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Bio-Terror: Israelische Zombie-Besetzer mit Covid-19 brechen Quarantäne, greifen Palästinenser aus nächster Nähe an
Ich lade Sie ein, diesen Artikel von Juan Cole zu lesen 4/17/2020 (Zustimmung nach Inkenntnissetzung)
Lilian Rosengarten - 17. 4. 2020

Am Mittwoch brach eine Gruppe von 20 israelischen Hausbesetzern mit der Diagnose Covid-19, die in ihrer Hausbesetzer-Siedlung auf palästinensischem Land im Ghor-Tal im Westjordanland unter Quarantäne gestellt worden waren, grauenhaft aus und griff einen nahe gelegenen palästinensischen Ort an. Sie sind Mitglieder der gewalttätigen Extremistengruppe "Hilltop Youth".

Die israelischen Terroristen, die in palästinensischem Gebiet operieren, verbrannten Autos, steinigten Zivilisten und griffen Einzelpersonen an. Sie schlugen eine junge Palästinenserin so heftig, dass sie in die Notaufnahme eines israelischen Krankenhauses gebracht werden musste.

Da sie sich nun wahrscheinlich infiziert hat, könnte diese Verletzung ein Todesurteil sein, da Komorbiditätszustände, die schwer genug sind, um einen Krankenhausaufenthalt zu erfordern, ihre Überlebenschancen verschlechtern würden, wenn sie sich mit dem Virus infiziert und es ihre Lungen angreift.

Da die Nähe zu einer infizierten Person wahrscheinlich krank macht - das neuartige Coronavirus ist extrem ansteckend - kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass die "Hilltop Youth"-Besetzer tatsächlich versucht haben, das Virus unter Palästinensern zu verbreiten.

Ich meine, wirklich, das ist ganz oben auf der Liste der weißen Rassisten im 19. Jahrhundert, die den amerikanischen Ureinwohnern Decken mit kleinen Pockeninfektionen gaben.

Der israelische geschäftsführende Premierminister Binyamin Netanjahu hat geschworen, das Ghor-Tal im Westjordanland an Israel zu annektieren.

Palästinensische Quellen sagen auch, dass die israelischen Behörden sich in die palästinensischen Versuche einmischen, die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen. Das israelische Militär schloss ein medizinisches Zentrum in Silwan, das zur Bekämpfung der Pandemie eingerichtet worden war, mit der Begründung, dass es mit der Palästinensischen Autonomiebehörde über die grüne Linie hinweg zusammengearbeitet habe.

Abgesehen von der Handvoll Psychopathen im Ghor-Tal versuchen die meisten Israelis nicht aktiv, das Virus auf die Palästinenser zu übertragen, obwohl es eine Menge Verschwörungstheorien dazu gibt. Meistens ist es nur die Logik der Besatzung. Besetzte Menschen haben keine Grundrechte oder Autonomie, und israelische Sicherheitsziele haben Vorrang vor palästinensischen Gesundheitsbemühungen wie in Silwan.

Die palästinensischen Behörden sagen, dass im gesamten Westjordanland von den illegalen Besetzern ein Krieg geringer Intensität gegen die palästinensische Zivilbevölkerung geführt wird, da sich die Aufmerksamkeit der Welt der Coronavirus-Pandemie zugewandt hat. Ebenfalls am Mittwoch griffen militante Besetzerinnen und Besetzer in Hebron ein Aktivistenzentrum in der weitgehend palästinensischen Stadt an.    As-Salaamu Alaykum   - Lillian   Quelle Newsletter vom 17. 4. 2020

Der Gazastreifen und die COVID-19-Pandemie
Unter Belagerung
Der Gazastreifen wird immer noch von den Israelis blockiert, das Gesundheitssystem ist überlastet und es mangelt an wichtigen medizinischen Gütern: Das Coronavirus könnte für die Bevölkerung der Enklave katastrophale Folgen haben.

 Alessandra Bajec - 17. 4. 2020

Am vergangenen Sonntag trafen im Gazastreifen 480 Testsets ein, die bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestellt worden waren. Nun können dort wieder Menschen auf das Coronavirus getestet werden. Nachdem dem zentralen Labor dort die Mittel zur Auswertung von COVID-19-Tests ausgegangen waren, warnte das palästinensische Gesundheitsministerium vor einem Gesundheitsnotstand:

Ashraf al-Qudra, ein Sprecher des Ministeriums, betonte letzten Donnerstag, der Mangel an solchen Vorräten führe zu einem enormen Rückstand bei der Bearbeitung von Tests. So werde die Befreiung hunderter Menschen aus der Isolation der Quarantäne verzögert. Während einer Pressekonferenz vom vergangenen Samstag appellierte Qudra an die internationale Gemeinschaft und die Hilfsorganisationen. Er bat, Gaza mit wichtigem Medizin- und Laborzubehör zu helfen.

