Donnerstag, 02. April 2020  -  18:04

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David Grossmans Corona-Tagebuch : Die Phantasie sieht nicht nur schwarz
 David Grossman -  22.03.2020-
Möglicherweise werden sich manche nun erstmals fragen, warum Israelis und Palästinenser sich von einem Konflikt, der längst beigelegt sein könnte, das Dasein unerträglich machen lassen. Ein Gastbeitrag.

Sie ist größer als wir, die Seuche. Sie ist stärker als jeder Feind aus Fleisch und Blut, dem wir je gegenüberstanden, stärker als alle in Träumen und Filmen von uns erfundenen Superhelden. Manchmal schleicht sich ein Gedanke ins Herz, der das Blut gefrieren lässt: Ob wir diesmal, in diesem Krieg gegen die Pandemie, vielleicht verlieren, und zwar richtig verlieren? Eine weltweite Niederlage. Wie in den Tagen der Spanischen Grippe. Ein Gedanke, der sofort vertrieben wird, denn hallo, wieso sollten wir plötzlich verlieren? Schließlich sind wir die Menschheit des 21. Jahrhunderts! Progressiv, computerisiert, mit zahllosen zerstörerischen Waffensystemen ausgerüstet, von Antibiotika geschützt, immunisiert ... Und dennoch sagt uns etwas an ihr, an dieser Plage, dass die Spielregeln diesmal andere als die bisher gewohnten sind, man könnte sogar so weit gehen zu behaupten, es gäbe zurzeit überhaupt noch keine Spielregeln. Mit Schrecken zählen wir stündlich die in aller Welt Erkrankten und Gestorbenen. Der Feind aber, der uns gegenübersteht, lässt kein Anzeichen von Ermüdung erkennen, wenn er unverdrossen weiter Beute macht. Wenn er unsere Körper benutzt, um sich zu vermehren.

Es ist etwas an der Gesichtslosigkeit dieser Seuche, an ihrer bedrohlichen Leere, das unser plötzlich so verletzlich und hilflos wirkendes Wesen ganz und gar aufzusaugen droht. Den unzähligen Worten, die in den letzten Monaten über sie gesprochen wurden, ist es nicht gelungen, die Feindin begreiflicher und berechenbarer zu machen.

„Eine Plage ist nicht auf den Menschen zugeschnitten, daher sagt man sich, dass sie unwirklich ist, ein böser Traum, der vorübergehen wird“, schreibt Albert Camus in „Die Pest“. „Aber er geht nicht immer vorüber, und von einem bösen Traum zum nächsten sterben Menschen. Sie dachten, alles sei für sie noch möglich, was voraussetzt, dass Plagen unmöglich sind. Sie machten weiter Geschäfte, sie bereiteten Reisen vor, und sie hatten Meinungen. Wie hätten sie an die Pest denken sollen, die Zukunft, Ortsveränderungen und Diskussionen aufhebt?“

Wir wissen es bereits: Ein bestimmter Prozentsatz der Bevölkerung wird sich anstecken. Ein bestimmter Prozentsatz wird sterben. In den Vereinigten Staaten spricht man von mehr als einer Million Menschen, die sterben werden. Der Tod ist jetzt konkret. Wem es gelingt, der  >>>


 

IOF will Bäume im Touristengebiet von Mas'udiyya entfernen
30. .3 2020 - Übersetzt mit DeepL


Die israelischen Besatzungstruppen (IOF) drohten gestern Abend damit, Bäume im Touristengebiet al-Mas'udiyya im Norden der Stadt Nablus zu entfernen.

Der örtliche Beamte Ghassan Daghlas sagte, dass die IOF palästinensische Beamte von ihrer Absicht in Kenntnis gesetzt habe, in den letzten Monaten gepflanzte Bäume im Gebiet al-Mas'udiyya, das zur Stadt Burqa im Norden von Nablus gehört, zu entfernen.

