Liebe Leute,hier eine erste Auswahl aus den
aufgelaufenen Mails. Wünsche gute Lektüre.
Die israelisch Armee verteilt jetzt Fragebogen an SchülerInnen
des 11. Schuljahrs über ihre Bereitschaft, in der Armee zu dienen
und die Einstellungen ihrer Familien dazu. Verständlicherweise haben
sich viele Eltern empört. Inzwischen hat die Armee beschlossen, die
Befragungen anonym zu halten, sich dann aber auf Schulklassen zu
konzentrieren, in denen negativ gestimmte SchülerInnen sitzen. Es
geht darum, die Anzahl dienstbereiter Rekruten zu erhöhen. Klingt
aber nach Gesinnungsschnüffelei bei LehrerInnen.
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In einem Artikel in Haaretz vom 16.11. schreibt der Israeli
Baruch Kimmerling sorgenvoll darüber, dass Israel zur Zeit von zwei
"Cliquen" regiert wird, die mangels einer klaren Regierungspolitik
völlig frei handeln, eine davon im Finanz- die andere im
Verteidigungsministerium. Die gegenwärtigen andauernden, mordenden
und zerstörenden Angriffe im Gazastreifen werden allein von der
Armee bestimmt und verantwortet. Ein Armeesprecher betont seine
Überzeugung, dass nur so der Widerstand der Palästinenser zu brechen
sei. Wie blind muss man sein, um nicht zu erkennen, dass nur immer
mehr Gegengewalt provoziert wird? Inzwischen haben - nach zahllosen
toten palästinensischen ZivilistInnen - die Qassamraketen auch einen
Tod verursacht, mit Sicherheit einer zuviel, dass aber als eine
direkte Antwort an das Massaker an ZivilistInnen in Bet Hanun zu
sehen ist.
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Spanien, Italien und Frankreich werden einen neuen Friedensplan
an den EU Gipfel nächsten Monat vorlegen. Sie hoffen auch deutsche
und britische Unterstützung zu gewinnen. Der Plan hat fünf
Komponenten: ein sofortiger Waffenstillstand, die Bildung einer
Regierung der nationalen Einheit durch die Palästinenser, die
international anerkannt werden kann, ein Gefangenenaustausch,
inklusive der israelischen Soldaten, die im Sommer gefangen genommen
wurden, Gespräche zwischen Olmert und der Palästinenserautorität und
eine international Mission nach Gaza um den Waffenstillstand zu
beobachten. Es muss unbedingt Druck auf unsere Politiker ausgeübt
werden, dass sie auf den Plan eingehen.
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Ein geplanter Besuch des israelischen Botschafters nach
Großbritannien, Zvi Heifetz, wurde zurückgezogen auf Grund von
Reaktionen aus der Palästinasolidaritätsbewegung, die den Besuch als
"Schändung" der Synagoge brandmarkten und umfangreiche
Protestaktionen ankündigten.
"Jahrelang haben wir geschwiegen während die abstossendsten Lügen
vom "Israelischen Informationsbüro" verbreitet wurden... Jetzt
schreien die beraubten und gefolterten Opfer der Verbrechen Israels
zum Himmel um Gerechtigkeit und rufen anständige Menschen weltweit
an um Aktionen um die endlose ethnische Säuberung durch Israel zu
beenden."
Zur Nachahmung empfohlen?
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Auch in der Westbank geht das Töten weiter: in Qalqilya wurden
vor wenigen Tagen zwei Palästinenser getötet und 31 verletzt als die
Armee ein Haus umstellten in dem sie glaubten, der Leiter des
militärischen Flügels der Hamas sich versteckt hätte.
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Gideon Spiro zieht in der Zeitschrift Hagada Hasmalit eine
Parallele zwischen der Pogromnacht des 9. Nov. 38 und der Aktionen
der israelischen Armee in Gaza. Der 17-jährige Jude Herzel
Greensspan hat einen Sekretär der deutschen Botschaft in Paris am 7.
Nov. erschossen, als Rache für die Vertreibung seiner Familie nach
Polen. Dies gab den Vorwand für den am 9. Nov. begonnene Pogrom
gegen die Juden. Ähnlich sieht er die Funktion der Gefangennahme von
Gilad Shalit als Vorwand für die Militäraktionen in Gaza.
Solche Vergleiche, in Deutschland wohl zurecht verpönt, gelten in
Israel häufig als evident.
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Bei einer Untersuchung über die Aktivitäten der jüdischen
Lobbyorganisation AIPAC (American Israel Public Affairs Committee)
hat eine Umfrage gezeigt, dass etwa die Hälfte der Amerikaner (ein
anderer Bericht sagt 39%) diese Lobby als ein entscheidendes Element
betrachten bei der Entscheidung der Bushregierung, Irak anzugreifen
und sich so unbeugsam gegen das Atomprogramm Irans zu stellen. Nach
einer anderen Studie, die die Enstellung von DozentInnen in
amerikanischen Universitäten untersuchte, hat ein "bedeutender
Prozentsatz" (anderswo "etwa ein Drittel") Israel und die USA als
"Bedrohungen der globalen Stabilität" bezeichnet.
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AktivistInnen der "Anarchists against the Wall" haben sich
Panzern und Bulldozer zwischen den Erez und Karni Übergängen nach
Gaza. Sie haben nachgemachte Körperteile herumgestreut, während
überraschte Soldaten zuschauten. Zugleich fuhr eine Prozession von
etwa 40 Peace Now Aktivisten durch Sderot (wo die meisten
Qassamraketen landen) auf dem Weg zum Erezübergang mit einem
Transparent auf dem stand "nur politische Gespräche können die
Qassams anhalten".
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Etwa 50 erwachsenen, männliche Siedler, manche mit Gewehren, sind
auf das Dorf Tuba zugelaufen. Eine Gruppe Schulkinder, die unter
Militäreskorte auf dem Weg in die Schule waren, sind in Panik nach
Hause gelaufen. Die Siedler, die zunächst behaupteten, sie gingen
nur spazieren, sind in das Dorf eingedrungen, haben mit Steinen
geworfen und einen Behälter mit (kostbaren) Wasser geleert. Die
herbeigerufene Polizei sah keinerlei Beweise, die ein Einschreiten
rechtfertigten.
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Eine militärische Order ist angekündigt worden, die es Israelis
offiziell verbieten soll, PalästinenserInnen in den besetzten
Gebieten in ihren Autos zu transportieren. Ein früherer
Verbotsversuch konnte mangels offizieller, schriftlicher
Niederlegung nicht durchgesetzt werden.
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Ich grüße euch,
Anka