oo


Das Palästina Portal

Täglich neu - Nachrichten, Texte aus dem besetzen Palästina die in den deutschen Medien fehlen.

 KurznachrichtenArchiv - Themen  - LinksFacebook  -  Sponsern SieAktuelle TermineSuchen

 

Kostenlos  IST nicht
Kostenfrei

Unterstützen Sie
unsere ArbeiT  >>>


Nach oben
UNO Berichte - Reports
Amnesty International
Berichte - OCHA
Berichte - PCFHR
Verschiedene Orginationen

 


OCHA - Bericht über den Schutz von Zivilpersonen



 

OCHA  Bericht - Humanitärer Überblick 2014

 

 

OCHA-Bericht über den Schutz von Zivilpersonen

v. 27. September – 10. Oktober 2022

 

Jüngste Entwicklung (außerhalb der Berichtszeit)

    Am 14. und 15. Oktober wurden vier Palästinenser von israelischen Streitkräften erschossen bei drei getrennten Vorfällen in der gesamten Westbank, einige von ihnen waren in Schusswechsel zwischen Palästinensern und israelischen Streitkräften involviert.

    Am 12. Oktober wurde ein 18jähriger Palästinenser von israelischen Streitkräften im Al- ‘Arrub-Flüchtlingslager (Hebron) bei einer Demonstration gegen die Schließung des-Flüchtlingslagers und von Anata in Jerusalem erschossen (siehe unten).

    Am 11. Oktober tötete ein Palästinenser einen israelischen Soldaten, während dieser einen Siedleraufmarsch sicherte, durch Schüsse aus einem fahrenden Auto in der Nähe einer Siedlung in Nablus. Infolgedessen verschlossen die israelischen Streitkräfte sämtliche Eingänge in die Stadt Nablus, mit einer Ausnahme.

(Mehr Einzelheiten zu den o.g. Vorfällen werden im nächsten Bericht bereitgestellt)

Wichtige Ereignisse der Berichtszeit

Tägliche gewalttätige Zwischenfälle zwischen Palästinensern, israelischen Siedlern und israelischen Streitkräften führten in der gesamten Westbank dazu, dass 13 Palästinenser, darunter fünf Kinder, sowie ein israelischer Soldat getötet und 434 Palästinenser und sieben Israelis verletzt wurden. Bis heute ist 2022 das Jahr mit den meisten Todesopfern in der Westbank im Vergleich zur selben Zeit in den vorherigen 16 Jahren. Die UN hat die Führerschaft gedrängt,  “Ruhe wiederherzustellen und eine weitere Eskalation zu vermeiden.”

 

    Neun Palästinenser wurden von israelischen Streitkräften erschossen, darunter ein Junge, und 44 andere wurden bei drei Fahndungs- und Verhaftungsoperationen in den Flüchtlingslagern von Jenin und Al Jalazun verletzt. Am 28. September schossen israelische Streitkräfte angeblich Sprengkörper auf ein Gebäude im Jenin-Flüchtlingslager, wodurch zwei Palästinenser getötet wurden, die als „Gesuchte“ definiert wurden. (Weitere Einzelheiten siehe unten). Bei der Operation fand ein Schusswechsel zwischen israelischen Streitkräften und Palästinensern statt. Drei weitere Palästinenser wurden getötet: darunter ein Unbeteiligter und ein 12jähriger Junge, der verletzt wurde und später dann seinen Verletzungen erlag. 31 andere wurden verletzt, darunter 21 von scharfer Munition. Circa  500 Studenten wurden mehrere Stunden lang in einer Schule gefangen gehalten. Am 3. Oktober drangen israelische Kräfte in das Al Jalazun-Flüchtlingslager (Ramallah) ein, eröffneten das Feuer und töteten zwei Palästinenser, die in einem Auto unterwegs waren, und verletzten einen dritten. Israelische Streitkräfte beschlagnahmten das Fahrzeug, hielten die Leichen zurück und verhafteten den verletzten Palästinenser. Wie israelische Behörden von israelischen Medien zitiert wurden, hatten die Palästinenser versucht, Soldaten zu überfahren, eine Anschuldigung, die von lokalen palästinensischen Quellen bestritten wurde. Am 8. Oktober drangen die israelischen Streitkräfte erneut in das Flüchtlingslager (Jenin) ein, wo ein Schusswechsel zwischen ihnen und Palästinensern stattfand. Zwei Palästinenser, darunter ein Junge, wurden erschossen, und zwölf weitere verletzt, zehn von ihnen durch  scharfe Munition. Einer wurde verhaftet. Israelische Verletzte durch Palästinenser wurden bei keiner der drei Operationen verzeichnet. Das lässt die Gesamtzahl getöteter Palästinenser bei Militär- und Fahndungs- und Verhaftungsoperationen durch israelische Streitkräfte in der Westbank 2022 auf 70 steigen, einschließlich 27 in Flüchtlingslagern.
 

    Israelische Streitkräfte erschossen zwei palästinensische Jungen bei zwei Vorfällen in Qalqiliya und Jerusalem. Am 1. Oktober eröffneten israelische Streitkräfte das Feuer auf zwei Palästinenser auf einem Motorrad in der Stadt Al 'Eizariya (Jerusalem), erschossen einen von ihnen, ein 17jähriges Kind. Die israelischen Behörden behaupten, dass sie versuchten, einen Molotow Cocktail auf die Soldaten zu werfen, eine Behauptung, die von Augenzeugen bestritten wird. Medizinischen Quellen zu Folge wurde das Kind aus kurzer Entfernung mit scharfer Munition in den Nacken geschossen, und keine Spuren von entzündlichem Material wurden auf seinem Körper gefunden. Am 7. Oktober eröffneten die israelischen Streitkräfte das Feuer auf eine Gruppe von Kindern in der Nähe des Trennzaunes von Qalqilya und töteten einen 14jährigen mit scharfer Munition. Die israelischen Streitkräfte behaupten, der Junge habe einen Molotow Cocktail auf die Soldaten geworfen, das wird jedoch von palästinensischen Augenzeugen bestritten. Israelische Verletzte wurden bei keinem Vorfall verzeichnet. Das bringt die Gesamtzahl an palästinensischen Kindern, die in der Westbank seit Beginn 2022 getötet wurden, auf 27, mindestens 24 von ihnen durch israelische Streitkräfte, im Vergleich zu 17 getöteten Kindern im gesamten Jahr 2021.  
 

    Ein weiterer 17jähriger Junge wurde von israelischen Streitkräften im Dorf Al Mazra’a Al Gharbiyeh (Ramallah) bei einem Zwischenfall mit einem Siedler getötet.  Am 7. Oktober drangen israelische Siedler, begleitet von israelischen Streitkräften, in einen Brunnen und einen öffentlichen Park im Gebiet B des Dorfes Al Mazra’a Al Qibliya (Ramallah) ein. Quellen der Gemeinde berichten, israelische Siedler hätten Steine geworfen und Palästinenser schikaniert, die ebenfalls Steine warfen. Die israelischen Streitkräfte mischten sich ein, schossen mit gummi-ummantelten Stahlkugeln und scharfer Munition. Das Ergebnis war, dass ein Junge erschossen und 51 weitere verletzt wurden. Dieses Jahr war Zeuge eines Anstiegs der Zwischenfälle mit israelischen Siedlern, die in palästinensische Gemeinschaften und Privateigentum eindrangen. Sie arteten in Auseinandersetzungen mit Palästinensern und Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Streitkräften, die sich einmischten, aus.  Seit Beginn des Jahres wurden vier Palästinenser, darunter zwei Kinder, getötet und 1.490 von israelischen Streitkräften bei Zwischenfällen im Zusammenhang mit Siedlern verletzt. Bei einem Durchschnitt von zwei Wochen ist die Zahl der Fälle zwischen Palästinensern und israelischen Streitkräften infolge von Angriffen oder Übergriffen von Siedlern in diesem Jahr um 167 Prozent im Vergleich zu 2021 gestiegen. 
 

