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Buchvorderansicht: Rohlfs - 'Nie wieder!'? Was geschieht eigentlich hinter der Mauer in Palästina?

Was geschieht eigentlich hinter der Mauer in Palästina?

Eine Dokumentation von Ellen-Ruth Rohlfs
3. erweiterte Auflage

"Nur" Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder schleichender Völkermord

Selbstverlag - Preis 12.- € - Zu beziehen über: ellen.rohlfs(at)freenet.de
 

 

Felicia Langer
Um Hoffnung kämpfen

Kein Frieden in Nahost: Sie möchte jedoch dem Hass eine Kraft entgegensetzen, die Liebe, die sie selbst erfahren hat. Sie ist erfüllt von Hoffnung. Einer Hoffnung, für die gestritten werden muss, gegen das Unrecht. In diesem sehr persönlichen Buch schildert Felicia Langer, was sie bestärkt, sich für Versöhnung und Frieden einzusetzen. >>>

Larnuv Taschenbuch 345 Originalausgabe mit Abbildungen ca. 144 Seiten
ca. 9,90 € [D], 1
ISBN 978-3-88977-688-4

Um Hoffnung kämpfen - Dr. Ludwig Watzal  >>

Unteilbarer Humanismus - Felicia Langer hat ein eindringliches Buch zum israelisch-palästinensischen Konflikt geschrieben - Von Werner Ruf  >>>

 


 

Leserbrief zu: Amos Oz: "Israels große Aufgabe - Es gibt keinen Aufschub mehr: Wir müssen
das Flüchtlingsproblem lösen"
FAZ vom 11.05.2007, Seite 39
 



Sehr geehrte Redaktion Leserbriefe,

In zwei Punkten hat Amos Oz Recht, dass nämlich die Nakba, die Flüchtlingskatastrophe, "die allergrößte Wunde im Fleisch der palästinensischen Nation ist, und dass Israelis keinen Frieden haben werden, "solange das Elend der Flüchtlinge andauert". Der israelische "Unabhängigkeitskrieg" von 1948 kam für die Palästinenser einer ethnischen Säuberung gleich: 750.000 (80 Prozent) verloren durch Flucht und Vertreibung ihre Heimat, über 400 ihrer Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht und das "Absentee Property Law" von 1950 enteignete sie, um eine Rückkehr zu erschweren. Nur so konnte ein mehrheitlich arabisches Land zu einem mehrheitlich jüdischen Staat werden, und damit die Ziele des politischen Zionismus von Theodor Herzl erfüllt werden.

Trotzdem räumt Amos Oz nur eine israelische Teilschuld ein. Unrecht hat er auch mit der Behauptung, dass die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge in ihre einstige Heimat "auf das Ende Israels" hinauslaufen würde. Denn eine Deportation der Araber war, entsprechend dem Völkerrecht und der UNO, keineswegs vorgesehen. Im Gegenteil: Israel wurde im Mai 1949 Mitglied der Vereinten Nationen (Resolution 273) unter der Vorraussetzung, den UNO-Teilungsplan von 1947 (Resolution 181) und das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge (Resolution 194) zu respektieren. Dies ist nicht geschehen. Eine Rückkehr der Flüchtlinge widerspräche zwar den demographischen Wünschen des politischen Zionismus, sie entspräche aber den demokratischen Ansprüchen Israels. Als echte Demokratie muss Israel die Rechtsansprüche beider Völker, Juden wie Palästinenser, Anwesende und Flüchtlinge, gleichermaßen erfüllen, und sowohl das jüdische "Law of Return" (1950), als auch das palästinensische "Right of Return" (1948) umsetzen.

Die Vertreter eines anderen - kulturellen, humanistischen - Zionismus, wie Martin Buber, Judah Magnes und Hannah Arendt, waren von vorneherein für einen gemeinsamen jüdisch-arabischen Staat, da eine Trennung eine Vertreibung provozieren würde. Für Judah Magnes, amerikanischer Reform Rabbiner und erster Präsident der Hebrew University, wiedersprach sogar die Vertreibung der Palästinenser dem zionistischen Bestreben, jüdisches Leben und Kultur in einem Geist brüderlicher Solidarität zu rekonstruieren. Eine Haltung, die Amos Oz heute sicher als extremistisch oder verräterisch erscheint.

Amos Oz`Lösungsvorschlag scheint mehr ideologisch motiviert, als praxisorientiert: wie sollten Millionen palästinensische Flüchtlinge, die nicht nach Israel zurück dürfen, Platz und Arbeit finden "im künftigen palästinensischen Staat", der, nach Fertigstellung des israelischen Grenzwalls, doch nur aus vier, fünf eingezäunten Bantustans, auf 12 Prozent Rest-Palästina, bestehen wird? Wesentlich logischer sind die Argumente des palästinensischen Autors Salman Abu-Sitta für eine Rückkehr der Flüchtlinge nach Israel: 78 Prozent aller israelischen Juden leben in nur 14 Prozent des Landes (hauptsächlich um Tel Aviv, Haifa und Jerusalem), der riesige Rest ist von ländlicher Bevölkerung besiedelt (etwa 200.000), die in Kibbuzim und privaten Farmen die israelische  Landwirtschaft betreibt. Diese 200.000 Israeli nutzen und kontrollieren größtenteils das Land der Flüchtlinge, die oft nur wenige Kilometer entfernt in engen Flüchtlingslagern leben. Die 850.000 registrierten Flüchtlinge in Gaza leben zusammengedrängt bei einer Dichte von 4.200 Personen pro Quadratkilometer, jenseits des Stacheldrahts sehen sie ihr Land in Israel, beinahe leer, mit einer Dichte von fünf Personen pro Quadratkilometer.

In Deutschland wird das Rückkehrrecht von Flüchtlingen häufig durch Abschiebung zur Rückkehrpflicht. Wie würde Israel reagieren, wenn Libanon, Syrien und Jordanien seine palästinensischen Flüchtlinge ebenso rigide zurück nach Israel abschieben würde?


Mit freundlichen Grüßen,
Sabine Matthes

 
 

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