oo

 

 



Start Palästina Portal


Archiv -
[Br
ief-aus-Israel]


 

 From: "Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus den besetzten Gebieten  

 

Brief aus Israel 18.9.06
 

Liebe FreundInnen,

in einem interessanten Artikel schreibt Tanya Reinhart, emeritierte Professorin der Linguistic und Medienwissenschaft der Uni Tel-Aviv, dass der 'Rückzug' Israels aus dem Gazastreifen nie etwas anderes war als der "Ersatz einer teueren Besatzung durch eine billigere Besatzung".

Israel könne nämlich Gaza nie freilassen, solange es die Westbank behalten will. "Ein Drittel der PalästinenserInnen leben im Gazastreifen. Wenn das Gebiet freigegeben wird, würden sie das Zentrum des palästinensischen Befreiungskampf werden, mit freiem Zugang zur westlichen und arabischen Welt. Um die Westbank unter Kontrolle zu halten, braucht Israel die volle Kontrolle über Gaza... Die neue Form der Kontrolle, die Israel entwickelt hat, verwandelt den ganzen Streifen in ein Gefangenenlager, völlig von der Welt abgeschottet." Laut Reinhart wartet die israelische Armee nur auf ein 'ok' der USA um einen massiven Angriff auf Gaza zu starten, um das gesamte politische System, alle Institutionen und die Polizei zu zerstören. "Gaza sollte durch Banden regiert werden, die mit den Gefängniswärtern kollabarieren."

Vor einem Jahr, vor dem Rückzug aus Gaza hatte die Armee Truppen an die  Grenzen gebracht um eine solche Offensive zu starten, aber die USA habe ein Veto eingelegt. "Nun ist die Zeit endlich gekommen. Die Islamophobie der amerikanischen Regierung hat einen Höhepunkt erreicht; es scheint, die USA ist nun bereit eine solche Operation zu bewilligen, unter der Bedingung, dass sie nicht einen globalen Aufschrei provoziert durch Berichte von exzessiven Angriffen auf Zivilisten. "Die einzige Sorge der Armee ist sein öffentliches Image... Die Armee befürchtet dass diese riesige militärische und diplomatische Aktion durch Berichte über die humanitäre Krise in Gaza verhindert wird... Aus dieser Perspektive ist es notwendig, die PalästinenserInnen zu ernähren, damit man sie weiterhin ungestört töten kann."

--------------------

Rima Merriman, eine palästinensisch-amerikanische Bewohnerin von Ramallah, schreibt, dass die Politik der israelischen Regierung, keine Visa mehr an Ausländer (d.h. natürlich auch Palästinenser mit ausländischem Pass) zu erteilen, auch wenn ihre (palästinensischen) Ehepartner und Kinder in Palästina wohnen, absichtlich "den PalästinenserInnen jegliche Form ausländischer Expertise vorenthält, es sei denn in Form von internationaler Hilfsmaßnahmen".

--------------------

In einer neuen Kampagne des gewaltfreien Widerstands hat das Flüchtlingslager in Tulkarem aufgerufen zu einem Boykott israelischer Produkte. Die israelische Politik gegenüber den besetzten Gebieten sorgt dafür, dass israelische Produkte möglichst die einheimischen ersetzten. Zur Zeit ist 90% des Außenhandels Palästinas mit oder geht durch Israel. Tulkarem organisiert eine Handelsmesse mit Hilfe von mehr als hundert Geschäfte und Bauern, viele aus dem Lager selbst, "als Teil einer wachsenden Bewegung, israelische Waren zu boykottieren und palästinensische Produkte zu fördern." Sehr erschwert wird diese Bemühung natürlich durch den Mauerbau, der vielen Bauern große Teile ihres Landes geraubt hat.

Durch diese Politik betroffen schreibt ein Vater aus Gaza, "Dies ist der zehnte Laden, in dem ich versuche, ein Paket Milchpulver für mein Kind zu kaufen. Ich bin bereit den doppelten Preis zu zahlen, aber es gibt nichts." Händler werden durch erhöhte Zölle daran gehindert, palästinensische Produkte (aus der Westbank) einzuführen. Auch die Lebensmittelproduktion in Gaza selbst wird gedrosselt durch die erhöhten Preise für Strom und Wasser, seitdem diese aus Israel bezogen werden müssen.

----------------------

In Bethlehem sollen weitere 10ha palästinensischen Landes konfisziert werden. Dort und in Bil'in gehen die wöchentlichen Demonstrationen unbeirrt weiter. In Bil'in lässt man sich von der wachsenden Gewalt der Armee nicht beirren, trotz regelmäßigen, auch ernsthaften Verletzungen.

