des Blocks, eine Stellungnahme zum sogenannten „Deal des Jahrhunderts“ von US-Präsident Donald Trump herauszubringen. In Antwort auf Israels Ankündigung, dass es zusätzliche Siedlungen in Har Homa und Givat Hamatos bauen würde, haben die EU und ihre Mitgliedstaaten verschiedene Stellungnahmen herausgebracht, in denen die Ankündigung verurteilt wurde, und in denen betont wurde, dass damit der Zweistaaten-Kompromiss (der bereits obsolet ist) verhindert würde. Besonders die Stellungnahme Frankreichs enthüllt seine eigene sowie die Doppel-züngigkeit zu dem Thema: „Kolonisation ist in allen ihren Formen nach dem Völkerrecht illegal.“ Kolonisation ist illegal nach dem internationalen Recht, und dennoch besteht die EU darauf, Israel bei der Befürwortung des Zweistaaten-Paradigmas zu unterstützen und bevorzugten Handel und andere Abkommen anzubieten.

Das Ausmaß, in welchem die Ausdehnung der Siedlungen abgekoppelt wurde von Israels Kolonisierung machte es für die EU möglich, Teile der Kolonisierung zu verurteilen und dennoch den Prozess wegzustecken. Bis ein beabsichtigtes gegenteiliges Paradigma entsteht, fühlt sich die EU – mindestens für die Gegenwart – verpflichtet, sich an das Völkerrecht zu halten, um den Eindruck zu erwecken, dass sie gegen die Annexion ist, die natürlich die nächste israelisch-amerikanische Bewegung gegen das palästinensische Volk und seine legitimen politischen Rechte sein wird. Die Stellungnahme der EU betont, wie neue israelische Siedlungen die örtliche Nachbarstellung beeinträchtigen würden und erinnert uns, dass sie keine Veränderungen zu den Grenzen vor 1967 anerkennen würde. Jedoch hat Israel über den Bedarf hinaus jede formelle Anerkennung weggetan, teilweise aufgrund der Rückendeckung durch die USA für ihre einseitigen Erklärungen zu günstigen Momenten für das Vorantreiben der israelischen Kolonisierung von Palästina. Vor dem Erscheinen dieser Dynamik haben die EU und die internationale Gemeinschaft die Grundlagen geschaffen, durch die Israel handeln konnte und es noch kann, ohne dass ernsthafte Entgegnungen außer zahnlosen Verurteilungen erfolgt sind.

Eine europäische Glaubwürdigkeit zum Thema Dekolonisierung existiert nicht. Im November 2019 hat die UNO-Delegierte Andrea Pontiroli eine Stellungnahme an das Vierte Komitee für Dekolonisierung bei der internationalen Organisation abgegeben, die die Verpflichtung des Blocks für den Zweistaaten-Kompromiss bestärkte. Die zugrundeliegende Botschaft beleuchtet die auf internationaler Höhe bestehende Korruption: ein Komitee, das mit Dekolonisierung beauftragt ist, hat die laufende Kolonisierung von Palästina normalisiert. Das ist geschehen durch die internationale Weigerung, zwischen israelischer Kolonisierung und militärischer Okkupation zu unterscheiden, worin letztere nur ein Derivat ist für die Konsolidierung der kolonialen Ausdehnung des zionistischen Staates in Palästina.

Die Schwäche der Palästinenser ist ganz oben auf der Agenda in Europa und international
. - Die Narrative lautet immer noch, dass der Deal von Trump dem Zweistaaten-Kompromiss gegenübersteht. Jedoch tun die EU und die internationale Gemeinschaft nichts, um die Verwicklungen der einseitigen Durchführung des angestrebten „Friedensplanes“ aufzuhalten, wie es von Israel bereits angedeutet worden war, unabhängig vom Ausgang der Wahlen im nächsten Monat. Wenn die EU nur ihren Standpunkt in Bezug auf den Zweistaaten-Kompromiss wiederholt, nachdem sie ihre Antwort zurückgestellt hatte, erntet Israel Sicherheiten an beiden Enden. Kolonisation ist illegal, das macht den palästinensischen Kampf gegen die Kolonisierung rechtens. Ein Standpunkt, der den Widerstand Palästinas unterstützt, hätte mehr politische Resonanz als die Rhetorik, die nur Schlagzeilen macht zu Gunsten der internationalen Positionierung der EU und ihrer prominenten Rolle in der „friedensbildenden“ Farce.

