Mittwoch, 24. Juni 2020  -  20:50

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Gantz sagt, Palästinenser brauchen Dialog mit Israel über Annexion

Verteidigungsminister Benny Gantz unternahm heute einen weiteren Schritt zur Klärung seiner Haltung zum Annexionsplan von Premierminister Benjamin Netanjahu.
Rina Bassist - 23. Juni 2020 - Übersetzt mit DeepL
 

Verteidigungsminister Benny Gantz bezog sich am 23. Juni auf den Plan von Premierminister Benjamin Netanjahu, die israelische Souveränität über die Siedlungen im Westjordanland umzusetzen, und sagte, dass die Annexion die gegenwärtige Situation weder für die Siedler noch für die Palästinenser wesentlich verändern dürfte. "Wir werden die verantwortungsvollste Version des Plans in Übereinstimmung mit dem Friedensplan der USA ausführen", sagte Gantz.

Gantz fügte hinzu: "Wir werden keine Palästinenser in unser Gebiet aufnehmen; wir werden weder die Menschenrechte noch das Recht auf Freizügigkeit verletzen. Wir werden in Koordination mit den Ländern der Region arbeiten, und wir stehen mit ihnen in Kontakt. Wir werden die Friedensabkommen nicht gefährden''. Bereits am 18. Juni hatte Gantz gesagt, er werde die Annexion von Land im Westjordanland, auf dem "viele palästinensische Einwohner" leben, nicht unterstützen.

Im Gespräch mit Militärjournalisten deutete Gantz an, dass er den Annexionsplan einseitig vorantreiben könnte, wenn es keine Fortschritte in Richtung eines Friedensprozesses mit den Palästinensern gebe. Gantz kritisierte die Weigerung der Palästinenser, direkte Gespräche mit Israel aufzunehmen, und erklärte, er sei bereit, direkt mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu sprechen. "Wir werden nicht weiter auf die Palästinenser warten. Wenn sie für immer zu allem 'Nein' sagen, dann werden wir gezwungen sein, ohne sie weiterzumachen. ... Wir werden nicht in die palästinensische Scheiße geraten'', sagte Gantz. Der Vorsitzende der Blau-Weiß-Partei bekräftigte seine Unterstützung für den Friedensplan von Trump und betonte, dass "was wir tun werden, Konsequenzen haben wird, und was wir nicht tun werden, wird auch Konsequenzen haben".

Gantz' Äußerungen kommen genau eine Woche vor dem 1. Juli, wenn Netanjahu seinen Annexionsplan in der Knesset zur Abstimmung stellen soll. Berichten in israelischen Medien zufolge sind sich die beiden Männer über den Plan nicht einig, obwohl jede Meinungsverschiedenheit nicht wirklich öffentlich gemacht wurde. Netanjahu will die vollen 30 Prozent des Westjordanlandes annektieren, die nach dem Friedensplan von Trump erlaubt sind, während Gantz nur ein kleines Gebiet annektieren will, wahrscheinlich einen Teil der Siedlungsblöcke in der Nähe von Jerusalem.

Seit den Wahlen im März 2020 und da Netanjahu auf die Annahme seines Plans drängte, blieb Gantz hinsichtlich der Haltung seiner Partei zur Annexion vage. Experten behaupten, Gantz habe in den letzten Wochen darauf gewartet, dass Netanjahu die Annexionskarte veröffentlicht, die von einem gemeinsamen israelisch-amerikanischen Team ausgearbeitet wurde. US-Beamte machten Netanyahu klar, dass die Regierung seinen Plan nur dann unterstützen würde, wenn auch Blau und Weiß mit an Bord seien. Ein Treffen im Weißen Haus zu diesem Thema sollte diese Woche stattfinden.

Unklar ist auch, ob Außenministerin Gabi Ashkenazi, ebenfalls von den Blau-Weißen, bei einer inszenierten oder begrenzten Annexion die gleiche Position wie Gantz vertritt. Das israelische Armeeradio berichtete heute, dass Aschkenazi nach Angaben eines namenlosen UN-Beamten hinter den Kulissen den Annexionsplan eindämmen will. Ein Diplomat, der mit Al-Monitor sprach, sagte jedoch, der Bericht sei wahrscheinlich übertrieben.  Quelle

 

Palästinenser in Berlin demonstrieren gegen Annexion


Dutzende Palästinenser haben sich am Montag vor der US-Botschaft in Berlin versammelt, um gegen die geplante Annexion des Jordantals und großer Teile des Westjordanlandes durch Israel zu protestieren.
22. 6. 2020 - Übersetzt mit DeepL

Die Demonstranten schwenkten Palästina-Fahnen und hissten Transparente, die die Annexion verurteilten.

