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ief-aus-Israel]


 

 From: "Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus den besetzten Gebieten  

 

Brief aus Israel 26.1.06
 

Liebe Leute,

auch die Korrespondenten von Haaretz sind manchmal unglaublich zynisch - so scheint die israelische Politik gegenüber den  Palästinensern jeden allmählich abzustumpfen. Unter der Überschrift "IDF Soldat in der Nähe von Jenin durch palästinensische Schüsse leicht verletzt" wird zunächst berichtet von einem palästinensischen Kind, das getötet wurde als israelisch Soldaten auf zwei Kinder schossen, die dabei waren, eine Barriere aus Stein über eine Straße zu bauen. "Das Alter des Jungen war nicht direkt klar," ist das letzte der vier Sätze. Dann wird von dem Israeli berichtet und davon, dass die IDF von "Operationen gegen palästinensische Schützen" während der Wahlen am Mittwoch absehen und militärische Angriffe nur im Fall von "tickenden Bomben" oder einen "unmittelbaren Angriff" durchführen. Palästinenser sind sowieso alles Terroristen, kann man schließen - oder meint der Korrespondent vielleicht, dass eine Überschrift "Palästinensisches Kind getötet" keinen Leser interessiert hätte?

Am Mittwoch , 2 Tage später, hat Haaretz dann doch einen ausführlicheren Artikel gebracht unter der Überschrift 13jähriger Palästinenser durch Soldatenschüsse getötet. Mehrere Jungen hatten wohl vorgehabt, eine israelisch Straße zu blockieren und mit Steinen auf die Autos zu werfen. Die Soldaten schossen aus dem Hinterhalt. Ist ja auch einfacher, als die Jungen mit Worten oder Gesten zu vertreiben.

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Der Nationale Sicherheitsrat hat einen Plan publik gemacht, die BewohnerInnen von 30 Bedouinendörfer- etwa 40 000 Menschen - in der Negevwüste zwangsweise umzusiedeln in palästinensische Townships zu konzentrieren, wodurch ihre traditionelle Lebensweise als Hirtenvolk zerstört wird Der Zweck der Umsiedlung ist die Entwicklung der Gegend (die nie zu den biblischen Gebieten der Juden gehört hat) für jüdische Siedler. Mitglieder von mehr als 50 NGOs haben vor dem Ort der nationalen Sicherheitskonferenz, bei der der Beschluss am 23. 01. bekannt gegeben wurde demonstriert. In Haaretz wurde einen Appell zu gemeinsamer Aktion veröffentlicht. Für gestern wurde zu einer Demo aufgerufen durch den Regionalrat der nichtanerkannten Dörfer der Negev und anderen Gruppen aufgerufen.

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Das israelische Militär versucht schon lange, eine Möglichkeit zu finden, die Frauen von Machsom Watch von den Checkpoints fernzuhalten.

Nun hat - vielleicht, um dies zu ermöglichen - die Jerusalem Post und der Sender der Armee berichtet, dass die Machsom Watch Frauen verantwortlich sind für die Beschriftung "Arbeit macht frei", die am Qalandia Checkpoint neben dem Schild "Unser Aller Hoffnung" angebracht wurde. Ferner haben sie behauptet, die Frauen hätten die Soldaten als Nazis bezeichnet. Daraufhin hat die Organisation "Jews Against Genocide" eine Presserklärung abgegeben, in der sie die Verantwortung für die Beschriftung übernehmen. Sie stellt klar, dass es nicht darum ging, Qalandia mit Auschwitz zu vergleichen Sie wollten dagegen deutlich machen, dass es sich um einen ähnlichen Versuch handelt, entmentschliche Institutionen durch solche leeren Phrasen zu verschönern. Diese Parallele sollte als Warnsignal gegen die Möglichkeit, den Holocaust jemals zu wiederholen, verstanden werden.

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(...)

Bis zum nächsten Mal,

Gruß, Anka

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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