Bis zum 14. April gab es in der Enklave 13 bestätigte Fälle von COVID-19, von denen sich neun wieder erholt haben. Vier befinden sich im Crossing-Field-Krankenhaus von Rafah an der ägyptischen Grenze in einem stabilem, isolierten Zustand.

"Bereits vor der Epidemie standen Gazas Kapazitäten nach über einem Jahrzehnt strenger Einschränkungen für Waren und Menschen unter hohem Druck", betont Suhair Zakkout, eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (ICRC). "Dadurch ist das Gesundheitssystem bereits jetzt labil und nicht mehr in der Lage, einen Ausbruch des Coronavirus zu bewältigen."

Angst vor schneller Ansteckung
- Beamte und Hilfspersonal haben große Angst vor einer Verknappung wichtiger Ausrüstung und medizinischer Vorräte. In diesem Fall könnte in dem belagerten Gebiet, das auf 36 Quadratkilometern eine Bevölkerung von zwei Millionen Menschen beherbergt, die Ansteckungsrate rapide steigen.

Momentan sind im Gazastreifen etwa 2.500 Krankenhausbetten verfügbar. In den 13 Krankenhäusern gibt es nur 110 Intensiveinheiten, von denen die meisten bereits belegt sind. Es fehlen 50 Prozent Medikamente und medizinische Ausrüstung, nur 93 Atemgeräte sind derzeit verfügbar.


Die primären öffentlichen Gesundheitseinrichtungen arbeiten mit eingeschränkten Kapazitäten und stellen nur die wichtigsten Leistungen bereit, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Es mangelt dort akut an wichtiger Medizin, Einwegartikeln, Untersuchungsausrüstung und spezialisierten Gesundheitsexperten. Laut Schätzungen des Roten Kreuzes könnte Gaza momentan lediglich 100 bis 150 Coronavirus-Fälle bewältigen.  >>>

 

 

Zum Tag der palästinensischen Gefangenen: Palästinensische Häftlinge zwischen der Bedrohung durch Ausbreitung des Coronavirus und Israels willkürlicher Politik
Palästinensische Mission - 17.04.2020

Am 17. April erinnern jedes Jahr Millionen von Palästinensern an die politischen Gefangenen in israelischen Gefängnissen und Haftanstalten. Sie machen auf das Leid und die fortwährenden schweren Völkerrechtsverstöße, denen sie ausgesetzt sind, aufmerksam.

Seit Beginn der mehr als einem halben Jahrhundert andauernden israelischen Besatzung war die Inhaftierung und die Verletzung der Rechte von Gefangenen nicht auf bestimmte Faktoren beschränkt. Unabhängig von Zeit und Situation ließen die Besatzungsbehörden eine fortgesetzte, systematische und weit verbreitete Verhaftung von Palästinensern zu. Dies basiert auf einem verzerrten System von Militärgesetzen und rassistischen Normen, die sich über das Völkerrecht stellen. Die Besatzungsmacht Israel hat eine Politik der Unterdrückung, Knechtung und Verfolgung der palästinensischen Gefangenen etabliert.

In diesem Jahr sind die Gesundheit und das Leben der palästinensischen Gefangenen in besonderem Maße durch die Ausbreitung des Coronavirus in israelischen Haftanstalten und Gefängnissen bedroht. Während der Staat Palästina bereits Anfang März den Ausnahmezustand verhängte, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, verstärkte Israel seine Politik der Verhaftungen und Schikanen gegenüber palästinensischen Gefangenen:

Dazu gehören systematische Verhaftungen palästinensischer Bürger in Städten, Dörfern und Flüchtlingslagern der Westbank, einschließlich Ost-Jerusalem und des Gaza-Streifens. Seit März verhafteten israelische Truppen 357 Palästinenser. Unter ihnen sind 48 Kinder und vier Frauen. Seit Januar 2020 wurden mehr als 1.300 Palästinenser verhaftet, darunter 210 Kinder und 31 Frauen.
Am 26. März 2020 verhafteten israelische Truppen acht palästinensische Freiwillige, die bei der Desinfektion von Einrichtungen und Straßen im besetzten Ost-Jerusalem halfen. Vier weitere Freiwillige wurden am 23. März 2020 vor dem Löwentor in der Altstadt Jerusalems verhaftet und ihre Desinfektionsausrüstung beschlagnahmt. Am 24. März 2020 hinderten Besatzungssoldaten Helfende in der Altstadt von Hebron daran, ebenfalls bei der Desinfektion zu unterstützen. Sie wurden unter Androhung von Waffengewalt gezwungen, die Stadt Hebron zu verlassen.