Thaer Hijjo, führendes Mitglied der Union der Palästinensischen Gemeinschaften in Europa, der sich an dem Protest beteiligte, bestätigte, dass die Palästinenser sowohl auf offizieller als auch auf populärer Ebene die israelische Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten ablehnen.

Hijjo betonte die Notwendigkeit, die innere Spaltung der Palästinenser zu beenden und eine gemeinsame Aktion zur Konfrontation mit den israelischen Angriffen einzuleiten.

Er forderte auch den Deutschen Bundestag und die Europäische Union auf, dringend zu handeln und Druck auf Israel auszuüben, damit es seinen Annexionsschritt rückgängig macht.

Die deutschen Abgeordneten der Linken bekräftigten ihrerseits ihre Unterstützung für das palästinensische Volk und ihre Ablehnung der israelischen rassistischen Politik in den besetzten palästinensischen Gebieten.   Quelle

Quelle Facebook - um die Bilder zu vergrößern auf das Bild oben klicken

 

Boykott und Erinnerung
Kritiker der israelischen Besatzungspolitik wie Achille Mbembe sind derzeit heftigen Angriffen ausgesetzt. Ihre Haltung zeugt von der Bedeutung der antikolonialen Befreiungs- und Unabhängigkeitskriege für die Durchsetzung universeller Menschenrechte
 Norman Paech  - 24.06.2020

(...) Stéphane Hessel berichtete von einem Treffen der Überlebenden vom KZ Mittelbau-Dora, aus dem er kurz vor Kriegsende fliehen konnte, dass er bei einer kurzen Rede auf die Situation der Palästinenser zu sprechen kam und damit einen Eklat unter den Anwesenden auslöste. Wir müssen uns eingestehen, dass ein kritischer Blick auf das Land, welches der Zufluchtsort der meisten Überlebenden des Holocaust wurde, auf den Gedenkveranstaltungen nach wie vor nicht möglich ist. Das ist nicht den Kritikern der israelischen Politik anzulasten. Die Verbindung des Blicks in die Vergangenheit mit dem Blick auf die Probleme der israelisch-palästinensischen Gegenwart widerspricht offenbar dem aktuellen Verständnis der Gedenk- und Erinnerungskultur.

Doch stellt sich die Frage, ob beides unbedingt zusammengehört und nicht voneinander zu trennen ist. Lässt sich die aktuelle israelische Politik nicht ohne den Blick auf den Holocaust kritisieren? Unterstellt, es wäre so, was folgt daraus? Geriete damit das Postulat der Singularität des Holocaust in Gefahr und würde damit seine Relativierung betrieben? Offensichtlich nicht, wie ich noch erläutern werde. Umgekehrt wird jedoch aus der Forderung, den Blick auf den aktuellen Konflikt aus der Perspektive des Holocaust zu richten, alsbald die Forderung, die Kritik an der Besatzungspolitik zu revidieren und hinter der Erinnerung an das Jahrhundertverbrechen verschwinden zu lassen. Dann müsste im Zeichen des postkolonialen Diskurses und der Weiterentwicklung der Erinnerungskultur auf die Kategorien des Siedlerkolonialismus und der Apartheid bei der Analyse der israelischen Politik verzichtet und diese als historisch falsch, delegitimierend und dämonisierend entsorgt werden, wie es jüngst eine Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen in der Tageszeitung gefordert hat.⁴ Auch Chervel wirft Mbembe Geschichtsverfälschung vor, um die beiden inkriminierten Kategorien auszuschalten. Er warnt zugleich, dass die Verabsolutierung der eigenen Erfahrung immer zur Relativierung der Erfahrung des anderen führt. Dies ist jedoch genau die Strategie der israelischen Politik und ihrer hiesigen Verteidiger. Die eigene Erfahrung des Holocaust wird gegen die Erfahrung der Nakba und ihrer Folgen in Stellung gebracht und mit der Unvergleichbarkeit beider Ereignisse die Dominanz der eigenen Erfahrung eingefordert.