Zuletzt hat die Armee den Demonstranten erlaubt, auf dem Weg sitzen zu bleiben, nachdem sie am weiteren Vormarsch gehindert wurden. In Bethlehem sieht man von Gewalt wohl ab, weil die Demo auf dem zentralen Platz der Stadt stattfindet - die Stadt ist ja auch von der Mauer vollständig umringt, wogegen man in Bil'in noch baut und die DemonstrantInnen immer versuchen, zu den Bauarbeiten vorzudringen.

---------------------

In Al-Tuwani sind alle Reifen eines LKW der Wasser brachte von auf die Straße verteilten Metallspitzen oder -stacheln durchbohrt worden.

--------------------

Mairead Corrigan Maguire, irische Nobelpreisträgerin, hat sich an die neu eingesetzten Präsidentin des israelischen Obersten Gerichts in einem offenen Brief gewendet und sie dazu aufgerufen, das Völkerrecht und den grundlegenden Anstand und Gerechtigkeit aufrecht zu erhalten indem sie Mordechai Vanunu die Rede- und Bewegungsfreiheit wiedergibt.Z

----------------------

Ich erhielt vor einiger Zeit eine Bitte aus der Region Hebron, wo (wie schon öfter berichtet) die israelische Regierung versucht Palästinensische Familien die seit Jahrhunderten in ausgebauten Höhlenwohnungen in den Bergen leben, zur Umsiedlung zu zwingen, um diese Gegend zu annektieren.

Vor fünf Jahren wurden die Höhlen einiger dieser Familien zerstört. Sie harren seit dem in "vorläufiger, improvisierter" Behausung. Die fortgesetzte Bedrängnis durch die in der Nähe wohnenden Siedler hat zu stärkerer Unterstützung durch israelische und internationale Freiwillige geführt. Ein Ergebnis dieser Kooperation ist die Möglichkeit für die Kinder des Dorfes Susia zur naheliegenden Schule in Tweni zu gehen (10 Minuten Fahrt). Bis voriges Jahr wurde dies verboten, die Kinder mussten in der zentralen Stadt Yata in die Schule, wo sie wegen des langen Weges und vielen Hindernissen die Woche über bleiben mussten.

Die Möglichkeit, zuhause zu wohnen hat ihre Lernfähigkeit und -bereitschaft deutlich erhöht. Allerdings kann der Transport in diese Schule nur ermöglicht werden wenn jährlich $5000 zusammen gebracht werden können. Ich bitte euch, dieses Anliegen zu unterstützen, einerseits für die Kinder, andererseits aber auch um die weitere Verdrängung dieser Menschen durch Israel zu erschweren.

Geld kann überwiesen werden an: Erella Dunayevsky Kibbutz Shoval D.N.

Hanegev 85320. (Ich denke, der Name genügt, aber so war es angegeben).

Das Bankkonto (inklusive Swift Code) ist LUMILIT 924-035419/50. Man bittet um eine Email mit Information zum Spender, Datum und Höhe des Betrags an danidun@shoval.org.il.

Falls das nicht klappt, und überhaupt, können auch Schecks oder, noch am einfachsten und billigsten auch Bargeld geschickt werden an Erella Dunayevski, Kibbutz Shoval, D.N. Negev 85320 Israel.

Ich danke für rege Beteiligung und wünsche einen schönen Tag, Anka

http://www.Brief-aus-Israel.de.vu -- Yahoo! Groups Links <* Besuchen Sie Ihre Group im Web unter: http://de.groups.yahoo.com/group/Brief-aus-Israel/ <* Um sich von der Group abzumelden, senden Sie eine Mail an: Brief-aus-Israel-unsubscribe(at)yahoogroups.de</a <* Mit der Nutzung von Yahoo! Groups akzeptieren Sie unsere: http://de.docs.yahoo.com/info/utos.html       

 

Nun wieder lieferbar >>

Solange vorrätig wird das Buch gegen eine Spende  (5€ + 2€ Versandkosten) verkauft.
Weitere Infos hier >>>

Rezension -
Das Buch ist aktueller denn je. Von der BRD-Presse totgeschwiegen, zeigt es Israel so wie es ist >>
 


Eine kostenlose CD -  Die Geschichte Palästinas in Bilder - (PowerPoint) >>>

Die CD ist einschließlich der Portokosten gratis. Sie ist ein Teamwork der Gesellschaft Schweiz-Palästina, Gruppe Tessin. >>>

 

Start | oben

Mail           Links           Suchen            Kontakt            Vita             Impressum           Haftungsausschluss           Translate