Liebe Leute,immer weiter eskaliert die
Siedlergewalt gegen PalästinenserInnen in Hebron. Zusätzlich zu den
körperlichen Angriffen sind vor ein paar Tagen z.B.drei Autos in
Brand gesetzt worden. Der Sohn eines der Besitzer (dessen Auto nicht
versichert war) stürzte als er vor Siedlerkinder, die ihn schlagen
wollten, weg lief, und brach sich die Hand. Und so weiter. Was die
Menschenrechtsarbeiter dort ertragen spottet auch jeder
Beschreibung. Viel wird es nicht nutzen, aber es scheint mir
geboten, den Versuch zu machen, und an den neuen
Verteidigungsminister Amir Peretz zu schreiben und die Diskrepanz
zwischen den Reaktionen der Armee auf steinewerfenden
palästinensischen Kindern und steinewerfenden Israelischen Kindern
anprangern. Ein Textvorschlag:
Children living in the Tel Rumeida area of Hebron are daily
subject to violence (stone-throwing and beating) by settler children.
Their elders apparantly approve of this practice. Israeli soldiers
stand by and watch. It cannot be considered an acceptable practice
that Israeli soldiers respond to stone-throwing Palestinian children
with live ammunition, whereas when confronted with stone-throwing
Israeli children in Hebron, they simply say they are unable to do
anything. While I understand that it is not the task of the army to
control civilians, the soldiers - who are always present - could
certainly admonish the children. Since they are continually present,
this would exercise a certain amount of deterrence. If this does not
help, it is imperative that the children of Hebron be protected by
police on their way to and from school wherever they are endangered!
Do you really need foreign human rights workers to do your police
work for you?
Peretz ist zu erreichen unter der Fax-Nr 00972-2-6954156, email
(weniger wirkungsvoll, m.E., sar@mod.gov.il. Justiz und Inneres
wären vielleicht auch eine Kopie wert, ich kann die Namen und Daten
aber nicht finden, versuche sie nachzureichen.
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Ein/e Student/in in Jenin schreibt, wie das Studentenleben fast
unmöglich gemacht wird durch eine ständige Zunahme der Checkpoints,
die sie daran hindern, rechtzeitig zur Uni zu gelangen, sowie
nächtliche Eingriffe in Studentenwohnheime, bei denen StudentInnen
raus geholt und befragt werden, während innerhalb des Hauses
rumgeschossen wird.
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Die AktivistInnen von New Profile und anderen Organisationen
haben den Tag der Nakba (ein Tag nach dem Unabhängigkeitstag für
Israel) genutzt um durch verschiedene Aktionen Israelis zu
informieren über das, was damals wirklich passiert ist - das
PalästinenserInnen vertrieben, ihre Häuser enteignet und Dörfer
zerstört wurden. Sie werden natürlich auch beschimpft und räumen
ein, dass Bewusstseinsveränderung ein sehr langsamer Prozess ist.
Das Projekt, das Flugblätter verteilt und Diavorstellungen
organisiert, z.B. am Eingang zu einem Kino, wird von dem Bund
Protestantischer Kirchen der Schweiz finanziert.
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Die größte britische Gewerkschaft von Schul- und
UniversitätslehrerInnen, das 40 000 Mitglieder zählt, erwägt einen
Boykott israelischer Dozenten, die sich nicht öffentlich von der
"Apartheidpolitik" der israelischen Regierung distanzieren. Die
diskutierte Resolution appelliert an die Gewerkschaftsmitglieder,
"die eigene Verantwortung für die Geltung von Gleichheit und
Nicht-diskriminierung auch bei Kontakten zu Kolleginnen und
Institutionen zu bedenken". "Ein akademischer Boykott ist eine
persönliche und Kollektive Handlung in Solidarität mit unseren
palästinensischen Kollegen, deren akademische Freiheit gegenwärtig
verweigert wird." ------------------------.
