Liebe FreundInnen,in einem interessanten Artikel
schreibt Tanya Reinhart, emeritierte Professorin der Linguistic und
Medienwissenschaft der Uni Tel-Aviv, dass der 'Rückzug' Israels aus
dem Gazastreifen nie etwas anderes war als der "Ersatz einer teueren
Besatzung durch eine billigere Besatzung".
Israel könne nämlich Gaza nie freilassen, solange es die Westbank
behalten will. "Ein Drittel der PalästinenserInnen leben im
Gazastreifen. Wenn das Gebiet freigegeben wird, würden sie das
Zentrum des palästinensischen Befreiungskampf werden, mit freiem
Zugang zur westlichen und arabischen Welt. Um die Westbank unter
Kontrolle zu halten, braucht Israel die volle Kontrolle über Gaza...
Die neue Form der Kontrolle, die Israel entwickelt hat, verwandelt
den ganzen Streifen in ein Gefangenenlager, völlig von der Welt
abgeschottet." Laut Reinhart wartet die israelische Armee nur auf
ein 'ok' der USA um einen massiven Angriff auf Gaza zu starten, um
das gesamte politische System, alle Institutionen und die Polizei zu
zerstören. "Gaza sollte durch Banden regiert werden, die mit den
Gefängniswärtern kollabarieren."
Vor einem Jahr, vor dem Rückzug aus Gaza hatte die Armee Truppen
an die Grenzen gebracht um eine solche Offensive zu starten,
aber die USA habe ein Veto eingelegt. "Nun ist die Zeit endlich
gekommen. Die Islamophobie der amerikanischen Regierung hat einen
Höhepunkt erreicht; es scheint, die USA ist nun bereit eine solche
Operation zu bewilligen, unter der Bedingung, dass sie nicht einen
globalen Aufschrei provoziert durch Berichte von exzessiven
Angriffen auf Zivilisten. "Die einzige Sorge der Armee ist sein
öffentliches Image... Die Armee befürchtet dass diese riesige
militärische und diplomatische Aktion durch Berichte über die
humanitäre Krise in Gaza verhindert wird... Aus dieser Perspektive
ist es notwendig, die PalästinenserInnen zu ernähren, damit man sie
weiterhin ungestört töten kann."
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Rima Merriman, eine palästinensisch-amerikanische Bewohnerin von
Ramallah, schreibt, dass die Politik der israelischen Regierung,
keine Visa mehr an Ausländer (d.h. natürlich auch Palästinenser mit
ausländischem Pass) zu erteilen, auch wenn ihre (palästinensischen)
Ehepartner und Kinder in Palästina wohnen, absichtlich "den
PalästinenserInnen jegliche Form ausländischer Expertise vorenthält,
es sei denn in Form von internationaler Hilfsmaßnahmen".
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In einer neuen Kampagne des gewaltfreien Widerstands hat das
Flüchtlingslager in Tulkarem aufgerufen zu einem Boykott
israelischer Produkte. Die israelische Politik gegenüber den
besetzten Gebieten sorgt dafür, dass israelische Produkte möglichst
die einheimischen ersetzten. Zur Zeit ist 90% des Außenhandels
Palästinas mit oder geht durch Israel. Tulkarem organisiert eine
Handelsmesse mit Hilfe von mehr als hundert Geschäfte und Bauern,
viele aus dem Lager selbst, "als Teil einer wachsenden Bewegung,
israelische Waren zu boykottieren und palästinensische Produkte zu
fördern." Sehr erschwert wird diese Bemühung natürlich durch den
Mauerbau, der vielen Bauern große Teile ihres Landes geraubt hat.
Durch diese Politik betroffen schreibt ein Vater aus Gaza, "Dies
ist der zehnte Laden, in dem ich versuche, ein Paket Milchpulver für
mein Kind zu kaufen. Ich bin bereit den doppelten Preis zu zahlen,
aber es gibt nichts." Händler werden durch erhöhte Zölle daran
gehindert, palästinensische Produkte (aus der Westbank) einzuführen.
