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From:
"Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net
To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de
Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus
den besetzten Gebieten
Brief aus Israel 30.1.2007
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Liebe Leute,
Genugtuung: der Antikriegsprotest in Washington
am Samstag hat tatsächlich an die 150 000 Menschen zusammengebracht,
nicht "Zehntausende", wie auch unsere Medien berichtet haben. Demos
in Washington finden oft genug statt, dass ist nicht schwierig ist,
die Zahlen einigermaßen akkurat zu schätzen. Dass die meisten Medien
aber in den Händen von Menschen sind, die solch eine Demo kleinreden
möchten, ist ohnehin klar.
Und die Macht derer, die die Bushpolitik, auch
und vor allem die Israelpolitik, unterstützen reicht überall hin und
kann jeden treffen.
So war ich entsetzt zu erfahren dass 12
Mitglieder des Rates von Jimmy Carters Friedensstiftung
zurückgetreten sind als Reaktion auf Carters Buch "Palestine - Peace
not Apartheid". Oder eher als Reaktion auf die Kritik gegen das
Buch, die natürlich von jüdischen Kreisen gesteuert wird. Das klingt
antisemitisch. Es tut mir leid. Ich weiß, dass die Mehrheit der
amerikanischen Juden die Extremposition einiger ihrer Wortführer
nicht teilt. Dennoch sind es jüdische Kreise. Diese Handlungsweise
ist auch keineswegs neu. Der Amerikaner palästinensischer Herkunft
George Bisharat berichtet von einem Erlebnis seines Vaters im Jahr
1981. Sein Vater, palästinensicher Immigrant und anerkannter Arzt in
Sacramento, Calif., hatte hin und wieder auf das Leiden seines
Volkes hingewiesen und öfters in den Medien Ereignisse im Nahen
Osten kommentiert. Ein junger (jüdischer) Freund hat eines Tages
angeboten, die Bilder des Vaters, der Hobbymaler war, in seiner
Kunstgalerie auszustellen. Kurz später hat er die Ausstellung zu
seinem eigenen Bedauern wieder abgesagt. Menschen aus der jüdischen
Gemeinde hätten ihn besucht und einen Boykott angekündigt, der ihn
zwingen würde, seine Gallerie zu schließen, wenn er die Bilder
zeigt. So einfach ist das - bis heute!
Ein weiteres Beispiel. Senator Jim Abourezk
schreibt in der Zeitung Christian Science Monitor vom 29.01.07 über
die Praxis von pro-Israel Organisationen, jedem Kongressmitglied
finanzielle Unterstützung zu versprechen, wenn das Mitglied eine
Selbstverpflichtung unterschreibt, dass er/sie Maßnahmen, die Israel
betreffen, in ihrem Sinn behandeln wird. 10% der von
Kongressmitgliedern unternommenen Auslandsreisen gehen im Übrigen
nach Israel - meist umsonst - wo sie dann erwartungsgemäß v.a. mit
Regierungssprechern zusammengebracht werden.
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Die Frauen in Schwarz in Los Angeles rufen auf zu
einer Schweigemahnwache für einen Boykott der Israel Philharmonic
Orchestra, die mehrere Konzerte in der nächsten Woche in LA geben
wird.Ihre Briefe an das Orchester sowie an das LA Philharmonic
Orchestra sind auf der Webseite der Frauen in Schwarz
www.wib-la.org zu finden.
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Da wegen der Windrichtung Tränengas nicht wirkte
bei der Bil'indemo vorigen Freitag, hat die Armee die
DemonstrantInnen einfach geschoben und mit Schlagstöcken bearbeitet.
Gefragt ob es nicht genug gewesen sei, ein 11-jähriges Mädchen zu
töten, antwortete ein Soldat, "Sie hats wahrscheinlich verdient."
Ein 7-minütiger Film über die Demos in Bil'in,
der kürzlich auf der BBC gezeigt wurde, kann eingesehen werden unter
www.channel4.com/news/special-reports/special-reports-storypage.jsp?id=4458.
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Uri Dan, loyaler Sprecher Ariel Sharons über fast
50 Jahre, hat kurz vor seinem Tod in Frankreich ein Buch
veröffentlicht. Es befindet sich darin ein Bericht von einem
Gespräch mit Präsident Bush, von dem ihm Sharon erzählt habe. Sharon
habe um Erlaubnis gebeten, Arafat zu töten und Bush hätte sie
erteilt, es müsse nur unerkennbar geschehen. Als Dan Sharon später
gefragt habe, ob die Tat durchgeführt worden sei, habe Sharon
geantwortet: "Es ist besser, nicht davon zu reden." Dan habe das als
Bestätigung gewertet.
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Der Stamm der Jahalin ist in den fünfziger Jahren
von Israel in die Westbank vertrieben worden. Jetzt sollen sie auch
dort vertrieben werden. 30 Orte, an denen Jahalin leben, etwa 3000
Menschen, werden auf der israelischen Seite der Mauer bleiben, die
um die großen Siedlungen gebaut werden soll. Sie sollen aus ihren
Wohnungen evakuiert werden.
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Gruß, Anka |
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