Trennung der Erfahrungen
- Das führt nicht zum Dialog, sondern zum Ausschluss, wie es die vergangenen Jahrzehnte erwiesen haben. Wir entkommen dieser Sackgasse der gegenseitigen Erfahrungen nur, wenn wir sie voneinander entkoppeln und in ihrem jeweiligen historischen Kontext belassen. Dann wird deutlich, dass Mbembes Blick aus der Geschichte des Kolonialismus genauso wie der der anderen postkolonialen Kritiker nicht auf den Holocaust gerichtet ist, sondern auf die israelische Besatzungspolitik. Die Singularität des Holocaust steht nicht zur Debatte, ist nicht das Thema der Kolonialismus- und Apartheidkritiker. Aus diesem Blickwinkel kann eine Relativierung oder gar Leugnung der Singularität nicht hergeleitet werden. Mbembes Erfahrung »öffnete ihm die Augen für den Schmerz, der gegenwärtig den Palästinensern angetan wird«, wie Jan Assmann schreibt. Daraus können wir aber nicht schließen, dass er die Erfahrung des Holocaust nicht sieht.

Ist es ihm vorzuwerfen, dass er sich um das aktuellere, schärfere Problem kümmert?

Haben Nakba und Besatzung nicht eine eigene Geschichte und Erinnerung auch ohne Holocaust?

Welchen hermeneutischen Wert hat der Holocaust für die Wahrnehmung der aktuellen Gewalt? Edward Said hat die Palästinenser gemahnt, die Bedeutung des Holocaust für die Juden im Land nicht zu vergessen. Jassir Arafat hat diese Mahnung ernst genommen und schon 1988 den Staat Israel und damit seine Existenzberechtigung auf palästinensischem Land anerkannt. Er erhoffte damals, die gleiche Anerkennung für seinen palästinensischen Staat von den Israelis zu bekommen – bis heute vergebens. Das war die volle Anerkennung des Holocaust, die darüber hinaus aber nicht die Aufgabe des Kampfes um einen eigenen Staat und ein menschenwürdiges Leben in Unabhängigkeit verlangte – auch mit Mitteln des Boykotts.

Erst die Trennung der beiden Erfahrungen voneinander und die Entlastung einer jeden von der anderen eröffnet die Möglichkeit der Wiederannäherung im Dialog. Dann kann die   >>>


 

Dokumentation - Philosoph Achille Mbembe - Unter "Antisemitismusverdacht"  >>>

Ein falsches Urteil gegen Reiner Bernstein
Der DIAK -Deutsch-Israelische Arbeitskreis für Frieden im Nahen Osten ( Israel | Palästina | Deutschland – zusammen denken) wendet sich gegen das Urteil des Berliner Kammergerichts, die Unterlassungsklage des Münchener Historikers und Publizisten Dr. Reiner Bernstein zurückzuweisen.
23. Juni 2020


Bernstein setzt sich seit Jahrzehnten gegen Antisemitismus und Rassismus und für die universelle Bedeutung der Menschenrechte ein. Er gehörte in München zu den Initiatoren der Aktion Stolpersteine, war Mitbegründer des DIAK.Er war die hiesige Stimme der israelisch-palästinensischen Genfer Initiative für eine Friedensregelung auf der Basis der Zwei-Staaten-Lösung. Wegen seines Eintretens für Verhandlungen mit den Palästinensern, einem gerechten Frieden im Nahen Osten und einer kritischen Haltung gegenüber der israelischen Besatzung und Siedlungspolitik, wird er von den Befürwortern dieser Politik als Antisemit verunglimpft.

Bernstein konnte sich im August 2018 vor dem Landgericht Stuttgart gegen den Vorwurf des Antisemitismus durch die dortige Deutsch-Israelische Gesellschaft erfolgreich zur Wehr setzen. Vor dem Kammergericht Berlin ist ihm dies jetzt nicht gelungen. 2019 klagte Bernstein gegen eine Veröffentlichung des Autors Arye Sharuz Shalicar, Der neu-deutsche Antisemit des Hentrich & Hentrich Verlages, in dem er des Antisemitismus bezichtigt wird.