Daghlas warnte vor einem israelischen Plan, diese historische Stätte zu übernehmen und sie jüdischen Siedlern zu überlassen. Quelle

 

Die palästinensische Position zum Trump-Plan
„Gebt dem Frieden eine Chance und nicht der Apartheid”
Präsident Mahmoud Abbas vor der UN, 11.02.2020 - pdf

 

|Eınführung - Ende Januar 2020 legte US-Präsident Donald Trump den politischen Teil des sog. „Deal des Jahrhunderts" vor. Dieser Plan ist die vorläufige Spitze aller unilateralen Schritte der vergangenen drei Jahre. Dazu gehören die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt, die US-Botschaftsverlegung, die Einstellung der UNRWA-Hilfen und Unterstützung für die palästinensischen Krankenhäuser in Ost-Jerusalem, die Schließung des PLO-Büros in Washington und Äußerungen des US-Außenministers, dass die israelischen Siedlungen nicht länger als völkerrechtswidrig angesehen werden. Ganz offensichtlich sollen die Kernfragen des Konfliktes nicht mehr bilateral verhandelt, sondern schon zuvor vom Verhandlungstisch entfernt werden.

Der Plan des US-Präsidenten ist kein Friedensplan und er wird auch nicht zum Frieden führen. Denn er berücksichtigt ausschließlich
israelische Interessen und erkennt nur politische Ansprüche der israelischen Regierung an. Dem Plan fehlt die politische und rechtliche Grundlage. Er zerteilt das Land in fragmentierte Gebiete, sog. Bantustans, ohne palästinensische Kontrolle und Souveränität.

Die menschenverachtende Situation, in der die Palästinenser in der Westbank, Ost-Jerusalem, im abgeriegelten Gaza-Streifen, aber auch in der Diaspora seit Jahrzehnten ausharren müssen, wird durch diesen Plan verfestigt und völkerrechtswidriger Landerwerb durch Gewalt wird legalisiert. Dem palästinensischen Volk werden seine unveräußerlichen, verbrieften Rechte auf Selbstbestimmung und Freiheit dauerhaft verweigert. Ihm werden seine Würde und das Recht kollektiv als Nation zu existieren abgesprochen.

Das palästinensische Volk hat NEIN zu diesem Plan gesagt. Diesen Plan abzulehnen bedeutet jedoch nicht den Frieden abzulehnen, sondern sich gegen die Zementierung der israelischen Besatzung und die Verfestigung eines Apartheidsystems zu wehren. Jeder Friedensplan zur Lösung des Konfliktes muss unter Einbeziehung aller Beteiligten in einen Verhandlungsprozess sowie unter Berücksichtigung internationaler Parameter und Rechtspositionen erfolgen.   >>>

*Die Palästinenser stehen der humanitären Katastrophe Corona Virus gegenüber*
Palestine Update Nr. 347 – 26.3.20

Meinung - Ranjan Solomon - The World Socialist Website berichtet: „Israelis und Palästinenser stehen unter verschiedenen Einschränkungen, weil der Corona Virus sich unter ihren beiden Gemeinschaften verbreitet. Gesundheitsbehörden bestätigten zwei Fälle von Corona Virus in Gaza am vergangenen Wochenende – Staatsbürger, die aus Pakistan kommend Gaza über Ägypten erreicht hatten. Die Ankunft des Virus in einer der am dichtesten bewohnten Gegend der Erde kündet eine menschliche Katastrophe nicht nur für die Palästinenser im Gazastreifen an, sondern auch für alle anderen Menschen, die sich ähnlich schauderhaften Lebensbedingungen gegenüber sehen und dem Mangel an Gesundheitsvorsorge. Während hunderte Gazaer in den beiden letzten Wochen nach Hause zurückgekehrt waren, wurden gerade 92 Personen wegen des Mangels an Test-Kits getestet, und man nimmt an, dass die Anzahl der Fälle wesentlich höher liegt. Mehr als 1270 Personen befinden sich in Quarantäne in Krankenhäusern, Hotels und Schulgebäuden, nachdem sie über Ägypten und Israel nach Gaza gekommen waren.

Vor zwei Wochen hat Hamas, die bürgerlich-klerikale Gruppe, die Gaza kontrolliert, die Schulen geschlossen und Sanitätergruppen ausgesandt, um in Straßen und öffentlichen Gebäude zu patrouillieren und Desinfektionsmittel zu versprühen. Am Freitag (vor dem 26.) verordnete sie die Schließung der wöchentlichen Straßenmärkte und Hochzeitshallen und schloss ihre Grenzen zu; sie erlaubte nur Patienten, die dringend medizinische Behandlung außerhalb von Gaza brauchten, nach Ägypten oder Israel zu reisen.

