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ief-aus-Israel]


 

 From: "Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus den besetzten Gebieten  

 

Brief aus Israel 18.1.06
 

Liebe FreundInnen,

In einem Artikel in der Publikation "New Democracy" nimmt Henry Lowi, ein Israeli, der unter Sharon im Libanon gedient hat Stellung gegen die verbreitete Medientendenz, Sharon als "Mann des Friedens" zu feiern und sich um die Weiterentwicklung des "Friedensprozesses" ohne ihn zu sorgen. Lowi beschreibt die Leichtfertigkeit, mit der Sharon den Verlust von einer großen Anzahl Soldaten, sowohl im Krieg gegen Ägypten 1973 wie bei der Invasion Libanons 1982 - an denen beiden Lowi aktiv teilnahm. Nach dem Ägyptenkrieg fing eine Protestbewegung unter Reservisten (praktisch jeder erwachsene Israeli ist Reservist) gegen den damaligen Verteidigungsminister Sharon an, die im Libanonkrieg verstärkt wurde, zur Gründung von Peace Now führte und in einer Demonstration von 400 000 Menschen in Tel Aviv nach dem Sabra-Shatilla Massaker gipfelte. Diese hat unmittelbar zur Absetzung Sharons als Verteidigungsminister geführt.

"Wir erholen uns zur zeit von Sharons "einseitigem Rückzug aus Gaza". Dieses war eindeutig ein Codewort für die Konsolidierung der Kontrolle Israels über ganz Palästina während zugleich die Kosten reduziert wurden. Tragischerweise hat keiner in der israelischen Friedensbewegung dieses Manöver als eine Gelegenheit wahrgenommen, gegen die Siedler zu mobilisieren und eine echte Gegendynamik zu bilden. Sie haben daher das dienliche Image Sharons als Bushs "Man des Friedens" verstärkt.

"Trotz aller Medienstimmen hat sich Sharon nicht gewandelt. Das einzige 'positive' was von ihm gesagt werden kann ist dass er erfolgreich Propaganda einsetzte um seine taktischen Ziele zu erreichen. Idioten der zionistischen 'Linken' sind ihm von einem Manöver zum nächsten gefolgt und nun betrauern sie den großen 'Friedensstifter', wie sie es auch mit Rabin gemacht haben....

"Es ist wahrhaft erstaunlich, wie Menschen den 'Friedensprozess' mit dem Namen Sharon koppeln können ohne die Miene zu verziehen... Ich kann nur sagen, ... Ein Ende der Brutalität, der Lügen und der Unterdrückung Sharons! Lasst uns das Erbe Sharons aus 1948, 1951, 1953, 1956, 1967, 1971, 1973, 1978, 1982, 2001 und 2002-6. Lasst uns eine Bewegung schaffen, die eine Zukunft für dieses kleine Land und seine leidenden Menschen bauen kann!"

Sein Wort in Gottes Ohr.

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Ein junger Palästinenser, Raad, schreibt von seinen Erlebnissen bei einer Fahrt mit ein paar 'Internationals' ins Dorf Bardala, wo sie eine Demonstration gegen die Bewegungseinschränkungen der Bevölkerung, die auch ihren Handel mit landwirtschaftlichen Produkten verhindern, unterstützen wollten. Da die 'Internationals' einen Palästinenser als Begleitung brauchten, bat er seine Hilfe an. Unterwegs wurden sie an einem Checkpoint angehalten:

"Als wir dran waren nahm der Soldat unsere Ausweise und Pässe und befahl uns plötzlich, auszusteigen und uns in eine Reihe aufzustellen. Er sprach Hebräisch, so sagte ich, Wir verstehen Sie nicht. Er fing dann an zu brüllen, Halts Maul, an diesem Checkpoint sprechen wir nur Hebräisch!