Auf die Erklärung Frankreichs zur Illegalität des Kolonialismus werden keine Taten folgen.. Wahrscheinlicher ist es, dass die EU eine Stellungnahme zur Annexion herausgeben wird, und wie diese die Zweistaaten-Illusion beschädigt während sie die Anerkennung des Kolonialprozesses verweigert, den sie in Wirklichkeit explizit unterstützt. Gegen die Ausdehnung der Siedlungen zu sprechen – und ohne Zweifel deren Annexion – ist für die EU einfach eine lästige Pflicht..
Ramona Wadi ist Redaktionsmitglied des „Middle East Monitor“.   -  Quelle

 

 

 




*Jenseits der Wahlen in Israel: Israel auf dem Scheitelpunkt einer freudlosen Ära*

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu muss den Geist des Houdini zügeln, wenn er seine Flucht aus einem der am meisten verwickelten politischen Dilemmas in der Geschichte Israels plant. Es ist kein Geheimnis, dass das politische Benehmen Netanyahus fast nur ganz von seinem Wunsch geformt ist, so lang als möglich im Amte zu überleben, um eine drohende Zeit im Gefängnis zu umgehen. Aber wie lange wird es dem israelischen Fluchtkünstler gelingen zu überleben, jetzt, wo schon das Datum für sein Gerichtsverfahren festgelegt ist?

Nach Monaten des Verhandelns mit der politischen Elite des Landes auf der einen Seite, und der Aufforderung an seine rechtslastige Wählerschaft an der anderen, ist ihm die Schaffung des notwendigen Moments nicht gelungen, die ihn immun gegen die Verfolgung machen und seine Position an der Spitze der israelischen Politik sichern würde. Nachdem es ihm nach den Wahlen im April 2019 nicht gelungen war, eine Regierung zu bilden, verband Netanyahu meisterhaft sein Schicksal als Premierminister mit allen Angelegenheit Israels, im Inneren wie im Äußeren. Nichts desto weniger gibt es wenige Gründe anzunehmen, das Netanyahus diplomatische und finanzielle Eroberungen ihn seinem erhofften Resultat näher gebracht hätten, seine Unterstützung unter gewöhnlichen Israelis zu vermehren, besonders, weil Benny Gantz, der der Kahol Lavan Partei (Blau und Weiß) vorsteht, sich weiter nach rechts bewegt, und damit langsam Netanyahus Unterstützung in jeder Facette der israelischen Gesellschaft  unterminiert. Die Wahl im September 2019 zeigte die Fähigkeit von Gantz, die verschiedenen politischen Vorteile des Likud-Führers in den Augen der israelischen Wähler zu überwinden.

Am 2. März war vorgesehen, dass die Israelis wieder an die Wahlurnen zurückkehren, um zur dritten allgemeinen Wahl in weniger als einem Jahr kommen. In dieser kurzen Zeit gelang es Gantz, einem früheren hohen Offizier der israelischen Verteidigungsarmee, seine politischen Positionen wiederholt zu ändern, so dass er sogar mehr rechts außen stand als früher, obwohl er sich immer noch als Mann der Mitte darstellte, der willig war, sich mit der „Linken“ einzulassen, um eine zukünftige Regierungskoalition aufzubauen.      Quelle         der ganze Artikel           Quelle Update        (Übersetzung: Gerhilde Merz)

Plötzlich ganz bedrohlich
Vor der Wahl gab sich Premier Netanjahu noch ganz gelassen, nun ergreift seine Regierung drastische Maßnahmen.
Alexandra Föderl-Schmid - 5. März 2020