Israel sagte, dieses Zusperren der Grenzen nach Gaza und in die besetzte Westbank gelte nur für den Handelsverkehr, einige PatientInnen und humanitäre HelferInnen würden die Grenze überschreiten dürfen. Israel hat lächerliche 200 Corona-Virus Test-Kits nach Gaza gesandt. Cogat, der Militär-Mitarbeiter, der den Kontakt zur PA (Palestinian Authority) koordiniert, sagte in einer atem-verschlagenden zynischen Stellungnahme: „Viren und Krankheiten haben keine Grenzen, und die Verhinderung des Ausbruchs des Corona Virus in Gaza (und  der Westbank) ist für Israel erste Priorität.“

Das vorhersehbare und vorher gesehene Desaster kommt nach 13 Jahren Belagerung durch Israel, wodurch Gaza fast unbewohnbar geworden war auf Grund der extremen Übervölkerung, den kollabierenden Infrastrukturen, dem Mangel an elektrischem Strom und Wasser, den schwächelnden sanitären Bedingungen und des Abwürgens eines bereits begrenzten Gesundheitsvorsorge-Systems zum Tragen. Da ist der chronische Mangel an Heilmitteln, und die kaum funktionierenden Spitäler haben gekämpft, um mit den tausenden erschreckenden Verwundungen und Amputationen zurecht zu kommen, die den Palästinensern während der wöchentlichen „Großen Rückkehrmärsche“ durch die israelischen bewaffneten Streitkräfte zugefügt worden waren, die vor zwei Jahren begannen.

Wir bringen in dieser Ausgabe der Palestine Updates Neuigkeiten über die Situation, und wie diese verschiedene Aspekte des Lebens der Menschen in Palästina berührt. Bitte lesen und weiter verteilen!  Ranjan Solomon

 

 

 





*Covid-19 kommt in Gaza an, wo die Gesundheitsvorsorge am Zusammenbruch ist*

„Die Nachricht, vor der wir uns so gefürchtet haben, ist angekommen. Wir wussten, es war nur eine Frage der Zeit“, sagte Dr. Ahmad Mohanna, der Direktor des Al-Awda-Privat-Krankenhauses mit großer Besorgnis. Wir baten ihn, das entsprechende Szenario zu beschreiben nach der Ankündigung, dass von zwei Covid-19 positiven Fällen in Gaza gesprochen wurde: von zwei Palästinensern, die von Pakistan zurückgekommen waren und jetzt in Quarantäne sind. „Wir arbeiten alle hart, Nicht-Regierungs-Spitäler, private Krankenhäuser, und das Gesundheitsministerium. Wir folgen den Instruktionen der WHO,“ betont er. „Aber wir müssen realistisch sein: Wir werden nicht in der Lage sein, eine mögliche massive Ausbreitung des Corona Virus in den Griff zu bekommen. In ganz Gaza haben wir nur 48 ICUs (= Intensive Care Unit, oder ITU = Intensive Therapie-Einheiten). Dem Ministerium wird es gelingen, die Zahl auf 70 hinauf zu treiben, aber jedenfalls sind es nicht genug, um einer großen Zahl von infizierten Leuten in kritischer Lage beizustehen“

„Noch schlimmer“, sagt Mohanna, „wir müssen auch den Mangel an ÄrztInnen und Pfleger-Innen zur Kenntnis nehmen, wenn wir mit einem derartigen Notfall zurecht kommen sollen.“
Die Gesundheits-Situation in Gaza „ist das logische Ergebnis von 13 Jahren Belagerung unseres Landes und drei (israelischen) Kriegen gegen Gaza“, schließt er.  Lesen Sie mehr >>>
 

 

 

 

(Bild: Ein Einsitzender schaut aus seiner Gefängniszelle)

*Es wird eine Katastrophe werden, wenn der Corona Virus sich in israelischen Gefängnissen ausbreitet*

Die israelischen Gefängnisbehörden haben verkündet, dass eine Reihe von palästinensischen Gefangenen im Meggido-Gefängnis mit dem Corona Virus infiziert sind. Diese Neuigkeit wird tausende palästinensische Familien in große Angst versetzen, deren liebe Angehörige von Israel inhaftiert sind, sowohl als politische Gefangene, die sich der Okkupation widersetzten, wie auch Palästinensern, die wegen krimineller Akte einsitzen.

