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TEXTE - 2
 

 

ZUM TODE WISCHNEWSKIS
1922 - 2005

Hans-Jürgen Wischnewski

"The work is done"

Als legendärer Troubleshooter erlangte "Ben Wisch" Weltruhm. Sein Meisterstück lieferte er in den siebziger Jahren bei der Befreiung der gekaperten Lufthansa-Maschine "Landshut" ab. Heute ist der SPD-Politiker Hans-Jürgen Wischnewksi im Alter von 82 Jahren in Köln gestorben. Von Lisa Erdmann mehr...

Zum Abschied von Hans-Jürgen Wischnewski
Abdallah Frangi - Generaldelegierter Palästinas in Deutschland

Abschied- Schröder würdigt Wischnewski als großen Staatsmann

Trauer: SPD-Politiker Wischnewski gestorbenVideo zeigen...

DANKESBRIEF AN WISCHNEWSKI
"Er hat uns rausgehauen"

Stuttgarter Zeitung online - Hans-Jürgen Wischnewski gestorben


Briefmarken die Arafat zum fünfundsiebzigsten Geburtstags von H. J. Wischnewski drucken ließ.

 

Die Nachbarn auf der anderen Straßenseite
von Gideon Levy

Auf der einen Seite private Villen – auf der anderen Blechhütten. Sichere Straßen auf der einen Seite – auf der anderen Absperrung. Auf der einen Seite internationale Beachtung – auf der anderen völlige Nichtbeachtung: von den 8500 Palästinensern hat noch niemand gehört.

Es gibt Ober-Gush-Kativ, dessen Einwohner sich frei in ihrem Gebiet bewegen können, umgeben von unglaublicher Sicherheit und die im Mittelpunkt weltweiter Aufmerksamkeit stehen. Einige der Bewohner leben in freundlichen Häusern mit viel Platz; sie gehen zu Veranstaltungen ins Gemeindezentrum, werden zu den Schulen und anderen Freizeitaktivitäten gefahren: alle erfreuen sich vollkommener Bewegungsfreiheit und den meisten gehr es sehr gut. Sie leben noch nicht lange in diesem Gebiet. Nun sind sie die Opfer, die großzügig kompensiert werden, die mit Mitleid und Sensibilität behandelt werden.

Und dann gibt es „Unter-Gush-Kativ" dessen Einwohner ein Spiegelbild der anderen sind. Alles, was die Bewohner von Ober-Gush-Kativ haben, haben die von Unter-Gush-Kativ nicht, obwohl sie ein viel älteres Anrecht auf dieses schöne und fruchtbare Stück Land an der Küste Gazas zwischen .... mehr >>>

In dieser Woche geschehen:

Israelischer Soldat wird befördert, nachdem er 20mal auf ein 13jähriges Mädchen geschossen hat.

Palestine News Network

 

Nach einer kurzen Bewährungsfrist setzte die israelische Besatzungsmacht den Soldat, der im November auf die 13jährige Iman Alhams in Rafah geschossen und sie getötet hatte, mit einer Beförderung wieder ein.

 

Das Mädchen war auf dem Weg von ihrer Wohnung in der Nähe von Tel Al Sultan zu ihrer Grundschule als der israelische Soldat 20mal auf sie schoss, darunter fünfmal in ihren Kopf. Einige Augenzeugen bestätigten damals diesen Vorfall, den auch ein israelischer Soldat bezeugte, der jedoch später von seiner Aussage abrückte. Übersetzung, Gabriele Al Dahouk

Komm bete mit uns und dann erzähl uns.....!"Wie man Kollaborateure macht*
von Amira Hass

 „Sechs Tage lang war ich in einem Hotel – im Beer-Sheva-Gefängnishotel. Jeden Tag konnte ich duschen, hatte gutes Essen, Snacks, Fernsehen, Obst, normale Kleidung", erzählte D. ein junger Palästinenser aus Ramallah. Er war 40 Tage lang verhaftet und verhört worden, ab Mitte November, nachdem er 6 Tage im Beer Shefa-Gefängnis war. Erst an seinem letzten Tag dort, bevor er ins Askalon-Gefängnis verlegt wurde, wurde ihm klar, dass das „Hotel", in dem er zunächst gehalten wurde, nicht zum regulären Flügel des Gefängnisses gehört, sondern vielmehr für die „Asafir" , nach palästinensischem Slang „Vögel" gedacht ist, die die Aufgabe hatten, Gefangene .... mehr >>>>

Das Blut von Iman al-Hamas
von Amira Hass

Und das Blut von Iman al-Hamas – an wessen Händen klebt es? Mit oder ohne „bestätigtes Töten“, töteten die Soldaten am Giritposten in Rafah in R’s Einheit - mit ihm oder ohne ihn -das 13 jährige Mädchen, das am 15. Oktober 2004 mit der Schultasche am hellerlichten Tage dort vorbeiging.

