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 From: "Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus den besetzten Gebieten  

 

Brief aus Israel 8.8.2007
 

Dorothy schickt einen Artikel über eine mutige israelischen Mutter, die öffentlich - auch dem Militär gegenüber - erklärt, dass sie ihrem zur Zeit 15-jährigen Sohn nicht erlauben wird, sich zur Armee zu melden.
Obwohl sie ihre eigene Tochter durch ein Selbstmordattentat verloren hat. Dorothy schreibt dazu, sie habe gerade mit einem jungen Mann, dem sie ein Quäntchen davon vermitteln wollte, was es bedeutet in den besetzten Gebieten zu leben, 3 palästinensische Familien besucht. "Alle drei sind mir sehr lieb. Alle sind auch psychisch gesund und human eingestellt. Ich bin immer wieder aus Neue erstaunt, wie ein Mensch, der von einem israelischen Soldaten angeschossen wurde und lebenslang gelähmt ist (während er nicht mehr tat, als die Kinder ins Haus zu rufen und die Mütter zu warnen, das die Armee ins Dorf einfalle), weiterhin psychisch gesund und human bleiben kann, und weiterhin glauben kann an ein glücklicheres Land in dem Juden, Moslems und Christen zusammen leben können. Doch, so ist es. Er ist immer eine Inspiration."

Und die israelisch Mutter, Nurit Peled Elhanan schreibt: "Als ich gefragt wurde warum ich meinem Sohn nicht erlauben würde, sich zur Armee zu melden, erklärte ich dass eine Armee, die nun sein 40 Jahren an der systematischen und wachsenden Misshandlung einer zivilen Bevölkerung,.. eine Armee, die ihren Soldaten beibringt dass das Töten von palästinensischen Kinder und von denjenigen, die sie schützen, wie Rachel Corrie und James Miller, kein Verbrechen ist, eine Armee deren Kommandeure immun sind gegen Strafe obwohl sie täglich Verbrechen gegen die Menschheit begehen, kein angemessener Ort ist für meinen Sohn, der erzogen wurde, Menschen zu lieben, der palästinensische Freunde hat,... die dem gleichen Regime des Terrors und täglicher Qual unterliegen...

"Jeder, der sich zur Armee meldet, weiß das. Die halbe Nation! Wieviel junge Männer und Frauen die einfach unbewegt sind durch das Weinen eines Kindes, den Qualen einer Frau in den Wehen, den Bitten eines alten Mannes und dem Tod von tausenden unschuldigen Menschen?...

"Und wenn mein Sohn Yigal wirklich teilnehmen will an militärischen Programmen, die sie Schülern ab dem 10. Schuljahr auferlegen oder, Gott behüte, sich zur Besatzungsarmee und zur Quälerei meldet, werde ich es als entsetzlichen Erziehungsfehler sehen. Ein entsetzlicher mütterlicher Fehler. Und wenn ich nicht alles tue, was ich kann, um zu verhindern dass er mit 18 ein Mörder oder eine Leiche wird, werde ich wissen, dass ich ihn und meine Berufung als Mutter verraten habe."


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Die folgenden, von mir sehr verkürzten Berichte kommen von der ISM:

Im Dorf Zawata, nahe Nablus, haben Soldaten ein Haus zerstört und sind in ein weiteres eingedrungen, wo sie eine Person befragten und währenddessen die äußeren Mauern zerstörten. Menschenrechtsaktivisten versuchten, die Zerstörung zu hindern. Die Armee blockierte den Eingang eines Krankenwagens, der für eine schwangere Frau gerufen worden war.
Die Armee drängten Beobachter mit Gewalt weg von der Zerstörung des ersten Hauses. Als ein gesetzlicher Menschenrechtsbeobachter erschien, hat die Armee offen zugegeben, dass sie keine Demolitionsorder hätten. Anschließen griffen die Soldaten dennoch Menschenrechtsbeobachter mit Gewalt an, die Dokumentation und Autorisation für die Zerstörung verlangten.