Palästinensische Gefangene haben besonders ein sehr großes Risiko, mit dem Virus in Kontakt zu kommen wegen der Bedingungen, unter denen sie zu leben gezwungen sind. Tat-sächlich beginnt das Risiko schon ehe sie zum Gefängnis kommen. Wenn sie vom Gericht ins Gefängnis gefahren werden, oder von einem Gefängnis zu einem anderen, werden sie in Zellen festgehalten, die für maximal vier Personen gemeint sind. Aber die israelischen Bewacher quetschen routinemäßig mehr als 20 Personen in jede Überführungszelle; ohne einen Platz zum Sitzen müssen sie aneinander gepresst stehen. Außerdem sind sie mit metallenen Handschellen gefesselt, die von dutzenden verschiedenen Gefangenen täglich benutzt werden. Ohne entsprechende Reinigung und Sterilisation sind diese Handschellen potentiell eine wichtige Quelle für eine Infektion.   Lesen Sie mehr >>>

 

 

 

 

(Bild: Amjad Zaghir, der einzige Maskenfabrikant in der Westbank in seiner Fabrik in Hebron (Dank an Amjad Zaghir))


*Wie ein palästinensischer Schuster über Nacht die einzige Maskenfabrik in der Westbank begann*
 

Zwei Tage nach dem Ausbruch der Nachricht vom Corona Virus in Bethlehem realisierte Amjad Zaghir, der Besitzer einer Schuhfabrik in der palästinensischen Stadt Hebron, dass in der Westbank die Gesichtsmasken bald ausverkauft sein würden. Weniger als drei Wochen später ist er jetzt der einzige Produzent dort. Zaghirs Fabrik, die er innerhalb von drei Wochen über Nacht startete, produziert jetzt tausende Masken täglich und er wurde damit zum National-helden, weil er mithilft, dass die Palästinenser sich vor dem Virus schützen können … „Ich bekomme inzwischen Anfragen aus Jordanien, Kuwait, den Golfländern – und Kanada“, sagte er. „Sogar Händler aus Israel sind vorüber gekommen, um meine Masken zu kaufen, aber ich habe zu wenige Arbeiter. Ich wollte, ich könnte jeden beliefern.“ Das Material, das Zaghir verwendet, wird jedoch bald zu Ende sein. Er hat längst mehr bestellt, aber die Länder sind dabei, ihre Grenzen zu schließen, um zu verhindern, dass sich der Corona Virus weiter ausbreitet. Die Pandemie hat auch die Türkei erreicht, wo das Material für ihn lagert, um von dort exportiert zu werden. Aber Zaghir lässt sich nicht verunsichern. „Ich vertraue darauf, dass ich in der Lage sein werde, die Materialien herein zu bringen. Ich habe die palästinensische Handelskammer kontaktiert, und sie haben ihrerseits bei der israelischen Handelskammer angefragt, die daraufhin Zoll- und andere Behörden in dieser Sache kontaktiert haben“, sagte er. „Das ist eine Gesundheitskrise, eine globale Pandemie, ein Zustand der Not. Es ist nicht „business as usual“ (normales Geschäft) und deswegen bin ich überzeugt, dass sie mich die Waren einführen lassen“.  Lesen Sie mehr >>>

 

 

 

 


*Sie behandelten ihn wie Abfall: Palästinenser mit Verdacht auf Symptome des Corona Virus aus Israel hinausgeschmissen*
 

Der Mann auf dem Boden ist ein palästinensischer Arbeiter, der in Israel gearbeitet hat. Er hatte Abu Safiya erzählt, dass er während der vergangenen vier Tage Anzeichen eines Corona Virus gezeigt hätte und kürzlich auf den Virus hin getested worden war. Dieser Test ist später als negativ zurückgekommen. Aber bevor der Mann, vermutlich ein Bewohner von Nablus, seine Testergebnisse erhalten konnte, rief der Arbeitgeber laut Bericht die Behörde an, die ihn abholten und ihn an der anderen Seite des Beit Sira Checkpoints – der Zentral-Israel und die besetzte Westbank verbindet – fallen ließen. „Er hat mir erzählt, dass sie ihn einfach hier auf den Boden schmissen und weggingen,“ erzählte Abu Safiya. „Wie kann man so etwas irgendjemandem antun?“ fragte er. „Es sollte nichts ausmachen, ob er ein Palästinenser, ein Israeli oder sonst jemand ist. Er ist ein Mensch!!“
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(Bild: Bild eines Palästinensers, der wegen des Verdachts auf Symptome des Corona Virus aus Israel hinausgeworfen wurde)

 

 

 

 

*Corona Virus: Weil Israel sich einschließt, zerstören seine Behörden die Ernte der Beduinen*
 

Traktoren treffen am Mittwoch in Tel Arad ein, um die Ernte zu vernichten (MEE/Me'eqel Al Hawashla)