Sie versuchte nicht, sich mitten in der Nacht heimlich durchzuschleichen, um Arbeit in Israel zu finden. Irgendwer bei den IDF gab Befehle aus, die Soldaten erlauben, auf Palästinenser zu schießen, die sich mitten auf einem, (oft auf ihrem) Feld in der Nähe eines Militärpostens oder einer Siedlung, die auf diesem Feld gebaut wurde, befinden. Auf jeden Fall gab jemand an diesem Tag den Befehl, das Mädchen zu erschießen. Jemand führte den Befehl aus. Ob mit oder ohne Meineid - das Mädchen wird dadurch nicht mehr lebendig. Wie ist es möglich, dass Soldaten einer Armee, die stolz auf ihre Nachtsichtgeräte und auf ihre gute Scharfschützenausrüstung sind – nicht sehen können, dass es sich hier um ein kleines Mädchen gehandelt hat? Imans Name wurde wegen der Meineide der Soldaten bekannt. Über ihren sinnlosen Tod wurde in den israelischen Medien berichtet, die sehr selten über tote Palästinenser berichten. Es gibt eine lange Liste von palästinensischen Zivilisten, deren Blut nicht in einer .....  mehr >>>

Liebe Freunde in der Ferne
Palästina, den 8. Feb. 2005


Ein Aufruf an die Friedfertigen oder ein Tag der Hoffnung

Der Graben zwischen uns ist tief
 - doch wir Können springen.

Die Trauer über die Toten ist groß
- doch wir können vergeben.

Die Häuser sind zerstört
 - doch wir können wieder aufbauen.

Die Olivenbäume sind ausgerissen
 - doch wir können neue pflanzen.

Das Leid ist groß
 - doch wir können verzeihen.

Die Wunden hinterlassen Narben
 - doch wir können vergessen.

Die Gegenwart ist dunkel
 - doch wir können träumen.

Die Seelen beider Völker sind verletzt
 - lasst uns sie gemeinsam heilen.

FRIEDEN bedeutet LEBEN
 – lasst uns um ihn kämpfen!!!

Salam Faten Mukarker

Dunum um Dunum*
 
Uri Avnery, 5.2.05

Was würde man wohl sagen, wenn eine amerikanische Institution, die ein Siebtel des ganzen Landes verwaltet, Richtlinien akzeptieren würde, die es ihr erlauben, Land nur an weiße, angelsächsisch-stämmige Protestanten zu verkaufen oder zu verpachten?
Wir würden dies sicher nicht glauben. Und eigentlich sollte  so etwas  auch  nicht möglich sein
Doch eine  derartige Situation besteht  in Israel. Sie verursacht gerade eine stürmische öffentliche Debatte...... mehr >>>

 

Israel wie Südafrika behandeln!
- Ilan Pappe

Es  ist falsch, die Haltung der israelischen Regierung als "Abweichung", als  einen dramatischen Umschwung in der Politik Israels anzusehen. Die von  Premierminister Ariel Sharon geführte Regierung verkörpert die israelische  Politik eher als dass sie davon abweicht.  Sharon hat auch etwas gelernt, was er in seiner ersten Regierung nicht  verstand - wenn man Worte anwendet wie Rückzug, Palästinenserstaat und  "Friede", kann man seinen eigenen Mittelweg vorgeben - Teile des  Westjordanlandes in einer Weise an Israel annektieren, dass es nicht  fanatisch oder extrem ausschaut, sondern es der einzige Weg zum Frieden ist.    Und daher unterstützen die UNO und natürlich die USA und die EU Sharons  "Friedensplan".

Und der Friedensplan von Sharon ist sehr klar - er war  darüber sehr ehrlich - er will die Siedlungen in Gaza nicht, er will nur die  Hälfte des Westjordanlandes.  Die Arbeiterpartei hat ihre Begründung gefunden, ,  ... mehr >>>

Der Landraub geht weiter.

Laut eines Beschlusses der israelischen Regierung vom 8.7.04 wird Land das durch den Mauerbau für die Bauern nicht mehr erreichbar ist enteignet.
Die Zuständigkeit der Treuhandschaft für das Eigentum von Abwesenden wird nun auch auf Ost-Jerusalem ausgedehnt werden.

Man beruft sich, wie schon wiederholt, auf die Reglung vom März 1950 die es "erlaubt" das Eigentum von "Abwesenden" zu enteignen, es "fällt an Israel". Für viele Bauern sind so ihre Olivenhaine nicht nur unerreichbar, ihr Land wird ihnen entgegen aller internationalen Regeln gestohlen.

Dies, obwohl in Bezug auf Jerusalem schon 1968 dieser Beschluss außer Kraft gesetzt wurde.
Teile der isr. Öffentlichkeit protestieren dagegen, das die israelische Generalstaatsanwaltschaft  angeblich diese Regierungsentscheidung mitträgt. Sie ist nie offiziell im Amtsblatt veröffentlicht wurde aber auch von einem Regierungssprecher als rechtskonform bezeichnet. Haaretz spricht in einem Kommentar von Diebstahl.

Lese auch:

Palästinensischer Besitz: Israels Generalstaatsanwalt hält Enteignungen für illegal

Israel beschlagnahmt Land in Ost-Jerusalem im großen Stil

Brief aus Israel 28.01.28
 

 Aber es gibt auch etwas selten Positives zu lesen: ein Bericht über einen "Hand in Hand" zweisprachigen Kindergarten, in dem das Kind von Freunden in einem Jahr gelernt hat, Arabisch zu verstehen, in der Sprache zu singen und zählen und immer mehr zu sprechen. Die kleine Noah hat jüdische und arabische Freunde, hat jüdische und arabische Familien besucht und jüdische, arabische und christliche Feiertage mitgefeiert. Der anfangs skeptisch Vater sagte nach seinem ersten Besuch, "innerhalb einer halben Stunde im Kindergarten war ich überzeugt, ---- mehr >>>
 