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In Tel Rumeida haben Internationale einen behinderten Palästinenser unterstützt, der versuchte, eine Parzelle seines Landes vom Vandalismus durch Siedler zu bereinigen. Bald kamen Soldaten und untersagten es, Bretter zu entfernen, die an Bäume genagelt worden waren. Nachdem der Pal. seine Besitzdokumente vorgezeigt hatten, sagten die Soldaten dennoch, die Entfernung des Holzes sei Diebstahl. Trotz Soldaten- und Polizeianwesenheit haben Siedler weiterhin die Arbeit gehindert. Schließlich kam ein alter, gebrechlich aussehender Siedler herbei, auf ein Stock gestützt, und fing mit diesem plötzlich an, die MenschenrechtlerInnen anzugreifen. Der Stock hatte ein Metallspitze. Er schlug damit heftig auf eine Frau und ein Mann ein. Daraufhin musste die Polizei schließlcih eingreifen und nahm den Mann fest. Die weitere Arbeit an dem Grundstück wurde wegen der "aufgeheizten Lage" verboten. Später wurde der alte Mann freigelassen, da die Polizei ihn "am Sabbat nicht verhaften könne". Siedler durften sich anschließend weiterhin frei auf dem palästinensischen Grundstück bewegen und sich mit Militär und Polizisten unterhalten.


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In der Nähe des Dorfes Susiya haben Siedler angefangen, auf einem palästinensischen Grundstück Bewässerungsrohre zu verlegen. Obwohl sie bereits viermal nach Eingreifen von Menschenrechtsbeobachter von der Polizei verhindert wurden, arbeiten sie immer wieder weiter.


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In einem langen Bericht wird beschrieben, wie Siedler aus der Siedlung Efrata nahe Bethlehem versuchen, einen neuen Außenposten zu errichten, wie sie hunderte von Unterstützern aus Israel herbeigerufen haben, denen es gemeinsam leicht fiel, alle - gewaltlosen - Bemühungen der Polizei und der Armee, sich ihnen in den Weg zu stellen, einfach zu umgehen. Die meisten wurden am Ende doch mit Bussen wieder vom Grundstück entfernt, dennoch wurden einige noch am nächsten Tag dort gesichtet. Man vergleiche das Verhalten von Armee und Polizei mit ihrem Vorgehen bei friedlichen Demonstrationen der Palästinenser, die ihren rechtmäßigen Besitz auch nur symbolisch wiederbesetzen wollen!


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Das Sommerlager in Hebron ist inzwischen erfolgreich mit viel Spaß und Gelächter durchgeführt worden und wird mit einer großen Fete beendet.

Allerdings hat nicht alles nach Wunsch geklappt. Ein Ausflug wurde organisiert mit etwa 100 Kindern, die zwei andere Dörfer besuchen wollten und sich mit den Dorfkindern über ihre Situation und Schwierigkeiten austauschen. Eines der Besuche wurde erfolgreich durchgeführt, aber bei der Rückkehr zu ihren Bussen, die sorgsam neben (nicht auf) der Straße geparkt waren, fanden sie Soldaten vor, die ihnen illegales Parken vorwarfen und sagten, die Fahrer würden eine Buße von 1000 Shekel zahlen müssen. Obwohl die Kinder bereits die 20 mitgeführten Wasserflaschen geleert hatten und nahezu 30 Grad herrschten erschien die Polizei erst nach einer Stunde. Die Kinder umringten daraufhin die Jeeps der Polizei und Armee und skandierten "Wir wollen gehen!" Sonst blieben  sie aber ruhig, haben in den Bussen gesessen oder in der Nähe gespielt.
Nach langer Diskussion mit der Polizei und vielen Anrufen an Menschenrechtsorganisationen und schließlich auch an die US Botschaft (da zwei der Internationalen Amerikaner waren) wurden sie alle freigelassen. Im 10 Minuten entfernten zweiten Dorf konnten sie endlich Wasser aus dem Brunnen trinken. Für den geplanten Bau von Drachen blieb aber keine Zeit. Die Kinder waren dennoch sehr beeindruckt, dass es Menschen gebe, denen es sogar schlechter geht als ihnen, die ohne Strom und fließendem Wasser leben.


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In einem Flüchtlingslager nahe Nablus haben Soldaten insgesamt neun Häuser besetzt, indem sie ihren Weg durch die Wände von Haus zu Haus freisprengten, ohne auf die Straße zu gehen. Sie zwangen - wie immer - alle BewohlnerInnen eines Hauses in ein Zimmer und hielten sie dort fest. Als sie gefragt wurden, wen sie suchten, sagten sie, sie suchen alle, da alle Palästinenser Hamasanhänger seien.

Als die Soldaten schließlich nach längerer Zeit abzogen, wurden Menschenrechts-AktivistInnen aufmerksam gemacht auf einen Militärposten, der in einem weiter entfernten Haus verharrte. Sie gingen dahin und sprachen die Soldaten durch die Tür an. Immer wieder forderten sie die Soldaten auf, das Haus zu verlassen, da es nicht nur illegal sei, Menschen als Schutzschilder zu benutzen, sondern ihre Aktion auch beendet und es Zeit sei, sich zurück zu ziehen. Nach unentwegter Aufforderung zogen sich die Soldaten schließlich tatsächlich aus dem Haus zurück. Im Haus befanden sich 35 Menschen, 20 davon Kinder. Die Soldaten hatten es 8 Stunden besetzt gehalten.