    Ein israelischer Soldat und ein palästinensischer Mann wurden getötet und drei Mitglieder der israelischen Streitkräfte sowie 52 Palästinenser bei palästinensischen Angriffen und israelischen Operationen in Nablus und Jerusalem verletzt. Am 2. Oktober eröffneten Palästinenser das Feuer auf Fahrzeuge von israelischen Siedlern in der Nähe des Beit Furik-Kontrollpunktes (Nablus), wodurch ein Siedler verletzt wurde. Anschließend schlossen israelische Streitkräfte die nahegelegenen Straße, während sie Fahndungs- und Verhaftungsoperationen durchführten.  Am 5. Oktober durchsuchten israelische Streitkräfte und umzingelten ein palästinensisches Haus in Deir al Hatab (Nablus), wobei Schusswechsel mit Palästinensern stattfanden, bevor einer der Besetzten sich selbst stellte, schossen israelische Streitkräfte scharfe Munition, gummi-ummantelten Kugeln und Tränengaskanister auf Palästinenser, die auf sie Steine warfen. Ein bewaffneter Palästinenser wurde getötet und 52 weitere verletzt, darunter sechs durch scharfe Munition. Bei dem Zwischenfall schossen israelische Streitkräfte Tränengaskanister auf drei Journalisten und einen palästinensischen Krankenwagen, während er den Verletzten Erste Hilfe leistete. Am 8. Oktober eröffnete ein Palästinenser das Feuer auf einen israelischen Militär-Kontrollpunkt am Eingang des Shu’fat-Flüchtlingslagers in Ostjerusalem, tötete eine israelische Soldatin und verletzte zwei weitere, darunter einen Sicherheitsbeamten. Der Angreifer befindet sich noch auf freiem Fuß. Daraufhin schlossen die israelischen Streitkräfte sämtliche Eingänge und Ausgänge des Gebietes, schränkten die Bewegungsfreiheit von mindestens 130.000 Menschen heftig ein oder verhinderten sie ganz, auch die von medizinischen und humanitären Mitarbeiter. Am 2. Oktober eröffneten die Palästinenser das Feuer auf die am Huwwara-Kontrollpunkt (Nablus) stationierten Soldaten; ein Soldat wurde verletzt.
 

    Ein 7jähriger palästinensischer Junge starb bei israelischen Militäraktivitäten im Dorf Tuqu’  (Bethlehem) am 29. September.  Quellen der örtlichen Gemeinde zufolge wurde der Junge tot aufgefunden, die Umstände sind ungeklärt.  Die UN hat eine Untersuchung gefordert. 
 

    Insgesamt wurden 433 Palästinenser, darunter mindestens 45 Kinder von israelischen Streitkräften in der gesamten Westbank verletzt, 65 von ihnen durch scharfe Munition. 67 der Verletzten wurden bei Beita und Beit Dajan (beide in Nablus) sowie Kafr Qaddum (Qalqilya) bei Protesten gegen die Siedlungen verzeichnet. Weitere 95 Palästinenser wurden bei Demonstrationen und Zusammenstößen verletzt, die in Nablus, Qalqilya, Ramallah, Bethlehem und Hebron als Protest gegen die Schließung des Shu’fat-Flüchtlingslagers und ‘Anata in Jerusalem sowie die israelischen Militäroperationen im Jenin-Flüchtlingslager stattfanden. In Al Mazra’a al Gharbiyeh und Al Bireh (beide in Ramallah), Burqa und Madama (beide in Nablus), wurden 63 Menschen durch israelische Streitkräfte verletzt, die die Siedler begleiteten, die in vier Fällen in palästinensische Gemeinschaften eindrangen, wodurch Auseinandersetzungen mit Palästinensern entstanden, (weitere Einzelheiten siehe unten). Laut palästinensischen Quellen feuerten israelische Streitkräfte Schallgranaten, Tränengaskanister und gummi-ummantelte Kugeln auf die Bewohner, die Steine warfen. Weitere 198 Menschen wurden bei Militäroperationen und Fahndungs- und Verhaftungsoperationen verletzt, (Einzelheiten siehe oben). In einem anderen Fall, am 8. Oktober, wurden zehn Palästinenser verletzt und acht von israelischen Streitkräften in der und um die Altstadt von Jerusalem herum verhaftet, darunter fünf Kinder, nachdem die Palästinenser sich anlässlich der Geburtstagsfeierlichkeiten des Propheten Mohammad dort versammelt hatten. Israelische Streitkräfte sollen angeblich den Palästinensern befohlen haben, sich zu entfernen, und dann gummi-ummantelte Kugeln, Schallgranaten und Tränengaskanister  auf die Palästinenser abgefeuert haben, die angeblich Flaschen geworfen haben.
 

    Insgesamt führten israelische Streitkräfte 145 Fahndungs- und Verhaftungsoperationen aus und verhafteten 127 Palästinenser, darunter 13 Kinder, in der gesamten Westbank. Das Jerusalem Gouvernement hatte die höchste Anzahl von Operationen (59) und die höchste Anzahl von Verhaftungen (43). Bis heute ist die monatliche Durchschnittsanzahl der verhafteten Palästinenser in der Westbank 2022 die höchste seit 2017. Bei 15 dieser Operationen feuerten die israelischen Streitkräfte scharfe Munition auf die Palästinenser, die Steine warfen, und in einigen Fällen das Feuer auf israelische Streitkräfte eröffneten. Das Ergebnis war, dass 10 Palästinenser getötet und 198 verletzt wurden, darunter 40 durch scharfe Munition.
 

    Die israelischen Behörden zerstörten, beschlagnahmten oder zwangen die Palästinenser zur Selbstzerstörung von 24 palästinensischen Strukturen in Ostjerusalem und im Gebiet C der Westbank, unter Berufung auf fehlende von Israel ausgestellte Genehmigungen; drei der Strukturen waren von Gebern bereitgestellte humanitäre Hilfe. Das Ergebnis war, dass 71 Menschen, darunter 41 Kinder, vertrieben wurden und die Lebensgrundlagen von etwa 36 weiteren beeinträchtigt. Etwa 22 der Strukturen waren im Gebiet C, und zwei weitere Strukturen wurden in Ostjerusalem von ihren Eigentümern aufgrund der Ausstellung von Abrissbefehlen selbst zerstört, um Gebühren zu vermeiden, die anfallen, wenn die Struktur von israelischen Behörden zerstört wird.
 