.....Wie oft sind Sie auf der Straße 443 gefahren und haben sich nach links und rechts umgeschaut? Wie oft haben sie diese Schnellstraße von Maccabim-Reut nach Jerusalem benutzt und über den Zehntausenden von Einwohnern nach gedacht, die ihretwegen gefangen sind. Wie oft sind Ihnen die 12 blockierten Straßen aufgefallen, die in sie einmünden, wie oft haben sie den Bewohnern der 22 umliegenden Dörfern Aufmerksamkeit geschenkt, die durch die steinigen Berge zu Fuß gehen. ..... . mehr >>>
 

Wer hat hier das Sagen?
 Amira Hass, 19.1.05

 Die Offiziellen des israelischen Geheimdienstes und diejenigen, die sie  in der Presse zitieren, haben recht, wenn sie behaupten, nicht Abu Mazen und nicht die Sicherheitsdienste der palästinensischen Behörde haben den Gazastreifen unter Kontrolle. Die geheimdienstlichen Quellen und diejenigen, die sie zitieren, sind jedoch irreführend, wenn sie sagen, dass bewaffnete Banden und die Hamas Gaza beherrschen. Die IDF beherrscht Gaza.

 Nicht nur entsprechend dem internationalen Gesetz, nicht nur im Sinne der Oslo-Abkommen, die die IDF als oberste Herrschaftsbehörde im ganzen Gazastreifen und der Westbank weiterhin belässt, vielmehr ... mehr >>>


Regierungsentscheidung enteignet palästinensischen Besitz in Ost-Jerusalem
von Meron Rappaport, Haaretz, 20.1.05

Die Sharon-Regierung ergänzte im Juli 2004 das Gesetz über den Besitz Abwesender in Ost-Jerusalem – entgegen der Politik der israelischen Regierung, da das israelische Gesetz nach dem Sechstagekrieg auch Ost-Jerusalem mit einschloss.

Das Gesetz bedeutet, dass Tausende von Palästinensern, die in der Westbank leben, ihren Besitztitel über ihr Eigentum in Ost-Jerusalem verlieren.

Regierungsbeamte schätzen den Besitz im Ganzen auf Tausende von Dunum Land, während andere Schätzungen sagen, man könnte die Hälfte des Ost-Jerusalemer Besitzes hinzufügen.

Die Regierungsentscheidung im Juli bestätigt eine Entscheidung,  ... mehr >>>

Offener Brief an den Bundespräsidenten Horst Köhler.


 

Bundespräsident Horst Köhler wird darüber entscheiden, ob er bei seinem Besuch in Israel vor der Knesseth deutsch oder englisch sprechen wird. Im Vorfeld ist darüber in Israel eine heftige Diskussion entbrannt, denn man will dort die deutsche Sprache nicht mehr hören müssen.

 

Wie er sich auch entscheiden wird; einige Ausschnitte aus der Dankesrede von Elfriede Jelinek anlässlich der Verleihung des Literaturnobelpreises möchte ich ihm zur Entscheidungsfindung ans Herz legen.

 

"....Es läuft zur Sicherheit, nicht nur um mich zu behüten, meine Sprache neben mir her und kontrolliert, ob ich es auch richtig mache. Ob ich es auch richtig falsch mache, die Wirklichkeit zu beschreiben, denn sie muss immer falsch beschrieben werden, sie kann nicht anders, aber so falsch, dass jeder, der sie liest oder hört, ihre Falschheit sofort bemerkt. Die lügt ja. Und dieser Hund Sprache, der mich beschützen soll, dafür habe ich ihn ja, der schnappt jetzt nach mir. Dieser Schutz will mich beißen. Mein einziger Schutz vor dem Beschriebenwerden, die Sprache, die umgekehrt zum Beschreiben von etwas Anderem, das nicht ich bin, da ist. Dafür beschreibe ich ja so viel Papier.

Mein einziger Schutz kehrt sich also gegen mich (...) Meine Sprache ist ja süchtig nach Liebkosungen. Das hält sie davon ab, den Toten nachzuschauen, auf die ich dafür schauen muss, das bleibt dann natürlich an mir hängen. Daher hatte ich ja keine Zeit, meine Sprache im Zaum zu halten, die sich jetzt schamlos unter den Händen der Streichler wälzt. Es gibt einfach zu viele Tote, auf die ich schauen muss, das ist ein österreichischer Fachausdruck für: um die ich mich kümmern, die ich gut behandeln muss, aber dafür sind wir ja berühmt, dass wir alle immer gut behandeln. Die Welt schaut schon auf uns, nur keine Sorge. Das müssen wir nicht selber besorgen. (...) .Niemand hat schuld. Auch ich, zerzaust wie ich und mein Haar sind, habe keine Schuld, dass die Toten tot bleiben. Ich will, dass die Sprache dort drüben endlich aufhört, sich zur Sklavin fremder Hände zu machen, auch wenn sie ihr noch so wohl tun, ich will, dass sie anfangen soll, keine Forderungen zu stellen, sondern selbst eine Forderung zu werden, sich endlich zu stellen, nicht dem Liebkosen, sondern einer Forderung, zu mir zurückzukommen, denn stellen muss die Sprache sich immer, sie weiß es allerdings oft nicht und hört mir nicht zu. (...) Je mehr Leute also die Aufforderung meiner Sprache annehmen, sie am Bauch zu kratzen, etwas zu zausen, ihre Zutraulichkeit liebevoll anzunehmen, desto weiter stolpere ich davon, ich habe meine Sprache endgültig an die verloren, die sie besser behandeln, ich fliege schon fast, wo war doch gleich dieser Weg, den ich zum Nacheilen brauche? (...)   -
(C) DIE NOBELSTIFTUNG 2004
Gabriele Al Dahouk


Regierungsentscheidung enteignet palästinensischen Besitz in Ost-Jerusalem
von Meron Rappaport, Haaretz, 20.1.05

Die Sharon-Regierung ergänzte im Juli 2004 das Gesetz über den Besitz Abwesender in Ost-Jerusalem – entgegen der Politik der israelischen Regierung, da das israelische Gesetz nach dem Sechstagekrieg auch Ost-Jerusalem mit einschloss.