Israelische Behörden zerstörten in dieser Woche hunderte Hektar von landwirtschaftlich genutztem Land in zwei Beduinen-Gemeinschaften in der Negev-Wüste, während die anderen Aktivitäten der Regierung eingestellt wurden, um die Ausbreitung des Corona virus einzudämmen. Während die Israelis daran gehindert wurden, sich zu mehr als 10 Personen in Gruppen zu treffen und jene, die aus dem Ausland eingeflogen wurden, in Quarantäne geschickt wurden, fuhren Abteilungen, die die Landnutzung in der Negev kontrollierten, fort, Vertreibungen voranzutreiben und Land zu säubern, eine Bewegung, von der Aktivisten sagen, sie verletzen den eigenen Bann der Regierung gegenüber großen Versammlungen.

Aus der Fortsetzung des angesprochenen Artikels übernommen und übersetzt
 - Am Montagmorgen erschienen israelische Polizisten und Mitglieder der „Green Patrol“ (einer paramilitärischen Gruppe innerhalb der israelischen Landbehörde, die in der Negev eingriffen) mit Traktoren im Außenbereich von Wadi al-Na’am.

Von Norden nach Süden zerstörten die „Offiziellen“ systematisch einen großen Streifen von Getreidesaaten und hinterließen ein breites Loch von geackertem Grund, wo Weizen und Hafer für die Schafe und Kühe herangewachsen waren, erzählten die Bewohner.

„Warum tun sie das? Braucht der Krieg etwas, um zu leben?“ sagt Labad Abu Afash, der lokale Führer von Wadi al-Na’am. „Sie wollen uns das Leben immer härter machen, damit sie bekommen, was sie wollen: Uns aus dem Land vertreiben ist ihr Ziel!

Am Mittwoch gingen sie in das zweite Beduinendorf Tel Arad, und zerstörten wieder die grünenden Felder. Zahlreiche Bewohner fuhren über das Land, schauten die Zerstörungen an und berichteten uns am Telefon von dem Gesehenen.
Ein Beamter vom israelischen Landwirtschaftsministerium, Yariv Man, sagte zu Middle East Eye, dass alle Regierungsaktivitäten (Zerstörungen) am Donnerstag beendet würden, damit man dann den Leuten von Israel helfen könne, den Corona Virus zu bekämpfen …
 

 

 

 


 

(Bild: Freiwilligen-Kampagne am 16. März 2020 in Gaza bei der Desinfektion von Häusern im Flüchtlingslager im Gazastreifen als Vorbeugungsmaßnahme gegen den Corona Virus)

 

*Rechtsgruppe warnt: Gazas Gesundheitsvorsorge wird kollabieren, wenn der Virus ausbricht*
 

Das „Palestinian Centre of Human Rights” (PCHR) hat zur Intervention gedrängt, “bevor es zu spät ist“, um den Zusammenbruch des Gesundheitsvorsorge-Systems im Gazastreifen im Falle eines Ausbruchs des Corona-Virus zu verhindern. Nach Angabe des PCHR gibt es ein reales Risiko für eine ‚katastrophale Verschlechterung, die den Sektor der Gesundheits-vorsorge treffen würde im Falle des Ausbruchs von Corona Virus (Covid-19) in dem übervölkerten Land‘. „Die Einrichtungen für die Gesundheitsvorsorge in Gaza befinden sich bereits am Rande des Abgrunds aufgrund der Abschottung des Gazastreifens durch Israel während der letzten 13 Jahre, verschärft durch die Rückwirkungen der palästinensischen internen Teilung und politischen Zänkereien“, stellte die Rechts-NGO fest. „Alles das zusammen hat im Gazastreifen ein gebrechliches Gesundheitsvorsorge-System verursacht, eine dauernde Knappheit an wichtigen Medikamenten und medizinischen Geräten und eine unzureichende Anzahl von spezialisierten Fachkräften für Gesundheit“ und führt dazu, dass das System „unfähig ist, auch in normalen Zeiten mit den medizinischen Grundbedürfnissen der Bewohner des Gazastreifens zurecht zu kommen“.   Lesen Sie mehr  >>>     Quelle Update           (Übersetzung: Gerhilde Merz)

Ahed Tamimi bei einem Protestmarsch in Nabi Saleh

 

Das palästinensische Dorf, das niemals schläft (aufgrund israelischer nächtlicher Armeeüberfälle)
Gideon Levy und Alex Levac, haaretz.com, 15.2.2020