Im Fokus der Besatzungstruppen stand auch das Hauptquartier des Palästinensischen Notfallkomitees. Am 30. März griffen die Truppen mehrere Einsatzteams in dem Dorf Hizma an. Gleiches passierte am 31. März in der Jerusalemer Ortschaft Sur Baher. Hier beschlagnahmten die Soldaten 300 Lebensmittelpakete, die an bedürftige Familien verteilt werden sollten und verhafteten drei Palästinenser.


Auch in der Stadt Jerusalem zogen israelische Besatzungstruppen die Schrauben weiter an und hielten palästinensische Beamte fest. Am 3. April wurde Fadi Al-Hidmi, Minister für Jerusalemer Angelegenheiten verhaftet, nachdem die Soldaten die Außen- und Innentüren seines Wohnhauses zerstört hatten. Al-Hidmi wurde von den Soldaten angegriffen und gezwungen, eine gebrauchte Gesichtsmaske mit Blutflecken zu tragen.  >>>

 

 

Bericht von NAD  >>>

Bericht der NGO Addameer   >>>

 

 

 

 

 

 

Tag der palästinensischen Gefangenen - 2017 in Bethlehem
 Ursula Mindermann

Die Demonstration für die hungerstreikenden Gefangenen verlief in Bethlehem nicht friedlich. Viele Frauen, Mütter, haben Bilder von ihren Ehemännern, Söhnen, gezeigt, die inhaftiert sind. Fast 1500 palästinensische Gefangene beginnen heute mit einem Hungerstreik. Die Soldaten schossen Tränengas in die friedliche Demonstrationsgruppe. Ich war in dieser Gruppe, wo es wirklich friedlich war. Fast 700 Menschen liefen weg, Kinder, Frauen... Wir alle bekamen eine Menge Tränengas und rannten überall hin, einfach weg.
Danach warfen junge Palästinenser Steine, und die Soldaten antworteten mit Tränengas, Gummigeschossen und Scharfschützen.

Quelle Facebook - um die Bilder zu vergrößern auf das Bild unten klicken

Palästina: Corona löst soziale Katastrophe aus

Von dramatischen sozialen Zuständen in Palästina berichtet Sr. Bridget Tighe, Direktorin der Caritas Jerusalem. Schon vor der Coronakrise sei die Armutsrate im Westjordanland bei über 40 Prozent und die Arbeitslosenrate bei mehr als 25 Prozent gelegen. Mit dem Lockdown, mit dem die Corona-Pandemie eingedämmt werden soll, sei die Situation für die Bevölkerung nun gänzlich unerträglich geworden.

Das berichtet Tighe in einem Schreiben an die in Linz ansässige „Initiative Christlicher Orient" (ICO). Nahrungsmittelhilfe für unzählige verarmte Familien aber auch Hygienepakete seien dringend notwendig, damit sich das Virus gerade bei den armen Bevölkerungsschichten nicht stärker ausbreite.

Soziales Netz? Fehlanzeige - Nach dem ersten Coronafall am 5. März in Bethlehem, sei die Region schon am nächsten Tag völlig isoliert worden, zehn Tage später folgte das gesamte Westjordanland. Abertausende Palästinenser, die sich als Tagelöhner oder in prekären Arbeitsverhältnissen in Israel oder Palästina verdingten, hätten mit einem Schlag ihre Arbeit verloren. Ein soziales Netz gibt es in Palästina nicht. Wer aus Israel zurückkehrte, musste zudem in eine strenge Quarantäne.
Lage in Bethlehem dramatisch  >>>

 

Machtpoker um Regierungsbildung entlarvt Netanjahus egoistische Interessen
Christine Kensche - 17. 4. 2020

In Israel ist der Countdown angebrochen: Gibt es in 21 Tagen keine Regierung, muss das Land neu wählen – zum vierten Mal in 16 Monaten. Eine Entscheidung in der Krise drängt. Doch Noch-Premier Benjamin Netanjahu spielt aus einem Grund auf Zeit.