Das Gesetz bedeutet, dass Tausende von Palästinensern, die in der Westbank leben, ihren Besitztitel über ihr Eigentum in Ost-Jerusalem verlieren.

Regierungsbeamte schätzen den Besitz im Ganzen auf Tausende von Dunum Land, während andere Schätzungen sagen, man könnte die Hälfte des Ost-Jerusalemer Besitzes hinzufügen.

Die Regierungsentscheidung im Juli bestätigt eine Entscheidung, die einen Monat früher im ministeriellen Komitee für Jerusalem getroffen wurde. Die Entscheidung wurde dem Ministerpräsidenten und Staatsanwalt vorgestellt und fand ihren Beifall; die Entscheidung wurde aber bis jetzt nicht veröffentlicht und auch nicht auf der Website des Ministerpräsidenten aufgelistet.

Das Gesetz von 1950, in dem es um den Besitz Abwesender geht, das u.a. bestimmt, ein Abwesender sei jemand, der zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges sich in keinem Teil von Israel, der sich also außerhalb von Israel befand – dh. in der Westbank und im Gazastreifen.

Nach dem Gesetz wird Besitz von Abwesenden an die „Behörde der Verwaltung für den Besitz Abwesender“ transferiert, ohne den abwesenden Besitzern eine Kompensation zu schulden. Als Ost-Jerusalem unter das israelische Gesetz fiel, ordnete der damalige Justizminister an, dass dies die Bewohner der Westbank nicht betrifft, die Besitz in Teilen Ost-Jerusalems haben, die nun zu einem Teil des Staates Israel geworden sind. Ministerpräsident Yitzak Rabin hat diese Direktive 1993 erneuert.

Mit dem Bau des „Trennungszaunes“ im Raum Jerusalem erbaten sich palästinensische Landbesitzer aus Bethlehem und Beit Jala die Genehmigung, ihre Felder weiterbearbeiten zu können, die innerhalb der Jerusalemer Gemeindejurisdiktion liegen. Die Antwort des Staates war, dass „ihnen das Land nicht länger gehört, sondern dass es an die „Behörde der Verwaltung für den Besitz Abwesender“ übergeben wurde. Es handelt sich um Tausende von Dunum landwirtschaftlich genutzten Landes, auf dem Palästinenser seit Jahren Oliven und Wein anbauten.

„Der Besitz dieser Leute wurde immer als Besitz Abwesender betrachtet, aber solange kein Zaun existierte, konnten die Leute zu ihrem Land gelangen und – nach ihrem Standpunkt – war alles in Ordnung“, sagte ein hochrangiger Justizbeamter, der sich mit dieser Sache befassen muss. „Der Zaun ist die Folge von Terror. Es ist nicht fair, dass jemand zum „Abwesenden“ wird, weil seine Verbindungen zum Land abgeschnitten werden, ohne dass er schuldig wurde. Aber Moral ist eine Sache – und was in unseren Gesetzen geschrieben ist, ist eine andere Sache“

Die palästinensischen Landbesitzer und ihre israelischen Anwälte bezeichnen dies als „Landraub“ und fürchten, dass die nächsten Pläne des Bebauungsministeriums auf Teilen des Landes der „Abwesenden“ bauen wollen.  - Dt. Ellen Rohlfs

 

17.01.2005

Israelische Bagger zerstören Häuser in Walaja

Fadi Abu Sa’ada für PNN

 

Am Montagmorgen zerstörten israelische Besatzungssoldaten mindestens vier Häuser in Walaja westlich von Bethlehem. Israelische Bagger zerstörten ebenfalls mehrere Scheunen nebst Wohngebäuden in Ein Jaweizeh. Die Israelis annektierten die freigewordene Fläche auf Anordnung der Stadtverwaltung in Jerusalem, welche auf sie als Teil des Jüdischen Staates Anspruch erhebt. Die Bewohner wurden aus ihren Wohnungen heraus verhaftet, weil sie einen Westbank-Ausweis hatten, als die Israelis entschieden, die Bodenfläche als zu Jerusalem gehörig einzugliedern, was wiederum einen anderen Ausweis erfordert.

 

Laut den Bewohnern haben die israelischen Besatzungssoldaten die Ortschaft bereits in der Nacht zum Montag eingekreist und alle Zugänge zum Ort abgeriegelt.

 

Israelische Besatzungssoldaten greifen die Ortschaft regelmäßig an, um die Apartheidmauer errichten zu können, eine illegale Siedlung auszudehnen bzw. die Ortschaft als Teil der Jerusalemer Stadtverwaltung zu beanspruchen.

 

Besatzungssoldaten hinderten Journalisten und Menschenrechtsbeobachter daran, die Ortschaft zu erreichen.