Nabi Saleh hat mit seinen wöchentlichen Protesten aufgehört, aber sein Kampf gegen die Okkupation geht weiter. Die Dunkelheit sank herab auf Nabi Saleh und mit dem Schwinden des Lichtes wurde es beißend kalt. Am Eingang des Dorfes - eine endlose Kolonne von Autos in beiden Richtungen, deren vordere Scheinwerfer man von weither schimmern sehen konnte. Die Kolonne schob sich vorwärts in tödlicherLangsamkeit, aber jeder wusste: ausscheren oder überholen wollen war sinnlos. Das Dorf zu verlassen ist eine Geduldsprobe, die eine Stunde dauert oder mehr.

Die Grenzpolizei, die den Checkpoint bewachte, trug schwarze Schals als Gesichtsmasken und Schutz gegen die bittere Kälte. Einer der Männer gab Signale mit einem schwachen grünen Blinklicht zur Einladung für das nächste Auto, zur Barriere vorzufahren. Schatten in der Dunkelheit – die Spannung wächst immer weiter Die Leute von der Grenzpolizei und die Soldaten der israelischen Armee (IDF) überprüften den Führerschein jedes Fahrers und das Gepäck jeder Person im Auto in träger Langsamkeit – es war wie eine Unendlichkeit.

Das ist die Rückkehr der Checkpoints. Niemand konnte sich natürlich vorstellen, was sie wirklich mit Sicherheit zu tun haben könnten. Würde ein Gesuchter oder ein Terrorist, der den Checkpoint vom Berg aus sieht, auf dem sich das Dorf befindet, sich anstellen, um gefangen genommen zu werden? Würde er wirklich glauben, dass die Soldaten die im Koffer versteckte Bombe nicht entdeckten? Die Checkpoints sind zurück, um die Palästinenser zu ärgern und zu verhöhnen, sie zu tyrannisieren und sie zu erinnern, wer hier das Sagen hat.

„Wir haben uns geweigert, mit den Siedlern in Dialog zu treten“, fährt Manal fort. „Wir haben mit ihrer Mentalität keinenDialog. Ich weiß, wenn sie die Möglichkeit hätten, uns umzubringen, würden sie es tun.“ Zwei lümmelhafte Grenzpolizisten und ein dritter, der aufmunternd lächelte, taten ihre Arbeit. Nach einigen Minuten leuchtete das grüne Licht vom Checkpoint her auf, und das nächste Auto fuhr langsam an, um das Ritual zu durchgehen. Das musste die langsamste Fahrt der Welt sein, befeuert durch die Angst vor den Uniformierten – die bei jedem Missverständnis zu brüllen pflegten.In dieser Woche kehrte Nabi Saleh zurück zu früheren Tagen und der Checkpoint am Eingang zum Dorf ist wieder geöffnet und fast die ganze Zeit besetzt. Es ist nicht klar, warum. Die Bewohner von fünf Dörfern gehen/fahren jeden Tag durch den Checkpoint, und jetzt war es bereits früher Abend, bis die Arbeiter nach Hause kommen.

Auf der anderen Straßenseite leuchteten die Lichter der [jüdischen] Siedlung Halamish; ihre Bewohner fuhren schnell an der Blockierungsstelle am Zutritt zum benachbarten palästinensischen Dorf vorüber. Es geht sie nichts an. Es gilt nur für Palästinenser.

In der heutigen Ausgabe der Gratiszeitung Israel Hayom erklärte Dr. Shuki Friedman, der am Peres Academic Center in Rehovot unterrichtet, dass es „in Judäa und Samaria keine offensichtliche Diskriminierung zwischen Israelis und Palästinenser auf Grund ihrer Abstammung und mit der Intention eines Vorurteils gäbe“. In der immer länger werdenden Reihe am Ausgang von Nabi Saleh gegenüber der Siedlung Halamish kann man zu dieser Aussage nur lachen und einen gewissen Schock empfinden bei dem Gedanken, dass es es Leute in Israel gibt, die Jura bei Professoren auf diesem Niveau studieren.