    Am 28. September zerstörten die israelischen Behörden das erste Stockwerk eines vierstöckigen Wohngebäudes im Jenin-Flüchtlingslager (Jenin), was zur Auflösung eines 5 köpfigen Haushaltes führte, darunter ein Kind. Die ebenfalls oben erwähnte Zerstörung fand Berichten zufolge im Endstadium einer Militäroperation statt, bei der sich die Verdächtigen verborgen und sich geweigert haben, sich zu ergeben. Die israelischen Streitkräfte forderten sie auf, sich selbst zu stellen, und schossen explosive Geschosse auf das Gebäude, zerstörten eine Wohnung und verursachten Schäden an anderen Wohnungen an dem Gebäude oder an benachbarten Gebäuden. Bei der Operation wurden vier Palästinenser getötet und ein weiterer wurde verletzt und erlag später seinen Verletzungen. Das ist das fünfte Mal seit Beginn 2022, wo israelische Streitkräfte von der Schulter abgefeuerte Explosivgeschosse in überfüllten Stadtgebieten bei Militäroperationen in der Westbank einsetzen.
 

    Israelische Siedler verletzten 35 Palästinenser und Personen, von denen man weiß oder annimmt, dass es sich um israelische Siedler handelt, beschädigten palästinensisches Eigentum in 42 Fällen. Am 28. September und 4. Oktober drangen israelische Siedler in die Städte Madama und Huwwara (beide in Nablus) ein, wo sie unbebautes Land in Brand setzten, und Palästinenser brutal angriffen oder Steine auf Menschen und Häuser warfen. 19 Palästinenser wurden verletzt. In der H2-Zone der Stadt Hebron warfen israelische Siedler Steine auf palästinensische Häuser und besprühten die Bewohner mit Pfefferspray; acht Palästinenser, darunter drei Kinder, wurden verletzt. In mindestens fünf Fällen blockierten israelische Siedler die Kreuzungen auf der Straße 60 zwischen Nablus und Jenin, in der Nähe des Kontrollpunktes Beit El (Ramallah) und am Huwwara-Kontrollpunkt. Israelische Siedler warfen Steine auf palästinensische Kraftfahrzeuge und verursachten einen schweren Verkehrsstau. Solche Vorfälle entwickelten Konfrontationen zwischen Palästinensern, die Steine warfen, und israelische Streitkräfte, die sich einmischten, indem sie scharfe Munition, gummi-ummantelte Stahlkugeln und Tränengaskanister abschossen. Vier Palästinenser wurden von Steinen verletzt, die Berichten zufolge von Siedlern geworfen wurden, und mindestens zwölf Fahrzeuge von palästinensischen Eigentümern wurden beschädigt. In weiteren drei Fällen in Biddya (Salfit), Ein el Beida (Tubas) und Jurat al Khiel (Hebron) wurden drei palästinensische Hirten verletzt, nachdem Siedler sie angegriffen und brutal angegriffen hatten, während sie ihre Ländereien bearbeiteten und ihr Vieh hüteten. In mindestens 16 weiteren Fällen wurden mindestens 20 Fahrzeuge von palästinensischen Eigentümern beschädigt, als israelische Siedler sie in der Nähe von Nabus, Qalqiliya, Jerusalem und Ramallah mit Steinen bewarfen. Zusätzlich wurden etwa 500 Bäume palästinensischer Eigentümer in Brand gesetzt, ausgerissen oder in 13 unterschiedlichen Fällen beschädigt. Weitere 13 Fälle in Hebron, Jerusalem, Nablus, Ramallah, Salfit und Tubas führten zu Schäden an Kulturpflanzen, Vieh, landwirtschaftlichen Geräten, Wassertanks, Strukturen für den Lebensunterhalt und Wassernetzwerken. Am 4. Oktober stürmten israelische Siedler angeblich aus Yitzhar die Urif-Schule (Nablus), während Unterricht dort stattfand, und warfen Steine, indem man die Verwaltung zwang, die Schule aufzugeben und die Schüler in Sicherheit zu bringen; zwei Studenten und der Direktor wurden verletzt, 250 Studenten waren auf andere Weise beeinträchtigt und man berichtete über Schäden am Eigentum. Daraufhin schossen israelische Streitkräfte Tränengaskanister auf Palästinenser, die Steine auf Siedler warfen. 
 

    Vier israelische Siedler wurden bei vier Zwischenfällen in der gesamten Westbank verletzt, darunter einer, nachdem Palästinenser auf ihre Fahrzeuge bei Nablus geschossen hatten und in drei anderen Fällen, nachdem Personen, von denen man weiß oder annimmt, dass es Palästinenser sind, Steine auf israelische Kraftfahrzeuge geworfen hatten, die auf den Straßen der Westbank unterwegs waren. Mindestens vier Fahrzeuge mit israelischen Nummernschildern wurden israelischen Quellen zufolge beschädigt.  

    Im Gazastreifen eröffneten israelische Streitkräfte in mindestens 25 Fällen ein Sperrfeuer in der Nähe von Israels Trennzaun oder vor der Küste, voraussichtlich, um Zugangsbeschränkungen in Gebieten innerhalb Gazas durchzusetzen; zwei Fischerboote wurden beschädigt, jedoch wurde von keinen Verletzungen berichtet. Ein palästinensischer Mann wurde verhaftet, während er angeblich versuchte, durch den Trennzaun bei Beit Lahiya nach Israel zu gelangen.

Dieser Bericht spiegelt die Informationen wider, die zur Zeit der Veröffentlichung zur Verfügung standen. Die aktuellsten Daten und mehr Ereignisse unter: ochaopt.org/data.       Quelle                            (übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 OCHA
 

OCHA-Report: Israels Besatzung ist die Ursache humanitärer Hilfen in Palästina - Juni 2016 -  Die israelische Besatzung ist der wichtigste Auslöser für die humanitäre Hilfe, die an die palästinensische Bevölkerung in der Westbank und im Gaza-Streifen geleistet wird. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Bericht das UN-Büros für die Koordination Humanitärer Angelegenheiten (OCHA).

In dem am Montag vorgelegten Jahresbericht "Fragmented Lives" gibt OCHA einen umfassenden Überblick über die zu Grunde liegenden Ursachen und Einflussfaktoren für die schlechte humanitäre Situation in den besetzten palästinensischen Gebieten für das Jahr 2015. Im vergangenen Jahr hat sich diese mit den Verletzungen des Völkerrechts, der systematischen Verweigerung der Rechte für Palästinenser und dem anhaltenden Konflikt, unterbrochen von häufigen Ausbrüchen der Gewalt weiter fortgesetzt, so OCHA.

"In diesem Monat leben die Palästinenser das 50. Jahr unter israelischer Besatzung. [...] Dieser Bericht zeigt ganz deutlich die verheerenden Auswirkungen dieser andauernden Situation. Die 4,8 Millionen Palästinenser sind in zunehmenden Maße anfällig für Verletzungen des internationalen humanitären Rechts und der Menschenrechte, " sagte David Carden, der Leiter des örtlichen OCHA-Büros. >>>

 

Der vollständige OCHA-Bericht  in englischer Sprache >>>

 

 

 

OCHA - Zerbrochenes Leben
Humanitärer Überblick 2014
 März 2015

in deutscher Übersetzung erschienen.
Übersetzt von Inga Gelsdorf
Grafisch, dem Original entsprechend, überarbeitet von Erhard Arendt

Die deutsche Übersetzung: http://www.palaestina-portal.eu/bericht.htm

Original: http://www.ochaopt.org/documents/annual_humanitarian_overview_2014_english_fin al.pdf 

 

 

Schutz von Zivilpersonen

Bericht vom 13. - 26. September 2022

30. Sept. 2022

 

Jüngste Entwicklung (nach der Berichtszeit)


   
Am 28. September wurden vier Palästinenser getötet, und dutzende andere während einer israelischen Militäroperation verletzt, bei der ein Schusswechsel mit Palästinensern stattfand.