 

Ebenfalls am Montagmorgen in Bethlehem: Israelische Soldaten drangen in das Aida-Flüchtlingslager ein und verschleppten zwei Angehörige der Al Jawarish-Familie an unbekannte Orte. Israel beschuldigt sie der Mitgliedschaft des Widerstandes. - Quelle

 

Übersetzung: Gabriele Al Dahouk

 

Die jüngste weibliche Gefangene in israelischen Gefängnissen ist gerade 14 Jahre alt

 

Laut statistischen Erhebungen gab es im Jahre 2004 eine starke Zunahme weiblicher palästinensischer Gefangener. Gemäß einem Bericht der Palestinian Prisoners Society (Gesellschaft für Palästinensische Gefangene) nahmen israelische Besatzungssoldaten 61 Frauen gefangen, darunter die Frauen von Gefangenen and Selbstmordattentätern (wörtlich: Märtyrern).

 

Vierzehn Frauen sind minderjährig, die jüngste ist die 14jährige Ghada Abu Hamiid, die am 09. September 2004 aus der elterlichen Wohnung in Hebron ins Gefängnis verbracht wurde.

 

Gegenwärtig teilen sich 120 weibliche Gefangene auf die israelischen Gefängnisse Telmund und Ramle auf.

 

Zwanzig von ihnen sind Mütter, fünfzehn weitere Frauen sind schwer erkrankt.

 

Zwei Babys leben innerhalb der Gefängnisse. Baby Wa’el (männlich) lebt mit seiner Mutter Mirva Taha zusammen, Baby Nour (weiblich) lebt mit seiner Mutter Manal Ghanam zusammen in der Zelle.

 

Israelische Gefängnispolizei und „Spezialkräfte“ haben mindestens fünf Mal Frauen ernstlich angegriffen. Weibliche Gefangene werden ebenfalls routinemäßig dazu gezwungen, sich für erniedrigende Untersuchungen zu entkleiden.

 

Viele der Frauen dürfen keine Besuche ihrer Familien empfangen, und diejenigen, welche Besuche bekommen, können ihre Kinder nicht umarmen, weil sie durch eine dicke Scheibe von ihnen getrennt sind.

 

 Quelle   Übersetzung:Gabriele Al Dahouk

 


A
ngst

Ich gehe durch Strassen gehe Schritt um Schritt immer weiter
ergründe entwirre das Leben
um Ecken stehen Gewehre Soldaten
schauen lachen einer wirft eine Mütze zu Boden
ich erstarre gleich wird er mich packen erschießen
ohne langes Lebensziel geworden zu Asche
ohne Fische ist das Meer öde
ich schwimme Schulter an Schulter
berühre Wörter Zungen
Münder die offen die Frucht empfangen
ich deute eine Qual bitte meinen Wasserfall
zu tröpfeln die Kraft der Tränen zu senden
Quelle
 


Als die Menschen von Beit Lahia am Dienstagmorgen aufwachten, ereignete sich ein Massaker. Die israelischen Besatzungssoldaten feuerten drei Panzergranaten auf eine Menschengruppe, die dadurch in Stücke zerrissen wurde. Augenzeugen aus der Stadt im nördlichen Gazastreifen sagten, dass sie den Morgen damit verbrachten, die Körperteile einzusammeln. Aus medizinischen Quellen des Kamal-Adwan-Hospitals verlautete, dass eine Anzahl Menschen verletzt wurde, darunter ein Kind, das sein Bein verlor.

Israelische Besatzungssoldaten feuerten im Gebiet Fedous in Beit Lahia. Von den Geschossen wurden Leute in der Nähe der Häuser der Familien Al Kasia, Ghriban und Azaro getroffen. Der Panzer schoss auf eine Gruppe Teenager, die versuchten, sich in Sicherheit zu bringen.

Die israelischen Besatzungssoldaten töteten drei Brüder, den 17 Jahre alten Hani Khamal Ghroban, den 16 Jahre alten Basam Kamal Ghroban und noch einen weiteren Bruder. Sie töteten ebenfalls drei ihrer Cousins, den 13jährigen Mohammed Hasan Ghroban, den 16jährigen Raja Ghassan Ghroban und den 17jährigen Jabar Abdullah Ghroban. Die israelischen Besatzungssoldaten töteten auch den 16 Jahre alten Jabril Al Qassieh sowie eine weitere Person, deren Name unbekannt ist.  Quelle  - Übersetzt vonGabriele Al Dahouk

Annan besorgt über israelische Offensive im Gazastreifen

Sieben Palästinenser im Gaza-Streifen getötet
 


Der Berg und die Maus
 Uri Avnery, 18.12.04

.....Einige  Gräueltaten, die die Armee begangen hat, hat die israelische Öffentlichkeit schockiert. Kein einziger Siedler wurde umgesiedelt. Im Gegenteil, neue Siedler sind angekommen.

 All dies weist  auf  keine wirkliche Entscheidung hin, den versprochenen Abzug zu erfüllen. Sharons Aktionen auf der Westbank  dagegen zeigen  einen festen Entschluss, hier seinen Plan zu erfüllen.

In der Westbank hat sich die Besatzung(spolitik)  verschlimmert..Die mörderischen Checkpoints behindern weiterhin die Möglichkeit eines normalen Lebens. Das Foto, das einen palästinensischen Geiger zeigt, wie er von Soldaten  am Checkpoint zum Spielen gezwungen wird, weckt in vielen Israelis schreckliche Erinnerungen. Der Bau der Annexionsmauer geht weiter – mit ein paar kleinen Veränderungen der Route, um den Israelischen Gerichtshof zu beschwichtigen, mehr >>>

 

Liebe Freunde in der Ferne

 

Das fünfte Weihnachtsfest oder Bethlehem zwischen Erwartung und Hoffnungslosigkeit

 

Wie unter einem Trauermantel liegt Bethlehem.

Ist es die Trauerzeit über Arafat oder die Hoffnungslosigkeit der Situation,

in der die Menschen seit fünf  Jahren leben?

