Zwar weit weg von Palästina,
aber nahe in seiner Auswirkung: die Demokratische Partei in USA hat
bei seinem nationalen Parteitag alle Schritte in Richtung auf
Boykott oder Disinvestment gegen Israel verurteilt. Die Resolution
hat betont, "dass Israel weiterhin ein naher strategischer
Verbündeter der USA bleibt und zu loben ist für den mutigen und
erfolgreichen Rückzug aus Gaza unter schmerzhaften Opfern".
Druck aus USA, immer wieder hervorgehoben als
das einzige Mittel, das Israel zu einem wirklichen Frieden bewegen
kann, ist weiterhin von keiner Seite zu erwarten.
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Gideon Levy schreibt über ein
Ereignis, bei dem einem die Haare zu Berge stehen: ein 12jähriger
Junge, der an Epilepsie leidet, wird mitten in der Nacht von einem
riesigen, kräftigen Kampfhund, wie sie von der israelischen Armee in
der Suche nach 'Terroristen' häufig eingesetzt werden, für einen
solchen gehalten. Der Hund versenkt seine Zähne im Bein des aus dem
Schlaf gerissenen Jungen und schleppt ihn die Treppe runter auf die
Straße. Seine Mutter versucht vergeblich, den Hund zu vertreiben -
sie kann lediglich den Kopf des Jungen halten, damit er nicht auf
jeder der 20 Stufen aufschlägt. "Ich habe mehr als einen
Palästinenser sagen gehört, dass Männer zwischen 18 und 28 entweder
im Gefängnis, verletzt oder Tod sind. Es ist eine Übertreibung, aber
keine sehr große. ... Das Überraschende ist nicht, dass einige es
tun, sondern dass so viele Palästinenser an die gewaltfreie
Opposition gegen die Besatzung.
Ein Armeesprecher erläutert:
"Während einer Operation ... wurde ein Hund geschickt, den gesuchten
Man zu finden. Der Hund ging durch das Gebäude und fand auf dem Weg
nach draußen eine halboffene Tür. Er ging in ein Nebengebäude, wo
der Junge war. Der Junge wurde leicht an der Hüfte verletzt und
erhielt erste Hilfe durch die Soldaten. Die IDF bedauert die
Verletzung de Jungen. Es muss bemerkt werden, dass Hunde der Armee
sich an Tausende von Operationen beteiligt haben und dies nur der
dritte Fall ist, in dem eine unschuldige Person gebissen wurde."
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Die seit vielen Jahrhunderten
von Bedouinen im Negev bewohnten Dörfer sind von Israel nicht
anerkannt und erhalten daher keinerlei Infrastruktur, weder Strom
noch Wasser, Straßen noch Schulen. Ein kleines Mädchen in einem Dorf
leidet an einem Krebstumor und erhält Chemotherapie. Wie allgemein
bekannt ist, setzte die Chemotherapie das Immunsystem außer Gefecht,
so dass jede Infektion tödlich sein kann.
Die täglich notwendigen
Injektionen werden in Eiswürfeln kühl gehalten. Aber trotz der
Bemühungen von Ärzten und Krankenhaus um einen Stromanschluss für
die Familie, damit eine Klimaanlage die Luft einigermaßen rein
halten kann, bleibt die Regierung, bis hin zum Obersten Gericht,
stur. Die israelische Regierung sagt schlicht, die Familie kann doch
wegziehen - der ganze Sinn des Vorenthaltens der Infrastruktur ist,
die Beduinen (israelische Staatsbürger!) dazu zu zwingen, ihre
Heimat und Lebensweise aufzugeben und in von Israel gegründete Orte
zu ziehen. Als die Familie sich schließlich, um das Leben der
Tochter nicht aufs Spiel zu setzen, beschließt umzuziehen, ist keine
Wohnung zu finden, auch nicht für den als Arzt gut verdienenden
Vater des Mädchens. Ein Grundstück zu kaufen und die Genehmigung zu
erhalten, ein Haus zu bauen, würden mindestens ein Jahr in Anspruch
nehmen. Und ein Psychologe, der das Kind untersucht hat, betont,
dass es seine ganze Kraft braucht um mit der Krankheit fertig zu
werden. Die Strapazen eines Umzugs und der Orientierung in fremder
Umgebung, weit weg von der Großfamilie, die die anderen 5 Kinder
versorgt, wenn die Mutter mit der Kleinen ins Krankenhaus fährt,
würde die Heilung gefährden - "Das Kind braucht all seine Kräfte für
den Kampf gegen die Krankheit."
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Die Mauer um Bethlehem ist nun
fertiggestellt und schneidet die Stadt völlig von der Umgebung ab.
Touristen werden in großen Bussen durch ein Eingang geschleust,
können die heiligen Stätten besuchen und fahren direkt wieder hinaus
- in der eingemauerten Stadt kann keiner mehr vom Tourismus leben.
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In Kafr Qara, in Israel, gibt
es eine Grundschule mit 90 jüdischen und 90 arabischen Kindern, die
dritte ihrer Art und die erste in einem Arabischen Ort. Die Kinder
lernen in beiden Sprachen und es ist in jedem Klassenzimmer eine
jüdische und eine arabische Lehrkraft. Ein Dokumentarfilm für das
israelische Fernsehen soll das Leben in der Schule zeigen. Im
dritten Schuljahr wird von der Landnahme durch die Juden gesprochen.
Die israelische Lehrerin erklärt dass im Jahr 1947 die Juden
erklärten, dass sie einen Staat in Israel bilden würden. Die Araber
waren nicht einverstanden und es gab ..." "Krieg," rufen die Kinder.