Bernstein, selbst kein Jude, wird darin als ‚Alibi-Jude‘ und als ein selbsthassender Jude mit antisemitischer Sichtweise bezeichnet. Seine Klage lautete auf Streichung dieser Behauptung wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte. Das Urteil vom 19. Mai 2020 weist die Beschwerde gegen die Ablehnung der Klage zurück mit der Begründung, es sei auch ohne Tatsachenbeweise zulässig, ihn als Judenhasser zu bezeichnen und ihm eine antisemitische Sichtweise zuzuschreiben.

Dieses ‚Schandurteil‘, so Micha Brumlik, dehnt das Recht auf freie Meinungsäußerung inflationär aus und öffnet verleumderischen Äußerungen Tür und Tor. Mit der Einschätzung, diese Beleidigungen seien keine dem Beweis zugänglichen Tatsachenbehauptungen, wird jegliche rational begründete Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus desavouiert.

Während der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg Einschränkungen der Meinungsfreiheit wegen des Vorwurfs antisemitischer und wirtschaftlicher Diskriminierung am 11. Juni dieses Jahres gerügt hat, halten deutsche Gerichte und politische Instanzen daran fest, Kritik an völkerrechtswidrigen Praktiken der israelischen Regierung in den besetzten Gebieten ins demokratische Abseits zu stellen.  >>>

Zehn US-amerikanische, jüdische Organisationen aus dem progressiven Spektrum („Progressive Israel Network“)


Ein Bündnis gegen Annektion


Ameinu
Americans for Peace Now
J Street
The New Israel Fund
T’ruah
Hashomer Hatzair World Movement
Partners for Progressive Israel
Jewish Labor Committee
Habonim Dror North America
Reconstructing Judaism

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haben sich in einem Brief  an „Alternate Prime Minister Benny Gantz and Foreign Minister Gabi Ashkenazi“ gewandt und sich gegen die einseitigen Annektionspläne gewandt.

Hier der Text in der englischen Fassung:  >>>>

 

„Entweder unterstützt ihr den Apartheidsstaat Israel, oder ihr unterstützt einen demokratischen Staat für alle“:
 Interview mit Ilan Pappé [Video]
04.05.2017

Der israelische Historiker Ilan Pappé spricht mit La Izquierda Diario über die Besetzung Palästinas, den Arabischen Krieg von 1948 und die aktuelle Unterdrückung der Palästinenser*innen durch den Zionismus.

Es ist fast schon unglaublich, wie intelligente, sensible, intellektuelle Menschen die israelischen Lügen über die Vergangenheit und die Gegenwart wiederholen, selbst wenn diese Lügen schon von israelischen Wissenschaftler*innen selbst widerlegt worden sind.

Woher kommen die palästinensischen Geflüchteten?


Es gibt ein Narrativ, dass der 1948er Krieg von einem arabischen Angriff auf den neuen jüdischen Staat ausging und die arabischen Anführer die Palästinenser*innen aufgerufen hätten, das Land zu verlassen, und deshalb seien die Palästinser*innen Geflüchtete.

In meiner eigenen Forschung und der von anderen, die sich die israelischen Archive angeschaut haben, haben wir gezeigt, dass tatsächlich etwa die Hälfte aller Palästinenser*innen schon Geflüchtete waren, bevor auch nur ein einziger arabischer Soldat Palästina betreten hat. Der arabische Krieg war also eine Reaktion auf die Vertreibung der Palästinenser*innen durch jüdische Kräfte. Die Vertreibung war Teil eines Plans des jüdischen Militärs und der politischen Führung, bevor der Krieg angefangen hatte, so viel von Palästina wie möglich zu bekommen, mit so wenig Palästinenser*innen wie möglich auf dem Territorium.

Ein Teil des Plans war schon durchgesetzt, als die Briten dort noch für Recht und Gesetz verantwortlich waren. Tatsächlich fanden die Vertreibungen aus Städten und Dörfern im April 1948 statt, bevor der Krieg begonnen hatte. Der Krieg begann am 16. Mai 1948. Ich denke, es ist wichtig zu verstehen, dass der Krieg von Israel benutzt wurde, um Palästina von den Palästinenser*innen zu leeren. Die Palästinenser*innen wurden nicht durch den Krieg zu Geflüchteten, sie wurden zu Geflüchteten aufgrund der zionistischen Ideologie.

Woran liegt es ihrer Meinung nach, dass sowohl die imperialistischen Mächte als auch ihre Agentur, die UNO, ihr Konzept der ethnischen Säuberung ablehnen?