Am Montag hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei der Stimmabgabe noch versichert: "Das Corona-Ding ist komplett unter Kontrolle. Wir haben alle nötigen Vorsorgemaßnahmen ergriffen." Zwei Tage nach der Parlamentswahl, die ihm einen Sieg, aber keine Mehrheit sicherte, sprach Netanjahu nun von "einer weltweiten Pandemie, die vielleicht die gefährlichste der vergangenen einhundert Jahre ist". Die Regierung verhängte drastische Maßnahmen, die nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens 70 000 Israelis in Quarantäne zwingen.

Als die neuen Verhaltensregeln und Bestimmungen nach der Einreise aus fünf europäischen Ländern, darunter Deutschland, am späten Mittwochnachmittag veröffentlicht wurden, standen die Telefone im eigens eingerichteten Coronazentrum nicht mehr still. Binnen weniger Stunden wurden 39 000 Anrufe bei der Hotline registriert - ein Anstieg um 700 Prozent. Aufgrund der vielen Anfragen brach auch die Homepage zusammen.  >>>

 

 Israelische Pharmaunternehmen testen Medikamente an palästinensischen Gefangenen
20. Februar 2019 - Übersetzt mit DeepL

Die israelische Professorin Nadera Shalhoub-Kevorkian hat gestern enthüllt, dass die israelischen Besatzungsbehörden großen Pharmaunternehmen Genehmigungen zur Durchführung von Tests an palästinensischen und arabischen Gefangenen erteilen, berichtete Felesteen.ps.

Die Times of Israel berichtete auch, dass der Dozent der Hebräischen Universität in einer Aufzeichnung von der Veranstaltung auch enthüllte, dass die israelischen Militärfirmen Waffen an palästinensischen Kindern testen und diese Tests in den palästinensischen Vierteln des besetzten Jerusalem durchführen.

In einer Rede an der Columbia University in New York City sagte Shalhoub-Kevorkian, dass sie die Daten während der Durchführung eines Forschungsprojekts für die Hebräische Universität gesammelt habe. "Palästinensische Räume sind Laboratorien", sagte sie. "Die Erfindung von Produkten und Dienstleistungen staatlich geförderter Sicherheitskorporationen wird durch langfristige Ausgangssperren und palästinensische Unterdrückung durch die israelische Armee angeheizt". In ihrem Vortrag mit dem Titel "Disturbing Spaces - Violent Technologies in Palestinian Jerusalem" fügte die Professorin hinzu: "Sie prüfen, welche Bomben eingesetzt werden sollen, Gasbomben oder Stinkbomben. Ob man Plastik- oder Stoffsäcke einsetzt. Um uns mit ihren Gewehren zu schlagen oder uns mit Stiefeln zu treten".

In der vergangenen Woche weigerten sich die israelischen Behörden, die Leiche von Fares Baroud zu übergeben, der in israelischen Gefängnissen verstorben ist, nachdem er an einer Reihe von Krankheiten gelitten hatte. Seine Familie befürchtet, dass er für solche Tests benutzt worden sein könnte, und Israel befürchtet, dass dies durch forensische Untersuchungen aufgedeckt werden könnte.

5.000 Tests an Gefangenen
- Im Juli 1997 berichtete die israelische Zeitung Yedioth Ahronoth über Bemerkungen für Dalia Itzik, die Vorsitzende eines parlamentarischen Ausschusses, die einräumte, dass das israelische Gesundheitsministerium den Pharmaunternehmen die Erlaubnis erteilt habe, ihre neuen Medikamente an den Insassen zu testen, und bemerkte, dass bereits 5.000 Tests durchgeführt worden seien.

Robrecht Vanderbeeken, der Kultursekretär der belgischen Gewerkschaft ACOD, warnte im August 2018 davor, dass die Bevölkerung des Gaza-Streifens "verhungert, vergiftet und Kinder wegen ihrer Organe entführt und ermordet werden".

