Liebe Leute,auch die
Korrespondenten von Haaretz sind manchmal unglaublich zynisch - so
scheint die israelische Politik gegenüber den Palästinensern
jeden allmählich abzustumpfen. Unter der Überschrift "IDF Soldat in
der Nähe von Jenin durch palästinensische Schüsse leicht verletzt"
wird zunächst berichtet von einem palästinensischen Kind, das
getötet wurde als israelisch Soldaten auf zwei Kinder schossen, die
dabei waren, eine Barriere aus Stein über eine Straße zu bauen. "Das
Alter des Jungen war nicht direkt klar," ist das letzte der vier
Sätze. Dann wird von dem Israeli berichtet und davon, dass die IDF
von "Operationen gegen palästinensische Schützen" während der Wahlen
am Mittwoch absehen und militärische Angriffe nur im Fall von
"tickenden Bomben" oder einen "unmittelbaren Angriff" durchführen.
Palästinenser sind sowieso alles Terroristen, kann man schließen -
oder meint der Korrespondent vielleicht, dass eine Überschrift
"Palästinensisches Kind getötet" keinen Leser interessiert hätte?
Am Mittwoch , 2 Tage später, hat Haaretz dann
doch einen ausführlicheren Artikel gebracht unter der Überschrift
13jähriger Palästinenser durch Soldatenschüsse getötet. Mehrere
Jungen hatten wohl vorgehabt, eine israelisch Straße zu blockieren
und mit Steinen auf die Autos zu werfen. Die Soldaten schossen aus
dem Hinterhalt. Ist ja auch einfacher, als die Jungen mit Worten
oder Gesten zu vertreiben.
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Der Nationale Sicherheitsrat hat einen Plan
publik gemacht, die BewohnerInnen von 30 Bedouinendörfer- etwa 40
000 Menschen - in der Negevwüste zwangsweise umzusiedeln in
palästinensische Townships zu konzentrieren, wodurch ihre
traditionelle Lebensweise als Hirtenvolk zerstört wird Der Zweck der
Umsiedlung ist die Entwicklung der Gegend (die nie zu den biblischen
Gebieten der Juden gehört hat) für jüdische Siedler. Mitglieder von
mehr als 50 NGOs haben vor dem Ort der nationalen
Sicherheitskonferenz, bei der der Beschluss am 23. 01. bekannt
gegeben wurde demonstriert. In Haaretz wurde einen Appell zu
gemeinsamer Aktion veröffentlicht. Für gestern wurde zu einer Demo
aufgerufen durch den Regionalrat der nichtanerkannten Dörfer der
Negev und anderen Gruppen aufgerufen.
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Das israelische Militär versucht schon lange, eine Möglichkeit zu
finden, die Frauen von Machsom Watch von den Checkpoints
fernzuhalten.
Nun hat - vielleicht, um dies zu ermöglichen -
die Jerusalem Post und der Sender der Armee berichtet, dass die
Machsom Watch Frauen verantwortlich sind für die Beschriftung
"Arbeit macht frei", die am Qalandia Checkpoint neben dem Schild
"Unser Aller Hoffnung" angebracht wurde. Ferner haben sie behauptet,
die Frauen hätten die Soldaten als Nazis bezeichnet. Daraufhin hat
die Organisation "Jews Against Genocide" eine Presserklärung
abgegeben, in der sie die Verantwortung für die Beschriftung
übernehmen. Sie stellt klar, dass es nicht darum ging, Qalandia mit
Auschwitz zu vergleichen Sie wollten dagegen deutlich machen, dass
es sich um einen ähnlichen Versuch handelt, entmentschliche
Institutionen durch solche leeren Phrasen zu verschönern. Diese
Parallele sollte als Warnsignal gegen die Möglichkeit, den Holocaust
jemals zu wiederholen, verstanden werden.
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(...)
Bis zum nächsten Mal,
Gruß, Anka