„Einmal gingen wir zu einem Picknick an die Quelle“, setzt sie fort. „Sofort sind Siedler angekommen und haben angefangen an, uns mit Steinen zu bewerfen. Einer der Burschen kam mit einem M-16-Gewehr daher und zielte auf uns. Ich fragte seinen Vater, der unmittelbar neben ihm stand: ‚Warum ist dein Sohn bewafnet?‘ Er antwortete: ‚Ich habe ihn gelehrt, dass du auf jeden Palästinenser schießen musst, bevor er dich tötet.‘ Darauf fragte ich ihn: ‚Weißt du wohl, warum mein Sohn nicht bewafnet ist? - Weil ich ihm erklärt habe, dass dieses Land uns gehört...

Du glaubst an die Macht der Kanonen, und du erziehst deinen Sohn zum Hass – Ich glaube an Gerechtigkeit – und deshalb fühle ich mich sicherer als du. Wir erziehen unsere Kinder zum Widerstand, aber sie müssen auch menschlich bleiben.‘ Unddann hat jemand einen Stein in meine Richtung geworfen, und das Gespräch war zu Ende.“

Nabi Saleh ist ein kleines hügeliges Dorf nahe bei Ramallah; seine rund 600 Einwohner gehören alle zur Familie Tamimi. Nahe der Dorfeinfahrt ist das Haus von Manal und Bilal Tamini; auf einem Tisch nahe der Eingangstür begrüßt eine Ausstellung von gebrauchter IDF-Munition die Besucher-Innen. Fast jedes Haus hier hat eine Ausstellung von Granatenhülsen als Dekoration. Manal, 48, ist zuständig für Nachrichtenübermittlung im Palästinensischen Nachrichten-Ministerium; Bilal, 54, ist Graphik-Designerim palästinensischen Bildungsministerium.Bilal, 54, ist Graphik-Designer im palästinensischen Bildungsministerium. >>>

„Virusbekämpfung“: Anwalt und Verwandte sind unerreichbar
Verena Rajab, Pako - März 2020

Der Coronavirus macht die Brutalität der Repression gegen die palästinensische Bevölkerung nochmals in aller Schärfe deutlich. Trotz zahlreicher Solidaritätsappelle, wenigstens angesichts der Krise mit Erleichterungen die bedrohliche Situation zu entschärfen, dreht das Apartheidregime vielfach die Schraube nochmals ein Stück an. Besonders hart betroffen sind die palästinensischen Gefangenen: Unter dem Vorwand von Notmaßnahmen angesichts der Coronakrise: Gefährdung der Gesundheit palästinensischer Gefangenen, einschließlich Hunderter Minderjähriger – Verweigerung des Kontakts mit Anwälten und Familien Politische Gefangene in israelischen Gefängissen können nach einer neuen Notverordnung vom 15. März 2020, die Netanjahu im Zuge der Coronakrise erlassen hat, ihren Anwalt nur kurz vor einem anstehenden Gerichtstermin telefonisch kontaktieren und auch keine Familienbesuche erhalten (davon sind auch die teilweise gerade einmal 12-jährigen Kinder unter den Gefangenen betroffen).In einem Aufruf an UN-Generalsekretär Antonio Gutierrez, EU-Kommissions-präsidentin Ursula von der Leyen und denEU-Außenbeauftragtern Josip Borrell fordert die European Alliance in Defence of Palestinian Detainees, darauf hinzuwirken, dass palästinensische Gefangene, die zu Tausenden in völlig überfüllten Gefängnissen sitzen frei gelassen werden, u.a. die Kinder und die älteren, besonders gefährdeten.Die Maßnahme wird zwar auf einen Monat befristet, kann aber ohne weiteres auf weitere Monatsintervalle ausgedehnt werden. Anders als Personen, die wegen Kriminalität in Haft sind, können politische Gefangene überhaupt kein Telefon im israelischen Gefängnis benutzen und sich mit ihren Anwälten daher nur bei persönlichen Treffen besprechen. Damit ist es im Moment praktisch unmöglich, Eingaben oder Klagen weiterzugeben oder auch nur einen rechtlichen Rat zu erhalten.Dies gilt für alle politischen Gefangenen, einschließlich der zahlreichen Kinder unter ihnen.Alle Gerichtstermine wurden nach diesem Erlass für ein oder zwei Monate verschoben.  >>>

Olympia Food Co-op gewinnt bedeutenden juristischen Sieg gegen pro-israelische Anwälte in den USA
palestinechronicle.com, Übersetzung Pako

In einem Rechtsstreit, der sich über ein Jahrzehnt hinzog, haben die Anwälte des Staates Israel eine historische Niederlage erlitten. Es ging darum, die US-amerikanische Olympia Food Co-op wegen seines Boykotts israelischer Waren zu verklagen.