Dies folgt auf frühere Warnungen des palästinensischen Botschafters bei den Vereinten Nationen Riyad Mansour, der sagte, dass die Leichen der von den israelischen Sicherheitskräften getöteten Palästinenser "mit fehlenden Hornhäuten und anderen Organen zurückgebracht wurden, was die früheren Berichte über die Organentnahme durch die Besatzungsmacht weiter bestätigt.  Quelle

 

Unterdrückung aus der Ferne kontrollieren: Israel testete seine neuesten Waffen gegen den Großen Marsch der Rückkehr >>>

Der Traum von einem Leben in Palästina
Amjad Ayman Yaghi -. März 2020 - Übersetzt mit DeepL

 

Muhammad al-Amoudi und Mahjouba Qanoun trafen sich über soziale Medien. Sie hatte gesehen, wie er im Fernsehen ein Siegeszeichen zeigte, nachdem er während der Proteste beim Großen Marsch der Rückkehr in Gaza verwundet worden war.-  Mohammed Al-Hajjar.
 


Als Muhammad al-Amoudi im April 2018 während der Proteste des Großen Marsches der Rückkehr angeschossen wurde, ahnte der 27-Jährige kaum, wie sich dies auf den Rest seines Lebens auswirken würde. Aber die knochenzerstörende Kugel, die durch einen Fuß ging, bevor sie im anderen Fuß unterkam, markierte auch den Beginn der unwahrscheinlichsten aller Liebesgeschichten, die schließlich zur Heirat des Bauarbeiters mit einer jungen Marokkanerin führte. Solche Entwicklungen sind ungewöhnlich, aber nicht unwahrscheinlich. In den letzten Jahren ist es trotz aller Hindernisse und Härten für junge Ausländer zu einem Phänomen geworden, den Gazastreifen als Ziel und Heimat zu suchen.

Das Innenministerium des Gazastreifens registrierte 2019 mehr als 3.000 Einreisegenehmigungen und andere Dokumente für ausländische und ausländische Besucher. Nach den Statistiken des Ministeriums, die von der elektronischen Intifada eingesehen wurden, handelt es sich bei mehr als 500 Anträgen auf vorübergehenden oder längerfristigen Aufenthalt für diejenigen, die sich in Gaza niedergelassen haben. Zu diesen Ausländern gehören Menschen wie Mahjouba Qanoun, die weit entfernt in Casablanca, Marokko, die Nachrichten verfolgten, als Mohammeds Verletzung von der Kamera aufgenommen wurde.

Mahjouba, 26, war Büroleiterin an einer Privatschule, als sie sah, wie Mohammed auf einer Bahre von einem Feld in Gaza getragen wurde und ein Siegeszeichen in die Kameras zeigte. Sie hat die Nachrichten aus Palästina seit ihrem 11. Lebensjahr aufmerksam verfolgt, sagte sie gegenüber der elektronischen Intifada. Seitdem hatte sie, wie viele Menschen in Marokko, von einem Besuch geträumt. Die sozialen Medien boten ihr eine weitere Möglichkeit, die Nachrichten aus Palästina zu verfolgen, und als sie Mohammed verwundet auf dem Bildschirm sah, dauerte es nicht lange, bis sie ihn auf Facebook aufspürte.

Zuerst war sie besorgt über seinen Zustand und erkundigte sich regelmäßig bei ihm über seine Rehabilitation. Doch bald wurden ihre Gespräche intimer und Gefühle entwickelten sich. Im November 2018 machte er ihr einen Antrag. Sie nahm ihn an.