Der Vertrag für eine große Koalition war bereits geschrieben. Der Büroleiter von Oppositionsführer Benny Gantz saß im Vorzimmer von Israels Noch-Premier Benjamin Netanjahu und wartete auf das Signal, um die Papiere zum Unterzeichnen vorzulegen. Doch dann schritt ein Mitarbeiter Netanjahus aus der Tür und teilte mit: Der Premier habe es sich doch anders überlegt. Das war Anfang vergangener Woche. Seither hat Netanjahu seine Meinung noch drei Mal geändert. (...)

Er will den besten Deal, um seinem bevorstehenden Prozess und einer möglichen Haftstrafe zu entgehen. Deshalb ließ er alle Fristen für die Regierungsbildung verstreichen. Er erhöht den Druck auf Gantz. Die Position des Premiers für die ersten 18 Monate – dann soll Gantz übernehmen – hat Netanjahu bereits ausgehandelt. Nun will er auch noch über die Ernennung von Richtern mitentscheiden.

Staatspräsident Reuven Rivlin hat den Auftrag zur Regierungsbildung jetzt an die Knesset zurückgegeben. Damit beginnt der Countdown: Gibt es in 21 Tagen keine Einigung, muss zum vierten Mal gewählt werden. In den aktuellen Umfragen liegt Netanjahu klar vor Gantz. Wer zuerst einlenkt, verliert. Und Netanjahu ist ein meisterhafter Spieler.  >>>

 

 

 


Regierungsbildung in Israel - Netanyahu pokert um die Macht
Benjamin Hammer - 16.04.2020

In Israel ist die Regierungsbildung erneut gescheitert. Kritiker werfen Premier Netanyahu vor, die Verhandlungen mit Oppositionsführer Gantz zu nutzen, um sich vor dem Korruptionsprozess eine bessere Position zu verschaffen.

Die israelische Journalistin Keren Marciano moderiert am Morgen eine Sendung im israelischen Armeeradio. Dass es schon wieder keine Einigung auf eine neue Regierung gibt, dass sogar eine vierte Neuwahl droht, macht sie fassungslos: "Den Politikern muss gesagt werden, dass sie sich zusammenreißen sollen. Es ist absoluter Wahnsinn, dass die Politiker mit der Idee eines weiteren Wahlgangs spielen. In einer Zeit der großen Krise des Coronavirus. In einer Zeit, in der es über eine Million Arbeitslose gibt."

Bis zwei Uhr nachts hatten Vertreter von Benny Gantz und Benjamin Netanyahu getagt. Ohne Erfolg. Die Frist für Benny Gantz, eine Regierungsmehrheit zu finden, verstrich endgültig. Nun haben die Abgeordneten der Knesset 21 Tage Zeit, um eine Mehrheit zu finden. Sonst kommt es erneut zu einer Neuwahl.  >>>

 

Philosoph Achille Mbembe : Unter Antisemitismusverdacht
Patrick Bahners -  17.04.2020

Sollte man nicht annehmen, dass ein in Johannesburg lehrender Afrikaner weiß, wovon er redet, wenn er von Apartheid spricht? Achille Mbembe 2017 bei einem Vortrag in Hamburg
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Neuer Streit um die Ruhrtriennale und Israel: Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung wirft dem Philosophen Achille Mbembe vor, den Holocaust zu relativieren. (...)

Diese Warnung hat Felix Klein, der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, in der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ geäußert. Der Diplomat, der seinem Auftrag mit Unterstützung eines Referats im Bundesinnenministerium nachgeht, begründete seine Intervention mit der Finanzierung des Festivals aus öffentlichen Geldern und der damit gegebenen besonderen Verantwortung eines Eröffnungsredners. „Es sollte eine Person dafür ausgewählt werden, die dieser Verantwortung gerecht wird – und nicht in der Vergangenheit bereits durch die Relativierung des Holocaust aufgefallen ist.“


Der Blick aus Johannesburg - Achille Mbembe, ein notorischer Relativierer des deutschen Völkermords an den Juden? Den akademischen und kulturellen Institutionen, die Mbembe nach Deutschland einluden, ist der aus Kamerun gebürtige Autor von „De la postcolonie“, der seit 2001 eine Professur an der Witwatersrand-Universität in Johannesburg bekleidet, nicht wegen entsprechender Äußerungen aufgefallen. Laut Klein hat Mbembe indes „in seinen wissenschaftlichen Schriften nicht nur den Staat Israel mit dem Apartheidssystem Südafrikas gleichgesetzt, was einem bekannten antisemitischen Muster entspricht“, sondern auch „das Existenzrecht Israels in Frage gestellt“.

