Liebe FreundInnen,vor ein paar Tagen wurde in
Bremen ein Film gezeigt, der den Titel trägt "Die eiserne Mauer" -
eine Anspielung an den Satz des Dichters und wichtigsten "Vater des
Zionismus", Wladimir Jabotinsky, der gesagt hat, die Errichtung
eines jüdischen Staates in Palestina würde nur im Schutze einer
"eisernen Mauer" möglich sein. Diese Feststellung macht der Staat
Israel nun in Beton wahr. Obwohl mir die Tatsachen nicht neu waren,
war ich zutiefst erschüttert: zum ersten Mal konnte ich jüdische
Siedlungen aus der Luft in ihrer "ganzen Pracht" sehen - grüne
Bäume, in sanften Kurven verlaufende Straßen, hübsche Einfamilien-
und Reihenhäuser, Kinder, die sich in einem großen Schwimmbad
tümmeln, während in den besetzten Gebieten außerste Wasserknappheit
herrscht. Und Szenen der Gewalt - ein älterer Mann, der sich auf den
Boden wirft und "Meine Mutter, meine Mutter" schreit während junge
Soldaten in aller Ruhe seine Olivenbäume mit der Kettensäge
zerkleinern; junge Siedlermädchen, die sich daran beteiligen, einen
Kameramann zu bedrängen und zu versuchen, ihm die schwere Filmkamera
zu entreißen. Alles Dinge, die in Worten viel nüchterner klingen,
und die ich wohl auch nächste Woche nicht zu sehen bekommen werde.
Dafür aber hautnah die persönlichen Erfahrungen der Menschen, die in
dieser Situation um ihr Überleben kämpfen...
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In Toronto hat am Wochenende eine Konferenz stattgefunden zum
Thema Boykott der israeli Apartheid.
Ferner hat Ilan Pappe, Politikwissenschaftler von der Universität
Haifa erneut aufgerufen nach einem akademischen Boykott israelischer
Universitäten.
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In Tel Aviv hat eine Gruppe Frauen Oliven geerntet auf einem
zentralen Platz der Stadt. Große, fruchttragende Olivenbäume -
angeblich "ordnungsgemäß gekauft", sicherlich aber nicht von ihren
rechtmäßigen Besitzern - begrünen immer mehr israelische Städt.
Ordnungshüter versuchten sie zu vertreiben, obwohl sie keinen
triftigeren Grund als Verschmutzung der Straße anführen konnten. Die
Frauen erwiderten freundlich "keine Sorge, wir haben Besen dabei. Es
wird alles blitzsauber zurückgelassen" und setzten die Arbeit
fort.
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Nach dem jüngsten Bericht sind in diesem Jahr bisher
Genehmigungen für
den Bau von 952 Wohneinheiten erteilt worden - viermal soviel wie
im
gleichen Zeitraum des Vorjahres. Generell ist der Häuser- und
Straßenbau überall beschleunigt worden.
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Seit der Festnahme von Gilat Shalit wind 300 Menschen in Gaza
umgebracht worden, viele von ihnen Kinder. Darüber war in den Nachrichten
nichts
zu sehen/lesen. Im Moment wo verzweifelte junge Menschen in Gaza
anfangen, gegeneinander zu kämpfen, wird es plötzlich breit in
der
Tagesschau gezeigt. Woher dieser Doppelstandard? Wer schaltet die
Medien in diesem Land?
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Ein Bericht von einer ISM Mitarbeiterin:
Eine Familie in der Westbank bat um Schutz, um ihre Oliven zu
ernten, da
sie im Vorjahr von Siedlern angegriffen worden seien. Sie wollten
jetzt
- verfrüht - anfangen, trotz der Belastung, während Ramadan ohne
zu
trinken die Hitze des Tages zu ertragen, weil man in vergangenen
Jahren
häufig Oliven vor der Ernte gestohlen hatte. Alle Beteiligten
trafen
sich am Huwarra Checkpoint, Nablus, um 6 Uhr früh. Nach 3-4
Stunden Arbeit kamen Soldaten und sagten, sie hätten vorher um Erlaubnis
ersuchen müssen, jetzt müssten sie erstmal aufhören. Ihnen wurde
erwidert, die Familie habe das Recht, die Oliven auf dem eigenen
Land zu
ernten, das Oberste Gericht habe vor kurzem geurteilt, dass alle
Bauern
Zugang zu ihrem Land zu gewähren sei und das die Armee sie vor
den
Siedlern zu schützen habe. Ein Soldat sagte, "nein, ich schütze
immer
den Juden". Die Freiwilligen fingen an,
Menschenrechtsorganisationen,
das Rote Kreuz und den DCO (District Commanding Officer)
anzurufen.
Während dessen bestanden die Soldaten darauf, dass die Familie
sich
entfernte. Sie packten also die geernteten Oliven und zogen sich
zurück. Als die Freiwilligen fragten, warum sie so schnell
nachgegeben
hatten, erzählte der Bauer, dass einmal, als er angefangen hatte,
mit
einem Siedler zu kämpfen während der Ernte, kamen Soldaten eine
Woche
lang jede Nacht um 2 Uhr in sein Haus. Zwei Stunden später wurde
mitgeteilt, die Familie brauche keine Erlaubnis und könne morgen
weiter
arbeiten. Der DCO entschuldigte sich sogar. Aber ein halber Tag
war verloren, und wer weiß, wie die Soldaten am nächsten Tag
reagieren würden?
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Ich wünsche eine schöne Woche,
Anka