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 Sabra und Schatila

16. - 18. September 1982

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 Sabra + Schatila - 16. - 18. 9. 1982

Wie viele Massaker noch?

 

Heute ist der 34. Jahrestag der Massaker von Sabra und Shatila – und die Schuldigen sind weiterhin ungestraft
16.09.2016 

Zwischen dem 16. und 18. September 1982 haben die Milizen der libanesischen Falange mit militärischer Hilfe und der Komplizenschaft der israelischen Armee die palästinensische Bevölkerung der Flüchtlingslager von Sabra und Shatila niedergemetzelt. Heute, 34 Jahre nach dem entsetzlichen Massaker sind die Verantwortlichen noch immer straflos geblieben, und Israel, die USA und einige europäische Staaten haben sich nach Kräften bemüht die Verbrecher zu schützen. 

Die israelischen Truppen, die zu dieser Zeit Beirut besetzten und unter dem Kommando von Ariel Sharon als Verteidigungsminister standen, koordinierten und managten das Eindringen libanesischer Milizen in die Lager, damit sie dort ein Massaker an der Bevölkerung – vor allem Jugendliche, Kinder und Frauen – anrichteten.

Dieses Massaker wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in ihrer Resolution 37/123 als Genozid qualifiziert.

Zionistisches Massaker

Sabra und Shatila waren zwei Lager der Vereinten Nationen in der Umgebung von Beirut für die Unterbringung palästinensischer Flüchtlinge.

Diese beiden Lager befanden sich – infolge der Invasion des israelischen Militärs in den Libanon und der darauf folgenden Evakuierung der PLO auf Intervention der USA -  unter der Kontrolle und Jurisdiktion der israelischen Armee, die nach den internationalen Konventionen moralisch und rechtlich verantwortlicher Garant für das Leben der Bewohner war.

Die Konspiration

Zwischen dem 16. und 18. September und infolge der von den Chefs der israelischen Besatzungsarmee gesponnenen Konspiration strömten verbrecherische Banden in die Lager und schritten mit der breiten logistischen Unterstützung der zionistischen Truppen, einschließlich der Beleuchtung der Lager mit bengalischem Licht, zum Massaker an der hilflosen Bevölkerung.

Diese zivile Bevölkerung bestand in der Mehrheit aus Alten, Frauen und Kindern. Je nach Herkunft der Information beträgt die Zahl der Opfer 1.500 bis 3.000. Die Verbrecher brachten in ihrem Blutrausch auch Pferde und Hunde um. Dann rissen sie die Häuser ein, um die Toten unter den Trümmern zu begraben.

Die Nachricht über diese unerträglichen Massaker in den Medien rief weltweit in der öffentlichen Meinung Entsetzen hervor und von den verschiedensten Seiten wurde die vollständige Aufklärung des Geschehens und die Bestrafung der Verantwortlichen wie auch ihrer durchführenden Agenten verlangt.

Kommission Ad Hoc

Die israelische Regierung schuf eine ad hoc-Kommission zur Untersuchung des Geschehens in Sabra und Shatila (Kommission Kahane), andereseits richtete auch eine Gruppe von Juristen von internationalem Ansehen aus den USA, Kanada, Frankreich, Südafrika und Irland eine Kommission zur Untersuchung der israelischen Verletzungen des internationalen Rechts im Libanon ein, ihr Präsident war der irische Dichter und Friedensnobelpreisträger Sean McBride.

Internationale Kommission

Während jedoch die israelische ad hoc-Kommission nicht mehr war als ein Vorwand war, um die Verantwortung (für die Verbrechen) zu verschleiern und zu verwässern, und ein Ventil für den wachsenden Druck der öffentlichen Meinung, deckte die internationale Kommission unter dem Vorsitz von Sean McBride alle Details des Netzes auf, das für die Durchführung eines so entsetzlichen Verbrechens gesponnen worden war.

Viele rechtlichen und gerichtlichen Initiativen traten auf, um die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen, aber sowohl Israel als auch die USA übten Druck aus, um zu verhindern, dass die Verbrecher vor unabhängige Gerichte gestellt würden.

Eine der (damit zusammenhängenden) Rechtsfragen wurde in Belgien bearbeitet, wo das Appellationsgericht die eingereichte Klage gegen den israelischen Premierminister Ariel Sharon wegen der Massaker von Sabra und Shatila zuließ, wenn es auch der Meinung war, dass seine „Immunität zu respektieren“ sei, solange er sein Amt ausübte. Sharon war wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt.

Belgien hob jedoch 2003 auf Druck der USA das Gesetz auf, das belgischen Gerichten die „universale Kompetenz“ für Verbrechen gegen die Menschlichkeit zuerkannte und rette damit Sharon und die übrigen Verbrecher vor einer Verurteilung.

Interessanterweise traf sich der belgische Kanzler Louis Michel einige Monate, bevor das Gesetz aufgehoben wurde, in Berlin mit Sharon (der aus Angst vor einer Verhaftung nicht nach Belgien gekommen war), um ihm zu sagen, dass er mit der Entscheidung der Justiz seines Landes „absolut“ nicht einverstanden wäre.

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass es sehr schwierig ist, gegen jemanden, der an der Macht ist oder über den Rückhalt des Militärs verfügt, Recht zu sprechen. Man muss sich daran erinnern, dass die Nazis erst vor Gericht gestellt wurden, als sie bereits besiegt waren, und die Diktaturen in Lateinamerika niemals vor Gericht gestellt wurden, solange sie an der Macht waren. Nur Gerichte in Demokratien waren in der Lage Prozesse zu führen und Verantwortliche für begangene Verbrechen zu verurteilen.

Quelle: www.palestinalibre.org/articulo.php?a=62172

Übersetzung: K. Nebauer

 

 

 

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