    Am 29. September starb ein siebenjähriger palästinensischer Junge bei einer Aktion der israelischen Streitkräfte in Tuqu’ (Bethlehem); die UN forderte eine Untersuchung.

(Weitere Einzelheiten über beide Vorfälle im nächsten Bericht)
 

Besondere Vorkommnisse aus der Berichtszeit
 

    Drei Palästinenser, darunter ein Junge, und ein israelischer Offizier wurden in Jenin getötet. Am 14. September gab es einen Schusswechsel zwischen zwei Palästinensern und israelischen Soldaten, die am Jalama-Kontrollpunkt (Jenin), nahe der nördlichen Grenze der Westbank mit Israel, stationiert waren. Das Ergebnis davon war, beide Palästinenser (22 und 23 Jahre alt), einer von beiden arbeitete bei den palästinensischen Sicherheitsdiensten, und ein israelischer Offizier wurden getötet. Am folgenden Tag drangen israelische Streitkräfte in Kafr Dan (Jenin) ein, von wo die Täter gekommen waren und nahmen die Maße des Zweifamilienhauses, angeblich in Vorbereitung ihres Abrisses als Strafmaßnahme. Bei der Razzia feuerten die israelischen Streitkräfte scharfe Munition und Tränengaskanister auf die Bewohner, die Steine warfen. Ein 17jähriger Junge wurde erschossen und drei andere durch scharfe Munition verletzt. Ein anderer Palästinenser wurde verhaftet. Am 15. September schlossen die israelischen Behörden vier Tage lang die Jalama- und Salem-Kontrollpunkte an der Grenze zwischen der Westbank und Israel, in der Nähe von Jenin, und sperrten bis zum 29. September für Inhaber von Genehmigungen, die in Kafr Dan (Jenin) leben, die Einreise über alle Kontrollpunkte nach Israel. Die Verwandten der Täter dürfen nimmer noch den Kontrollpunkt bis auf Weiteres nicht nutzen.
 

    Israelische Streitkräfte erschossen einen Palästinenser und verletzten drei weitere in Nablus. Am 25. September eröffneten israelische Streitkräfte bei einer Militäroperation in Nablus City das Feuer auf einen Palästinenser auf einem Motorrad, der nach Angaben der israelischen Behörden bewaffnet war, und töteten ihn. Zum Ende der Berichtszeit wurde sein Leichnam von den israelischen Behörden immer noch zurückgehalten. Später fand ein Schusswechsel zwischen bewaffneten Palästinensern und israelischen Streitkräften statt, bei dem drei bewaffnete Palästinenser durch scharfe Munition verletzt wurden.
 

    Zwei Palästinenser wurden bei zwei Angriffen oder mutmaßlichen Angriffen in der Westbank und Israel erschossen. Am 24. September rammte ein 36jähriger Palästinenser mit seinem Fahrzeug ein israelisches Polizeiauto, das auf der Straßenseite in der Nähe der Gilad Farm-Siedlung (Nablus) parkte, bevor er von einem israelischen Soldat erschossen wurde. Israelischen Medien zufolge wurde ein israelischer Polizeioffizier verletzt. Während die israelischen Behörden behaupteten, dass die Kollision absichtlich verursacht wurde, vermuten Augenzeugen und eine erste Ermittlung einer Menschenrechtsorganisation, dass es ein Unfall war und dass das Opfer die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hat. Israelischen Medien zufolge griff ein 23jähriger Palästinenser aus dem At Tur-Gebiet von Ostjerusalem am 22. September Israelis, die in Autos saßen und an der Ampel im Abschnitt der Straße 443 anhielten, die innerhalb Israels nahe der Westbank-Grenze verläuft, tätlich an, versuchte sie zu erstechen und besprühte sie mit Pfefferspray. Der Palästinenser wurde von einem Beamten der Grenzpolizei außer Dienst erschossen. Am Ende der Berichtszeit werden immer noch beide palästinensischen Leichname von den israelischen Behörden zurückgehalten. Seit Jahresbeginn wurden zwölf Palästinenser von israelischen Streitkräften bei palästinensischen Angriffen oder versuchten/angeblichen Angriffen in der Westbank und in Israel erschossen.
 

    Ein unbeteiligter Palästinenser wurde von palästinensischen Sicherheitskräften in Nablus erschossen und zwei weitere verletzt.  Am 19. September führten palästinensische Sicherheitskräfte eine Operation in Nablus durch, um einen Palästinenser zu verhaften, der angeblich ein von den israelischen Behörden „Gesuchter“ war. Daraufhin fand ein Schusswechsel zwischen den palästinensischen Sicherheitskräften und bewaffneten palästinensischen Fraktionen, die die Entlassung des Mannes verlangten, statt. Der Vorfall schloss Steinewerfen und Reifen-in-Brand-setzen ein. Ein Palästinenser, angeblich ein Unbeteiligter, wurde erschossen und zwei andere verletzt.
 

    Insgesamt wurden 175 Palästinenser, darunter mindestens 29 Kinder, von israelischen Streitkräften in der gesamten Westbank verletzt, 15 von ihnen durch scharfe Munition. 115 der Verletzungen wurden in der Nähe von Beita und Beit Dajan (beide in Nablus), Kafr Qaddum (Qalqilya) und At Tuwani (Hebron) während Protesten gegen die Siedlungen verzeichnet. Weitere 23 Palästinenser wurden von israelischen Streitkräften bei einer Demonstration gegen die Blockierung des Haupteingang zum Dorf mit Erdwällen in der Nähe von Qusra (Nablus) seit dem 13. September verletzt. In Huwwara (Nablus) wurden drei Palästinenser verletzt, als israelische Siedler in Begleitung von israelischen Streitkräften die Bewohner tätlich angriffen und Steine auf Kraftfahrzeuge und Läden in der Gemeinde warfen. Laut palästinensischen Quellen feuerten israelische Streitkräfte Schallgranaten, Tränengaskanister und gummi-ummantelte Stahlkugeln auf die Bewohner, die Steine warfen (mehr Einzelheiten siehe unten). Weitere 28 Personen wurden bei sieben Fahndungs- und Verhaftungs- sowie Militäroperationen in Kafr Dan (Jenin), Husan (Bethlehem), Beit Ummar, At Tuwani (beide in Hebron) und Nablus City verletzt. Bei zwei Zwischenfällen schossen israelische Streitkräfte scharfe Munition auf die Palästinenser, die versuchten, ihre Arbeitsstätten in Israel durch inoffizielle Öffnungen in dem Trennzaun bei Tulkarm und Ramallah zu erreichen; einer wurde von scharfer Munition verletzt und 15 weitere wurden verhaftet. Seit Jahresbeginn wurden drei palästinensische Arbeiter erschossen und 30 andere von israelischen Streitkräften verletzt, als sie versuchten, durch inoffizielle Öffnungen in dem Trennzaun zu gelangen. Bei einem anderen Vorfall führten israelische Streitkräfte nach dem palästinensischen Angriff auf der Straße 443 am 22. September (siehe oben) in dem Gebiet At Tur in Ostjerusalem, aus dem Täter stammte, eine Razzia durch. Dutzende von Polizisten waren dort im Einsatz, die die Bewegungsfreiheit der Bewohner blockierten, wodurch Konfrontationen mit den israelischen Streitkräften ausgelöst wurde. Das Ergebnis war, dass fünf Palästinenser von gummi-ummantelten Stahlkugeln verletzt wurden. 
 

