Liebe Leute,gestern hat mein Computer mal wieder
einen Brief gelöscht bevor ich ihn abgesendet habe, und ich hatte
weder Zeit noch Lust, ihn neu zu schreiben - obwohl ich ja zugeben
muss, dass das eine völlig unangemessene Reaktion auf das derzeitige
Leiden in Libanon, Gaza und nach wie vor unvermindert in der
Westbank.
In Rafah hat die UNRWA zwei Schulen als Notunterkünfte geöffnet
für Menschen im südlichen Gazastreifen, die durch die Bombardierung
des Flughafens der "Schüsse auf alles, was sich bewegt" in der Nähe
der Ägyptischen Grenze gefährdet sind. Dort schlafen etwa 1000
Menschen aus 136 Familien und die Zahl nimmt täglich zu. Diese
Menschen sind zum Großteil arme Bauern, deren Früchte nun trotz
Hunger ungeerntet auf dem Feld liegen.
Im israelischen Hafen von Ashdod liegen 235 Container mit
Lebensmittel, die darauf warten, nach Gaza eingeführt werden zu
können. Israel behauptet, es versuche den Schaden an ZivilistInnen
zu minimieren und habe notwendigen Brennstoff, Medikamente und
Lebensmittel durchgelassen und das es Wasser und Strom liefere.
Dennoch bekommen die meisten Menschen nicht mehr als 6 Stunden Strom
pro Tag zu unvorhersehbaren Zeiten, so dass Wasser, Abwasser und
Kühlung sehr problematisch sind.
Der Leiter der Gaza-liaison Verwaltung sagte der Presse, "die
Situation in Gaza ist nicht einmal nah an einer humanitären Krise,"
solche Behauptungen der PalästinenserInnen seien eine Bemühung, die
international Gemeinschaft zu täuschen. Die UNRWA behauptet dagegen,
70% der Menschen sein nun auf Lebensmittelhilfe angewiesen und Gaza
sei "auf der Kippe zu einem Desaster im öffentlichen
Gesundheitswesen wegen der Strom und Wasserknappheit.
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Seit Anfang dieser Intifada im September 2000 sind mehr als 2500
palästinensische Kinder inhaftiert worden. Zur Zeit gibt es 340 in
israelischen Gefängnissen. Nach der Kinderrechtskonvention 1990, die
Israel unterzeichnet hat, sind alle Menschen unter 18 Jahren Kinder.
Nach israelischen Militärregeln werden alle Personen ab 16 als
Erwachsene betrachtet.
2004 waren 120 palästinensische Frauen in Haft. Sie werden mit
kriminellen Frauen zusammen gehalten und gedemütigt, indem sie sich
vor den Wächtern ausziehen müssen. Oft werden Familienbesuche
unterbunden. Einige Frauen werden in Haft gehalten, um Druck auf
ihre Ehemänner auszuüben.
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Inzwischen ist Gaza durch ein Angriff in der Mitte und Besetzung
der Verbindungsstraße in zwei Teile geteilt. Ein wichtiges
Hamasmitglied ist mit seiner Frau und fünf Kindern getötet worden.
Bei einem Angriff im Norden ist eine Familie von neun Personen
getötet worden. Notwendige Abwehr?
Um zu verdeutlichen, dass diese Gewalt nicht die palästinensische
Bevölkerung von der Gewalt abbringen wird (was jedem denkenden
Menschen inzwischen klar sein muss) sind weitere Raketen aus Gaza
abgefeuert worden, ohne viel Schaden anzurichten aber mit der
Unterstützung des Großteils der Bevölkerung. Allerdings haben -
offenbar sogar in Israel - die Kämpfe im Norden Nachrichten aus Gaza
völlig aus den Medien getrieben.
Am schlimmsten aber ist, dass durch die Angriffe von beiden
Seiten alle Friedensbemühungen ständig zunichte gemacht werden, und
die Militanten auf beiden Seiten sich bestätigt fühlen. In unseren
Medien werden die Angriffe Israels weitgehend für gerechtfertigt
gehalten. Obwohl klar ist, dass die Regierung Libanons keine Macht
hat, die Hizbollah zu entwaffnen. Die internationale Gemeinschaft
scheint damit einverstanden zu sein, dass der Palästinakonflikt
gelöst wird indem die Palästinenser "eliminiert" werden - was
Extremisten schon immer befürwortet haben.
In der moderaten britischen Zeitung The Independent kommt ein
palästinensischer Kommentator zu Wort, der Schreibt "Der Einsatz von
militärischer Macht um eine Zivilbevölkerung zu erschrecken und
einzuschüchtern für politische Zwecke ... ist genau die Definition
des Staatsterrorismus." Wo sind solche Stimmen in unseren "Mainstream"
Medien zu finden?
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Israel hindert immer mehr PalästinenserInnen mit ausländischen
Pässen an der Einreise nach Palästina - auch Dozenten der dortigen
Universitäten, auch Männer, die mit ihren Frauen in Palästina leben.
Inzwischen hat das US "Arab American Institut sich an die Bush
Regierung gewendet, mit der Bitte, Druck auf Israel auszuüben, diese
Maßnahme - die auch drei arabisch-amerikanische Repräsentanten und
einen Senator treffen könnten
- zurückzunehmen.
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Soweit für heute und Gruß,
Anka