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Gush shalom : Hebt die Blockade des Gazastreifens auf! (Adam Keller)

 Am Samstag den 26.1.2008 findet am Grenzübergang  parallel zu einer palästinensischen Demonstration im Gazastreifen aus Solidarität eine israelische Demonstration  mit einem landesweiten Hilfskonvoi statt.

 

Ein  humanitärer Autokonvoi mit notwendigen Hilfsgütern von Friedens- und Menschenrechtsgruppen angeführt, wird von Haifa, Tel Aviv, Jerusalem und Beer Sheba an die Grenze des Gazastreifens fahren und mit Postern versehen sein: „Hebt die Blockade auf!“ Der Konvoi wird sich mittags an der Yad-Mordechai-Kreuzung treffen und wird dann zusammen zu einem Hügel fahren, von dem man einen Blick auf den Gazastreifen hat. Dort wird um 13 Uhr eine gemeinsame Demo stattfinden. Shulamit  Aloni, Uri Avnery, Ronit Matalon, Hassan Jabarin und Prof. Jeff Halper werden dort Reden halten. Es wird eine Telefonverbindung zwischen der israelischen Demo und  Hunderten von Gaza-Bewohnern auf der Gaza-Seite in Gazastadt am Grabmal des unbekannten Soldaten geben. Dies soll als ein Teil der palästinensisch-internationalen Kampagne „Schluss mit der Belagerung!“ angesehen werden. Der Sprecher auf dieser Seite wird der Psychologe und Menschenrechtsaktivist Dr. Eyad Sarraj sein.

 

Der Konvoi wird Säcke voller Mehl, Nahrungsmittel und andere notwendige Produkte bringen, besonders auch Wasserfilter. Das Wasser im Gazastreifen ist schwer  von Nitraten kontaminiert – 10 mal schlimmer als das WHO es empfiehlt. Auf Grund der israelischen Blockade gibt es im Gazastreifen keine Wasserfilter mehr, was zu einer unerträglichen Verletzung minimaler humanitärer Standards führt.

 

Die Organisatoren des Konvoi haben bei der Armee einen Antrag gestellt, damit die Waren sofort über die Grenze gelassen werden. Sie sind  aber darauf vorbereitet, die Kampagne in der Nähe der Grenze fortzusetzen, zusammen mit einem öffentlichen und juristischen Appell. Kibbuzim, die in Reichweite der Qassamraketen und Mörsergranaten sind , boten für den Notfall ihre Lagerräume zum Aufbewahren der Nahrungsmittel an, die der Konvoi mit sich bringen wird.

 

Gleichzeitig wird eine Demonstration in Rom, Italien, und anderen Ländern stattfinden. Auch in verschiedenen Städten Amerikas  werden auf eine Initiative der „Jüdischen Stimme für den Frieden“ (San Franzisko) Demonstrationen statt finden.

 

Die teilnehmenden Organisationen: Gush Shalom, Kämpfer für den Frieden, Koalition der Frauen für den Frieden, ICAHD (Isr. Komitee gegen Hauszerstörungen), Bat Shalom, Bat Tzafon für Frieden und Gleichheit, Balad, Hadash, Adalah, Tarabut-Hithabrut, Ärzte für Menschenrechte-Israel, Alternatives Informationszentrum, Psychoaktive – Mental Health Workers for Human Rights, ActiveStills, Studenten Koalition( Tel Aviv) New Profile, Machsom Watch, The Public Commitee against Torture in Israel, Yesh  Gvul, Gisha, Local Television on the Internet.

 

Hintergrund: Trotz der Evakuierung ( 2005) von 70 000 Siedlern blieb der Gazastreifen besetztes Gebiet. Die Situation seiner Bewohner wird zunehmend schlimmer. Israel kontrolliert weiterhin den Luftraum, das Wasser, das Einwohnermelderegister, das Steuersystem, die  Nahrungsmittel- und Warenversorgung, den Verkehr von Menschen und den Zugang zur Gesundheitsversorgung. Die Ein- und Ausreise von Menschen, der Im- und Export von Waren wird vollkommen von Israel kontrolliert. Dieser ist im Augenblick völlig blockiert, so dass der Gazastreifen tatsächlich zum größten Gefängnis der Welt wurde.

 

Wir haben Mitgefühl mit den Bewohnern von Sderot und anderen in der Nähe befindlichen Orten, die  durch Qassemraketen traumatisiert sind. Aber die Belagerung und  Kollektivstrafe sind nicht die Antwort: obwohl schon 1,5 Millionen Männern, Frauen und Kindern die grundlegendsten  zum Leben notwendigen Dinge vorenthalten werden und so an den Rand des Hungertodes getrieben werden, erhöht Israel die tägliche Todesrate unter den Palästinensern, viele von ihnen Zivilisten. Trotzdem  hat sich die Abschussrate von Qassamraketen   erhöht. Wenige Israelis fragen sich, warum mehrere Waffenstillstands-angebote der Palästinenser  gradewegs von der israelischen Regierung abgelehnt wurden.

Wir werden an die Grenze von Gaza gehen, um zusammen mit den palästinensischen Partnern innerhalb des Gazastreifens, zu zeigen, dass es eine Alternative  zu Belagerung und Qassamraketen gibt – eine Alternative des Friedens.

 

(dt. Ellen Rohlfs)

 

 

 

 

Eine Stunde vor  Dunkelheit – eine Stimme aus dem Gazastreifen

 

Dr.Ejad El-Sarraj

 

Das israelisch militärische Establishment entschied, den Strom- und die Brennstoffversorgung des Gazastreifens zu stoppen. Seit Donnerstag werden keine Nahrungsmittel und humanitäre Hilfe mehr über die Grenze gelassen. Sehr bald wird das Leben zum Stillstand kommen. Man wird kein Wasser mehr hoch pumpen können, auch nicht zum Trinken. Mein Stiefsohn ist jede Nacht wegen Asthma auf ein Beatmungsgerät angewiesen. Was wird mit ihm, wenn der Generator nicht mehr laufen wird? Was passiert in den Krankenhäusern, in den Impfstoff- und Blutbanken. Was wird mit den Patienten an den Dialysegeräten und den Säuglingen in den Inkubatoren?

 

Bevor es dunkel wird, und bevor die Verbindung zur Außenwelt abbricht, möchte ich euch noch sagen, was die augenblickliche israelische Politik mit ihrem Druck für ein Ziel hat: sie will Ägypten dahin bringen, seine Grenzen zum Gazastreifen zu öffnen, um die Situation von vor 1967 wieder herzustellen. Israel wird dann seine Grenzen zum Gazastreifen ganz schließen, den Gazastreifen von der Westbank völlig trennen und die Friedensvorschläge für einen (bi-nationalen) oder eine Zwei-Staatenlösung zerstören. Kurz gesagt, Israel erfüllt so Sharons einseitige Rückzugsstrategie. Wenn Ägypten es versäumt, seine Grenzen zum Gazastreifen zu öffnen, wird Israel uns durch Rafah in die Sinai-Wüste treiben. Wartet auf den Exodus.

http://www.gcmhp.net

 

(dt. Ellen Rohlfs

 – diese strategischen Pläne bestehen schon seit 1996. Sie wurden in den USA mit CSIS / Anthony Cordesman gemacht . aus: „Between the Lines“, Dezember 2000 )

 

 

 

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