    Am 26. September wurden Verletzungen und Verhaftungen von Palästinensern auf dem Haram al Sharif/Tempelberg, in der Altstadt von Jerusalem verzeichnet. An diesem Tag stürmten Siedler und andere Israelis das Gelände anlässlich des jüdischen Neujahrs. Die israelischen Behörden hatten tausende Polizisten im Einsatz, richteten Metallbarrieren in und um die Altstadt auf, die den Zugang, auch zum Haram al Sharif/Tempelberg, einschränkten. Israelische Streitkräfte feuerten gummi-ummantelte Stahlkugeln, Blendgranaten und Tränengaskanister auf die Palästinenser in der Al Qibli Moschee, verschlossen die Tore mehrere Stunden lang mit Eisenketten und hinderten die Gläubigen daran, das Gebäude zu verlassen. Laut den israelischen Behörden warfen die Palästinenser Steine und Feuerwerkskörper. Mindestens zwei Palästinenser wurden verletzt und fünf weitere brutal angegriffen und von israelischen Streitkräften verhaftet.
 

    Die israelischen Behörden zerstörten oder beschlagnahmten 45 Strukturen von Palästinensern im Gebiet C der Westbank, aufgrund fehlender von Israel ausgestellter Genehmigungen; vier der Strukturen waren als von Gebern finanzierte humanitäre Hilfe bereitgestellt worden. Das Ergebnis war, dass 21 Menschen, darunter 13 Kinder, vertrieben wurden und der Lebensunterhalt von über 270 anderen gefährdet war. Alle Strukturen waren im Gebiet C, darunter 13 Strukturen, die ohne Warnung beschlagnahmt wurden, was die Eigentümer daran hinderte, im Voraus Einspruch einzulegen. Das bedeutet einen bedeutenden Anstieg dieser Beschlagnahmungen im Vergleich zu dem 14tägigen Durchschnitt seit Beginn des Jahres (vier). In Ras ‘Atiya (Qalqiliya) und Kur (Tulkarm) versiegelten die israelischen Behörden zwei Brunnen, die im Gebiet B lagen, ohne Vorwarnung. Die Brunnen waren die einzige Bewässerung für etwa 4.000 Dunam von kultiviertem Land und dienten auch als Trinkwasser; ihre Versiegelung gefährdet mehr als 8.000 Palästinenser in drei benachbarten Dörfern.
 

    Während der Berichtszeit führten israelische Streitkräfte 120 Fahndungs- und Verhaftungsoperationen durch und verhafteten 216 Palästinenser, darunter mindestens zehn Kinder, in der gesamten Westbank. Das Hebron-Gouvernement wies die höchste Anzahl an Militäroperationen (34) sowie Verhaftungen (66) aus. Bei sieben Fahndungs- und Verhaftungsoperationen feuerten israelische Streitkräfte scharfe Munition auf Palästinenser, die Steine warfen, in einigen Fällen schossen sie auf israelische Streitkräfte. Das führte zu 28 Verletzungen bei den Palästinensern, 13 davon durch scharfe Munition.

    Israelische Siedler verletzten acht Palästinenser, und in 11 Fällen beschädigten Menschen, von denen man weiß oder annimmt, dass sie israelische Siedler sind, palästinensisches Eigentum. Am 19. und 22. September griffen israelische Siedler acht Palästinenser brutal an und besprühten sie mit Pfefferspray an den Kontrollpunkten, Huwwara und at Za’atara (beide in Nablus). Insgesamt 60 Bäume von Palästinensern wurden in der Nähe der israelischen Siedlungen Qaryut und Deir Sharaf (beide in Nablus) sowie Qawawis ausgerissen oder verwüstet. In acht Fällen wurde in der H2-Zone von Hebron City, bei Khirbet Bir al 'Idd (Hebron), in Silat adh Dhahr (Jenin), in Burqa und Burin (beide in Nablus), in Sinjil und in Al Mu'arrajat-Ost (beide in Ramallah), Vandalismus an mindestens neun Fahrzeugen verübt und drei palästinensische Strukturen für den  Lebensunterhalt  durch Steinewerfen beschädigt.
 

    Ein israelischer Siedler wurde verletzt und Schäden an einer Synagoge und an einem Fahrzeug mit israelischem Kennzeichen verursacht, als Menschen, von denen man annimmt, dass sie Palästinenser sind, das Feuer auf die israelische Siedlung von Carmel (Hebron) und auf israelische Fahrzeuge in Huwwara (Nablus) eröffneten. In weiteren sieben Fällen warfen Menschen, von denen man weiß oder annimmt, dass es Palästinenser sind, Steine auf israelische Fahrzeuge, die auf Straßen der Westbank fuhren. Das Ergebnis war israelischen Quellen zufolge, dass sechs Israelis verletzt waren und mindestens sieben Fahrzeuge beschädigt wurden.
 

    Vom 26. bis 28. September schaltete das Kraftwerk von Gaza eine seiner drei Turbinen, die in Betrieb waren, aufgrund des Mangels an Treibstoff durch Israels Schließung seiner Grenzen zu Gaza wegen der jüdischen Feiertage ab. Die Stromerzeugung, die von dem Treibstoff, der aus Israel importiert wird, abhängt, wurde von 70 auf 50 Megawatt reduziert. Die ständigen Stromausfälle häuften sich von 12 auf 16 Stunden täglich und unterbrachen die Lieferung der grundlegenden Dienstleistungen.

    Außerdem eröffneten die israelischen Streitkräfte im Gazastreifen bei mindestens 39 Zwischenfällen ein Störfeuer in der Nähe von Israels Trennzaun oder vor der Küste, vermutlich, um Zugangsrestriktionen in Gebieten innerhalb Gazas durchzusetzen. Bei den meisten Zwischenfällen wurden Landwirte oder Fischer gezwungen, sich aus ihren Arbeitsgebieten zu entfernen. Ein Palästinenser wurde verhaftet, als er versucht haben soll, in Israel durch den Trennzaun bei Beit Lahiya einzudringen. Vier palästinensische Fischer wurden von der israelischen Marine vor der Küste von Gaza, bei Deir Al Balah verhaftet und ihre Boote beschlagnahmt.  In vier Fällen führten israelische Streitkräfte Landeinebnungen in der Nähe des Trennzaunes im Rafah-Gebiet durch. 

 

Dieser Bericht gibt Informationen zur Zeit der Veröffentlichung wider. Die aktuellsten Daten und weitere wichtige Ereignisse unter: ochaopt.org/data .           Quelle               (übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 

 


Bericht über den Schutz von Zivilpersonen vom 30. August – 12. September 2022

OCHA - 16. Sept. 2022
 

Jüngste Entwicklung (außerhalb der Berichtszeit)

• Am 14. September gab es einen Schusswechsel zwischen israelischen Streitkräften und zwei Palästinensern am Jalama-Kontrollpunkt in Jenin. Ein israelischer Offizier und die beiden Palästinenser wurden getötet. Am nächsten Tag führten die israelischen Streitkräfte eine Fahndungs- und Verhaftungsoperation in Kafr Dan (Jenin) durch, wobei sie ein palästinensisches Kind erschossen. Mehr Einzelheiten im nächsten Bericht.

