Liebe Leute,Obwohl sich dieser
Brief eigentlich auf die Situation in Palästina und Israel
beschränkt, drängt es mich hin und wieder, auch andere Probleme aus
Nahost zu thematisieren. Heute handelt es sich um einen Aufruf, eine
Petition zu unterschreiben, die sich mit der katastrophalen
Liquidierung gebildeter Irakis, die ohne öffentlich Aufmerksamkeit
vor sich geht. Bereits im Juli 2004 hatte der erfahrene
Korrespondent Robert Fisk berichtet dass Universitätsangehörige den
Verdacht hegen, es gebe ein Kampagne, die Akademiker Iraks zu
eliminieren, um die mit dem amerikanischen Einmarsch begonnene
Zerstörung der kulturellen Identität Iraks zu vollenden. Es werden
landesweit ganz unparteilisch Männer und Frauen umgebracht, vor
allem Universitätsangehörige. Nach der UN Universität sind 84% der
irakischen Hochschulen bereits weitgehend zerstört worden. Früher
war das Bildungssystem eines der besten im mittleren Osten.
Mindestens 250 Lehrkräfte sind ermordet worden, hunderte sind
verschwunden, Tausende flüchten aus dem Land, wodurch das säkulare
Bildungsbürgertum dezimiert wird.
Die Petition, vom britischen Russell-Tribunal
aufgesetzt, soll öffentlich Aufmerksamkeit auf diese entsetzliche
Tatsache lenken und an alle Organisationen, die das internationale
humanitäre Recht durchzusetzen haben, diese Verbrechen auf die
Tagesordung zu setzen.
Außerdem soll eine internationale Untersuchung
dieser außergerichtlichen Morde eingesetzt werden.
Die Petition kann unterschrieben werden unter
www.petitiononline.com/Iraqacad/petition.html.
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Am 12. Januar, dem dritten Tag des wichtigsten
islamischen Fest des Jahres ist eine Einheit der israelischen Armee
in Jenin eingedrungen und hat zwei Männer erschossen. Dorothy
erinnert daran dass, selbst wenn sie Terroristen gewesen sein
sollten, sie ein Anrecht auf ein Gerichtsverfahren haben und empört
sich über die Reaktion der Regierung auf die Messerstecherei in
einer Moskauer Synagoge - Juden haben ein Recht auf Sicherheit,
Palästinenser nicht. Wobei nicht einmal klar ist, ob die Attacke
absichtlich gegen Juden gerichtet war, da der junge Mann, der sie
ausführte völlig besoffen war.
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Das (israelische) Palästina Solidaritätskomittee
schreibt anlässlich der Erkrankung von Sharon, dass er ein Mensch
der Gewalt und ein Kriegsverbrecher war, gleichzusetzen mit Hendrik
Verwoerd, Generalissimo Franco, Mobute Sese Seko und Saddam Hussein
(eine keineswegs vollständige Liste). Bereits 1953 hat die von ihm
geführte Armeeeinheit 69 Menschen im Dorf Qibya in ihre Häuser
gesperrt und dann das Dorf in die Luft gejagt.
1982 war er der Architekt der Libanoninvasion,
die mehr als 15000 ZivilistInnen das Leben gekostet hat. Der
Ermordung von 3000 unbewaffneten Flüchtlingen in Sabra und Shatilla
hat er Vorschub und Schutz gewährt. Auch ein israelischer
Untersuchungsausschuss hat ihn für "persönlich verantwortlich" für
die Morde gefunden und ihn als Verteidigungsminister abgesetzt.
Hinzukommen die Übergriffe, Häuserzerstörungen und gezielte Morde
während der gegenwärtigen Intifada, die er durch seinen provokativen
Aufmarsch auf dem Tempelberg.
Seltsam ist, dass Sharon seit dem Rückzug aus
Gaza als Mann des Friedens gesehen wird, und die Befürchtung immer
wieder ausgedrückt wird, dass nun der Friedensprozess - z.B. die
Implementierung der Road map - nicht mehr weiter geführt wird,
obwohl er diese ja gar nicht angenommen und bisher alle Schritte zu
ihrer Umsetzung verweigert hat. Sein "Friedensplan", der Mauerbau,
will den Palästinensern gerade noch 13% ihres Landes überlassen, und
das in isolierten Enklaven. Ein Artikel von Meron Benvenisti aus
Ha'arez vom 12.1. hebt hervor, dass das von ihm weitgehend erreichte
Ziel keineswegs der Frieden mit Palästina sondern stets die
einseitige Eliminierung der "demographischen arabischen Bedrohung"
gewesen ist.
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Die norwegische Provinz Sor-Trondelag ist unter
starken Druck geraten durch ihre Resolution zu einem Boykott aller
israelischen Produkte. Es wird herzlich gebeten um
Unterstützerbriefe an den Bürgermeister Tore Sandvik: tor.sandvik@stfk.no,
mit Kopien an die Führungen der Parlamentsparteien: arne.braut@stfk.no,
ola.huke@stfk.no,sor-trondelag@dna.no, yngve.brox@stfk.no, fredrik@liberal.no
und heidi.klokkervold@stfk.no, sowie auch an
up@palestina.no).
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Wie weitreichend die Restriktionen auf Bewegung
innerhalb der Westbank geworden sind, wird in einem Artikel in
Ha'arez vom 13. 1. verdeutlicht. Seit der zweiten Dezemberwoche, ist
der Norden der Westbank, die Provinzen Tul Karem und Jenin - völlig
von Ramallah und den südlicheren Gebieten abgeschnitten, seit 2.
Januar ist auch das Nablusgebiet einbezogen. Dazu wurde keine
Verordnung veröffentlicht - Reisende erfuhren es erst an den
dauerhaften und sogenannt 'fliegenden' Checkpoints. Auch
Verkehrsverbindungen innerhalb der nördlichen Westbank sind
abgeschnitten worden, die Hauptverbindungsstraße 60 ist durch
Stahltore bereits seit August für palästinensischen Verkehr
geschlossen. Ferner gibt es zu verschiedenen Zeiten eine
Altersbegrenzung an manchen Checkpoints, die sich auf Leute zwischen
16 und 30 beziehen. Außerdem dürfen BewohnerInnen von Tul Karm nicht
durch das nächstgelegene , nordwestliche Checkpoint nach Nablus,
sondern müssen einen großen Umweg machen und von Nordosten in die
Stadt.
Schließlich ist der gesamte Verkehr vom
nördlichen Teil der Westbank an der Weiterfahrt in den südlichen
Teil verhindert, auch wenn alle bisherigen Checkpoints passiert
wurden. Zäune verhindern inzwischen auch ein - bisher häufiges, wenn
auch risikoreiches - Umgehen der Checkpoints. Damit ist bereits die
'Kantonisierung' der Westbank durchgesetzt.
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Damit ist mein Briefkasten noch nicht ganz leer,
aber für heute muss es reichen.
Ich grüße euch,
Anka