Ich glaube, dass die Welt – besonders die westliche Welt – seit 1945 und dem Zweiten Weltkrieg entschieden hat, sich nicht mit dem Zionismus und seinen Verbrechen gegen die Palästinenser*innen auseinanderzusetzen, und zwar aus mehreren Gründen.

Einer der Gründe ist: Wir müssen uns daran erinnern, dass schon im 19. Jahrhundert die Christ*innen nicht wollten, dass das Heilige Land ein muslimisches Land, ein arabisches Land ist. Deshalb gab es eine starke Unterstützung von christlichen Gruppen und Anführern für die Idee, dass die Juden*Jüdinnen zurück nach Palästina gehen, wie sie es nannten. Auch Antisemitismus spielt da eine Rolle, weil die Juden*Jüdinnen dann in Palästina und eben nicht in Europa sind. Das war Teil der Unterstützung.

Zweitens ist Islamophobie, der Hass auf den Islam, nichts Neues. Er existierte schon im 19. Jahrhundert. Und dann kam natürlich später der Holocaust. Europa zog es vor, sich nicht >>>

 

VIDEO - Gespräch mit Ilan Pappé
04.05.2017

Quelle

"Fataler Austausch": Beziehungen zwischen der amerikanischen und der israelischen Polizei
Miko Peled - 16. Juni 2020

Miko Peled*, ein israelischer Jude und palästinensischer Rechtsaktivist, kehrt in einem Artikel über den Austausch zwischen "Partnern in Gewalt und systemischem Rassismus" zurück und erläutert, wie pro-israelische Organisationen in den Vereinigten Staaten oft den Austausch zwischen der US-Polizei und ihren israelischen Kollegen finanzieren.

(siehe auch den Artikel auf unserer Website: Tödlicher Austausch zwischen amerikanischen und israelischen Polizeikräften  >>>)


"Während der Trainingssitzungen in Israel treffen US-Polizeidelegationen mit israelischen Militär-, Polizei- und Geheimdienstkräften zusammen und haben das gelehrt, was Israel Terrorismusbekämpfung nennt, aber dies ist in Wirklichkeit nur "eine Verfeinerung der Methoden zur Erstellung rassistischer Profile.

Rassismus und Gewalt gegen farbige Menschen in den Vereinigten Staaten ist nichts Neues. Tatsächlich waren die Vereinigten Staaten, die behaupten, "das Land der Freiheit" zu sein, schon immer ein rassistischer, völkermörderischer und gewalttätiger Staat. Sie wurde auf dem Völkermord an indigenen Völkern und auf dem Rücken afrikanischer Sklaven gegründet. Die Vereinigten Staaten haben einige der eklatantesten Kriegsverbrechen in der Geschichte der Menschheit begangen, darunter Völkermord, den Einsatz von Atomwaffen, die Zerstörung von Demokratien und die Unterstützung mörderischer Diktatoren in der ganzen Welt, und die Liste geht von den Anfängen der Union bis heute weiter.

Der Staat Israel, der historisch neu ist, wurde ebenfalls auf Völkermord und Rassismus gegründet. Seit fast hundert Jahren führt die zionistische Bewegung, die Israel geschaffen hat, eine brutale Kampagne, um Palästina von seiner einheimischen Bevölkerung zu befreien und ihr Land jüdischen Siedlern zu überlassen. Es sollte daher nicht überraschen, dass gute Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Israel bestehen.

Es gibt unzählige Lebensbereiche in den Vereinigten Staaten, in denen Israel und verschiedene zionistische Organisationen Einfluss nehmen und intervenieren. Die Jüdische Föderation, die Anti-Defamation League und AIPAC sind die bekanntesten, aber sie sind nur drei der unzähligen Organisationen, die in allen fünfzig Staaten tätig sind und unerbittlich israelische Interessen in allen Facetten des amerikanischen Lebens verfolgen.

Diese Organisationen mischen sich in US-Wahlen ein, indem sie Geld in die Kampagnen pro-israelischer Kandidaten injizieren; sie beeinflussen stark den Ausgang von Prozessen, in denen die Angeklagten Araber oder Muslime sind, und sie finanzieren Kampagnen, um Lehrpläne öffentlicher Schulen zu redigieren und umzuschreiben, so dass der Nahe Osten immer in einer Weise gelehrt wird, die die zionistische Erzählung unterstützt.