Träume von Gaza
- Im März vergangenen Jahres reiste Mahjouba nach Kairo, wo sie einen Brief des marokkanischen Außenministeriums vorlegte, in dem sie ihre Absicht bekräftigte, im Gaza-Streifen zu heiraten. Dies ermöglichte ihr eine Reise durch den Sinai. Sie und Mohammed heirateten am 9. März 2019 in Khan Younis im südlichen Gaza-Streifen, wo sie jetzt leben. Palästina ist in Marokko sehr beliebt, wo der palästinensische Kampf, wie in so vielen arabischen Ländern, als gemeinsame Sache angesehen wird. Die Marokkaner werden sogar jemandem, der wütend einem anderen gegenübertritt, sagen, er solle "Palästina befreien", so Mahjouba, um ihnen zu sagen, dass es für sie würdigere Wege gibt, ihren Zorn auszuleben. Dennoch lehnten viele ihrer Freunde den Umzug ab und fragten sich, wie sie unter der Besatzung und unter so schwierigen Bedingungen leben würde. Mahjouba machte sich keine Sorgen über die Gefahren. "Viele denken, dass Gaza ein Ort der Angst ist", sagte sie. "Aber es gibt hier wunderschöne Moscheen, Kunst und Wissenschaft. Das sind Menschen, die gerne leben, für ihre Kinder und für den Frieden." Dennoch, und trotz aller Aufmerksamkeit, wurde sie dabei ertappt, dass sie sich einiger lebenswichtiger Dinge nicht bewusst war. Ihr war nicht bewusst, wie sehr der Gazastreifen vom Westjordanland getrennt ist. Sie rechnete mit Schwierigkeiten, aber ihr war nicht klar, wie gesellig die Palästinenser im Gazastreifen trotz der zahlreichen Herausforderungen sein können, mit denen sie konfrontiert sind.

Sie begrüßte den religiösen Geist des Gazastreifens und sagte, dass die einzige Gefahr, die sie fühlt, von den israelischen Bombenangriffen ausgeht. Mohammed, der seit seiner Verletzung nicht mehr arbeiten kann, ist glücklich, aber besorgt um seine neue Frau. "Sie ist ängstlich, wenn sie die Geräusche der israelischen Bombenangriffe hört. Sie erlebt zum ersten Mal Strom- und Wasserknappheit." Aber, so sagte er, sie habe diese Bedingungen akzeptiert und sich gut akklimatisiert. Sie habe ihm auch geholfen, sagte er, als er versuchte, eine Verletzung zu überwinden, die ihn sechs Monate lang zu Hause gehalten habe und ihm immer noch Schmerzen bereite. Muhammad wartet auf die finanzielle Unterstützung der Palästinensischen Autonomiebehörde, um eine Operation in Ägypten durchzuführen.

Ein Leben in Standhaftigkeit - Mahjouba ist nicht die einzige Frau, die aus Nordafrika in den Gazastreifen gereist ist. Amina Radi, 26, kam Mitte Oktober letzten Jahres an, um Ehab Hamid, 28, einen Mechaniker aus dem Flüchtlingslager Nuseirat im zentralen Gazastreifen, zu heiraten. Sie gab ihre Stelle als Französischlehrerin an einer Grundschule in der Provinz Bejaia in Nordalgerien auf, nachdem sie Ehab Anfang 2019 online kennen gelernt hatte. Sie beschlossen, zu heiraten, und sie willigte ein, nach Gaza zu kommen und dort zu leben, weil sie, wie sie bereits verstand, der elektronischen Intifada sagte, "ein Leben in Standhaftigkeit" führen würde.

Wie Mahjouba fühlt sich Amina seit ihrer Kindheit stark mit Palästina verbunden. Zum Teil sei diese Verbindung religiöse Bindung, sagte sie und verwies auf die zentrale Stellung Palästinas im Islam. Und ein Teil der Verbindung ist historisch. Algerien, das in den frühen 1960er Jahren die französischen Kolonialfesseln abgewehrt hat, um seine Unabhängigkeit zu sichern, ist seit langem ein starker Befürworter des palästinensischen Rechts auf Freiheit und Selbstbestimmung. Als Amina zum ersten Mal einen Fuß in Gaza setzte, fiel sie auf die Knie, küsste das Land und weinte, sagte sie der Elektronischen Intifada. "Es war ein großartiges Gefühl." Nachdem sie nun mehrere Monate dort verbracht habe, seien die Palästinenser von Gaza mit ihrer Fähigkeit, unter den härtesten Umständen standhaft zu bleiben, in ihrer Einschätzung nur gewachsen.

