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ief-aus-Israel]


 

 From: "Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus den besetzten Gebieten  

 

Brief aus Israel 17.1.06
 

Liebe Leute,

Obwohl sich dieser Brief eigentlich auf die Situation in Palästina und Israel beschränkt, drängt es mich hin und wieder, auch andere Probleme aus Nahost zu thematisieren. Heute handelt es sich um einen Aufruf, eine Petition zu unterschreiben, die sich mit der katastrophalen Liquidierung gebildeter Irakis, die ohne öffentlich Aufmerksamkeit vor sich geht. Bereits im Juli 2004 hatte der erfahrene Korrespondent Robert Fisk berichtet dass Universitätsangehörige den Verdacht hegen, es gebe ein Kampagne, die Akademiker Iraks zu eliminieren, um die mit dem amerikanischen Einmarsch begonnene Zerstörung der kulturellen Identität Iraks zu vollenden. Es werden landesweit ganz unparteilisch Männer und Frauen umgebracht, vor allem Universitätsangehörige. Nach der UN Universität sind 84% der irakischen Hochschulen bereits weitgehend zerstört worden. Früher war das Bildungssystem eines der besten im mittleren Osten. Mindestens 250 Lehrkräfte sind ermordet worden, hunderte sind verschwunden, Tausende flüchten aus dem Land, wodurch das säkulare Bildungsbürgertum dezimiert wird.

Die Petition, vom britischen Russell-Tribunal aufgesetzt, soll öffentlich Aufmerksamkeit auf diese entsetzliche Tatsache lenken und an alle Organisationen, die das internationale humanitäre Recht durchzusetzen haben, diese Verbrechen auf die Tagesordung zu setzen.

Außerdem soll eine internationale Untersuchung dieser außergerichtlichen Morde eingesetzt werden.

Die Petition kann unterschrieben werden unter www.petitiononline.com/Iraqacad/petition.html.

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Am 12. Januar, dem dritten Tag des wichtigsten islamischen Fest des Jahres ist eine Einheit der israelischen Armee in Jenin eingedrungen und hat zwei Männer erschossen. Dorothy erinnert daran dass, selbst wenn sie Terroristen gewesen sein sollten, sie ein Anrecht auf ein Gerichtsverfahren haben und empört sich über die Reaktion der Regierung auf die Messerstecherei in einer Moskauer Synagoge - Juden haben ein Recht auf Sicherheit, Palästinenser nicht. Wobei nicht einmal klar ist, ob die Attacke absichtlich gegen Juden gerichtet war, da der junge Mann, der sie ausführte völlig besoffen war.

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Das (israelische) Palästina Solidaritätskomittee schreibt anlässlich der Erkrankung von Sharon, dass er ein Mensch der Gewalt und ein Kriegsverbrecher war, gleichzusetzen mit Hendrik Verwoerd, Generalissimo Franco, Mobute Sese Seko und Saddam Hussein (eine keineswegs vollständige Liste). Bereits 1953 hat die von ihm geführte Armeeeinheit 69 Menschen im Dorf Qibya in ihre Häuser gesperrt und dann das Dorf in die Luft gejagt.

1982 war er der Architekt der Libanoninvasion, die mehr als 15000 ZivilistInnen das Leben gekostet hat. Der Ermordung von 3000 unbewaffneten Flüchtlingen in Sabra und Shatilla hat er Vorschub und Schutz gewährt. Auch ein israelischer Untersuchungsausschuss hat ihn für "persönlich verantwortlich" für die Morde gefunden und ihn als Verteidigungsminister abgesetzt. Hinzukommen die Übergriffe, Häuserzerstörungen und gezielte Morde während der gegenwärtigen Intifada, die er durch seinen provokativen Aufmarsch auf dem Tempelberg.

Seltsam ist, dass Sharon seit dem Rückzug aus Gaza als Mann des Friedens gesehen wird, und die Befürchtung immer wieder ausgedrückt wird, dass nun der Friedensprozess - z.B. die Implementierung der Road map - nicht mehr weiter geführt wird, obwohl er diese ja gar nicht angenommen und bisher alle Schritte zu ihrer Umsetzung verweigert hat. Sein "Friedensplan", der Mauerbau, will den Palästinensern gerade noch 13% ihres Landes überlassen, und das in isolierten Enklaven. Ein Artikel von Meron Benvenisti aus Ha'arez vom 12.1. hebt hervor, dass das von ihm weitgehend erreichte Ziel keineswegs der Frieden mit Palästina sondern stets die einseitige Eliminierung der "demographischen arabischen Bedrohung" gewesen ist.

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Die norwegische Provinz Sor-Trondelag ist unter starken Druck geraten durch ihre Resolution zu einem Boykott aller israelischen Produkte. Es wird herzlich gebeten um Unterstützerbriefe an den Bürgermeister Tore Sandvik: tor.sandvik@stfk.no, mit Kopien an die Führungen der Parlamentsparteien: arne.braut@stfk.no, ola.huke@stfk.no,sor-trondelag@dna.no, yngve.brox@stfk.no, fredrik@liberal.no und heidi.klokkervold@stfk.no, sowie auch an

up@palestina.no).

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Wie weitreichend die Restriktionen auf Bewegung innerhalb der Westbank geworden sind, wird in einem Artikel in Ha'arez vom 13. 1. verdeutlicht. Seit der zweiten Dezemberwoche, ist der Norden der Westbank, die Provinzen Tul Karem und Jenin - völlig von Ramallah und den südlicheren Gebieten abgeschnitten, seit 2. Januar ist auch das Nablusgebiet einbezogen. Dazu wurde keine Verordnung veröffentlicht - Reisende erfuhren es erst an den dauerhaften und sogenannt 'fliegenden' Checkpoints. Auch Verkehrsverbindungen innerhalb der nördlichen Westbank sind abgeschnitten worden, die Hauptverbindungsstraße 60 ist durch Stahltore bereits seit August für palästinensischen Verkehr geschlossen. Ferner gibt es zu verschiedenen Zeiten eine Altersbegrenzung an manchen Checkpoints, die sich auf Leute zwischen 16 und 30 beziehen. Außerdem dürfen BewohnerInnen von Tul Karm nicht durch das nächstgelegene , nordwestliche Checkpoint nach Nablus, sondern müssen einen großen Umweg machen und von Nordosten in die Stadt.

Schließlich ist der gesamte Verkehr vom nördlichen Teil der Westbank an der Weiterfahrt in den südlichen Teil verhindert, auch wenn alle bisherigen Checkpoints passiert wurden. Zäune verhindern inzwischen auch ein - bisher häufiges, wenn auch risikoreiches - Umgehen der Checkpoints. Damit ist bereits die 'Kantonisierung' der Westbank durchgesetzt.

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Damit ist mein Briefkasten noch nicht ganz leer, aber für heute muss es reichen.

Ich grüße euch,

Anka

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