Besondere Vorkommnisse während der Berichtszeit


• Israelische Streitkräfte erschossen drei Palästinenser während drei Fahndungs- und Verhaftungsoperationen in der Westbank.
Am 1. und 7. September überfielen israelische Streitkräfte die Flüchtlingslager Al Bireh (Ramallah) und Al Far’a (Tubas) und schossen scharfe Munition und gummi-ummantelte Stahlkugeln auf die Bewohner, die Steine und Molotow-Cocktails schleuderten; ein 21- und ein 26-jähriger Palästinenser wurden bei der Schießerei angeschossen und drei weitere verhaftet. Am 5. September belagerten israelische Streitkräfte ein Wohngebäude in Qabatiya (Jenin), wobei sie die Bewohner des Gebäudes aufforderten, sich selbst zu stellen. Man berichtete über einen Schusswechsel mit Palästinensern. Israelische Streitkräfte schossen scharfe Munition und Tränengaskanister auf die Bewohner, die Steine und Molotow-Cocktails warfen. Ein 19jähriger Palästinenser wurde getötet. Insgesamt führten israelische Streitkräfte 125 Fahndungs- und Verhaftungsoperationen durch und verhafteten 240 Palästinenser, darunter 13 Kinder insgesamt in der Westbank. Das Jerusalem-Gouvernement verzeichnete die höchste Anzahl an Operationen (29) und das Hebron-Gouvernement die höchste Anzahl an Verhaftungen (48). Bei sieben dieser Operationen feuerten israelische Streitkräfte scharfe Munition auf die Palästinenser, die Steine warfen und in einigen Fällen auf die israelischen Streitkräfte schossen, was zu 61 Verletzungen bei den Palästinensern führte, darunter 13 durch scharfe Munition.

• Zwei Palästinenser, darunter ein Kind, wurden erschossen, während sie Berichten zufolge mit dem Messer auf israelische Soldaten einstachen oder sie mit einem Hammer schlugen in Hebron and Ramallah.
Am 2. September stach ein 19jähriger Palästinenser auf einen israelischen Soldaten in der Nähe der Beit Einun-Kreuzung in Hebron ein und verletzte ihn. Er wurde von israelischen Streitkräften erschossen. Am 8. September versuchte ein 17jähriger Palästinenser, einen israelischen Soldaten mit dem Messer in der Nähe des Beit El/DCO-Kontrollpunktes in Ramallah anzugreifen und mit einem Hammer auf ihn einzuschlagen. Er wurde von israelischen Streitkräften erschosssen. Beide Leichen wurden bis zum Ende der Berichtszeit immer noch von den israelischen Behörden zurückgehalten. Seit Anfang des Jahres wurden acht Palästinenser von israelischen Streitkräften bei palästinensischen Angriffen oder versuchten/angeblichen Angriffen gegen Israelis in der Westbank erschossen. Außerdem eröffneten Palästinenser am 4. September das Feuer auf einen Bus, der israelische Soldaten ins Jordantal transportierte und verletzten sechs von ihnen sowie den Fahrer. Daraufhin folgten Schusswechsel und das Auto der Verdächtigen fing Feuer. Zwei der Verdächtigen wurden verletzt und verhaftet.

• Zwei Palästinenser wurden getötet, und 16 weitere wurden von israelischen Streitkräften bei einem Abriss als Strafmaßnahme in der Stadt Jenin verletzt.
Am 6. September setzten israelische Streitkräfte Sprengkörper ein, um das Familienhaus eines Palästinensers zu zerstören, der drei Israelis erschossen und neun andere in Israel im April 2022 verletzt hatte. Bei der Operation schossen die israelischen Streitkräfte mit scharfer Munition und Tränengaskanistern, und die Palästinenser schossen ebenfalls scharfe Munition ab, warfen Steine und Molotow-Cocktails. Ein 19jähriger Palästinenser, der Berichten zufolge den Vorfall filmte, wurde erschossen, und 16 andere verletzt. Darunter war ein 25jähriger Mann, der von scharfer Munition getroffen wurde und am 11. September seinen Verletzungen erlag.

• Insgesamt 315 Palästinenser, darunter mindestens 37 Kinder, erlitten Verletzungen in der gesamten Westbank durch israelische Streitkräfte. 121 der Verletzungen wurden aus der Nähe von Beita und Beit Dajan (beide in Nablus) und Kafr Qaddum (Qalqilya) bei anti-Siedlungsprotesten berichtet.
Weitere fünf Palästinenser wurden bei einer Demonstration in der Nähe des Al Jib-Kontrollpunktes (Jerusalem) während der Solidaritätsproteste bei den wöchentlichen Demonstrationen im Dorf An Nabi Samwil verletzt (mehr Einzelheiten siehe unten). Bei fünf getrennten Vorfällen, in At Tuwani (Hebron), Kisan (Bethlehem), Sinjil (Ramallah) und der Stadt Nablus, wurden 112 Personen verletzt, nachdem israelische Siedler in Begleitung israelischer Streitkräfte palästinensische Gemeinschaften angegriffen hatten. Palästinensischen Quellen zufolge feuerten israelische Streitkräfte Schallbomben, Tränengaskanister und gummi-ummantelte Stahlkugeln auf die Bewohner, die Steine warfen. Weitere 16 Personen wurden bei dem Schusswechsel verletzt, der in Jenin bei einem Abriss als Strafmaßnahme entstand. Außerdem wurden 61 Palästinenser bei Militäroperationen verletzt. 45 Verletzungen wurden am 30. August gemeldet, als israelische Streitkräfte in das Dorf Rujeib (Nablus) eingedrungen sind und ein Wohngebäude belagert haben und Berichten zufolge tragbare Raketen abgeschossen und Schusswechsel mit Palästinensern im Innern des Gebäudes ausgetragen hatten, die sich anschließend selbst stellten; israelische Streitkräfte feuerten Tränengaskanister und scharfe Munition auf die Palästinenser, die Steine warfen. Den israelischen Behörden zufolge werden diejenigen, die verhaftet wurden, verdächtigt, auf ein Sicherheitsfahrzeug in einer Siedlung am 26. August geschossen zu haben (mehr Einzelheiten siehe unten). Von den 320 verletzten Palästinensern wurden 25 von scharfer Munition getroffen.

• Die israelischen Behörden zerstörten, beschlagnahmten oder zwangen Palästinenser zur Zerstörung von 44 Strukturen in Ostjerusalem und im Gebiet C der Westbank,
deren Eigentümer Palästinenser sind, unter dem Vorwand fehlender von Israel ausgestellten Baugenehmigungen. Das Ergebnis war, dass 29 Menschen, darunter 10 Kinder, vertrieben wurden und der Unterhalt von etwa 140 weiteren davon beeinträchtigt war. Etwa 35 der Strukturen lagen im Gebiet C, darunter 19, die ohne vorherige Warnung beschlagnahmt wurde, so dass die Eigentümer im Voraus keinen Einspruch erheben konnten. Das stellt eine bedeutende Zunahme dieser Beschlagnahmungen gegenüber dem zweiwöchentlichen Durchschnitt seit Anfang des Jahres (vier) dar. Neun andere Strukturen wurden in Ostjerusalem zerstört, darunter fünf, die von ihren Eigentümern aufgrund von Abrissbescheiden selbst zerstört wurden, um Gebühren zu vermeiden, die anfallen, wenn die Struktur von israelischen Behörden abgerissen wird.

