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ief-aus-Israel]


 

 From: "Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus
den besetzten Gebieten

 

Liebe FreundInnen,

wer wissen will, wies zur Zeit an der Mauer aussieht, kann einen kurzen Film sehen unter http://wwwthewallofhate.org/film/thewall.wmv .

 

Menschliche Fässer blockieren die Apartheidmauer in der Westbank
WAFA Palestine News Agency -  RAMALLAH, 16. Mai 2005

Am Sonntag berichteten Mitglieder der Internationalen Solidaritätsbewegung (ISM), dass sich vier Israelis und ein schwedischer Aktivist in Metallfässern verbarrikadiert und auf die Strecke der Apartheidmauer gelegt hätten. Die Mauer nimmt 50 % des Dorfes Bil'in in der Westbank ein.

 In einer Pressemitteilung erklärte ISM, dass israelische Besatzungssoldaten (IOF) fünf Israelis und einen internationalen Teilnehmer verhaftet hätten. Sie schnitten die Friedensaktivisten mit Metallschneidern aus den Fässern; die IOF erklärte das Gebiet zur geschlossenen militärischen Zone.

 "Die internationale Gemeinschaft ist dafür verantwortlich, dem internationalen Recht Geltung zu verschaffen. Seit unsere Regierungen und die UN es Israel erlauben, ihre Kriegsverbrechen, die es begeht, ungestraft fortzusetzen, wird es zur Pflicht von Bürgern wie ich einer bin, alles zu tun, was in unserer Macht steht, um dies zu beenden" sagte Johan Persson aus Schweden vor seiner Verhaftung. 17.05.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Johan Persson aus Schweden wurde am 15. Mai bei einer Demo in Bil'in festgenommen und hat nun die Ehre, der 90. Friedensaktivist zu sein, der aus Israelseit April 2002 abgeschoben wurde. Hunderte weitere AktivistInnen sind gar nicht erst ins Land gelassen worden. Gewaltfreiheit ist offensichtlich eine Waffe, vor der die israelische Regierung Angst hat! Die ISM schreibt in der Mail mit dieser Info, "Bis Regierungen anfangen, ihre Verantwortung ernst zu nehmen, werden Friedens- und MenschrechtsaktivistInnen wie Johan weiter in die Westbank reisen, um den gewaltfreien Widerstand zu unterstützen und weiterhin festgenommen und deportiert werden." Zu der Demo selbst berichtete Ha'arez: Menschliche Fässer blockieren die Annektionsmauer Um 6 Uhr früh fanden israelische Truppen die den Bau der Annektionsmauer im Westbankdorf Bil'in sichern, fünf menschliche Fässer vor, die den Bauweg blockierten. Vier Israelis und ein Schwede verbarrikadierten sich in Metalfässern, die auf der Mauertrasse standen, durch die 50% des Agrarlandes des Dorfes annektiert werden sollen. Palästinenser, Israelis und Internationale demonstrierten um die Fässer herum. Das Militär erklärte das Gebiet zu einer geschlossenen Militärzone und namen die fünf Israelis und einen Internationelen fest, nachdem sie sie mit Metallschneider aus den Fässern herausgeschnitten hatten. Vor seiner Festname erklärte Johan Persson aus Schweden warum er in einem Fass auf der Trasse der Annektionsmauer befand, "Es ist die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft, das Völkerrecht durchzusetzten. Da unsere Regierungen und die UNO es Israel gestatten, weiterhin Kriegsverbrechen ungestraft zu verüben, ist es zur Verantwortung von Bürgern wie mir geworden, das zu tun was wir können um sie zu hindern."

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In einem weiteren Schreiben berichtet Dorothy von mehreren haarsträubenden Fällen von Siedlergewalt gegen Palästinenser. Ein älterer Mann aus Salem pflügte alleine sein Feld mit einem Esel als er von 5 Siedlern attackiert wurde, die ihn traten und schlugen und íhm schließlich mit einem großen Stein den Arm brachen. Die Armee untersucht den Fall. Bei Nablus wurden etwa 5 ha eines Olivenhains verbrannt. Die Feuerwehr aus der großen Siedlung Ariel hat sich geweigert, zu kommen.

 

 

In der International Herald Tribung vom 5. Mai schrieb Henry Siegman, Nahostexperte im US Council on Foreign Relations und ein früherer Leiter des American Jewish Congress ein interessantes Kommentar mit den auf lange Sicht ermutigenden Worten: Politisch gesehen ist es die falsche Frage, ob ein lebensfähiger Palästinenserstaat noch möglich ist, wenn nur deswegen, weil es inzwischen klar ist, dass Bush nicht das politische Risiko auf sich nehmen wird, die Schaffung eines solchen Staates zu sichern angesichts der Entschlossenheit Scharons, ihn zu verhindern. Die richtige Frage - deren Antwort vielleicht noch dem Friedensprozess die fehlende Kraft und Richtung bringen könnte - ist, ob es noch Hoffnung gibt für das Überleben Israels als jüdischer Staat... [Da die Palästinenser in absehbarer Zeit die Mehrheit zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan bilden werden] ist es die größte Ironie, dass nur ein Palästinenserstaat das Überleben Israels als jüdischer Staat garantieren kann... Diejenigen, die glauben dass die Welt - inklusive des großen Freundes Israels, die USA - einem jüdischen Apartheidregime auf Dauer erlauben wird, einer arabischen Mehrheit durch militärischen Zwang die Bürgerrecht zu entziehen oder einen Großteil der Westbank durch repressive wirtschafliche und "Sicherheits"maßnahmen ethnisch zu säubern, täuschen sich. Unausweichliche Gegebenheiten werden die Zukunft Israels wesentlich stärker bestimmen als die Siedlungen und der sogenannte Sicherheitszaun, den Israel weitgehend auf gestohlenem palästinensischem Boden baut. Wenn diese Einsicht langsam die Illusionen, die dem Friedensprozess anhangen, durchbricht, werden die Unterstützer Israels vielleicht endlich verstehen, dass die Frage nicht ist, ob das "window of opportunity" [die gegenwärtige, begrenzte Friedensmöglichkeit] sich gegen einen Palästinenserstaat schließt, sondern ob es sich gegen einen jüdischen Staat schließt... Leider ...ist es allzu leicht möglich, dass diese Einsicht erst eintritt, nachdem das Fenster zugeschlagen ist.

Das wars für heute, Anka  




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