Ich versuche mich zu erinnern, wie Bethlehem früher um die Weihnachtszeit war.

Ein hektisches Treiben, die Geschäfte geschmückt und vor allem voller Menschen, die wie überall auf der Welt ihre Weihnachtseinkäufe gemacht haben.

Die Strassen voller Touristen und Pilger, die auf  ihrer Reise ins Heilige Land besonderes um Weihnachten in Bethlehem inne hielten.

Heute ist es still in Bethlehem.

Die Frage, die wie überall auch in Palästina die Menschen beschäftigt:

Wie wird es weitergehen?

Viele setzen ihre Hoffnungen auf die Wahlen.

Wenn Abu Mazen gewinnen würde, hätte der Friede ein Chance - sagt man uns.

Doch wird Scharon ihm eine geben.

Denn wenn keine Änderung in den Lebensverhältnissen der Palästinenser eintritt, sozusagen in Realität, das heisst wenn die Checkpoints nicht weichen und die Menschen weiter ohne Existenzgrundlage leben, wird es kaum für sie  möglich sein, friedliche Gefühle zu entwickeln.

Tod und Zerstörung gehören immer noch, auch nach Arafats Tod, zum Alltag der Palästinenser.

Die Mauer, die um Bethlehem gebaut wird, soll nach israelischen Angaben im nächsten Jahr fertig sein.

Ich versuche sie aus meinem Leben auszublenden, ich sehe sie vor mir, begreife sie aber nicht.

Ich versuche an ihr vorbei zu schauen, um mir noch einen Hauch von Hoffnung zu bewahren.

Und glaube an ein Wunder, denn wer im Land der Wunder nicht an Wunder glaubt ist kein Realist.

Mein Wunsch zu Weihnachten wäre, dass alle meine Freunde mit mir diesen Glauben an ein Wunder teilen würden.

Salam
 

Faten Mukarker

Beit-Jala/ Bethlehem

 

 


.....Kanan, hat uns so einige Geschichten erzählt, die wesentlich anders verliefen, als unsere An- und Abreise. In einem der letzten Winter war er eines Tages früh morgens nach Nablus aufgebrochen, um Winterkleidung für seinen kleinen Sohn zu kaufen. Für den Rückweg wählte er nicht den Weg über den Checkpoint, sondern einen anderen durch ein Tal zwischen Nablus und Assira. Es war um die Mittagszeit, als er auf Soldaten traf. Diese nahmen ihm seinen Ausweis ab, um ihn zu checken. Dieses dauerte ca. 2 Stunden, in denen er sich recht angeregt mit dem commander über alles mögliche unterhielt.

Dann änderte sich irgendwann die Atmosphäre, die Soldaten zwangen Kanan, sich komplett auszuziehen, dies, nachdem er sich geweigert hatte, vor laufender Videokamera abfällige Bemerkungen über Palästinenser auf hebräischer Sprache zu wiederholen. Sie schlugen ihn und zwangen ihn dann, sich auf den Boden in eine Wasserpfütze zu legen. Dort musste er die nächste Stunde ausharren. Während dieser wurde er ständig gefilmt und fotografiert, noch immer nackt. Dann fuhr ein Panzer vor, die Soldaten drohten nun, ihn zu überrollen. Er bat den commander, die gekauften Kinderkleider wenigstens seiner Frau in Assira zukommen zu lassen. Daraufhin verbrannten die Soldaten die gekauften Dinge, danach auch seine Kleidung.

Im Endeffekt haben sie ihn dann nicht mit dem Panzer überrollt. Sie packten ihn und warfen ihn den Berghang hinunter, er stürzte und kam auf einem Felsvorsprung zum Liegen. Dabei brach er sich unter anderem den Arm. Die Bewohner eines in der Nähe liegenden Hauses fanden ihn und versorgten ihn mit dem Nötigsten. Es war inzwischen fast Mitternacht. Die Foto- und Filmaufnahmen existieren noch immer. Es gibt viele Soldaten , die solche Streifen als Trophäe aufbewahren.. mehr >>>
 

 


Der Film Chekpoint ist im Handel

Um von einem Ort zu einem anderen zu gelangen, müssen alle Palästinenser diese Kontrollstellen passieren – oder besser: versuchen zu passieren. Ein krankes Kind muss zum Arzt ins nächste Dorf, eine schwangere Frau ist auf dem Weg ins Krankenhaus, Männer gehen zur Arbeit, Kinder fahren mit dem Bus zur Schule – sie alle müssen durch die »Checkpoints«. Ob sie passieren dürfen oder nicht, hängt häufig vom Goodwill der israelischen Posten ab. Die hierbei entstandenen Bilder sprechen für sich. Jeder Kommentar ist überflüssig. Die Gespräche zwischen israelischen Besatzungssoldaten und Palästinensern werden mit Hilfe von Untertiteln übersetzt – wahlweise in Deutsch oder Englisch. mehr >>

Checkpoint ....... Immer wieder werden Geister aus der „jüdischen Vergangenheit“ durch eine verachtenswürdige Tat in den besetzten Gebieten heraufbeschworen. Irgend jemandem ist es gelungen, diese zu fotografieren. Da gibt es dann dramatische Schlagzeilen darüber , wie im Fall des jungen Palästinensers, dem befohlen worden sei, Geige zu spielen. Aber schnell wurde diese Angelegenheit eine „Ausnahme“. Die meisten Soldaten zwingen keinen Geiger, am Checkpoint zu spielen. Die meisten Soldaten töten keine kleinen Mädchen. Die meisten Soldaten „bestätigen nicht das Töten“ (durch das Leerschießen eines Magazins in den Körper eines Erschossenen). Aber die Melodramen helfen die umfassenderen Wahrheiten zu verschleiern. Israelis lieben die Wahrheit nicht. Und die Wahrheit der Israelis kann tief innerhalb der besetzten Gebiete gefunden werden.

