|
Frieden braucht
Mut - Osteraufruf
Palästinensische Gemeinde Deutschland e.V.
Schon oft hat das
palästinensische Volk den Mut und die Bereitschaft für den Frieden
deutlich gezeigt. Mitte der 70er Jahre akzeptierte die PLO, die
einzige legitime Vertretung des palästinensischen Volkes, die
Zwei-Staaten-Lösung – einen palästinensischen und einen
israelischen.
Die PLO und das
palästinensische Volk verzichteten für den Frieden auf 78 % ihres
Heimatlandes. Nach der Unterzeichnung des Osloer Abkommens 1993
erkannte der verstorbene Präsident Arafat den Staat Israel in seinen
undefinierten Grenzen an und zeigte damit wieder einmal großen Mut
und Bereitschaft für den Frieden. Eine Anerkennung seitens der
Israelis für die Palästinenser sucht man bis zum heutigen Tag
vergeblich.
Der Friedenswillen
der Palästinenser wurde in den vergangenen Jahren von israelischer
Seite mit massiver Landenteignung, Siedlungsbau, Naturverstümmelung
und nicht zuletzt dem Bau einer riesigen Apartheidsmauer „belohnt“.
Alles Maßnahmen, die jeglichem internationalem Recht widersprechen.
Die Weltgemeinschaft,
angeführt von den USA und Europa, ließ die Palästinenser regelrecht
im Stich. Mit den Wahlen vor rund einem Jahr im Besetzten Palästina
bewies das palästinensische Volk wieder einmal seinen Mut, den
demokratischen Weg, der in der arabischen Welt gänzlich vermisst
wird, zu gehen und wurde erneut mit einem unverständlichen, Menschen
unwürdigen Boykott abgestraft.
Auf der anderen Seite
ignoriert der israelische Staat sämtliche internationalen
Beschlüsse, tritt alle Menschenrechte mit Füßen, und wird dennoch
mit Samthandschuhen behandelt.
Das Zögern vieler
europäischer Staaten und hier insbesondere Deutschland, den
ungerechtfertigten Boykott aufzuheben, ist nicht nur unverständlich,
sondern auch kontraproduktiv für jegliche positive Entwicklung in
Palästina. Es ist an der Zeit, eine ehrliche und moralische Politik
im Hexenkessel Israel - Palästina einzuführen. Die uneingeschränkte
schützende deutsche Hand über Israel und dessen rassistische Politik
gegenüber Palästina schadet nicht nur dem Image und den Interessen
Deutschland, sondern unterstützt die radikalen Kräfte in der Region.
Wir fordern die
Bundesregierung auf, ihre Boykotthaltung zu revidieren: Für eine
neue europäische Politik in der Region und für einen gerechten
Frieden, der Mut belohnt.

|