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From:
"Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net
To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de
Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus
den besetzten Gebieten
From:
"Angelika Schneider"
Subject: [Brief-aus-Israel] 22.01.05
Dorothy schreibt über das Erziehungswesen in Israel - schon
längst
sitzen Mitglieder von Shin Bet, der Staatssicherheit, im
Erziehungsministerieum und überwachen v.a. die Ernennung von
Schulleitern und die Einstellung von Lehrern. Schon längst gibt
es an
jeder Schule Soldaten, die dafür sorgen sollen, dass alle Schüler
mit
entsprechender Motivation ihrem dreijährigen Militärdienst
entgegensehen. Neuerdings sollen sie durch einen höheren Offizier
an
jeder Schule ergänzt werden. In einer Tel Aviver Oberschule,
zumindest,
wurde ein Vortrag des Offiziers erschwert, wenn auch nicht
verhindert,
durch einige mutige Schüler die sich vor dem Saal an ein Tor
anketteten. Es muss - leider- bemerkt werden, dass eine solche,
kleine
Widerstandsgruppe nur an der Oberschule für Kunst
zusammengefunden hat.
Trotz erstaunlich mutiger Worte einiger Kriegsdienstverweigerer,
ist die
Jugend der "Leitkultur" relativ geschlossen. Es ist nicht schwer
vorauszusehen, was für eine Gesellschaft sie prägen werden.
Dorothy hat auch in den letzten Wochen mehrere Mails geschickt
über eine
kleine israelische Enklave in der Westbank, die nun durch den
Verlauf
der Trennmauer einer Siedlung angeschlossen werden soll, womit
ein
ganzer Bezirk der Stadt Jayyous an Israel angeschlossen werden
wird.
Die Bewohner von Jayyous haben sich in mehreren Demonstrationen
und
verschiedenen Aktionen gegen dieses Vorhaben zur Wehr gesetzt
Jetzt
bitten sie um Unterstützung durch Unterschriften unter einer
Petition.
Diese kann unterschrieben werden unter
http://www.petitionsonline.com/mod_perl/signed.cgti?ag454
Ich gebe die Bitte um möglichst rege Beteiligung weiter. Wenn es
nichts anderes nutzt, so gibt es zumindest moralische Unterstützung
zu wissen dass Tausenden Menschen weltweit am eigenen Schicksal
teilnehmen.
Yossi Beilin, einer der Autoren des Genfer Friedensabkommens
schreibt
zur Wahl von Mahmoud Abbas:
.... Die wirkliche Frage ist nicht ob Abbas bereit ist für
Frieden und
anfangen wird den Terror zu bekämpfen aber ob die USA, Europa und
Israel
bereit sind, diese seltene Gelegenheit zu ergreifen: die Wahl
eines
pragmatischen Menschen als palästinensischer Führer, der sich an
allen
lFriedensprozesse mit Israel beteiligt hat und sich mutig gegen
die
Gewalt der jüngsten Intifada ausgesprochen hat.
Abbas muss sich heute nicht beweisen. Er ist mit 69 einer der
"transparenteren" Politier der Region. Seine bücher, Reden,
Interviews
unhjd Aktionen sind bekannt. Auch während der schwierigsten
Augenblicke
der Wahlkampagne bemühte er sich darum, die Raketen der Hamas
gegen
Israel zu verurteilen, weswegen er und seine Politik heftig von
Islamisten kritisiert wurden.
.... Persönlich ist Abbas pragmatisch aber nicht unbedingt
gemäßigt. er
hat keine Sympathien für den Zionismus, verstand aber früher als
viele
seiner Kollegen dass das Elend der Palästinenser durch einen
unabhängigen Staat neben Israel - anstatt an seiner Stelle -
gelöst
werden könnte. .. Meiner Meinung nach wird man mit Abbas ein
detailliertes Friedensabkommen ausarbeiten können.
Abbas hat die echte und weit verbreitete Unterstützung seines
volks für
seine neue Rolle gewonnen. In Safed geboren und selbst Flüchtling
(das
wird es ihm leichter machen, Flüchtlinge dazu zu bringen, die
Rückzahlung die ihn zusteht zu akzeptieren. Er hat das Vertrauen
von
Präsident Bush , von der arabischen Welt, von Europa und von
viele
israelischen Bürgern auf den rechten und linken Flügeln gewonnen.
Er
widersetzt sich jeglicher Gewalt und kämpft sein langem für ein
permanentes Abkommen zwischen Israel und Palästinenser. Seine
Wahl ist
wirklich eine seltenen Gelegenheit.
Wenn wir aber von nun an nichts tun außer zu warten dass sich
Abbas
bewegt, werden wir diese Gelegenheit wahrscheinlich verpassen.
Abbas
steht einem System vor, dass währende der letzten vier Jahre
zerstört
wurde. Es gibt kein Gesetz und Ordnung in den
Palästinensergebieten.
Die Menschen haben ANgst, nachts vor die tür zu gehen. Nur Teile
der
Sicherheitskräfte gehorchen den Anführer der PA. Die Hälfte der
Palästinenswer leben unter der Armutsgrenze... Abbas kann
durchaus eine
"REgierung" aufstellen, auf Versammlungen erscheinen, Interviews
geben ,
versuchen, sich mit Hamas zu verständigen und sogar andere Länder
besuchen. Wenn er aber echte Veränderungen der Situation bewirken
will,
brauch er uns - nicht als Zuschauer sondern neben ihm auf der
Bühne.
Die Israelin Yehudith Harel geißelt in einem Artikel in Ha'arez
die
Tötung palästinensischer Kinder am Beispiel von zwei Knaben von
12 und
13, beide mit Namen Salah, die während des Eidfestes mit
Tausender
anderer auf der Straße spazierten - einer in einem kleinen Dorf
in der
Westbank, der andere im ständig von Gewalt heimgesuchten
Städtchen Rafah
im Gazastreifen - froh mal endlich aus der Enge ihrer Wohnungen
befreit
zu sein. Ihr Verbrechen? Sie hatten sich, wie viele andere
Kinder, wie
Kinder weltweit es gerne tun, zum Fest verkleidet. Verständlich
in
ihrer Situation, aber nicht für israelische Soldaten, hatten sie
als
Verkleidung Militäruniformen und Spielzeuggewehre gewählt. Das
reichte den Soldaten der IOF als Grund zum Mord.
Leider lernen die meisten Israelis schon als Kinder, dass jeder
Palästinenser ein Terrorist ist.
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