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Buchvorderansicht: Rohlfs - 'Nie wieder!'? Was geschieht eigentlich hinter der Mauer in Palästina?

Was geschieht eigentlich hinter der Mauer in Palästina?

Eine Dokumentation von Ellen-Ruth Rohlfs
3. erweiterte Auflage

"Nur" Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder schleichender Völkermord

Selbstverlag - Preis 12.- € - Zu beziehen über: ellen.rohlfs(at)freenet.de
 

 

Felicia Langer
Um Hoffnung kämpfen

Kein Frieden in Nahost: Sie möchte jedoch dem Hass eine Kraft entgegensetzen, die Liebe, die sie selbst erfahren hat. Sie ist erfüllt von Hoffnung. Einer Hoffnung, für die gestritten werden muss, gegen das Unrecht. In diesem sehr persönlichen Buch schildert Felicia Langer, was sie bestärkt, sich für Versöhnung und Frieden einzusetzen. >>>

Larnuv Taschenbuch 345 Originalausgabe mit Abbildungen ca. 144 Seiten
ca. 9,90 € [D], 1
ISBN 978-3-88977-688-4

Um Hoffnung kämpfen - Dr. Ludwig Watzal  >>

Unteilbarer Humanismus - Felicia Langer hat ein eindringliches Buch zum israelisch-palästinensischen Konflikt geschrieben - Von Werner Ruf  >>>

 


 

 

Warum musste Marwa El-Sherbini  sterben?
Quelle:
www.freunde-palaestinas.de

 

Im Dresdener Landgericht wurde Marwa, die ihre Herkunft in Ägypten hat, am 2.Juli.2009, von einem 28-jährigen Deutschen, durch eine Messerattacke getötet. Wie die “Welt-Online” berichtet, handelte es sich um eine regelrechte “Niedermetzlung”. 18 mal stach der Täter blutrünstig auf Marwa ein - vor den Augen ihres Mannes und ihres dreijährigen Sohnes. Doch nicht nur das: Die Frau war im dritten Monat Schwanger. Ein Polizist hat während der Attacke fälschlicherweise das Feuer auf Marwas Mann eröffnet, der ihr zu Hilfe gekommen war und traf ihm am Bein. Da er zudem auch von den Messer-Attacken des Täters getroffen wurde, schwebt er in Lebensgefahr.

 

http://www.welt.de/vermischtes/article4048694/Taeter-in-Dresdner-Gericht-stach-18-Mal-zu.html

 

Was war der Hintergrund?

Der Grund für die Verhandlung war, dass der Täter die zuvor auf einem Spielplatz als „Terroristin“, „Islamistin“ und „Schlampe“ beleidigt, als sie für ihr Kind um den Platz auf einer Schaukel bat.

 

http://www.welt.de/vermischtes/article4042891/Rassismus-als-Motiv-fuer-Bluttat-im-Gericht-vermutet.html?page=1#article_readcomments

 

Daraufhin hat sie den Deutschen angezeigt, woraufhin es zu der Verhandlung kam, in der es um die Höhe der Geldstrafe ging.

 

http://www.welt.de/vermischtes/article4042891/Rassismus-als-Motiv-fuer-Bluttat-im-Gericht-vermutet.html?page=1#article_readcomments

 

Konsequenzen?

Leider ist es so, dass viele Mainstream-Medien garnicht erwähnen, dass der Täter die Zeugin mit islamfeindlichen Wörtern beschimpft hat. Und obwohl die Medien die Religion konsequent bei Fällen erwähnen, in denen der nicht praktizierende Muslim der Täter war, erfährt man nun, wo es sich diesmal um ein Opfer handelt, in den meisten Berichten nichts von der Religion. Dabei ist es doch gerade so, dass der Täter ihre Religionszugehörigkeit angegriffen hat.

 

Stattdessen vermutet man, dass es sich um ein “ausländerfeindliches” Motiv gehandelt hat. Nun sagen wir, dass Ausländerfeindlichkeit ganz deutlich von der Islamophobie zu trennen ist, da es sich um völlig unterschiedliche Hintergründe und Intentionen handelt. Jemand, der ausländerfeindlich ist, kann ein Islamophob sein, andersherum muss ein Islamophob aber kein  Ausländerfeind sein, da sein Hass einzig und allein den Muslimen und dem Islam gilt.

 

Wir können nur hoffen, dass man nicht den Fehler begeht und es dabei belässt, indem man es als eine ausländerfeindliche Straftat abstempelt und den absoluten Focus darauf richtet, über die Sicherheit in Gerichtssälen zu diskutieren.

 

Der Hass der Islamophoben wird auch im Kommentarbereich der “Welt-Online” sehr deutlich. Und wie immer ist es so, dass man gar nicht auf den kaltblütigen Mord eingeht, sondern sich Gründe sucht, um die Muslime pauschal als die Täter darzustellen.