Ein tödlicher Austausch
- Als der Videoclip eines Polizeibeamten aus Minnesota, der George Floyd langsam und bösartig erstickte, sich verbreitete, dachten viele Menschen, darunter auch ich, sofort an Palästina. Der Offizier Derek Chauvin, der sein Knie nonchalant auf George Floyd's Hals legte, hätte leicht ein israelischer Soldat oder ein Polizist sein können, der einen Palästinenser festhält. Die Art und Weise, wie er da saß, ein Knie auf Floyds Hals legte, Floyd ignorierte, der wiederholt wiederholte, dass er nicht atmen könne, Floyd ignorierte, als er ihn anflehte, ihn atmen zu lassen, und die Tatsache ignorierte, dass der Mann unterhalb seines Knies langsam erstickte. Es ist klar, dass dieser Polizist ein Raubtier war und George Floyd nur seine Beute war.

Dies geschieht in Amerika ebenso wie in Palästina. Die Ähnlichkeiten sind nicht zufällig und könnten durchaus das Ergebnis dessen sein, was als "Tödlicher Austausch" bekannt geworden ist, eine Zusammenarbeit zwischen den beiden rassistischen Staaten, die kein Problem darin sehen, den langsamen und qualvollen Tod von Schwarzen und Braunen auszuführen und zu beobachten.

Deadly Exchange ist der Name einer Kampagne zur Beendigung der Zusammenarbeit zwischen den Polizeikräften der Vereinigten Staaten und des Staates Israel. Die Organisatoren der Kampagne haben einen detaillierten Bericht veröffentlicht, der die Zusammenarbeit zwischen den Strafverfolgungsbehörden in den Vereinigten Staaten und Israel beschreibt. Der Bericht listet auch die Gefahren und Bedrohungen auf, die dieser Austausch für farbige Menschen in den Vereinigten Staaten mit sich bringt.

Israelische Demokratie und Sicherheit
- Israel wird fälschlicherweise als eine Demokratie dargestellt, die einer ständigen Bedrohung ausgesetzt ist. In Wirklichkeit handelt es sich um einen Apartheidstaat, und sein Sicherheitsapparat ist nicht, wie er behauptet, der Sicherheit und Geborgenheit gewidmet, sondern der Unterwerfung der Palästinenser. Während der Trainingssitzungen in Israel treffen amerikanische Strafverfolgungsdelegationen mit israelischen Militär-, Polizei- und Geheimdienstkräften zusammen. Sie erhalten "Gelegenheiten", etwas über das zu lernen, was Israel Terrorismusbekämpfung nennt, aber in Wirklichkeit ist es nichts anderes als "Verfeinerung der Methoden zur Erstellung rassistischer Profile".

Unter zynischer Ausnutzung der Anschläge vom 11. September reisten US-Strafverfolgungsbeamte einige Monate nach den Anschlägen zu ihren ersten offiziellen Trainingsexpeditionen nach Israel. Ziel war es, von Israels so genannter "Expertise" in der so genannten Terrorismusbekämpfung zu lernen. Terrorismusbekämpfung, das sei hier angemerkt, ist ein Euphemismus für die gewaltsamen Mittel, die zur Versklavung der Unterdrückten eingesetzt werden.

Nach Angaben von Deadly Exchange gehörten der allerersten Delegation nach Israel Polizeichefs und Kongressabgeordnete aus Kalifornien, Texas, Maryland, Florida und New York an. Der Delegation gehörten auch FBI- und CIA-Agenten, künftige ICE-Offiziere und Sicherheitsdirektoren der New Yorker MTA an.

Zu den Sponsoren des Austauschprogramms gehörten die Anti-Defamation League (ADL), die vorgibt, die Diffamierung des jüdischen Volkes zu bekämpfen, sich aber in Wirklichkeit der Diffamierung von Arabern und Muslimen widmet, und das Jewish Institute for National Security Affairs (JINSA). JISNA sagt, dass sie sich der "Aufklärung von Entscheidungsträgern im Kongress, der militärischen und zivilen nationalen Sicherheit über die US-Verteidigung und strategische Interessen" widmet, deren Eckpfeiler laut JINSA "eine starke amerikanisch-israelische Sicherheitszusammenarbeit" ist. Beide Gruppen sind finanziell gut ausgestattete zionistische Organisationen, die sich der Förderung und Verteidigung israelischer Gewalt und israelischen Rassismus widmen, ganz gleich, was passiert.

