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Dialog für die Zukunft
Friedenscamp in Rechnitz, Burgenland – Ein Zeichen der Hoffnung

 

26 Mädchen und Burschen zwischen 16 und 20 Jahren arbeiten 14 Tage lang im Juli 2007 an ihrem gegenseitigen Verstehen und um Freunde und Freundinnen zu werden.

 

Die Diakonie Auslandshilfe Österreich hat zusammen mit der israelisch-palästinensischen Friedensinitiative „Parents Circle“ mit Unterstützung durch Concentrum Schleining, der Evangelischen Akademie und dem Evangelischen Jugendwerk den Gedanken verwirklicht, junge Menschen aus Israel, Palästina, Ungarn und Österreich Frieden und gegenseitiges Verstehen erlebbar zu machen.

 

Die Jugendlichen aus Israel hatten vorher kaum eine Ahnung von den lebenserschwerenden Umständen der Palästinenser, die schon einmal drei Tage von Bethlehem nach Rechnitz zu reisen hatten, weil sie ja den Umweg über Amman nehmen mussten, und dorthin ist der Weg weit und gefährlich, und  man weiß nicht, ob man ankommt. Israelische Kinder lehrt man die Angst vor diesen „arabischen Bestien“, die mit Steinen und Bomben werfen. Den Jugendlichen aus Europa ist der Konflikt unbekannt. Ester aus Ungarn sagte, es habe eine Zeit gedauert, bis sie sich in ihrer Rolle zurechtgefunden hat. Aber, meinte sie, wir haben keine Vorurteile, weil wir nichts wissen.

 

Im Laufe von 14 Tagen hat sich  aber das Wunder ereignet:  diese Jugendlichen haben  ihre Menschlichkeit entdeckt. Geholfen hat ihnen dabei  ein sensibles Team von Pädagogen  und Pädagoginnen. Man muss sie aus ihrem Alltag herausholen. In ihrem Land kommen sie nicht in die Lage, miteinander zu reden. Vertauen aufbauen mit den Methoden des „Theaters der Unterdrückten“ (erfunden von Augusto Boal), Freundschaften schließen auf dem Hintergrund der friedensfeindlichen Situation in ihrem Land: „Wenn du als Soldat am Checkpoint stehst, und ich komm daher und lass mich nicht einschüchtern – wirst du dann auf mich schießen ?“  fragt die junge Palästinenserin. Und erzählen, singen, Sport treiben, spielen ... Die Burschen aus Israel stehen knapp vor ihrem Militärdienst, einer starken Herausforderung nach den Wochen in Rechnitz. „Man kann auch als Soldat Mensch sein“, nehmen sie sich ganz fest vor.

 

Diese 14 Tage haben die Kids verändert, sind sich die Betreuer vom Parents’ Circle (aus Israel und Palästina) mit den ÖsterreicherInnen einig. „Wir waren in der Lage zu interagieren“, sagt der israelische Lehrer. Wir können nun sitzen und zuhören, und lernen unsere Freunde und Freundinnen kennen – und lieben. Evelyn, die Leiterin, glaubt an die Nachhaltigkeit des Friedenscamps: Es bilden sich Freundschaften, sie stehen nie nach Herkunftsgruppen zusammen, jede und jeder kann mit jedem reden. Abschiedstränen hat es genug gegeben. Ich glaube, für viele war es der Anfang ins Leben.

 

Gerhilde Merz , 27.7.07

 

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