"Die Menschen haben sich an die einfachsten und grundlegendsten Lebensbedürfnisse angepasst. Selbst wenn die Krankenwagen eilen und die Beerdigungen tagsüber stattfinden, hört man noch vor Sonnenuntergang die Geräusche von Hochzeitsfeiern." Ebenso wie Mahjouba waren auch Aminas Familie und Freunde gegen ihren Umzug und fürchteten vor allem um ihre Sicherheit. Sie versucht, sie zu beruhigen, aber meistens ist sie einfach nur glücklich, in Gaza zu sein. "Ich erzähle den Menschen jeden Tag, wie eng die Gemeinschaft in Gaza verbunden ist und wie sehr die Menschen sich umeinander und um Außenstehende wie mich kümmern. Die Menschen hier lieben mich, weil ich Algerierin bin."

Und sie ist nicht die Einzige. Amina hat zwei neue algerische Freunde, die beide im vergangenen Jahr nach Gaza reisten, um zu heiraten: Fatima Bou Qalqal, 27, aus der Provinz Msila, Nordalgerien, und Nawal Bou Abdulkarim, 30, aus der Hauptstadt Algier. Beide leben jetzt in Gaza-Stadt.

 



Der syrische Restaurantbesitzer Anas Qaterji und seine Ehefrau Lina Sbaih in ihrem Haus im Flüchtlingslager Nuseirat. Mohammed Al-Hajjar
 

Aus Syrien mit Liebe - Die Situation von Lina Sbaih ist ein wenig anders. Lina, 26, traf ihren syrischen Ehemann in Gaza. Anas Qaterji kam 2013 zur Arbeit in Gaza, weil sich eine Gelegenheit bot. Das Restaurant seiner Familie in Aleppo wurde während des anhaltenden Konflikts in diesem Land zerstört, und es war ihm gelungen, nach Ägypten zu fliehen, wo ihm jemand, den er traf, einen Job in einem Restaurant in Gaza anbot. Der 32-Jährige hat seitdem in mehreren Restaurants und Hotels in Gaza gearbeitet, bis er vor drei Jahren sein eigenes Restaurant im Flüchtlingslager Nuseirat im zentralen Gazastreifen eröffnete. Das Restaurant heißt Jar al-Qalaa (Das Schloss) 2, eine Anspielung auf das gleichnamige Restaurant seiner Familie.

Anas' war eine Reise von Feuer zu Feuer. Nur ein Jahr nach seiner Ankunft in Gaza startete Israel seine Offensive 2014, bei der mehr als 2.200 Menschen, die überwiegende Mehrheit davon Zivilisten, getötet wurden. Trotzdem, so sagte er, und trotz der Härten, mit denen er zu kämpfen hat, liebt er das Leben in Gaza. Dies gelte besonders für das Flüchtlingslager, wo ihn der Gemeinschaftssinn an Aleppo erinnere. "Gaza ist eine liebevolle Gemeinschaft. Ich habe in der Stadt und im Lager gelebt. Ich habe festgestellt, dass die Lagerbewohner den Sitten und Gebräuchen von Aleppo nahe stehen", sagte er der Elektronischen Intifada.

Er und Lina heirateten 2018. Sie hatten sich in einem anderen Restaurant getroffen, wo Anas laut Lina "mutig um ihre Adresse gebeten" hatte, um die Erlaubnis ihrer Familie zur Heirat zu erhalten. Es hat funktioniert. - "Es war eine seltsame Sache, aber es stellte sich als das schönste Ereignis in meinem Leben heraus", sagte Lina, die jetzt Hausfrau ist. "Mit ihm habe ich mein Glück gefunden." Sagte Anas: "Hier leben wir mit Freude, unabhängig von den Schwierigkeiten und sogar in Zeiten des Krieges."  Quelle

 

 

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