Systemischer Rassismus
- Eine der vielen Gemeinsamkeiten zwischen Israel und den Vereinigten Staaten ist ihre Neigung zu systemischem Rassismus. Von Anfang an hat Israel im besetzten Palästina ein Apartheidregime eingeführt, und palästinensische Bürger Israels unterliegen einer systematischen Profilbildung. Dies bedeutet, dass Interaktionen mit der israelischen Polizei regelmäßig zu "exzessiver und oft tödlicher Gewaltanwendung führen, die ungestraft angewandt wird".

Wie in den Vereinigten Staaten, wo schwarze und braune Amerikaner die Mehrheit der Gefängnispopulation ausmachen, stellen in israelischen Gefängnissen palästinensische Bürger Israels eine unverhältnismäßig hohe Anzahl von Inhaftierten dar. Einem Bericht der israelischen Publikation Mekomit (https://www.mekomit.co.il) zufolge machen palästinensische Staatsbürger Israels, die etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, mehr als 40 Prozent der Gefängnispopulation aus. Tatsächlich sind laut Mekomit nur etwa ein Viertel der in israelischen Gefängnissen inhaftierten Gefangenen jüdisch, und von den in israelischen Gefängnissen inhaftierten Minderjährigen sind nur 13 Prozent jüdisch.

Wenn wir die so genannten "Sicherheitsgefangenen" mit einbeziehen, die aus dem besetzten palästinensischen Westjordanland, Jerusalem und dem Gazastreifen stammen, sind die Zahlen noch grotesker, denn der Anteil der Palästinenser an der israelischen Gefangenenpopulation beträgt 73%.

Die israelische Polizei wendet die offizielle Politik an, dass eine ganze Bevölkerung schuldig ist, bis ihre Schuld bewiesen ist, und dies ist natürlich Teil der so genannten Antiterror-Ausbildung, die von Israel angeboten wird. Sie verstärkt das institutionalisierte rassistische Profiling und sogar die Ausrichtung auf soziale Bewegungen, die sich für Rassengerechtigkeit einsetzen.

Die israelische Regierung benutzt falsche Behauptungen über "Terrorismus", um alle Palästinenser als potenzielle feindliche Kämpfer zu behandeln. Die Ausrede des Terrorismus wird auch benutzt, um Palästinenser einem anderen Rechtssystem zu unterwerfen, was unweigerlich zu mehr Polizeiarbeit und höheren Inhaftierungsraten führt.
Medien

Die von Israel angebotene Ausbildung umfasst auch Methoden der Medienbeobachtung. Strafverfolgungsbeamte, die an der Schulung teilgenommen haben, sagten, sie hätten "gelernt, wie man eingreift und den Zugang der Medien und die Berichterstattung über Gewalt durch Militär und Polizei gestaltet". Zu den gelehrten israelischen Methoden gehört es, die Medien als einen Arm der Regierung zu benutzen und "die Berichterstattung über staatliche Gewalt neu zu gestalten".


Die israelische Regierung nutzt das Büro der Militärzensur, um alle Berichte über die Anwendung von Gewalt durch Israel zu kontrollieren. Sie überprüft auch alle Bücher und anderen Dokumente, bevor sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Büro des IDF-Sprechers, das auch die Macht an israelische Journalisten übergibt, fungiert als Israels De-facto-Büro für Öffentlichkeitsarbeit, das die lokale Berichterstattung über das, was es als "Sicherheitsangelegenheiten" betrachtet, einschränkt und gestaltet.

Es ist anzumerken, dass in Israel die Arbeit der Armee und anderer Sicherheitsorgane nur sehr wenig kritisiert wird und Journalisten eng mit der Armee zusammenarbeiten, um ihre Gewalt gegen Palästinenser als gerechtfertigt darzustellen. Palästinensischer Dissens, selbst wenn er auf friedlichste Weise zum Ausdruck kommt, wird regelmäßig als Gewalt und Terrorismus bezeichnet.

Israel hatte die Anwendung militärischer Gewalt zur Auslöschung von Volksdemonstrationen "normalisiert" und damit zur Verletzung der grundlegenden Bürgerrechte der Palästinenser beigetragen. Diese gewalttätigen und gewaltsamen Methoden zur Kontrolle von Meinungsverschiedenheiten werden den US-Polizeidelegationen durch Briefings und sogar durch Live-Demonstrationen vorgeführt.