Plötzlich merkten wir dass ein Soldat Englisch sprach, ein Amerikaner der in der israelischen Armee diente, und nach etwa 40 Minuten rief der aggressive Soldat den Amerikaner zu sich und bat ihm, den internationalen Freiwilligen ihre Pässe zu geben. Sie beschlossen, meinen Freund und mich fest zu halten, bis sie eine Antwort vom Geheimdienst hatten und befahlen uns, dem Checkpoint den Rücken zu kehren und unsere Telefone nicht zu benutzen. Sie baten den Fahrer auch, die 'Internationalen' vom Checkpoint weg zu bringen. Der aggressive Soldat schrie uns ständig an und sagte, Ihr ekelhaften Araber sollten wie Tiere geprügelt werden und im Gefängnis gehalten, ihr solltet nicht in der Nähe von hübschen amerikanischen und europäischen Mädchen sein."

Unsere Freunde versuchten, uns anzurufen, ich durfte aber nicht das Telefon beantworten. Ich stellte stattdessen den Ton aus und schickte dem Rest der Gruppe, die etwa 100m entfernt waren, SMS.

Der aggressive Soldat sagte, ich sei ein Hisbollahterrorist und er würde mir alle Knochen brechen. Als ich Ok antwortete, sagte er, Halts Maul.

Nach weiteren 40 Minuten erhielt der Offizier ein Befehl vom Kommandanten, unsere Telefonnummern zu notieren. Wir gaben sie ihm und konnten dann reden, weil er sagte, wir sollten die Telefone anlassen, weil die Shabak die Nummern vielleicht kontrollieren wollten. Nach wenigen Minuten erhielt ich einen Anruf von einem Freund bei der ISM, der fragte, ob wir immer noch aufgehalten wurde. Als ich anfing, mit ihm zu reden, brüllte der Soldat, ich solle das Telefon ausschalten aber ich sagte ihm, die Shabak hätte zurück gerufen und ich redete noch mit ihnen. ich weiß nicht warum, aber er glaubte mir. Nach 15 Minuten bekamen sie den Befehl, uns zu entlassen, aber der Offizier weigerte sich und sagte er brauche ein Befehl vom Gebietskommandanten um uns zu entlassen...

Nach weiteren 15 Minuten beschlossen die zwei internationalen Mädchen, die mit uns gekommen waren, zum Checkpoint zu gehen um zu sehen, warum wir immer noch festgehalten wurden. Plötzlich rannte der verrückte Soldat auf die Straßensperre zu und versteckte sich dahinter. Er fing an auf Hebräisch zu brüllen, die Mädchen konnten ihn weder hören noch verstehen, so zielte er mit seinem Gewehr auf sie... Sein Kommandant brüllte ihn an, er solle nicht schießen und plötzlich erschien der amerikanische Soldat wieder und rief Stop, Stop und sagte den Mädchen, sie sollen vom Checkpoint weggehen...

Der verrückte Soldat ging zurück zum Checkpoint und sein Kommandant sagte ihm, er solle sein Gewehr reinigen. "Es ist schrecklich, dass so etwas an meinem Checkpoint passiert und bevor du mit mir redest säuberst du dein Gewehr. Dann fragte er ihn, warum er verrückt geworden sei und auf die Internationalen schießen wollte, da sie ja nicht gefährlich sind wie die Palästinenser. Der Soldat sagte, du kennst doch unsere Befehle (wenn jemand auf einen Checkpoint zu läuft und du ihnen auf Hebräisch sagst sie sollen anhalten und sie gehen weiter, sollst du auf sie schießen, egal ob sie kein Hebräisch können oder sogar taub oder verrückt sind, einfach schießen!) Danach rief der Kommandant den amerikanischen Soldat und gab ihn unsere Ausweise und sagte ihm, er solle den Internationalen sagen, dass er uns freilassen wolle weil er sie respektiere....

Ich rufe Menschen aus aller Welt dazu auf, Palästina, Jerusalem, Bethlehem, Nablus, Ramallah, Hebron, alle diese Orte zu besuchen und nur die Situation hier zu beobachten. Ich wünsche euch allen überall ein frohes neues Jahr voller Liebe und Frieden und hoffe, euch in Palästina zu sehen."

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Eine internationale Freiwillige, die amerikanische Jüdin Hannah, schreibt davon, wie sie unbehelligt und gedankenlos durch Israel und Palästina reisen konnte, bis sie anfing, sich doch Gedanken zu machen, z.B. weil sie erfuhr, dass die Palästinenser, die sie hier und da kennen gelernt hatten, nie das Meer gesehen hatten, vielleicht nicht einmal die Mauer, nicht einmal die neuen riesigen Checkpoint 'Terminals' in Bethlehem oder Qalandia kannten, nicht einmal eigene Familienmitglieder, die in Israel geblieben waren, kannten.