Für Samstag wird in England zu einer Großdemo im Trafalgar Square
aufgerufen: sie fordern Hilfe für verhungernde
PalästinenserInnen, ein Ende der Besetzung Palästinas und einer
Anerkennung der palästinensischen Demokratie.
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In Bil'in haben DemonstrantInnen Produkte der Besatzungsmacht
verbrannt und damit ihre Unterstützung für einen internen Boykott
bekundet. Sie werden nur örtlich hergestellte Waren benutzen und
damit zeigen, wie die PalästinenserInnen ihre Abhängigkeit von der
Besatzungswirtschaft beenden und die Strategien der ersten Intifada
wieder aufgreifen können.
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Ein hochinteressanter Artikel in Haaretz befasst sich mit den
Aussagen des israelischen Generals Ilan Paz, der sieben Jahre lang
für die Westbank zuständig war und soeben zurückgetreten ist vom
Militär.
Paz macht deutlich, dass ein in Chaos und Anarchie versinkendes
Palästina auf keine Weise im Interesse Israels liegen könnte. "Der
Konvergenzplan wird auch in 20 Jahren nicht implementiert werden.
Die gefährliche Kombination einer humanitären Krise, Chaos zuhause,
Massaker und Qassams wird Israel dazu zwingen, in die Westbank und
vielleicht auch Gaza zurück zu kehren. Das bedeutet Krieg,
eingezogene Reservisten, Tote und riesige wirtschaftliche Kosten."
"Die Erfahrung zeigt, dass Krisen und Knappheit nicht eine
Bevölkerung dazu bringen, einen Dialog mit dem Feind zu beginnen,
der für das Leid verantwortlich gehalten wird; sie werden nur den
Kampf gegen diesen Feind intensivieren."
"Wenn es kein Geld für das Schulsystem der PA gibt, wo wir
einigen Erfolg gehabt haben, provozierendes Material aus dem
Kurrikulum auszufiltern, werden die SchülerInnen in die Schulen der
Hamas eintreten, die aus islamistischen Quellen finanziert werden."
Israel selbst habe die Wahl von Hamas zu verantworten, weil man
allen unterlassen habe, was Abu Mazen verstärkt hätte. Der Abzug aus
Gaza, bei dem Israel "die Schlüssel auf die Erde geworfen hat,
anstatt sie an Abu Mazen auszuhändigen", hat es Hamas erlaubt, die
Verantwortung dafür sich selbst zuzuschreiben und die Fatah weiter
geschwächt. Paz räumt ein, dass Israel die PA daran gehindert habe,
selbst in den angeblich von ihr kontrollierten Gebieten, die Ordnung
aufrecht zu halten. "Während einer längeren Zeit haben wir es
bewaffneten. palästinensischen Polizisten nicht erlaubt, Gerichte,
Gefängnisse oder Banken zu schützen, nicht einmal in Dörfern bei
Familienfehden einzuschreiten".
"Es gibt einen palästinensischen Partner für eine Vereinbarung,
die dem Großteil der israelischen Öffentlichkeit annehmbar
erscheinen würden.... Irgendwann werden wir eine Lösung find müssen,
und sie wird mehr oder weniger identisch mit der von Clinton
skizzierten oder dem Genfer Abkommen. Die Frage ist, wieviel Blut
bis dahin vergossen wird.
Zu einigen besonders gewaltbereiten Siedlern in Hebron sagt Paz,
"Ich glaube es gibt keine Wahl, außer die Siedler von dort zu
entfernen... Seit anderthalb Jahren haben die Siedler auf der Maon
Farm die Kinder von Umm Tuba daran gehindert in die Schule zu gehen,
und attackiert sie selbst dann, wenn sie von der Armee begleitet
werden. Wieviele BewohnerInnen gibt es auf der Maon Farm? Kann man
sie nicht hindern?"
Tschüss für heute,
Anka