"Viele arabische Dörfer wurden verlassen."
Die arabische Lehrerin
unterbricht, "Vernichtet, nicht verlassen." Sie erklärt dass viele
BewohnerInnen der arabischen Dörfer in Lastwagen zur Grenze gefahren
und ausgewiesen wurden.
"Also," fährt die jüdische
Lehrerin weiter, ist der Unabhängigkeitstag für die Juden ein
glücklicher Tag ..., aber für die Palästinenser ist es ein trauriger
Tag, weil sie dies Land verloren haben." Der Schulleiter liest den
Kindern eine Erklärung: "Wir wollten keinen Krieg. Wir wollten nicht
dass Leute verletzt und getötet wurden. Wir wollten alle ruhig
leben, in Frieden und Freiheit in diesem schönen Land. Dann singen
beide Gruppen patriotische Lieder.
Dann spricht die arabische
Lehrerin über Land Day: der Staat hat ein Gesetz gemacht, dass man
jemandem eine Brief schreiben konnte und ihm sein Land wegnehmen.
"Können Araber den Juden Land wegnehmen?" Die Kinder, "Nein." "Ich
habe eine Aufgabe für euch. Schreibt einen Brief an die, die für den
Land Day oder für die Enteignung von Land verantwortlich sind." Die
jüdische Lehrerin sieht unglücklich aus.
Nachdem einige Kinder ihre
Beiträge vorgelesen haben, fragt sie, "Fühlt sich irgendjemand
schuldig oder traurig, dass das Land den Arabern weggenommen wurde?"
Einige Hände gehen hoch. Ein Mädchen sagt, "Ich fühle mich nicht
persönlich schuldig, aber ich bin Teil des jüdischen Volkes und ich
schäme mich, dass es etwas getan hat, das ich nicht gut finde." [So
klar können Kinderaugen sehen!] Nach mehreren ähnlichen Beiträgen
sagt die Lehrerin: "Es gibt keinen Grund, sich schuldig zu fühle.
Schaut mal, wenn es Krieg gibt zwischen Nationen und eine Nation
gewinnt, dann fängt es an zu regieren. Vielleicht ist das traurig
für die, die verloren haben, aber so ist es halt."
Eine Mutter kommt in dem Film
zu Wort: "Ich will nicht dass die Kinder in der Schule mit dem
Gefühl leben, dass wir uns entschuldigen müssen weil wir hier sind,
weil wir Juden sind, weil wir eine Armee haben. Nein. Die
Wirklichkeit ist nicht fair... Was dann? Ich lehre meine Kinder dass
wir mit "fair" nicht weit kommen werden."
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Die BewohnerInnen des Dorfes
Aboud haben zum dritten Mal gewaltfrei gegen den Mauerbau
demonstriert. Sie gingen friedlich auf die Soldaten zu, die sie
nicht aufhielten, bis sie an eine Barriere aus Natodraht kamen.
Binnen 10 Minuten fingen sie dann an, die Menschen mit
Knallgranaten, 'Gummikugeln' (mit Stahlkern, aus nächster Nähe
abgefeuert) und Schlagstöcken anzugreifen. Etliche wurden verletzt
und die Menge stieb auseinander, blieb aber noch einige Stunden auf
dem Gelände, m ihren Protest zu untermauern. Ein ISM Mitarbeiter
bezeugt die Verletzung von Israelis, Internationale und Journalisten
durch Soldaten und Polizei, die Festnahme von zwei Israelis und dass
keine Steine geworfen wurden.
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Der schottische
Menschenrechtsaktivist Andrew MacDonald ist seit 10 Tagen in Haft
und verweigert die Deportation. Ihm wird jetzt mit Drogen gedroht.
Die Armee und Polizei versuchen, alle Menschenrechtsaktivisten aus
Tel Rumeida in Hebron festzunehmen, die sich darum Bemühen, die
palästinensischen Bewohner vor Siedlerangriffen zu schützen. Andrew,
der eigentlich Muncie mit Nachnahmen heißt, wurde bereits im August
2003 abgeschoben, konnte aber mit einem neuen Pass und verändertem
Namen wieder einreisen. Die israelische Botschaft in London hatte
kein Kommentar.
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Ferner wird von
Ausschreitungen berichtet anlässlich eines jüdischen Fest in Tel
Rumeida, zur Erinnerung an das Begräbnis von Sara durch ihren Mann
Abraham. Etwa 3000 Siedler und andere Israelis kamen nach Hebron um
ihre Unterstützung für die "Pioniere von Hebron" auszudrücken. Am
Nachmittag haben einige fanatische Siedler einen Straßenkampf
begonnen, bei dem die Palästinenser mit Steinen beworfen, geprügelt
und getreten und, wie immer, aufs übelste beschimpft und mit
Todesdrohungen bedacht wurden, während die Polizei tatenlos
zuschaute und andere Israelis applaudierten und lachten.
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Ein Menschenrechtsaktivist
wurde festgenommen, als er Soldaten fragte, warum sie einen
palästinensischen Fußweg mit Stacheldraht blockiert hätten, der vor
4 Monaten durch Order eine israelischen Gerichts geöffnet worden
war. Die Soldaten griffen die Aktivisten körperlich an, nahmen ihre
Pässe und Videogeräte, mit denen sie illegale Übergriffe der
Soldaten an dem Weg dokumentierten. Die Aktivisten riefen die
Polizei, die den einen prompt festnahmen. Der anderen gelang es,
später die Videogeräte, mit gelöschtem Film, wiederzubekommen.
Gruß, Anka