• Am 6. September zerstörten die israelischen Behörden ein unbewohntes Apartment in einem mehrstöckigen Gebäude in der Stadt Jenin, im Gebiet C aus strafrechtlichen Gründen
. Das Haus gehörte der Familie eines palästinensischen Mannes, der drei Israelis in Israel im April 2022 erschossen hat und danach selbst erschossen wurde. Während der Operation wurde ein Palästinenser erschossen, und ein anderer erlag später seinen Verletzungen (siehe oben). Weitere zwei Häuser wurden durch die Explosion beschädigt, was zwei palästinensische Haushalte betroffen hat, die aus 12 Personen bestanden, darunter acht Kinder. Seit Beginn 2022 wurden 11 Häuser aus strafrechtlichen Gründen abgerissen, im Vergleich zu drei Häusern im gesamten Jahr 2021 und sieben in 2020. Strafrechtliche Abrisse sind eine Form von kollektiver Bestrafung, die nach internationalem Recht illegal ist, da sie auf die Familie eines Täters oder vermutlichen Täters zielt, die nicht in die angebliche Tat involviert ist.

• An zwei aufeinanderfolgenden Tagen führten israelische Streitkräfte Militärübungen in der Nähe von 13 palästinensischen Hirtengemeinschaften von Masafer Yatta im Süden Hebrons durch.
Dieses Gebiet wurde von den israelischen Behörden zur „Schießzone“ bestimmt und als Sperrzone für israelisches Militärgebiet deklariert. Das Training ging bis 15. September weiter, beschränkte den Zugang der Palästinenser zu Grunddienstleistungen und bedrohte ihre Sicherheit. Außerdem haben die israelischen Behörden bei verschiedenen Gelegenheiten seit Beginn des Schuljahres den Zugang von Lehrern und Studenten zur Schule in Masafer Yatta, wo vier Schulen sind, durch befestigte und fliegende Kontrollpunkte blockiert. Alle Schule in dem Gebiet sind durch die israelischen Behörden vom Abriss bedroht. Am 30. August hielten die israelischen Streitkräfte einen Schulbus an, der Schüler zur Al Fakhiet-Schule transportierte, und zwangen mindestens 30 Kinder, zu Fuß den weiten Weg zur Schule zurückzulegen. Am nächsten Tag wurden neun Lehrer der Jinba-Schule, die in das Gebiet von Yatta fuhren, von israelischen Streitkräften angehalten und gezwungen, ihren Weg zu Fuß fortzusetzen. Mehr als 1.000 Palästinenser, darunter 560 Kinder, in Masafer Yatta leben mit dem Risiko einer zwangsweisen Überführung.

• Israelische Streitkräfte schränken die Bewegung(sfreiheit) der Palästinenser an verschiedenen Ortschaften in der gesamten Westbank ein.
Am 31. August blockierten israelische Streitkräfte mit Erdwällen einen landwirtschaftlichen Weg in Deir Istiya (Salfit) und verhinderte so den Zugang von etwa 400 Farmern zu ihren Ländereien. In weiteren fünf Fällen blockierten israelische Streitkräfte am 4., 7., 9. und 10. September mit Erdwällen und verschlossen die Metalltore von Khirbet Atuf (Tubas), Qarawat Bani Hassan (Salfit), An Nabi Salih und Deir Nidham (beide in Ramallah) sowie Azzun (Qalqiliya), wodurch 18.000 Palästinensern der Zugang zu Lebensunterhalt und Dienstleistungen blockiert wurde und sie gezwungen waren, lange Umwege in Kauf zu nehmen. Diese Blockaden sind die Konsequenzen für angebliches Steinewerfen und Schüsse auf einen israelischen Bus (siehe oben). Bei verschiedenen Gelegenheiten haben die israelischen Streitkräfte die den palästinensischen Bewohnern der umgesiedelten Gemeinde An Nabi Samwil auferlegten Bewegungs- und Zugangsbeschränkungen noch verschärft. Da sie vollkommen im Gebiet C auf der Jerusalem-Seite gelegen ist und wo die Bewohner mit der ständigen Bedrohung der Zerstörungen, Siedlergewalt sowie Bewegungs- und Zugangsbeschränkungen leben. Bewohner des Gebietes haben wöchentliche Demonstrationen gegen die neuen Zugangsmaßnahmen, bei denen drei Palästinenser verhaftet wurden, veranstaltet.

• Israelische Siedler verletzten 21 Palästinenser und Personen,
von denen man weiß oder annimmt, dass sie Siedler sind, beschädigten palästinensisches Eigentum in 27 Fällen. Am 8., 9. und 12. September schossen israelische Siedler auf palästinensische Bauern, griffen sie brutal an und israelische Siedler schossen auf palästinensische Landwirte, die ihr Land in Sinjil (Ramallah), At Tuwani (Hebron) und Khallet al Laufouza (Bethlehem) bearbeiteten, griffen sie körperlich an und besprühten sie mit Pfefferspray. Das Ergebnis waren 21 verletzte Palästinenser, darunter mindestens zwei mit scharfer Munition. Überall wurden 126 Bäume, deren Eigentümer Palästinenser waren, in der Nähe der israelischen Siedlungen bei Haris (Salfit), Qaryut (Nablus) sowie Deir Ibzi’ und Sinjil (beide in Ramallah) entwurzelt oder beschädigt. In sieben Fällen wurden sowohl in der H2-Zone von Hebron City, als auch in Huwwara, Burin, Tell, Beita und Madama (alle in Nablus), neun Autos, die Palästinensern gehörten, zerstört und drei palästinensische Häuser Berichten zufolge durch Steinewerfen beschädigt. Weitere neun Vorfälle in Al Mazra’a al Qibliya, Al Mughayyir, und Deir Nidham (alle in Ramallah), An Naqura, Beit Dajan, Einabus sowie Burqa (alle in Nablus) führten zu Schäden an Anbaukulturen, Vieh, landwirtschaftlichen Geräten, Wassertanks und Strukturen, die dem Lebensunterhalt dienen. Am 31. August stürmten laut Berichten israelische Siedler aus Yitzhar die Urif-Schule (Nablus), während der Unterricht stattfand, und warfen Steine, was die Verwaltung zwang, die Schule aufzugeben und die Studenten in Sicherheit zu bringen; 250 Studenten waren betroffen und eine Beschädigung der Schule wurde verzeichnet. Laut dem Dorfrat und Augenzeugen waren israelische Streitkräfte in dem Gebiet bei dem Angriff vor Ort, aber sie griffen nicht ein, um die Siedler aufzuhalten. Daraufhin schossen israelische Streitkräfte Tränengas auf die Palästinenser, die Steine auf Siedler aus Protest über den Angriff warfen.

• Zwei israelische Siedler wurden verletzt, nachdem die Palästinenser auf deren Fahrzeug in der Nähe von Josephs Grabstätte in Nablus City das Feuer eröffnet hatten. In weiteren drei Fällen warfen Personen, von denen man weiß oder annimmt, dass sie Palästinenser sind, Steine auf israelische Fahrzeuge, die auf Straßen der Westbank fuhren. Laut israelischen Quellen führte das dazu, dass drei Fahrzeuge beschädigt waren.

• Im Gazastreifen wurden drei Palästinenser, darunter ein 9- und ein 12jähriger Junge, durch die Explosion eines nicht explodierten Sprengkörpers verletzt, nachdem sie mit der Munition, die sie gefunden haben, herumgebastelt haben, während sie Schrott im Osten von Khan Yunis sammelten.

