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ief-aus-Israel]


 

 From: "Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus den besetzten Gebieten  

 

Brief aus Israel 17.7.06
 

"... Erschüttert war ich heute morgen in der Kirche als die Pastorin für die Menschen in Israel und Libanon betete. Als ich sie hinterher fragte, wie es möglich war, dass sie Palästina ausgelassen habe schaute sie mich entgeistert an und sagte sie wisse es nicht. Aber ich weiß es. Die Angriffe auf Gaza gehen völlig unbemerkt weiter seitdem die Kämpfe in Libanon angefangen haben. Und die einhellige Meinung westlicher Politiker scheint zu sein, dass Israel ein Recht habe, sich zu verteidigen. Die Palästinenser natürlich nicht, das versteht sich von selbst - sie sind ja Terroristen.

Gila Svirski von New Profile drückt es so aus:Die Besatzung - Vergisses!

 

Welch ein Glück - 10 Tage bevor der Krieg im Libanon ausbricht, kaufen wir eine Wohnung in Nahariya. Wir hatten schon ein Jahr lang gesucht. Wir fuhren nach Zypern um die wunderschönen neuen Siedlungen an der Nordkuste anzusehen - die sind ein Schnäppchen, wenn es dir egal ist, in einem besetzten Territorium zu leben. Wir dachten an Mauritius, aber die Ersparnisse würden von den Flugkosten aufgefressen. So entschieden wir uns schließlich für eine Wohnung im Bau im hübschesten Ort an der Mittelmeerküste Israels - gerade 5 km südlich der libanesischen Grenze.""

Wir suchten einen Meeresblick. Wäre unser Balkon schon fertig, hätten wir zuschauen können, wie die israelische Marine sich an der Küste erstreckt um Libanon zu belagern. Wir wollten nahe beim Kibbutz Sa'ar sein, wo eine meiner Töchter lebt, wenn sie sich nicht gerade an sichere Orte südlich evakuiert. Und wir wollten weg kommen vom turbulenten Jerusalem, lange ruhige Wochenenden und später einen angenehmen Ruhestand genießen. Einige Dutzend Raketen fielen auf den Kibbutz und unsere ruhige Gegend an diesem Wochenende.

Wenn ich den Medien, meinen NachbarInnen, dem Tankwart zuhöre, wundert mich ihr Mangel an Verständnis: "Wir verlassen Gaza, sie schießen Raketen von dort auf uns. Wir verlassen Libanon, sie entführen unsere Jungs. Wie können sie erwarten, dass wir die Westbank verlassen?

Vergisses!"

Diese Ansichten der meisten Israelis heute können mich nur mit Ehrfurcht erfüllen darüber, wie die Groß Lüge funktioniert. Oft genug, öffentlich genug von politischen und religiösen Führern wiederholt, fängt das ganze Land/die ganze WElt an, zu glauben dass Israel unschuldig an allem Unrecht ist und dass diese Angriffe aus einem politischen Vakuum entspringen.

Als gäbe es keine Besatzung. Als gäbe es keine Belagerung Gazas. Als gäbe es keine 39 Jahre (wir zählen weiter) militärischer und politischer Unterdrückung mit all dem Töten, Verstümmeln, Zerstörung von Wohnungen und Lebensunterhalt die sie mit sich bringt. Was ist es an "einem Ende der Besatzung" das sie nicht verstehen?

Nein, ich rechtfertige keine Kassamraketen oder Katyusharaketen auf israelische Städte abgeschossen oder die Entführung von irgendwem (auch nicht Soldaten in Panzern). Ich rechtfertige keine Angriffe durch Raketen oder Selbstmordattentätter oder ferngesteuertem Apparat.

Ich rechtfertige auch nicht das endlose Beschießen von Gaza und Libanon - von Land, See und Luft - aus irgendeinem Grund, geschweige denn für Zwecke die mehr mit Posieren und mit der internen öffentlichen Meinung zu tun haben als damit, irgendein politisches Ziel zu erreichen. "Wie hätten wir nicht reagieren können, wenn sie unsere Soldaten töten und entführen?" Fragt Yuli Tamir, unser Bildungsminister (um Himmels willen!) und ein früherer Aktivist von Peace Now. Als ob die Schießerei mit Sicherheit die Hisbollah bereuen lassen und unsere Jungs nach Hause bringen werden.

Also, wie es bei Kriegen üblich ist, haben wir eine Allianz der chauvinistischen Entscheidungsträger beider Seiten, die den Patriotismus anfachen während sie dem Kämpfen zuschauen am Bildschirm in Bunkern tief in der Erde. In Israel begeistert dieser Krieg den rechten Flügel. Die Eskalation hält den militärischen Zugang zur Problemlösung aufrecht, diskreditiert die Meinung, dass Israel die besetzten Gebiete verlassen muss und distanziert die gegenwärtige Kriegsführung von seinen Wurzeln in der Besatzung. Was ist an diesem Krieg nicht liebenswert?

Wie in Israel üblich, verstärken ein paar zänkische Friedensorganisation - die Koalition der Frauen für den Frieden, Gush Shalom, Ta'ayush und ein paar andere - ihre Gegenwart auf den Straßen. Bei den Frauen in Schwarz am letzten Freitag trugen wir unsere üblichen "Ein Ende der Besatzung" Schilder und verstärkten sie mit Plakaten "Stoppt das Töten - Verhandelt!". Aber wenn die Kanonen brüllen, tun es auch die Passanten, und es waren ein Dutzend Polizisten zugegen um alles, das schlimmer wäre als Worte und Gesten zu unterbinden.

Es kommt ein Tag, an dem diese kleine Ecke des Mittelmeers wieder Segelboote und Wasserskier tragen wird, und ich freue mich auf diese Ansicht vom Balkon. Ich halte es immer noch für eine gute Investition.

Shalom/Salaam aus Jerusalem.

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Die einzige Regierung, die offen ist für eine Debatte über die Frage, die diplomatische Verbindung zu Israel zu kappen, scheint Südafrika zu sein. Jedenfalls laut eines Ministers, der einen Appell von moslemischen Gruppen und Gewerkschaften in diesem Sinn kommentierte.

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(...)

Gruß, anka

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