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 From: "Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus den besetzten Gebieten  

 

Brief aus Israel 14.9.06
 

Liebe Leute,

den Artikeln, die die Situation in den pal. Gebieten schildern, hat nicht einmal Dorothy viel hinzuzufügen. Es ist eigentlich unvorstellbar, dass die deutsche Regierung und die EU zu solchen Bedingungen, in einer Region, die sie selber geholfen haben aufzubauen, nun durch ihre Untätigkeit beitragen.

Statt dessen leitet sie ein "Fact Sheet" weiter zum Recht auf Rückkehr: Die palästinensischen Flüchtlinge sind zur Zeit die am längsten leidende und größte Flüchtlingsgruppe in der Welt. 2005 gab es etwa 7,2 Millionen pal. Flüchtlingen, das sind 74% der gesamten pal. Bevölkerung, die weltweit etwa 9,7 Millionen ausmacht.

1948 wurden etwa 750 000 PalästinenserInnen vertrieben. Mit ihren Nachkommen sind das heute über 4,3 Millionen. Etwa 32 000 wurden innerhalb Israels vertrieben - heute sind ihre Nachkommen etwa 355 000.

Auch ihnen wird das Recht verweigert, in ihre Dörfer zurück zu kehren. Beim 6-Tagekrieg 1967 sind etwa 200 000 PalästinenserInnen geflüchtet, heute sind das 834 000 Menschen. Durch die illegalen Siedlungen sind mindestens 57 000 Personen in der Westbank aus ihren Wohnstätten vertrieben wurden, 15 000 von ihnen durch die Mauer.

Die universelle Erklärung der Menschenrechte bestätigt in Artikel 13, dass "Jeder Mensch das Recht hat, ein jedes Land zu verlassen, inklusive sein eigenes, und in sein eigenes zurückzukehren. Graf Folke Bernadotte, UN Mediator der später von einer Terroristenbande ermordet wurde, behauptete damals, "Es wäre eine Verletzung der Grundprinzipien der Gerechtigkeit, wenn diesen unschuldigen Opfer des Konflikts das Recht verweigert wird, in ihre Wohnstätten zurückzukehren, währen jüdische Immigranten nach Palästina einfließen. Im Dez. 1948 hat die Generalversammlung der UNO Resolution 194 verabschiedet, die das Rückkehrrecht der Palästinensischen Flüchtlingen bestätigt. Diese Resolution ist seither 130 Mal bestätigt worden im allgemeinen Konsens, außer Israel und die USA. Die Aufnahme Israels in die UNO wurde davon abhängig gemacht, dass der Staat alle UN Resolutionen akzeptiert.

Das Recht auf Rückkehr ist auch möglich: demographische Studien zeigen dass 80% der Israelis auf 15% des Landes leben, die anderen 20% auf den 85% des Landes, die den Flüchtlingen gehört. Von den 20% leben 18% in palästinensischen Städten, die anderen 2% auf Kibbutzim und Moschavs.

In Gaza dagegen leben mehr als 6000 Flüchtlingen auf einem km², während das Land auf der anderen Seite des Stacheldrahts praktisch leer ist. 97% der Flüchtlingspopulation lebt z.Z. unter 100km von ihrer Heimat entfernt.

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Danny Rubinstein fordert eine Untersuchungskommission unter Mitwirkung von Historikern, Sozialpsychologen, Soziologen und Kultur- und Religionswissenschaftler zur Besatzung von Gaza und der West Bank. Während des Libanonkriegs wurden mehr PalästinenserInnen getötet als Israelis durch Hisbollahraketen. Er schreibt unter anderem, es gibt immer weniger Menschen, die überhaupt noch wissen was nach 1967 in den besetzten Gebieten geschehen ist.

Wer weiß z.B. noch, dass Verteidigungsminister Dayan das Grundprinzip der vollen Bewegungsfreiheit für Israelis und Palästinenser im ganzen Land, und dass es 20 Jahre lang keinen einzigen Checkpoint zwischen den Gebieten und dem Staat Israel? Wer erinnert noch, dass Dayan auch befohlen hat, dass die israelische Präsenz in den besetzten Gebieten auf ein Minimum reduziert werden sollte: keine Fahnen, keine Patrouillen und natürlich keine Siedlungen in der Nähe der arabischen Gemeinden. Es gab auch damals Terrorangriffe, aber kein Vergleich zu später. Es gab Jahre, da waren weniger als 5 Personen in "administrativer Haft" - heute sind es Tausende. Der israelische Staat müsse genau hinschauen, wo er Fehler gemacht hat.

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Gruß für heute,

Anka

 

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