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ief-aus-Israel]


 

 From: "Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus den besetzten Gebieten  

 

Brief aus Israel 5.7.2005

Liebe FreundInnen,

für diejenigen unter Euch, die sich nicht scheuen zur Not auch etwas auf Englisch zu lesen, kann ich das Common Ground News Service sehr empfehlen. Etwa einmal pro Woche werden vier oder fünf Artikel gemailt, die sich mit dem Israel-Palästinakonflikt auf irgendeineweise befassen. Sie werden in einem Vorspann kurz vorgestellt, so dass man schon dadurch, in wenigen Sekunden, interessante neue Facetten der Situation erfahren kann.

In der letzten Ausgabe vom 1. Juli, zum Beispiel, gibt es zwei Artikel über eine neue Dokumentarserie, die an vier Abenden im Juli ausgestrahlt wird unter dem Namen "The Shape of the Future" (Die Gestalt der Zukunft). Die Serie stellt die Frage, ob Frieden möglich ist, sucht aber auch nach Wegen, ihn zu erreichen. Die erste Folge befasst sich mit den Siedlungen, und dem innerisraelischen Dialog - wie, wann, wo und ob Israel sich aus Gaza und der Westbank zurückziehen kann. Der frühere Anführer der Organisation der Siedler in Judea und Samaria (der Westbank) sagt überraschenderweise dass, sollte Israel die Räumung der
Siedlungen anordnen, er "trauern, aber gehen würde.... Es wird schrecklich sein, kann aber notwendig werden." Am bewegensten ist die Geschichte der Elonbrüder, Söhne eines ehemaligen Richter des Obersten Gerichtes. Benny ist ein "hard-line" Rechter und lebt seit zwei Jahrzehnten in der Westbank, auf Land, das nach seiner Überzeugung Israel in der Bibel zugewiesen wurde. Sein Bruder Ari ist Professor, typisches Mitglieder der nüchternen, linken Stimme der israelischen Bildungsbürger, die um ein Rückzug Israels plädieren. Dennoch sind sich die Brüder inniglich verbunden. Bennys erwachsener Sohn Shibi sucht einen anderen Weg - eine neue Siedlung in der Negev, die seit 1948 zu Israel gehört.

Ein weiterer Artikel ist ein Aufruf durch Rajmohan Gandhi, Enkel des Mahatma, der die Muslimen erinnert an den "islamischen Gandhi" Abdul Ghaffar Khan, der sich sein Leben lang gewaltfrei erst gegen die britische Herrschaft und dann für die Versöhnung von Indien und Pakistan eingesetzt und 27 Jahre im Gefängnis verbracht hat. Er hat eine gewaltfreie Armee geschaffen, die 50 Jahre lang die Botschaft der Unabhängigkeit, Einheit, Gleichheit und Selbstbewusstsein unter den Paschtuns und nicht-Paschtuns den Pakistanis nahegebracht hat.

Rajmohan Gandhi ruft jetzt seine Glaubensbrüder und -schwestern weltweit dazu auf, einen lebendigen Schutzwall um Israel zu bilden, so wie sein Großvater die Hindus aufgerufen hatte, ihre islamischen NachbarInnen zu beschützen. Diese Mauer soll alle islamischen Ländern des Mittelmeerraumes umfassen und aus Menschen bestehen, die sich sowohl für ein unabhängiges Palästina mit gerechten Grenzen, wie auch für einen atomwaffenfreien nahen Osten und das Recht der Juden auf Schutz und ein eigenes Land einsetzen. Wie Gandhi sagte, "eine kleine Schar entschlossener Geister, durch einen unauslöschlichen Glauben an ihre Mission inspiriert, kann den Lauf der Geschichte verändern."

Der letzte Artikel dieser Ausgabe befasst sich mit einer Kooperation zwischen palästinensischen Bauern aus Gaza und der Israel-Palestine Centre for Research and Information (IPCRI), eine Nichtregierungsorganisation, die sich auf Forschung und Ausbildung
konzentriert. Die Obstbauer Gazas haben vom Agrarwissen ihrer israelischen Nachbarn profitiert und ihre Anbaumethoden so verbessern können, dass sie ihre Produkte jetzt auch an die EUländer exportieren können und dadurch bis zu 45 Cent mehr pro Kilo Erdbeeren und Kirschtomaten erzielen. Der Landwirtschaftsexperte der IPCRI, Hillel
Adiri, meint "Wir glauben dass in der wirtschaftlichen Stabilität der Schlüssel für politische Stabilität liegt. Menschen, die durch Krieg entzweit sind, können durch wirtschaftliche Zusammenarbeit vereint werden."

Common Ground News Service kann gelesen und abonniert werden unter www.commongroundnews.org


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Dieses Gedicht von Diane Janzen wartet schon länger auf meinem Computer auf seine Weiterverbreitung, mangels Zeit für die Übersetzung, die ohnehin nur unzureichend sein kann. Ich möchte es aber versuchen:



At-Tuwani: Kommunionstee
von Diane Janzen

schnell über die Berge laufen
um sich den Siedlern zu nähern,
die Palästinensische Weizenfelder ernten ein Durcheinander zorniger Worte,
Sicheln und Weizen wirbelt in der Luft
Polizei und Soldaten räumen den Bereich durch drohende Festnahme
während wir weggehen atme ich mit den Bildern der letzten Stunden im Sinn und auf dem Band in der Videokamera, die an meiner Schulter
hängt die Familie, die versuchen ihren Besitzt des Landes zu beweisen, sagt 'kommt, kommt in unser Haus und trink einen Tee'
in gebrochenen Arabisch fragen wir, wo sind die Soldaten, das Haus?
'nur den Hügel runter, dort drüben'
schwere Füße wenn wir auf die Familie zugehen, die neben dem Schutt ihres Hauses sitzen
das ein Bulldozer in fünfzehn kurzen Minuten demoliert hat 'sitzt,
sitze auf der Matte, die wir aus dem Haus retten konnten, und trinkt einen Tee

noch ein Lauf durch die Berge um die Siedler zu dokumentieren
 die mehr palästinensische Weizenfeldern ernten diesmal mit einem Mähdrescher,
der das Feld verlassen darf mit dem geernteten Weizen
darin die Polizei sagt der palästinensischen Familie, sie sollen eine Beschwerde bei der Polizeistation in Hebron einreichen
eine Sache, die Zeit erfordert und oft sinnlos erscheint
'Kommt in unser Haus. Esst.' 'Trinkt noch ein Glas Tee nach dem essen - das ist gesund'

ein Besuch im Dorf Mufakara um zu sehen wie die Dinge stehen
das Gespräch geht über auf das umwerfende Ereignis vor zwei Monaten als Siedler palästinensisches Weideland vergifteten
 'Ali, wieviele Schafe hast du durch das Gift verloren?'' '
drei große Schafe und zwei kleine' wir reden über die Verluste anderer Familien im Dorf
'Mahmoud hat fünfundzwanzig erwachsene Schafe und zwölf Lämmer verloren'
für alle ein Verlust, der noch keine Widergutmachung erhalten hat
ich trinke meinen Tee aus Ali sagt seiner Tochter, 'schnell, gieß ihr noch Tee ein'
dies sind die Zeiten in denen Teetrinken
sich wie Kommunion anfühlt
ein Symbol
der Gebrochenheit, des Schmerzes, der Verwirrung
warum?
trinke, und merke dir, was du siehst
trinke, und merke dir, was du fühlst

 

Ich grüße euch,
Anka


 

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