 

 


 

Reaktionen auf den Mord an Marwa El-Sherbini,

Der Mord an der 31-jährigen Marwa El-Sherbini am Mittwoch in Dresden scheint die Sorgen vieler Muslime über eine zunehmend aggressivere Stimmung gegenüber dem Islam und Muslimen in Deutschland zu bestätigen. Entsprechend zahlreich sind die Reaktionen, die der Mord im Dresdener Landgericht an der im dritten Monat schwangeren Ägypterin, die durch ihr Kopftuch als Muslimin zu erkennen war, ausgelöst hat. Für Sonntag ist nun eine Demonstration in Berlin-Neukölln angekündigt, bei der Muslime aus dem salafitischen Spektrum um den Kölner Prediger Pierre Vogel gegen die „Diskriminierung muslimischer Frauen“ protestieren wollen.

 

Anlass des Gerichtsverfahrens, in dessen Verlaufe Sherbini ermordet wurde, waren die Beschimpfungen als „Terroristin“ und „Islamistin“, mit denen der 28-jährige Alexander W. die Apothekerin im vergangenen Jahr auf einem Dresdener Spielplatz überzogen hatte. Während der Gerichtsverhandlung hatte W. die Mutter eines dreijährigen Sohnes erneut verbal angegriffen, bevor er schließlich unvermittelt mit einem Messer auf sie losging und sie mit mehreren Messerstichen tötete. Auch der Ehemann E.s wurde bei dem Angriff durch Messerstiche schwer verletzt – wobei er zudem durch den Schuss eines Polizisten, der ihn fälschlich für den Angreifer hielt, am Bein getroffen wurde. (Über den Mord wurde auch in arabischen Medien berichtet, zum Beispiel auf Al-Jazeera und in der ägyptischen Zeitung Al-Masri al-Yawm)

 

Angesichts der Umstände des Mordes erscheint es aus Sicht mancher Muslime umso unverständlicher, dass die rassistischen Motive des Täters in der Berichterstattung über die Tat nur am Rande erwähnt werden. Für Kathrin Klausing, eine deutsche Muslimin, die den Weblog Musafira.de betreibt, ist der Mord Anlass, auf die Schwierigkeiten hinzuweisen, mit denen Muslime zu kämpfen haben, wenn sie sich gegen Diskriminierungen wehren. „Viele muslimische Frauen, die wegen ihrer Kleidung angefeindet oder diskriminiert werden, trauen sich nicht, sich damit an die zuständigen Stellen zu wenden“, schreibt sie. „Deswegen versucht man in vielen Gemeinden, Ausländerbeiräten und Antidiskriminierungsstellen, diese Frauen dazu zu ermutigen, ihre Stimme zu erheben. Marwa E. hatte sich dazu entschlossen, sich nicht als ‚Terroristin‘ und ‚Islamistin‘ beleidigen zu lassen. In drei Monaten wollte sie zusammen mit ihrem Mann zurück nach Ägypten gehen.“

 

Das Gefühl des hilflosen Ausgeliefertseins gegenüber rassistischer Hetze wird von salafitischen Strömungen ausgenutzt, um Muslime vor der nicht-islamischen Umwelt zu warnen. Ähnlich wie bereits im Zusammenhang mit den Protesten gegen den Pro-Köln-Kongress in Köln im Mai versuchen Vertreter dieser Strömung nun erneut, unter Muslimen das Bild einer durchweg feindseligen Umwelt zu schüren. Angesichts der weitverbreiteten Hetze gegen den Islam, so lautet die Botschaft, sei die Rückbesinnung auf die Gemeinschaft der Muslime umso wichtiger. Während auf Webseiten wie einladungzumparadies.de zum Protest aufgerufen wird, gehen andere Vertreter dieses Spektrums weiter. Auf Youtube finden sich mittlerweile diverse Videos, in denen zum Beispiel vor „jüdischen Hasspredigern“, die für den Mord verantwortlich seien, gewarnt wird. In einem anderen Video heißt es: „Das Blut unserer Schwester Marwa wird nicht umsonst geflossen sein!!! INSHALLAH!!!“

Vor dem Hintergrund dieser Reaktionen mahnt Omar Abo-Namous auf seinem Weblog toomuchcookies.de, trotz des Mordes doch bitte „nicht durchzudrehen“. Es sei die Aufgabe von Predigern und muslimischen Gemeindevorstehern, „klaren Verstand (zu) bewahren und eventuelle Hitzköpfe (zu) beruhigen, statt sie noch weiter anzustacheln“, gibt Abo-Namous zu bedenken. Aus seiner Sicht gehen die nun kursierenden Demonstrationsaufrufe und die Youtube-Videos in eine falsche Richtung. „Leider dienen sehr viele Ankündigungen und Berichte oftmals dazu, Hass zu säen und Feindbilder zu schaffen. Auch jetzt ist es der Fall. Seien es Russen, Medien, Deutsche, Russlanddeutsche, Politiker, Christen oder sogar Juden – ein Schuldiger wird gesucht und mit Verallgemeinerungen wird nicht gespart. Ich lehne dies entschieden ab“, schreibt er. „Marwas Mörder war offensichtlich von Hass gegenüber Muslimen geprägt und – ja – das ist ein generelles Problem, was sich hier in einem Mord niederschlägt. Falsch ist es allerdings Hass mit Hass zu erwidern und sogar auszuweiten. Das hat keiner nötig. Beruhigt euch also und arbeitet an eurer eigenen Einstellung bzw. eurem eigenen Hass anderen Menschengruppen gegenüber.“

 
 

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