Um den bibliographischen Nachweis dieser Schriften gebeten, verwies Kleins Referat auf den Offenen Brief des FDP-Landtagsabgeordneten Lorenz Deutsch, der eine Schrift nennt, den >>>

 

 

FESTIVALREDE. REFLEKTIONEN ÜBER PLANETARISCHES LEBEN | Ruhrtriennale   >>>

 

 

Der der FDP NRW-Landtagsabgeordnete Lorenz Deutsch hatte einen  Offenen Brief an die Intendantin der Ruhrtriennale  geschrieben - wie vor zwei Jahren  geht es   um  den Vorwurf von BDS und Antisemitismus   >>>
 

 

Offener Brief von  Ekkehart Drost  an Lorenz Deutsch

Lieber Herr Kuhle, als Mitinitiator des Raumverbots im März 2019 anlässlich der Verleihung des Friedenspreises an die Jüdische Stimme sowie als Teilnehmer an der Podiumsdiskussion im Deutschen Theater im Januar 2020 möchte ich Sie über einen erneuten Versuch, Kritiker der israelischen Regierungspolitik, konkret: an der seit über 50 Jahren völkerrechtswidrigen Besatzung, zum Schweigen zu bringen, informieren.

Am 14.4. hat der DLF einen Beitrag gesendet, in dem es um einen neuerlichen Streit um die für August/September geplante Ruhrtriennale geht - nicht wegen Corona, sondern wegen BDS. (https://www.deutschlandfunk.de/ruhrtriennale-und-bds-aerger-wegen-einladung-von-achille.691.de.html?dram:article_id=474701)

Die Einladung an Achille Mbembe können Sie dem folgenden Link entnehmen:

https://www.ruhrtriennale.de/de/agenda/262/ACHILLE_MBEMBE/Reflections_On_Planetary_Living/

Der Fall Achille Mbembe ist nicht zu übertreffen, besser: nicht mehr zu unterbieten. Der Mann ist der politische Philosoph des Kolonialismus! Ein Landespolitiker nimmt sich nun durch seine Intervention indirekt das Recht heraus, einen herausragenden Intellektuellen des afrikanischen Kontinents dadurch zu verunglimpfen, indem er diesem ein BDS-Schild umhängt, obwohl Achille Mbembe nicht der gewaltfreien BDS-Bewegung angehört. Aber, offenbar schlimm genug: Er hatte – wie Sie dem DLF-Beitrag entnehmen können -, vor zehn Jahren (!!!) einen BDS-Aufruf unterschrieben.

Neben dieser unsäglichen Begründung muss sich der Hörer/Leser und erst Recht ein Vertreter einer liberalen Partei doch auch fragen, wer sammelt eigentlich solche Daten…?

Vielleicht sollte man mal beim Israelischen Ministerium für Strategische Angelegenheiten nachfragen: https://bibjetzt.wordpress.com/2020/04/11/bip-aktuell-114-israelisches-ministerium-fuer-strategische-angelegenheiten/

Vor allem möchte ich Ihnen den diesbezüglichen Offenen Brief des Vorsitzenden des „Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern e.V.“, Prof. Dr. Rolf Verleger, weiterleiten. Kann man sich Herrn Verlegers Ausführungen, seinem persönlich begründeten Abscheu vor einer Maßnahme, wie sie Herr Deutsch intendiert, ernsthaft entziehen?

Lieber Herr Kuhle, ich leite Ihnen diese Informationen weiter, weil ich Sie als nachdenklichen Menschen persönlich kennengelernt habe. Wir dürfen und werden niemals die Hoffnung aufgeben und immer daran arbeiten, dass Menschenrechte immer und überall für alle Menschen auf der gesamten Welt gelten. Das bedeutet auch: Jeder muss sich dazu bekennen - ohne Wenn und Aber.

