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ief-aus-Israel]


 

 From: "Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus den besetzten Gebieten  

 

Brief aus Israel 30.3.2007
 

Liebe FreundInnen,

(...)

Dir Organisation Avaaz will in Jerusalem auf Riesenplakaten demonstrieren für die Aufnahme von Gesprächen zwischen Israel und der Arabischen Liga. Sie bitten um Unterschriften mit denen sie werben können unter http://www.avaaz.org/en/real_middle_east_talks
< http://www.avaaz.org/en/real_middle_east_talks/?cl=4186086 > .

60 000 haben sie schon, 100 000 wäre besser. Immer mehr Stimmen aus Israel betonen dass die große Mehrheit der Bevölkerung einen unabhängigen Palästinenserstaat sobald wie möglich möchte. Nur haben sie diesmal wohl selber 'kein Verhandlungspartner'. Keiner unterstützt Olmert mehr, zumal er auch persönlich von verschiedenen Seiten untersucht wird. Könnte er bloß die Zeichen der Zeit erkennen und die Tatsache, dass er nichts zu verlieren hat wenn er endlich einen Schritt zum Frieden tut.


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Zwischen 10 und 20 lesbische Palästinenserinnen haben den Mut zu einer Konferenz gefunden, die in Haifa gehalten wurde, da Homosexualität in der arabischen Welt wie man weiß immer noch sehr angefeindet wird und absolut tabu ist. So muss man den Mut wirklich bewundern von den ganz vereinzelten Frauen, die sich geoutet haben. Auch die KonferenzteilnehmerInnen haben zum großen Teil ihre Identität nicht preisgegeben. In Tel Aviv gibt es eine florierende jüdische Homosexuellengemeinschaft, in Jerusalem haben aber auch Juden unter den vielen Orthodoxen einen wesentlich schwereren Stand.


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Anfang Juni wird zur Erinnerung an 40 Jahre Okkupation ein Symposium in Ramallah organisiert von der "Israeli-palästinensischen internationalen Koalition zur Beendigung der Besatzung und für einen gerechten Frieden". Man hofft auf rege Beteiligung mit wichtigen internationalen Persönlichkeiten. Zugleich organisiert Gush Shalom mit einer Initiative israelischer Friedenskräfte eine Woche der Veranstaltungen überall in Israel. Etliche kreative Ideen werden entwickelt, z.B eine große "40" als Labyrinth auf dem Rabin Square in Tel-Aviv, durch das passanten hindurch müssen, mit Fotos der Besatzung und einem "Checkpoint". Am Ende der Woche wird es eine größe Demonstration geben. Man bittet herzlich um finanzielle Unterstützung. Schecks können an Gush Shalom, POB 3322, Tel-Aviv 61033 Israel geschickt werden. Dort kann man sich auch erkundigen nach einer Möglichkeit, in Deutschland eine steuerabzugsfähige Spende zu machen.

 


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Amos schreibt:

Ständig ist die Stadt Jerusalem dabei, palästinensische Häuser im Osten der Stadt zu zerstören. Am 20 März waren es die Familien von Suud Sanaaq und Abu Sneneh. Suud Sanaq lebt mit ihrem Sohn, zwei Töchtern und ihrer Enkelin in einem Haus, das neben dem alten Familienhaus gebaut wurde in French Hill. Ihre Enkelin ist meist im Krankenhaus wegen Gehirn und Nierentumore. Das Land der Familie wurde 1967 enteignet. Abu Snenehs Haus wurde auf "gefrorenem Grünland" gebaut, auf dem das Bauen verboten ist. Da er keine andere Möglichkeit hatte, baute er trotzdem.
Er lebte dort mit seiner Mutter, seiner FRau und 6 Kindern.

Hinter den zerstörten Häusern stehen zwei Siedlerhäuser.

Khaled Daoud Fakaah, 6 Monate alt, starb an der 'Atara Straßensperre während Soldaten die Papiere seiner Eltern und des Fahrers kontrollierten, der sie ins Krankenhaus in Ramallah fuhr. Sie waren am 8. März nachts um 0.45 unterwegs. Der Vater des Kindes sagte den Soldaten sein Sohn wäre ein Notfall wegen Atmungsbeschwerden. Er bat darum, direkt durchgelassen zu werden zum Krankenhaus, in dem das Kind bereits wegen Atmungsproblemen behandelt worden war. Die Soldaten kontrollierten die Papiere etwa 20 Minuten lang, da war das Kind tot.

Sie waren von Kufr 'Ein nach Ramallah unterwegs - beide innerhalb der besetzten Westbank.


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Etwa 50 % der Kinder im besetzten Palästina leiden inzwischen an Unterernährung. Ich las gestern ein Bericht - den ich irgendwie nicht mehr wieder finde - über drei palästinensische Teenager, die beschlossen, selber etwas gegen den Hunger zu tun und in Israel Arbeit zu suchen.
Sie schlichen sich in der Nacht an den Stacheldrahtzaun, der sie vom israelischen Territorium trennte, wurden aber von Soldaten sofort gesehen. Diese reagierten mit ihren Gewehren, durch die einer der Jungs sofort starb. Die anderen zwei wurden erstmal - angeschossen und blutend, einer in der Schulter, der andere in den hintern - gezwungen, vor den Soldaten herzulaufen bis zu ihrem Posten. Sie wurden schließlich - man staunt - behandelt und freigelassen. Um einen guten Freund ärmer. Und kein bisschen satt.
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Ich grüße euch,
Anka

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