 Wenn sich Israelis nicht selbst täuschen wollen, dann hätten sie längst begriffen, was jeder Palästinenser weiß: sie  hätten  ihrem  Wortschatz während der letzten 13 Jahre ein neues Wort hinzugefügt Al-mahsum ( pl. Almahasim), die arabisierte Form für das hebräische Wort für Kontrollpunkt (mahsom) .

Tatsächlich sind die Kontrollpunkte nicht eine Folge der Intifada. Wenn einmal die Wahrheit über die Geschichte der Kontrollpunkte geschrieben werden wird – und nicht nur von den Aufzeichnungen der Militärkommandeure übernommen wird – dann wird klar werden, dass die Kontrollpunkte  zum Ausbruch der Intifada mit beigetragen haben ..... mehr >>>
 


Einmal etwas anderes

Ein alter Araber lebt seit mehr als 40 Jahren in Chicago. Er würde gerne in
seinem Garten Kartoffeln pflanzen, aber er ist allein und alt und schwach.
Sein Sohn studiert im Paris. Er schreibt eine Email an seinen Sohn und
erklärt ihm das Problem.

'Lieber Ahmed, ich bin sehr traurig, weil ich in meinem Garten keine
Kartoffeln pflanzen kann. Ich bin sicher, wenn du hier wärest, du könntest
mir helfen, und könntest für mich den Garten umgraben.

Ich liebe Dich.
Dein Vater.'

Am folgenden Tag erhält der alte Mann eine Email :
'Lieber Vater, bitte berühre nicht den Garten. Dort habe ich *die
Sache* versteckt.

Ich liebe Dich auch. Ahmed'.

Um 4 Uhr morgens kommen die US Army, die Marines, das FBI, die CIA und die
RANGERS zu dem Haus des alten Mannes.

Sie suchen überall, nehmen den ganzen Garten auseinander, suchen jeden
Millimeter ab, aber finden gar nichts. Enttäuscht gehen sie weg.

Am folgenden Tag erhält der alter Mann wieder eine Email vom Sohn :

'Lieber Vater, sicherlich ist jetzt der Garten voll umgegraben und du kannst
die Kartoffeln pflanzen. Mehr konnte ich für dich nicht tun.

Ich liebe Dich. Ahmed'.

Quelle www.nahost-journal.com
 


"....Da gab es keine wirklichen Überraschungen, als die (Straßen-)Karte vor zwei Monaten von israelischen Offiziellen den Vertretern der Weltbank und durch diese den Geberländern vorgelegt wurde. Auf dieser Karte ist ein System von 16 Passagen – Tunnel oder Brücken – und Straßen in der Westbank eingezeichnet, das dafür vorgesehen ist, verbessert oder gebaut zu werden. Die Passagen sind dafür bestimmt, die palästinensischen und israelischen Fahrzeuge weit auseinander zu halten, in dem man die palästinensischen Fahrzeuge auf Nebenstraßen umleitet. Israelis, d.h. Juden, werden zum größten Teil auf einem System guter Schnellstraßen fahren können. Die Einstellung jüdischer Siedler über ethnische Trennung,  ... 
mehr >>>
 

 


Es kann hier geschehen
 Haaretz, 22.11.04 (ohne Name des Verfassers)

 Vor sechs Monaten hatten aus der Armee entlassene Soldaten eine Ausstellung eröffnet, die sie „Das Schweigen brechen“ nannten. In ihr gaben sie Zeugnis ab über schwere Brutalitäten gegen  Palästinenser, wie sie sie während ihres Militärdienstes  in Hebron miterlebt haben. Die Reaktion des Generalstabschefs war, die Militärpolizei dorthin zu senden, um alles Material zu konfiszieren.  Der Zorn über die Veröffentlichung wurde zu Scham und bis heute gibt es von Seiten der Armee keine Information, ob man daraus gelernt habe oder ob rechtliche  Schritte  gegen jene unternommen worden seien, die für diese Brutalitäten verantwortlich sind.

 Jeder, der über die in Yedioth Ahronoth(YA)  am Freitag veröffentlichten, entsetzlichen Zeugnisse überrascht worden ist  - nämlich über die Leichenschändung von palästinensischen Militanten oder unschuldigen Opfern.....
 



Heute (1.November 04) im Askar Flüchtlingslager bei Nablus wurde ein 12-jähriger Junge, Bashar Jebarra, erschossen durch einen Brustschuss, als er und andere Kinder Steine auf einen fahrenden Jeep warfen.
Am Samstag, 30. Oktober haben israelische Besatzungssoldaten einen anderen 12-jährigen Jungen, Ibrahim Muhammad Kamel in Jenin erschossen.  Er hat mit anderen Kindern auf dem Schulweg Steine auf Soldaten geworfen, die ein Gebäude in der Nähe der Schule besetzt hatten.

Am 28. Oktober wurde die 8-jährige Rania Arram durch Schüsse getötet in Khan Younis Flüchtlingslager im Gazastreifen auf dem Schulweg erschossen.  Die Soldaten schossen vom Rand der illegalen israelischen Siedlung gush Katif.