In der Hoffnung, dass Sie gesund sind und auch Zeit zur Lektüre dieser Informationen haben werden, grüße ich Sie herzlich! Ihr Ekkehart Drost

 

 

 

Prof. Dr. Rolf Verleger - An Herrn Lorenz Deutsch, MdL Sprecher für Kulturpolitik der FDP-Fraktion im Landtag NRW - per e-mail: Lorenz.Deutsch@Landtag.nrw.de

Betr.: Ihr Offener Brief vom 23. 3. 2020 an die Intendantin der Ruhrtriennale

Sehr geehrter Herr Deutsch, Folgendes schreibe ich Ihnen sowohl aus persönlichem Antrieb – als jüdischer Sohn von Überlebenden der nazi-deutschen Judenvernichtung, der die moralische Botschaft und die ethischen Werte der jüdischen Tradition in Ehren hält – als auch, in direkter Folge davon, in meiner Eigenschaft als Gründer (u. a. mit Rupert Neudeck) und Vorsitzender des Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern e. V. Ihre Stellungnahme habe ich mit großem Unbehagen gelesen. 1) Antisemitismus Sie schreiben in Ihrem Offenen Brief, die BDS-Bewegung sei „in ihrem Kern“ antisemitisch, da sie durch Dämonisierung, Delegitimierung und Desinformation auf die Beendigung von Israels Existenz ziele. Wie kommen Sie zu Ihrem Urteil? Etwa durch das in der Resolution des Landtags NRW vom 11. 9. 2018 beispielhaft benannte Ereignis (nachdem es davor von manchen Medien hochgepusht worden war) in dem kleinen Seminarraum der Humboldt-Universität, als eine rechtsgerichtete israelische Knessetabgeordnete von BDS-Anhängern durch Zwischenrufe (u. a. „Apartheid“) am Reden gehindert wurde? Das soll antisemitisch gewesen sein? Diese zwischenrufenden BDS-Anhänger waren in Berlin lebende israelische Juden. Und ja, es saß eine "Holocaustüberlebende" neben der Knessetabgeordneten, möglicherweise (ich weiß es nicht) mit deren politischer Ansicht sympathisierend. Darf man solche Menschen nicht anschreien? Glauben Sie, ich hätte den spärlichen Teil meiner Verwandtschaft, der die Judenvernichtung überlebt hatte, einschließlich meiner Eltern, als Kind, Jugendlicher und Erwachsener stets nur im Flüsterton angesprochen? Die Bezeichnung dieses Ereignisses als „antisemitisch“ ist Bildzeitungs-Propagandaquatsch. Es handelte sich vielmehr um einen heftigen politischen Disput unter jüdischen Menschen. Haben Sie den Brief von 240 jüdischen Akademikern an den Deutschen Bundestag zur Kenntnis genommen, in der wir von dieser unsinnigen Klassifizierung der BDS-Bewegung als antisemitisch abrieten? Sind WIR, die wir diesen Brief unterzeichnet haben, die Antisemiten?


Und Sie sind derjenige, der darüber entscheidet, welche Juden antisemitisch sind und welche nicht? Ist Ihnen bekannt, dass u. a. Jewish Voice for Peace, in der Zehntausende linksliberale USamerikanische Juden organisiert sind, BDS direkt unterstützt? Sind das alles Antisemiten? Ist Ihnen bekannt, dass der traditionalistisch-extreme Rand der jüdischen Orthodoxie Israel als Häresie verflucht und daher boykottiert? Sind diese Zehntausende Satmarer Chassidim Antisemiten? Und die FDP-Politiker sind diejenigen, die darüber entscheiden, welcher Jude antisemitisch ist und welcher nicht? In welche moralischen Höhen fantasieren sich hier in Deutschland die Kinder und Enkel der Nazi-Verbrecher und Mitläufer hinauf? Was findet hier für ein absurder Rollentausch statt? Ist Ihnen bekannt, dass alle empirischen Befunde zu deutschen Unterstützern der palästinensischen Sache - von moderat bis BDS-radikal - besagen, dass diese von menschenrechtlicher Motivation getragen sind?1 Das sollen Antisemiten sein? Meine Eltern wären glücklich gewesen über solche "Antisemiten" - die hätten ihnen nämlich geholfen! Das kann ich mit voller Überzeugung sagen, aus meiner Kenntnis einer ganzen Reihe von BDS-Unterstützern. Bei manchen, die sich heutzutage als die großen Antisemitenjäger darstellen, wäre ich mir dagegen nicht so sicher; meiner Meinung nach haben viele von diesen eine Mitläufer-Mentalität.  (pdf)  >>>

 

 

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