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Jerusalem, am 30. Dezember 2008
Stellungnahme der Patriarchen
und der
Leiter der Kirchen in Jerusalem
zur
derzeitigen verheerenden Situation in Gaza
Wir,
die Patriarchen, Bischöfe und Oberhäupter der christlichen Kirchen in
Jerusalem verfolgen mit tiefer Betroffenheit, mit Bedauern und Schock
den Krieg, der zurzeit im Gazastreifen wütet, und in Konsequenz die
Zerstörung, Mord und Blutvergießen, ausgerechnet zu einer Zeit, wenn wir
Weihnachten feiern, die Geburt des Königs von Liebe und Frieden. Indem
wir unsere tiefe Sorge über die Eskalation der Gewalt zwischen Israelis
und Palästinensern ausdrücken, und dass es immer noch keinen Frieden
in unserem Heiligen Land geben kann, prangern wir die fortdauernden
Feindseligkeiten im Gazastreifen und alle Formen der Gewalt und des
Tötens von allen Parteien an. Wir glauben fest, dass die Fortsetzung
dieses Blutvergießens und dieser Gewalt nicht zu Frieden und
Gerechtigkeit führt, sondern noch mehr Hass und Feindseligkeit gebären
wird – und so die Feindschaft zwischen den beiden Völkern fortsetzt.
Dementsprechend rufen wir alle Verantwortungsträger beider Seiten des
Konfliktes an, zur Vernunft zurückzukehren und von gewalttätigen
Aktionen abzulassen, die nur Zerstörung und Tragödien verursachen, und
ermahnen sie dringend, an der Lösung ihrer Differenzen mit friedlichen
und gewaltlosen Mitteln zu arbeiten.
Wir
rufen auch die Internationale Gemeinschaft an, ihrer Verantwortlichkeit
nachzukommen und sofort zu intervenieren und das Blutvergießen aktiv zu
stoppen und alle Formen der Feindschaft zu beenden; hart und mit Kraft
daran zu arbeiten, die gegenwärtige Konfrontation zu beenden und die
Gründe für den Konflikt zwischen den beiden Völkern auszuräumen; und
zuletzt den israelisch-palästinensischen Konflikt einer gerechten und
umfassenden Lösung auf der Basis der internationalen Resolutionen
zuzuführen.
Die
verschiedenen palästinensischen Parteien und Splitterparteien ersuchen
wir: Es ist Zeit, eure Zersplitterung aufzugeben und eure Differenzen
beizulegen. Wir rufen alle Parteien zu diesem besonderen Zeitpunkt auf,
die Interessen des palästinensischen Volkes über persönliche und
Parteiinteressen zu stellen, euch sofort auf eine gesamtnationale
Versöhnung hin zu bewegen und alle gewaltlosen Mittel auszunutzen, um
einen gerechten und umfassenden Frieden in der Region zu erreichen.
Zuletzt: Wir wenden uns im Gebet an das Kind in der Krippe, damit es
die Autoritäten und Entscheidungsmacher auf beiden Seiten, die Israelis
und die Palästinenser, inspiriere, die derzeitige tragische Situation im
Gazastreifen durch eine sofortige Aktion zu beenden. Wir beten für die
Opfer, die Verwundeten und die mit gebrochenem Herzen. Möge der
allmächtige Gott denen, die geliebte Menschen verloren haben, Trost und
Geduld geben. Wir beten für alle, die in Angst und Panik leben: Gott
möge sie mit Ruhe, Gelassenheit und wahrem Frieden segnen.
Wir
erinnern alle, den nächsten Sonntag, den 4. Januar 2009, als den Tag für
Frieden und Gerechtigkeit im Land des Friedens wahrzunehmen.
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Patriarch Theophilos III, Griechisch-orthodoxes Patriarchat
+
Patriarch Fuad Twal, Lateinisches Patriarchat
+
Patriarch Torkom II, Armenisch-apostolisches Orthodoxes Patriarchat
+ Fr.
Pier Pizzaballa OFM, Kustos des Heiligen Landes
+ Anba
Abraham, Koptisch-orthodoxes Patriarchat
+
Erzbischof Swerios Malki Mourad, Syrisch-orthodoxes Patriarchat
+
Abune Matthias, Äthiopisch-orthodoxes Patriarchat
+
Erzbischof Paul Nabil Sayyah, Maronitisch-patriarchales Exarchat
+
Bischof Suheil Dawani, Episkopalkirche von Jerusalem und dem Nahen Osten
+
Bischof Munib Youhan, Evangelisch-lutherische Kirche in Jordanien und
dem Heiligen Land
+
Bischof Pierre Malki, Syrisch-katholisch-patriarchales Exarchat
+
Bischof Youssef Zre’i, Griechisch-katholisches patriarchales Exarchat
Fr.
Raphael Minassian, Armenisch-katholisches
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