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ief-aus-Israel]


 

 From: "Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus den besetzten Gebieten  

 

Brief aus Israel 15.2.06
 

Liebe FreundInnen,

Art Gish, ein Mitglied des Christian Peace Team in Hebron, schreibt über Erfahrungen, die ihm zeigen "wie die Besetzung auch diejenigen, die die Unterdrückung gestalten, darin gefangen sind."

"Viele israelische Soldaten fragen mich über Santa Claus,  wahrscheinlich wegen meines buschigen Bartes und roter CPT Mütze... Vor Kurzem hielt mich ein Soldat in Hebron an und fragte mich, ob ich Santa kenne. 'Ja, er ist mein Bruder' sagte ich und fragte ihn, ob Santa Claus ihm gute Dinge bringe. Er antwortete, 'Nein, Santa bringt mir nichts, weil ich Schlechtes tue. Soldaten tun schlechte Dinge.'

Eine Gruppe Israelis mit den Rabbis for Human Rights kamen neulich nach At-Tuwani, um in einem Nachbardorf Bäume zu pflanzen. Mehr als 20 Soldaten erklärten das Gebiet eine geschlossene Militärzone und befahlen allen, zu gehen, um das Pflanzen der Bäume zu verhindern. Die Soldaten benahmen sich auf gemeine Art. Ich ging zu einem, der sich auch früher gemein verhalten hatte, und sagte ihm, Olivenbäume seien Symbole des Friedens und keine Bedrohung für friedliebende Menschen. Er antwortete, 'Ich weiß, aber ich muss Befehle ausführen. Es ist eine komplexe Situation und ein persönliches Dilemma für mich.'

In beiden Situationen zeigten sich die Soldaten als verletzlich und ich empfand Mitgefühl für sie. Ich bedaure Soldaten überall, die sich gefangen fühlen und gezwungen werden, Dinge zu tun, die sie ihr Leben lang bereuen werden. Wir können und müssen diesen Kreislauf der Gewalt beenden. Es ist nicht wahr, dass wir nur Befehle ausführen müssen. Wir sind für unsere Handlungen verantwortlich. Es kann teuer sein, das Rechte zu tun, aber auf lange Zeit gesehen kann es noch teuerer sein, den Wahnsinn der Beherrschung und Gewalt aufrecht zu halten.

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"Gemischt Botschaften" schreibt Dorothy: Das israelische Militär scheint Probleme zu haben, ihre Armee auf der gewünschten Stärke zu halten. Dabei setzt sie jetzt sich merkwürdig widersprechende neue Richtlinien in Kraft. Einerseits soll die Dienstzeit allmählich von 3 auf 2 Jahre runtergesetzt werden, das natürlich eine starke Reduktion zur Folge hätte, allerdings auch viel Geld spart. Dies wird allerdings als Wahlversprechen von Olmert gesehen, um Stimmen bei den Wahlen Ende März zu gewinnen. Zugleich sollen künftig alle möglichen medizinische Gründe für eine Befreiung nicht mehr gelten, darunter: Diabetes, Epilepsie, Gehörlosigkeit, Krebs und eine Glutenallergie (Gluten ist in allen Weizenprodukten vorhanden). Zugleich soll die Anzahl derer, die befreit werden aufgrund von Asthma, psychischen Problemen, chronischer Erkältung, orthopedischen und anderen medizinischen, inklusive gynäkologischen Probleme stark reduziert werden. Dazu gehören auch noch Menschen die unter Konzentrationsschwierigkeiten, Hyperaktivität und Legasthenie leiden. Man hofft dadurch etwa 13 000 mehr Kombattanten zu gewinnen.

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Frauen von Machsom Watch beschreiben den Zustand am neuen Qalandia Checkpoint bei starkem Regen. PalästinenserInnen, die durch den Checkpoint wollen, müssen 200 bis 400m von ihren Taxis laufen, bis zum 'Terminalgebäude', durch knöcheltiefen Matsch und sogar einem See waten, völlig durchnässt - auch natürlich kleine Kinder, Kranke, Alte, Behinderte. Die großen Parkplätze neben dem Gebäude, die von den wenigsten genutzt werden können, erscheinen als Hohn.

Die Frauen der Frühschicht erhielten auch von einem Taxifahrer ein Landenteignungsbeschluss, der ihm vor wenigen Tagen ausgehändigt worden war mit der "Bitte", dafür zu sorgen, dass sie die Person erreichte, die sie anging. Diese Art, wichtige Informationen an die Palästinenser zu "liefern" ist offenbar Gang und Gäbe überall wo Land enteignet wird: sie wird an irgendjemand ausgehändigt der zufällig zugegen ist, auf den Boden geworfen, auf Wände geklebt. In diesem Fall war der letzte Termin für einen Widerspruch dagegen der 16. Feb. Wir sollten diese unglückliche Person ausfindig machen, so dass man ihm helfen könne, gerichtliche Schritte zu unternehmen.

*Der Appetit der Besatzung kennt keine Grenzen!* schließt ihr  Bericht.

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In Großbritannien hat die Organisation "Architects and Planners fürJustice in Palestine" einen Aufruf veröffentlicht, alle Baufirmen, die beteiligt sind am Bau des Trennungszauns oder Siedlungen in den besetzten Gebieten und Jerusalem, zu boykottieren. Führende Architekten gehören der Organisation an. Dies ist die erste Maßnahme dieser Art seit dem Boykott gegen Südafrika in den sechziger Jahren. Die Organisation hat einzelne Schritte noch nicht konsolidiert, überlebt aber die Veröffentlichung von Firmen in Großbritanien und der EU zu veröffentlichen, die Baumaterial für den Siedlungsbau liefern.

Es gibt viele Protestbewegungen in Großbritannien, gegen den  Krieg in Irak und Unterdrückung in Tibet u.a., aber der Protest gegen Israel ist am stärksten, sowohl weil Israel viel in den Medien vorkommt aber auch weil es von großen Kreisen des Landes und des Parlaments Unterstützung erfährt.

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Ich grüße euch,

Anka

 

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