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ief-aus-Israel]


 

 From: "Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus den besetzten Gebieten  

 

Brief aus Israel 15.7.06
 

Liebe Leute,

gestern hat mein Computer mal wieder einen Brief gelöscht bevor ich ihn abgesendet habe, und ich hatte weder Zeit noch Lust, ihn neu zu schreiben - obwohl ich ja zugeben muss, dass das eine völlig unangemessene Reaktion auf das derzeitige Leiden in Libanon, Gaza und nach wie vor unvermindert in der Westbank.

 

In Rafah hat die UNRWA zwei Schulen als Notunterkünfte geöffnet für Menschen im südlichen Gazastreifen, die durch die Bombardierung des Flughafens der "Schüsse auf alles, was sich bewegt" in der Nähe der Ägyptischen Grenze gefährdet sind. Dort schlafen etwa 1000 Menschen aus 136 Familien und die Zahl nimmt täglich zu. Diese Menschen sind zum Großteil arme Bauern, deren Früchte nun trotz Hunger ungeerntet auf dem Feld liegen.

Im israelischen Hafen von Ashdod liegen 235 Container mit Lebensmittel, die darauf warten, nach Gaza eingeführt werden zu können. Israel behauptet, es versuche den Schaden an ZivilistInnen zu minimieren und habe notwendigen Brennstoff, Medikamente und Lebensmittel durchgelassen und das es Wasser und Strom liefere. Dennoch bekommen die meisten Menschen nicht mehr als 6 Stunden Strom pro Tag zu unvorhersehbaren Zeiten, so dass Wasser, Abwasser und Kühlung sehr problematisch sind.

Der Leiter der Gaza-liaison Verwaltung sagte der Presse, "die Situation in Gaza ist nicht einmal nah an einer humanitären Krise," solche Behauptungen der PalästinenserInnen seien eine Bemühung, die international Gemeinschaft zu täuschen. Die UNRWA behauptet dagegen, 70% der Menschen sein nun auf Lebensmittelhilfe angewiesen und Gaza sei "auf der Kippe zu einem Desaster im öffentlichen Gesundheitswesen wegen der Strom und Wasserknappheit.

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Seit Anfang dieser Intifada im September 2000 sind mehr als 2500 palästinensische Kinder inhaftiert worden. Zur Zeit gibt es 340 in israelischen Gefängnissen. Nach der Kinderrechtskonvention 1990, die Israel unterzeichnet hat, sind alle Menschen unter 18 Jahren Kinder. Nach israelischen Militärregeln werden alle Personen ab 16 als Erwachsene betrachtet.

2004 waren 120 palästinensische Frauen in Haft. Sie werden mit kriminellen Frauen zusammen gehalten und gedemütigt, indem sie sich vor den Wächtern ausziehen müssen. Oft werden Familienbesuche unterbunden. Einige Frauen werden in Haft gehalten, um Druck auf ihre Ehemänner auszuüben.

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Inzwischen ist Gaza durch ein Angriff in der Mitte und Besetzung der Verbindungsstraße in zwei Teile geteilt. Ein wichtiges Hamasmitglied ist mit seiner Frau und fünf Kindern getötet worden. Bei einem Angriff im Norden ist eine Familie von neun Personen getötet worden. Notwendige Abwehr?

Um zu verdeutlichen, dass diese Gewalt nicht die palästinensische Bevölkerung von der Gewalt abbringen wird (was jedem denkenden Menschen inzwischen klar sein muss) sind weitere Raketen aus Gaza abgefeuert worden, ohne viel Schaden anzurichten aber mit der Unterstützung des Großteils der Bevölkerung. Allerdings haben - offenbar sogar in Israel - die Kämpfe im Norden Nachrichten aus Gaza völlig aus den Medien getrieben.

Am schlimmsten aber ist, dass durch die Angriffe von beiden Seiten alle Friedensbemühungen ständig zunichte gemacht werden, und die Militanten auf beiden Seiten sich bestätigt fühlen. In unseren Medien werden die Angriffe Israels weitgehend für gerechtfertigt gehalten. Obwohl klar ist, dass die Regierung Libanons keine Macht hat, die Hizbollah zu entwaffnen. Die internationale Gemeinschaft scheint damit einverstanden zu sein, dass der Palästinakonflikt gelöst wird indem die Palästinenser "eliminiert" werden - was Extremisten schon immer befürwortet haben.

In der moderaten britischen Zeitung The Independent kommt ein palästinensischer Kommentator zu Wort, der Schreibt "Der Einsatz von militärischer Macht um eine Zivilbevölkerung zu erschrecken und einzuschüchtern für politische Zwecke ... ist genau die Definition des Staatsterrorismus." Wo sind solche Stimmen in unseren "Mainstream" Medien zu finden?

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Israel hindert immer mehr PalästinenserInnen mit ausländischen Pässen an der Einreise nach Palästina - auch Dozenten der dortigen Universitäten, auch Männer, die mit ihren Frauen in Palästina leben. Inzwischen hat das US "Arab American Institut sich an die Bush Regierung gewendet, mit der Bitte, Druck auf Israel auszuüben, diese Maßnahme - die auch drei arabisch-amerikanische Repräsentanten und einen Senator treffen könnten

- zurückzunehmen.

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Soweit für heute und Gruß,

Anka

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