Liebe FreundInnen,Art Gish, ein Mitglied des Christian Peace Team
in Hebron, schreibt über Erfahrungen, die ihm zeigen "wie die
Besetzung auch diejenigen, die die Unterdrückung gestalten, darin
gefangen sind."
"Viele israelische Soldaten fragen mich über
Santa Claus, wahrscheinlich wegen meines buschigen Bartes und
roter CPT Mütze... Vor Kurzem hielt mich ein Soldat in Hebron an und
fragte mich, ob ich Santa kenne. 'Ja, er ist mein Bruder' sagte ich
und fragte ihn, ob Santa Claus ihm gute Dinge bringe. Er antwortete,
'Nein, Santa bringt mir nichts, weil ich Schlechtes tue. Soldaten
tun schlechte Dinge.'
Eine Gruppe Israelis mit den Rabbis for Human
Rights kamen neulich nach At-Tuwani, um in einem Nachbardorf Bäume
zu pflanzen. Mehr als 20 Soldaten erklärten das Gebiet eine
geschlossene Militärzone und befahlen allen, zu gehen, um das
Pflanzen der Bäume zu verhindern. Die Soldaten benahmen sich auf
gemeine Art. Ich ging zu einem, der sich auch früher gemein
verhalten hatte, und sagte ihm, Olivenbäume seien Symbole des
Friedens und keine Bedrohung für friedliebende Menschen. Er
antwortete, 'Ich weiß, aber ich muss Befehle ausführen. Es ist eine
komplexe Situation und ein persönliches Dilemma für mich.'
In beiden Situationen zeigten sich die Soldaten
als verletzlich und ich empfand Mitgefühl für sie. Ich bedaure
Soldaten überall, die sich gefangen fühlen und gezwungen werden,
Dinge zu tun, die sie ihr Leben lang bereuen werden. Wir können und
müssen diesen Kreislauf der Gewalt beenden. Es ist nicht wahr, dass
wir nur Befehle ausführen müssen. Wir sind für unsere Handlungen
verantwortlich. Es kann teuer sein, das Rechte zu tun, aber auf
lange Zeit gesehen kann es noch teuerer sein, den Wahnsinn der
Beherrschung und Gewalt aufrecht zu halten.
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"Gemischt Botschaften" schreibt Dorothy: Das
israelische Militär scheint Probleme zu haben, ihre Armee auf der
gewünschten Stärke zu halten. Dabei setzt sie jetzt sich merkwürdig
widersprechende neue Richtlinien in Kraft. Einerseits soll die
Dienstzeit allmählich von 3 auf 2 Jahre runtergesetzt werden, das
natürlich eine starke Reduktion zur Folge hätte, allerdings auch
viel Geld spart. Dies wird allerdings als Wahlversprechen von Olmert
gesehen, um Stimmen bei den Wahlen Ende März zu gewinnen. Zugleich
sollen künftig alle möglichen medizinische Gründe für eine Befreiung
nicht mehr gelten, darunter: Diabetes, Epilepsie, Gehörlosigkeit,
Krebs und eine Glutenallergie (Gluten ist in allen Weizenprodukten
vorhanden). Zugleich soll die Anzahl derer, die befreit werden
aufgrund von Asthma, psychischen Problemen, chronischer Erkältung,
orthopedischen und anderen medizinischen, inklusive gynäkologischen
Probleme stark reduziert werden. Dazu gehören auch noch Menschen die
unter Konzentrationsschwierigkeiten, Hyperaktivität und Legasthenie
leiden. Man hofft dadurch etwa 13 000 mehr Kombattanten zu gewinnen.
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Frauen von Machsom Watch beschreiben den Zustand
am neuen Qalandia Checkpoint bei starkem Regen. PalästinenserInnen,
die durch den Checkpoint wollen, müssen 200 bis 400m von ihren Taxis
laufen, bis zum 'Terminalgebäude', durch knöcheltiefen Matsch und
sogar einem See waten, völlig durchnässt - auch natürlich kleine
Kinder, Kranke, Alte, Behinderte. Die großen Parkplätze neben dem
Gebäude, die von den wenigsten genutzt werden können, erscheinen als
Hohn.
Die Frauen der Frühschicht erhielten auch von
einem Taxifahrer ein Landenteignungsbeschluss, der ihm vor wenigen
Tagen ausgehändigt worden war mit der "Bitte", dafür zu sorgen, dass
sie die Person erreichte, die sie anging. Diese Art, wichtige
Informationen an die Palästinenser zu "liefern" ist offenbar Gang
und Gäbe überall wo Land enteignet wird: sie wird an irgendjemand
ausgehändigt der zufällig zugegen ist, auf den Boden geworfen, auf
Wände geklebt. In diesem Fall war der letzte Termin für einen
Widerspruch dagegen der 16. Feb. Wir sollten diese unglückliche
Person ausfindig machen, so dass man ihm helfen könne, gerichtliche
Schritte zu unternehmen.
*Der Appetit der Besatzung kennt keine Grenzen!*
schließt ihr Bericht.
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In Großbritannien hat die Organisation "Architects
and Planners fürJustice in Palestine" einen Aufruf veröffentlicht,
alle Baufirmen, die beteiligt sind am Bau des Trennungszauns oder
Siedlungen in den besetzten Gebieten und Jerusalem, zu boykottieren.
Führende Architekten gehören der Organisation an. Dies ist die erste
Maßnahme dieser Art seit dem Boykott gegen Südafrika in den
sechziger Jahren. Die Organisation hat einzelne Schritte noch nicht
konsolidiert, überlebt aber die Veröffentlichung von Firmen in
Großbritanien und der EU zu veröffentlichen, die Baumaterial für den
Siedlungsbau liefern.
Es gibt viele Protestbewegungen in
Großbritannien, gegen den Krieg in Irak und Unterdrückung in
Tibet u.a., aber der Protest gegen Israel ist am stärksten, sowohl
weil Israel viel in den Medien vorkommt aber auch weil es von großen
Kreisen des Landes und des Parlaments Unterstützung erfährt.
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Ich grüße euch,
Anka