Olympia Food Co-op setzt sich für einen ethischen Lebensmittelkonsum ein, und wurde am 20. Feb­ruar von einem Washingtoner Berufungsgericht in einem Rechtsstreit, der wahrscheinlich positive Auswirkungen auf die Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionskampagne (BDS) für die Rechte der Palästinenser haben wird, in vollem Umfang bestätigt. Bei der Klage hatte die israelische Lobby­gruppe Stand with Us eine wichtige Rolle gespielt.  >>>

Der Widerstand gegen Trumps „Deal des Jahrhunderts“, wie ich ihn von Sitti Tamam* gelernt habe
Majed Abusalama
mondoweiss.net, Übersetzung Pako

Die Palästinenser haben früh gelernt, dass die Kolonialmächte ihre Befreiung nicht unterstützen. Sie wollen uns nur schwächen, unsere Fähigkeit zu kämpfen und unsere Hoffnung auf Freiheit und Gleichheit zerstören. Trump und seine Verbün­deten versuchen, unsere extreme Verwundbarkeit zu ihrer Waffe zu machen... Währenddessen beobachten sie, wie der palästinensische Sumud [Standfestigkeit] und der Widerstand angesichts der israelischen Apartheid-Praktiken wachsen, dafür ist die BDS-Bewegung eines der bedeutendsten Beispiele. Majed Abusalama erzählt von seiner Großmutter, die in der Nakba vertrieben wurde, in Gaza in einem Flüchtlingslager lebte und ihre Erfahrungen an ihren Enkel weitergab.  >>>

Der Widerstand gegen Trumps „Deal des Jahrhunderts“, wie ich ihn von Sitti Tamam* gelernt habe
Majed Abusalama
mondoweiss.net, Übersetzung Pako

Die Palästinenser haben früh gelernt, dass die Kolonialmächte ihre Befreiung nicht unterstützen. Sie wollen uns nur schwächen, unsere Fähigkeit zu kämpfen und unsere Hoffnung auf Freiheit und Gleichheit zerstören. Trump und seine Verbün­deten versuchen, unsere extreme Verwundbarkeit zu ihrer Waffe zu machen... Währenddessen beobachten sie, wie der palästinensische Sumud [Standfestigkeit] und der Widerstand angesichts der israelischen Apartheid-Praktiken wachsen, dafür ist die BDS-Bewegung eines der bedeutendsten Beispiele. Majed Abusalama erzählt von seiner Großmutter, die in der Nakba vertrieben wurde, in Gaza in einem Flüchtlingslager lebte und ihre Erfahrungen an ihren Enkel weitergab. >>>

In der Mitte angekommen: Israels radikale Rechte
Ran Yosef Cohen

Der auf umfangreicher Recherche basierende Beitrag geht der Frage nach, wie Israels radikale Rechte den Mainstream erobert und erfolgreich die Hegemonie anstrebt. Wer sind die Akteure? Was sind ihre Ziele und welche ihre Strategien? Und wie eng sind sie mit staatlichen Strukturen verwachsen? (...) Das Eindringen der extremen Rechten ins Zentrum des Mainstreams in Israel geht einher mit dem umfangreichen Aufbau von Forschungseinrichtungen und Aktionsgruppen, die in der Regel auf eine massive Finanzierung aus den USA angewiesen sind. Es existieren inzwischen enge Beziehungen zwischen diesen Institutionen bzw. Initiativen und dem politischen Establishment...  >>>

Mit Mord kann man davonkommen: Warum die israelische Polizei im Jahr 2017 einen Lehrer der Beduinen verbluten ließ
Jonathan Ofir

mondoweiss.net - Übersetzung PakoIm Jahr 2018 starb der Lehrer Abu al-Qia'an in einem palästinensischen Dorf im Negev, nachdem er von der israelischen Polizei angeschossen worden war. Er habe in einem terroristischen Akt einen israelischen Polizisten mit seinem Wagen zu Tode gefahren und sei erschossen worden, hieß es. Anhand von Videomaterial wurde deutlich, dass es sich nicht um ein Attentat handelte, sondern Abu al-Qia'an beschossen wurde und sein Auto nicht mehr steuern konnte. Jetzt nach drei Jahren hat Josh Breiner von Haaretz nochmals neue Einzel­heiten enthüllt, die zeigen, dass medizinisches Personal al-Qia'an zurückließ, so dass er an den von der Polizei zugefügten Schusswunden verblutete.  >>>

 


 

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