Später kehrten einige Jeeps zurück ins Lager. Die internationalen Menscherechts-AktivistInnen setzten sich auf die Straße und hinderten dadurch die Weiterfahr der Jeeps. Sie verharrten dort 40 Minuten lang, trotz Beschuss durch Gummikugeln und "Knallbomben" auf sie und auch auf einige in der Nähe stehenden Jungen. Auch Bemühungen, sie zu vertreiben, indem die Jeeps mit Vollgas auf sie zurasten und nur wenige Zentimeter vor ihnen zum STehen kamen, schlugen fehl. Die AktivistInnen brüllten die Soldaten unentwegt an: "Wisst ihr, was passiert, wenn ihr auf die Kinder schießt? Ihr tötet Kinder. Ihr habt Brüder in dem Alter. Das sind eure kleinen Brüder. Ihr schießt auf eure Brüder." Drei der Jugendlichen wurden verletzt. Dennoch, als die Soldaten mit ihren Jeeps wiederholt auf sie zufuhren machten die Internationale eine "Raucherpause" um zu beweisen, wie unbeindruckt sie dadurch waren. Nach 40 Minuten gaben die Soldaten auf und fuhren davon.

Hut ab.

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Bei der 129. Demonstration in Bil'in haben Demonstranten eine andere Route als sonst gewählt, wurden aber sofort mit Tränengas und Gummigeschossen zurückgetrieben. Wegen ungünstiger Winde haben viele unter dem Tränengas gelitten, während mehrere Feuer durch die Kanister entfacht wurden. Nach Bemühungen, sie zu begrenzen und zu löschen, mussten die DemonstrantInnen unverrichteter Dinge zurückweichen. Aus Respekt für die Familie einer Frau aus dem Dorf, die vor Kurzem bei einer Entbindung gestorben war, wurde die Demonstration auf eine Stunde begrenzt.


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Am 29. Juli berichtet der ISM, dass inzwischen 16 Menschen gestorben sind beim Warten darauf, dass der Grenzübergang von Ägypten in den Gazastreifen geöffnet wird. Etwa 6000 Menschen saßen dort fest (viele wohl immer noch), von denen 1200 nach Ägypten gefahren waren für medizinische Behandlung. Viele hunderte sind Menschen, die im Ausland wohnen und Verwandte in Gaza besuchen wollen, oder im Ausland studieren und zu ihren Familien in den Ferien wollen.


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Mehrere Berichte erzählen von der Beteiligung von Internationalen am Wiederaufbau von zerstörten palästinensischen Häusern durch das Israeli Committee Against House Demolition, zusammen mit Schweizern, Amerikanern, Italiener, Englander und Palästinensern, die trotz Sprachschwierigkeiten keine Probleme hatten, Ketten zu bilden und Baumaterial von Hand zu Hand zu reichen. Als in der Nähe ein weiteres Haus, dessen BewohnerInnen abwesend waren, eingerissen wurde, beschlossen sie spontan, auch dieses wieder aufzubauen.


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Zum Schluss - unübersetzt - ein Gedicht von einem jungen Palästinenser,
sein erstes in englischer Sprache:
 

By Feras SSA



Oh Palestine! You are my life

My first and final love

I love you since you are Palestine

A stream of sympathy

A mass of mercy

And a light!

All people were guided by your light

They were guided right



Palestine! you are my day

And My way?

And you are my heart

My dream every night

I love you!

I love every thing in you

Every thing

I love you when you smile

And when you cry

I love you since you are from me

And I am from you

We were created together

To live for ever

Oh my dear! you are my love



I know you are crying

You are paining

You are slaughtering

Because of the long night

Because of The dark military

The hateful military

Raping you in front of all

If there is all!

Where is all?

No answer!



I am the all

I am the voice of free

Hey, you are the Black Death!

Stop raping

Stop hating

Stop killing

Do not be stupid

And listen to me!



I am coming back

With my light And With my love

And peace

Try to understand

Do not be blind

Things change

The day comes after night

The strength comes after weakness

And the peace comes after war

Do not a ignore



I am coming Palestine!

To celebrate with you

In our timeless marriage

Since you are me

And I am you



Palestine I love you

I love your irregular body

I love your shiny hair

I love everything in you

Every thing

Even if you're dirty

How you are beautiful!

I love you since you are

Palestine


 

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