Auch die Lebensmittelproduktion in Gaza selbst wird gedrosselt durch
die erhöhten Preise für Strom und Wasser, seitdem diese aus Israel
bezogen werden müssen.
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In Bethlehem sollen weitere 10ha palästinensischen Landes
konfisziert werden. Dort und in Bil'in gehen die wöchentlichen
Demonstrationen unbeirrt weiter. In Bil'in lässt man sich von der
wachsenden Gewalt der Armee nicht beirren, trotz regelmäßigen, auch
ernsthaften Verletzungen.
Zuletzt hat die Armee den Demonstranten erlaubt, auf dem Weg
sitzen zu bleiben, nachdem sie am weiteren Vormarsch gehindert
wurden. In Bethlehem sieht man von Gewalt wohl ab, weil die Demo auf
dem zentralen Platz der Stadt stattfindet - die Stadt ist ja auch
von der Mauer vollständig umringt, wogegen man in Bil'in noch baut
und die DemonstrantInnen immer versuchen, zu den Bauarbeiten
vorzudringen.
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In Al-Tuwani sind alle Reifen eines LKW der Wasser brachte von
auf die Straße verteilten Metallspitzen oder -stacheln durchbohrt
worden.
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Mairead Corrigan Maguire, irische Nobelpreisträgerin, hat sich an
die neu eingesetzten Präsidentin des israelischen Obersten Gerichts
in einem offenen Brief gewendet und sie dazu aufgerufen, das
Völkerrecht und den grundlegenden Anstand und Gerechtigkeit aufrecht
zu erhalten indem sie Mordechai Vanunu die Rede- und
Bewegungsfreiheit wiedergibt.Z
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Ich erhielt vor einiger Zeit eine Bitte aus der Region Hebron, wo
(wie schon öfter berichtet) die israelische Regierung versucht
Palästinensische Familien die seit Jahrhunderten in ausgebauten
Höhlenwohnungen in den Bergen leben, zur Umsiedlung zu zwingen, um
diese Gegend zu annektieren.
Vor fünf Jahren wurden die Höhlen einiger dieser Familien
zerstört. Sie harren seit dem in "vorläufiger, improvisierter"
Behausung. Die fortgesetzte Bedrängnis durch die in der Nähe
wohnenden Siedler hat zu stärkerer Unterstützung durch israelische
und internationale Freiwillige geführt. Ein Ergebnis dieser
Kooperation ist die Möglichkeit für die Kinder des Dorfes Susia zur
naheliegenden Schule in Tweni zu gehen (10 Minuten Fahrt). Bis
voriges Jahr wurde dies verboten, die Kinder mussten in der
zentralen Stadt Yata in die Schule, wo sie wegen des langen Weges
und vielen Hindernissen die Woche über bleiben mussten.
Die Möglichkeit, zuhause zu wohnen hat ihre Lernfähigkeit und
-bereitschaft deutlich erhöht. Allerdings kann der Transport in
diese Schule nur ermöglicht werden wenn jährlich $5000 zusammen
gebracht werden können. Ich bitte euch, dieses Anliegen zu
unterstützen, einerseits für die Kinder, andererseits aber auch um
die weitere Verdrängung dieser Menschen durch Israel zu erschweren.
Geld kann überwiesen werden an: Erella Dunayevsky Kibbutz Shoval
D.N.
Hanegev 85320. (Ich denke, der Name genügt, aber so war es
angegeben).
Das Bankkonto (inklusive Swift Code) ist LUMILIT 924-035419/50.
Man bittet um eine Email mit Information zum Spender, Datum und Höhe
des Betrags an danidun@shoval.org.il.
Falls das nicht klappt, und überhaupt, können auch Schecks oder,
noch am einfachsten und billigsten auch Bargeld geschickt werden an
Erella Dunayevski, Kibbutz Shoval, D.N. Negev 85320 Israel.
Ich danke für rege Beteiligung und wünsche einen schönen Tag,
Anka