"Manchmal fühlt sich meine Arbeit, PalästinenserInnen auf beiden Seiten der Grünen Linie zu verbinden, wie ein schlechter Versuch, zusammenzuflicken, was mein Volk auseinander gerissen hat. Manchmal fühlt es sich wie Buße an. Aber es handelt sich nicht um mich, den meisten Palästinensern ist meine Identität als Jüdin oder Amerikanerin egal. Es geht um Macht, um Gerechtigkeit und wie man sie herstellen kann. Es geht um die Antwort meines 17jährigen Freundes auf die Frage, was für eine Botschaft Amerikaner in die US aus Palästina zurücktragen kann. "Revolution", sagte sie. "Wenn alle Menschen in der Welt alle Regierungen der Welt stürzen, werden wir kein Problem haben, in Frieden zu leben."

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Eine neue, und sicherlich dringende Aktion:

Parlamentsmitglieder und NGOs werden gebeten, ein Appell zu Iran und Atomwaffen zu unterschreiben und auch ihre Regierungen dazu zu drängen, keine militärische Aktion und vor allem keinen Einsatz von Atomwaffen gegen Iran zu unternehmen, sondern sich für einen atomfreien mittleren Osten einzusetzen.

Der Appell, von Abolition 2000, den Mayors for Peace und einer lange Latte anderer Namen, die ich nicht anhängen werde, unterschrieben, folgt. Er kann, mit Unterschrift und Namen der eigenen Organisation oder Partei versehen, geschickt werden an: foesyd4@ihug.com.au:

Der Text mit allen Unterschriften sind auf Englisch und Französisch zu

finden unter www.acdn.net

PARLIAMENTARIANS AND CIVIL SOCIETY APPEAL ON IRAN AND NUCLEAR WEAPONS

A PEACEFUL SOLUTION TO THE IRAN CRISIS AND A NUCLEAR-FREE MIDDLE EAST

NO FIRST USE OF NUCLEAR WEAPONS

To:

President George Bush

Secy of State Condoleeza Rice

Secy of Defence Donald Rumsfeld

UN Ambassador John Bolton

President Ahmadinejad of Iran

Foreign Minister of Iran, Kamal Jharze

Iran UN Ambassador, H.E. Zarif-Khonsari

Ariel Sharon, Prime Minister of Israel,

Israel Foreign Minister Silvan Shalom,

H.E. Mr. Dan Gillerman, Israel UN Mission

cc

Mr Jose Manuel Barroso, President of the European Commission Tony Blair, Prime Minister of UK and Exercising President of the European Council Jack Straw, Secretary of State for Foreign and Commonwealth Affairs

The Hon. John Howard, Prime Minister of Australia

The Hon. Alexander Downer, Minister for Foreign Affairs, Australia

M. Jacques Chirac, Président de la République Française

M. Dominique de Villepin, Premier Ministre

M. Philippe Douste-Blazy, Ministre des Affaires Etrangères

Herr Horst Köhler, Bundespräzsident Deutschlands

Frau Angela Merkel, Bundeskanzlerin Deutschlands

Dr. Frank-Walter Steinmeier, Deutsche Bundesaussenminister

Mr Kofi Annan, General Secretary of the United Nations

Mr Mohamed ElBaradei, Director of the IAEA

 

Dear Presidents Bush and Ahmadinejad, Presidents, Prime Ministers, Foreign Ministers, Secretaries of State and Defence and Ambassadors,

The proliferation of nuclear weapons is possibly the single greatest threat to civilisation. If a feared cascade of proliferation occurs, the probability that by malice, madness, miscalculation or malfunction, nuclear weapons will at some point be used will increase sharply. All nations have a responsibility to ensure that the number of nations with nuclear weapons does not grow, to prevent non-state actors from obtaining them, and for those who posses nuclear weapons to eliminate and abolish them.

