Liebe FreundInnen,Gerichte in England können
vielleicht mehr in der Öffentlichkeit bewirken als viele Appelle.
Vorige Woche wurde der Tod eines englischen TV-Kameramann durch
eine IOF-Kugel von einem englischen Gericht als Mord eingestuft. Es
wurde bei der Anhörung bezeugt, dass er eine weiße Fahne schwenkte,
als er im Flüchtlingslager in Rafah getötet wurde, das gleiche Lager
in dem Rachel Corrie und Tom Hurndall ebenfalls den Tod fand.
Diese Woche steht nun die Klage der Eltern von Tom Hurndall, der
drei Wochen nach Rachel's Tod erschossen wurde, als er versuchte,
kleine Kinder vor israelischen Scharfschützen zu retten. In beiden
Fällen geht es erstmal um das 'inquest', eine Anhörung über die
Todesursache, die in Großbritannien nach jedem fraglichen Tod
durchgeführt wurde (normalerweise wenige Tag danach). Ein
Gerichtsprozess gegen die Mörder folgt dann erst der Einstufung als
Mord. Der Generalstaatsanwalt wurde angerufen, gegen fünf
israelische Offiziere ein Prozess wegen Kriegsverbrechen zu
initiieren. Israel wurde von der Jury in der Anhörung 'mangelnde
Kooperation' vorgeworfen. Die israelisch Armee hatte sich geweigert,
Vertreter zu schicken.
Die beiden jungen Märtyrer waren eifrige Schreiber, die bewegende
Zeugnisse hinterlassen haben über ihre Gedanken schon seit
Kindertagen. Aus Rachels Schriften wurde voriges Jahr ein
Theaterstück gemacht, dass schneller ausverkauft war als irgendein
Stück in der 50jährigen Geschichte des Londoner Royal Court Theatre.
In USA wurde es 5 Wochen vor der Eröffnung 'auf unbestimmte Zeit
verschoben'. Beide Tatsachen sprechen für sich.