• Bei mindestens 42 Zwischenfällen eröffneten israelische Streitkräfte ein Warnfeuer in der Nähe von Israels Trennzaun oder vor der Küste, vermutlich, um Zugangsbeschränkungen in Gebieten innerhalb Gazas durchzusetzen. Berichten zufolge zwangen die meisten Vorfälle Bauern und Fischer, sich von den Gebieten ihrer Arbeit zu entfernen. Zwei palästinensische Kinder wurden von israelischen Streitkräften verhaftet, als sie versuchten, den Zaun im Osten von Rafah zu überqueren. Bei mindestens sieben Vorfällen ebneten israelische Militärbulldozer das Land in Gaza in der Nähe des Trennzauns im Osten von Rafah ein.

Dieser Bericht spiegelt Informationen wider, die zur Zeit der Veröffentlichung verfügbar war. Die aktuellsten Daten und mehr Ereignisse sind verfügbar unter: ochaopt.org/data.       Quelle            (übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 

Zum Bericht auf das Bild klicken

 

 

 

 

OCHA Bericht: Westbank-Zerstörungen und Vertreibungen – Juli 2020

Schwerpunkte
• 27 bewohnte Häuser, die seit Beginn der Pandemie trotz des Moratoriums zerstört wurden.
• 10 zusätzliche Strukturen, die im beschleunigten Verfahren zerstört wurden (Militärbefehl 1797)
• 4 Strukturen der humanitären Hilfe abgerissen und weitere 8 davon bedroht.


Überblick
Im Juli zerstörten oder beschlagnahmten die israelischen Behörden 72 Strukturen, die Palästinensern gehörten, alle aufgrund fehlender Baugenehmigungen, die für Palästinenser kaum erhältlich sind. Das liegt 30 Prozent über dem monatlichen Durchschnitt während des ersten Halbjahres von 2020 und fast 40 Prozent über dem monatlichen Durchschnitt von 2019. Das Ergebnis war, dass insgesamt 33 Menschen vertrieben wurden und von mehr als 350 weiteren wurde der Lebensunterhalt oder ihr Zugang zu Dienstleistungen beeinträchtigt. Insgesamt 388 Strukturen wurden abgerissen oder beschlagnahmt, ein leichter Anstieg im Vergleich zum selben Zeitraum in 2019.

Seit dem Ausbruch von COVID-19 im März 2020 wurden insgesamt 27 bewohnte Häuser im Gebiet C und Ostjerusalem, die vor diesem Datum dort standen, abgerissen oder beschlagnahmt aufgrund von fehlenden israelischen Baugenehmigungen: Das Ergebnis war, dass 159 Palästinenser, einschließlich 89 Kindern, vertrieben wurden. Sieben dieser Häuser wurden von ihren Eigentümern selbst abgerissen, um zusätzliche Kosten und Verluste zu vermeiden. Diese Zerstörungen geschahen trotz eines Moratoriums, das von den israelischen Behörden im Zusammenhang mit der Pandemie verkündet worden war; Mitte Juli wiesen die israelischen Behörden daraufhin, dass das Moratorium in Ostjerusalem aufgehoben wurde.

Im Gebiet C wurden insgesamt 55 Strukturen im Juli abgerissen oder beschlagnahmt: das Hebron Gouvernorat, das das Epizenter der Pandemie ist, ist weiterhin dasjenige, das am meisten betroffen ist, gefolgt von Bethlehem und Jerusalem.

Am 21 Juli zerstörten die israelischen Behörden ein Gebäude am Stadtrand von Hebron City: während die Hebron-Stadtverwaltung behauptete, es sei geplant worden, um als Testzenter für COVID-19 zu dienen, stritten die israelischen Behörden diese Behauptung ab. Die Zerstörung wurde auf der Grundlage des Militärbefehls 1797 ausgeführt, die die beschleunigte Entfernung nicht genehmigter Strukturen, die als „neu“ gelten, innerhalb von 96 Stunden nach der Ausstellung der „Abrissorder“ erlaubt. Die UN hat wiederholt ihre Sorge über dieses Verfahren ausgedrückt, das die Gelegenheit betroffener Menschen, vor einer gerichtlichen Instanz gehört zu werden, erheblich einschränkt. Weitere 9 Strukturen wurden im Juli aufgrund dieser Order abgerissen.


Der größte Abriss ereignete sich am 2 . Juli bei einer Hirtengemeinschaft im Zentral-Jordantal, wo die israelischen Behörden 12 Strukturen abrissen, darunter 4 Wohnzelte; die Letzteren war zu der Zeit des Vorfalls unbewohnt, aufgrund des jahreszeitlich bedingten Wegzugs der betroffenen Familie. Die Gemeinschaft befindet sich in einem Gebiet, das als „Schießzone“ zum Training des israelischen Militärs bestimmt ist. Weitere 6 Strukturen wurden in vier palästinensischen Beduinengemeinschaften im Gebiet C des Jerusalem-Gouvernorates abgerissen oder beschlagnahmt, in einem Gebiet oder in dessen Nähe, das zur Erweiterung der Ma’ale Adumim-Siedlung (der E1-Plan) dient.

Auch im Gebiet C händigten die israelischen Behörden am 29. Juli 15 Befehle zur Arbeitseinstellung und 3 ‘Entfernungs-Aufträge’ unter dem beschleunigten Verfahren (Militärorder 1797) aus, die sich gegen Häuser, öffentliche Einrichtungen und Strukturen, die den Lebensunterhalt in der Hirtengemeinschaft von Fraseen (Jenin) betrafen, richteten. Diese Gemeinschaft ist zwischen der israelischen Siedlung von Hermesh und einem Siedlungsaußenposten gelegen, der vor einem Jahr als Landwirtschaftsfarm errichtet wurde, und praktisch all diese Strukturen sind nun vom Abriss bedroht.

Vier der im Juli von den israelischen Behörden zerstörten oder beschlagnahmten Strukturen waren als humanitäre Hilfsmaßnahme im Wert von über 6.000 Euros vorgesehen. Es gab einen leichten Rückgang bei der Fokussierung auf von Sponsoren finanzierte Strukturen in den ersten sieben Monaten von 2020, im Vergleich zu dem gleichen Zeitraum im letzten Jahr (65 vs. 71). In einer Gemeinde erhielten weitere acht, von Sponsoren finanzierte, Hilfsstrukturen, die über 21.000 Euros gekostet hatten, Befehle zur Arbeitseinstellung.

In Ostjerusalem wurden insgesamt 17 Strukturen in diesem Monat zerstört, darunter drei, die ihre Eigentümer selbst zerstören mussten. Das liegt etwas über dem Monatsdurchschnitt der im ersten Halbjahr 2020 betroffenen Strukturen, stimmt jedoch mit dem Monatsdurchschnitt von 2019 überein. Fünf der zerstörten Strukturen waren in der Umgebung von Al-‘Isawiya, wo die israelischen Behörden neben den laufenden Polizeioperationen auch mehrere Dunam Land einebneten.

Wichtig ist, anzumerken, dass die Stadtverwaltung von Westjerusalem am 19. Februar 2020 verkündete, sie würde die Zerstörung von Häusern in der Umgebung von Al-‘Isawiya für sechs Monate einfrieren.  
Quelle            Mit Grafiken - englischer Text pdf Datei           • (übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 

 

 

Das Palästina Portal
 

Start | oben

Impressum             Haftungsausschluss          KONTAKT            Datenschutzerklärung         arendt art