Threats and rumours of military action or even nuclear weapons use only worsen a growing crisis between Iran, the United States, and Israel.

Reports of preparations for and explorations of military options, no matter how speculative, are highly disturbing and are in themselves dangerous. Such explorations must cease. There must be no talk of war.

But there IS talk of war, both from the United States and from Israel. President Ahmadinejad, you have spoken of "wiping Israel from the map." In the US and Israel, 'hotheads' call openly for "swift military action", while 'responsible' leaders speak of "no option being ruled out." President Bush, we heard these same two

formulations used just months before the invasion of Iraq. We urge

that the explorations of military or nuclear options cease immediately, and support IAEA General Director, Mohamed ElBaradei in calling for this belligerent talk from all parties to stop now.

The United States and other Nuclear Weapon States and de facto nuclear weapon states -nations that already possess nuclear weapons- have made little progress toward the internationally mandated goal of the total and unequivocal elimination of those weapons. Although there has been some limited progress in lowering total nuclear stockpiles, the established nuclear weapons possessors continue to rely on those weapons in their security doctrines, and do not envisage change in that posture 'for the foreseeable future'.

This continues in spite of a clear international consensus to the effect that nuclear weapons are a continuing threat to civilisation and life, in spite of repeated calls by the international community for progress toward their total and unequivocal elimination.

Nations that possess large nuclear arsenals cannot consistently or credibly call for others to eliminate or cease the pursuit of nuclear weapons arsenals of their own while not moving to eliminate their own nuclear weapons. A global commitment to the elimination of nuclear weapons is a global commitment to the elimination of nuclear weapons, and applies equally to all parties. There can be no exceptions. Those who now posses nuclear arsenals are obliged to eliminate those arsenals. Those who do not have them must not pursue them.

Similarly, the violation of the goal of a nuclear-free Middle East by one party does not in any way excuse its violation by another party. However, the renunciation of the nuclear option by one party will facilitate its renunciation by another party.

Israel's nuclear arsenal and the pursuit of nuclear weapons by Iran - if indeed that is taking place - are dangerous per se and open the gate for further proliferation by other Middle Eastern nations, and for a middle eastern arms race that would be dangerous in the extreme. This must not happen.

Serious concerns exist over the possibility that US nuclear doctrine may envisage strikes against other nations that involve a first use of nuclear weapons, or possibly the use of nuclear weapons against nations that are not themselves nuclear - armed. We note with approval the recent letter by US senators and others in this matter.

A third use of nuclear weapons must never take place. It would be a catastrophe not only for Iran or Israel but for the entire region and even for the entire world, because of its radioactive fallout, its chaotic effects, and because it would break the taboo against the use of these weapons that has so far held place for the last 60 years. Breaking this taboo could result in the further use of nuclear weapons, with a lower and lower bar for such use. The widespread use

of nuclear weapons would be catastrophic for the world. We urge all

parties to renounce the pursuit of nuclear weapons, and to adopt policies that rule out their use.

 

The Parliamentarians, civil society organisations, and prominent individuals signed below hereby urge a solution to the crisis in relations between the US and Iran, Israel and Iran, based on the following clearly defined principles:

1) No use of any military option whatsoever by any party for any reason.

2) A clear commitment by all nuclear-armed parties not to use nuclear weapons in this situation, and a broader commitment to the doctrine of no first use of nuclear weapons.

3) The implementation of the 1995 Non-Proliferation Treaty Resolution on a Nuclear Weapon Free Zone in the Middle East, implementation of the annual consensus-adopted General Assembly resolutions on 'Establishment of a Nuclear-Weapons-Free Zone in the region of the Middle East', and particularly the full implementation of this years resolution on nuclear proliferation in the middle -east.

4) A clear commitment by all parties to the global elimination of nuclear weapons, including through reaffirming the Final Declaration of the 2000 Non-Proliferation Treaty Review Conference, and relevant General Assembly resolutions.

5) A diplomatic path to the removal of tensions between the US, Israel, and Iran, involving compromise on both sides, recognition of the legitimate security concerns of all parties including both Israel and Iran, and refraining from inflammatory statements or the exploration of military options by any party.

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Bis nächstens,

Gruß, Anka

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