Parallelen zu Palästina
- Die gewaltsamen Begegnungen schwarzer Gemeinden in den Vereinigten Staaten mit der Polizei haben viele dazu veranlasst, Parallelen zwischen Palästinensern und farbigen Menschen in den Vereinigten Staaten zu ziehen. Dies hat ein echtes Gefühl der Solidarität zwischen den amerikanischen sozialen Bewegungen und dem palästinensischen Befreiungskampf geschaffen, eine Solidarität, die immer stärker wird und das Potenzial hat, das Blatt der öffentlichen Meinung in den Vereinigten Staaten in dieser Frage zu wenden.

In ihrem Bericht fordert die Deadly Exchange Campaign, dass "die US-Regierung ihre Gewalt im Namen der Sicherheit beenden muss". In dem Bericht heißt es auch: "Wir hoffen, dass die Kommunalverwaltungen landesweit die Aufrufe der Gemeinschaften in ganz Palästina und den Vereinigten Staaten beherzigen, beim Aufbau einer Welt mit echter Sicherheit mitzuhelfen, in der wir alle in Würde leben können".   Quelle

ISM veranstaltet am 30 Juni, Dienstag, 19:00 Uhr, ein Webinar.

Palästinensische Aktivisten aus dem Westjordanland, Gaza und Diaspora werden über die bevorstehende israelische Annexion, COVID-19, gewaltlosen Widerstand und darüber sprechen, wie sie den palästinensischen Kampf um ihre Grundrechte in diesen Zeiten unterstützen können. Weitere Informationen kommen! 



Quelle     
Homepage ISM >>>

 

 

 

 Kostenloses Streaming dieser brillanten palästinensischen Filme
Die Suche nach arabischen Kultfilmen ist gerade einfacher geworden
Mille Team - 19. Juni 2020

Da Hollywood und mehr als ein Drittel der Welt immer noch unter Verschluss sind, wird es noch Monate dauern, bis wir Rami Malek im kommenden "Bond"-Film "No Time to Die" in der Hauptrolle sehen werden. Aber da die Blockbuster auf Eis gelegt sind und die Kinos langsam wieder öffnen, haben wir die einmalige Gelegenheit, in Kultfilmen aus der Region zu schwelgen.

Von Marokko bis Ägypten werfen Filminstitutionen ein Schlaglicht auf ihre einheimischen Talente, indem sie die Filme, die manchmal unmöglich online zu finden sind, kostenlos online streamen. Und das Palestine Film Institute (PFI) ist das jüngste Mitglied.

Die Organisation, die vor allem für ihre Arbeit zur Erhaltung des palästinensischen Kinos bekannt ist, hat eine Initiative ins Leben gerufen, die sie "The Palestine Film Platform" nennt - eine Plattform, die es ihnen ermöglicht, pro Woche einen palästinensischen Film auf ihrer Website zu zeigen.

In Zusammenarbeit mit palästinensischen Filmemachern und anderen palästinensischen Kultureinrichtungen wird die PFI Filme wie Hany Abu Assads Oscar-nominierten Film Omar und Cherien Dabis' mit dem Cannes-Kritikerpreis ausgezeichneten Film Amreeka zeigen, die zuvor ebenfalls Teil des Programms waren.

Die Organisation hat einen Aufruf zur Einreichung von Filmen palästinensischer Filmemacher veröffentlicht, was beweist, dass das PFI sein Gewicht hinter alle palästinensischen Filmemacher stellt - egal wie viel Erfahrung sie haben.

Diese Woche wurde ein wenig bekannter Dokumentarfilm 5 Minutes From Home des unabhängigen Filmemachers Nahed Awwad gezeigt. Der Film aus dem Jahr 2008 beschäftigt sich mit der Geschichte des Flughafens von Jerusalem, der seit 1967 von der israelischen Armee besetzt ist. Der fesselnde Dokumentarfilm zeigt Awwad im Detail die selten gehörten Geschichten über Palästina in den 1950er und 60er Jahren, als die Palästinenser frei reisen konnten.

Das Programm für die nächste Woche wurde noch nicht bekannt gegeben, aber jeder angehende palästinensische Filmemacher oder arabische Kinoliebhaber sollte sich in den kommenden Wochen auf seiner Website auf dem Laufenden halten.

https://www.palestinefilminstitute.org/en/pfp

 

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