Andere Schulkinder die in jüngster Zeit durch die Besatzungsarmee erschossen wurden sind das 13-jährige Mädchen Sameer al-Hams, auf dem Schulweg von Scharfschützen angeschossen und dann aus der Nähe von einem israelischen Kommandant durch 20 Kugeln getötet, die 9-jährige ghadeer Jaber Mukhaimer und die 10-jährige Raghda Adnan al-Assar, in den Bauch bzw. den Kopf geschossen als sie an ihrem Platz im
Klassenzimmer saßen.

Ferner wurde der 17-jährige Mohammad Abu Aita, durch einen Angriff in Jenin am 28. Oktober verletzt durch Kugeln in den Oberschenkel und den Bauch.  Sanitäter haben das Bluten gestillt. Er war in stabilisierter Lage und konnte seine Daten an den Krankenwagenfahrer Muntaser' Abd Ar-Rahim geben.

Auf dem Weg ins Krankenhaus haben sechs Jeeps der Armee den Krankenwagen umringt und ihn zum Halten gezwungen.  Der Fahrer berichtete dass die Sanitäter den Wagen verlassen und sich auf die Erde legen mussten während sie durchsucht wurden.  Soldaten öfffneten den hinteren Teil des Krankenwagens und Ar-Rahim versuchte sie zu
überreden, den Jungen ins Krankenhaus bringen zu lassen.  Die israelischen Soldaten sagten, sie würden ihn in ein israelisches Krankenhaus bringen.  Sie brachten ihn in ein Militärfahrzeug mit einem Davidsstern drauf, wie er sowohl auf Angriffs- wie auch
Krankenfahrzeugen gebräuchlich ist. Die Soldaten hielten Ar-Rahim etwa eine Stunde fest.  Als er freigelassen wurde war er schockiert zu erfahren, dass Israelis die
palästinensische Seite angerufen hatten, die Leiche des Jungen abzuholen.  Ärzte berichteten, dass er durch Schüsse in Brust und Bauch getötet worden war. Mord an einem Verletzten ist ein Kriegsverbrechen unter der Vierten Genfer Konvention.  Kaltblutiger Mord an Kindern ist ein Verbrechen gegen die Menschheit.
Quelle

Freue dich nicht
Uri Avnery, 13.11.04*

 „Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, und dein Herz sei nicht froh über sein Unglück; der Herr könnte es sehen und Missfallen daran haben .“  (Sprüche Salomos, 24,17)

Dieses biblische Gebot ist eines der tiefsinnigsten jüdischen moralischen Lehrsätze.

In diesem Zusammenhang  wäre  Israel weit davon entfernt, ein „jüdischer Staat“ zu sein, wie er sich selbst gerne definiert. Die widerlichen unflätigen Ausdrücke, die in den letzten Tagen über Arafat praktisch in allen israelischen Medien  verbreitet wurden, lassen mich als Israeli vor Scham erröten.

Die Dämonisierung des palästinensischen Nationalführers, die seit Jahrzehnten ein Kernstück israelischer Propaganda gewesen ist, geht nun  auch noch über seinen Tod hinaus. Es scheint, dass die 37 Jahre als Besatzer unsere Gesellschaft entmenschlicht und ihr sogar das allgemeine Anstandsgefühl genommen haben.

Minister und Fischverkäufer, TV-Ikonen und Universitätsprofessoren, „Linke“ und  totale Faschisten versuchten mit vulgärsten Ausdrücken einander zu überbieten.

Niemals war die tiefe  Kluft in der Wahrnehmung  beider Völker deutlicher als an Arafats Beerdigungstag. Während israelische Kommentatoren und „Experten für arabische Angelegenheiten“ – die meisten   mehr >>>

 

Die UN-Hilfsorganisation, die eine Großteil der Einwohner von Gaza mit Lebensmittel versorgt, hat eine Pressemitteilung herausgegeben, nachdem vor wenigen Tagen das zweite Mädchen totgeschossen wurde auf ihrer Schulbank. Der UNRWA-Sprecher wird zitiert: "Das zwei junge Kinder an ihren Tischen in UNRWA-Schulen im letzten Monat erschossen wurden ist nach jedermanns moralischem Standard grauenvoll. Schulen sollen Friedensorte sein. Außerhalb der Schulen nimmt die Todesrate von Kindern in Gaza in entsetzlichem Maße zu. Die grundlegensten Rechte der Kinder - auf Leben - werden fast täglich verletzt." Die UNRWA hat die israelische Regierung immer wieder während der letzten Jahre aufgerufen. Schüsse auf Schulen einzustellen....... mehr >>>

Olivenernte - Hanan aus Nablus

"...Der Tag verlief alles andere als friedlich. Die Bilanz sind 4 verhaftete und nach einigen Stunden wieder freigelassene Internationale, 4 verhaftete und noch nicht wieder freigelassene Palästinenser, 2 ganz schön verprügelte Internationale, viele frustrierte Menschen um mich herum, viele aggressive Soldaten, die uns nun alle kennen und noch kein Kontakt mit Siedlern.

Es ist ziemlich viel schief gegangen heute, viele der Aktivisten sind gerade erst angekommen und daher noch unerfahren, zwei - die mit mir waren - sind schwerhörig und es stellte sich als sehr schwierig heraus, ihnen die ständig wechselnde Situation zu erklären. Das war besonders frustrierend für mich, als wir nach einem in unserer Gegend ruhigen Tag letztendlich von Soldaten gefunden wurden, mit denen ich auch recht ruhig verhandeln konnte. Die 2 Familien, die wir begleiteten, konnten in Ruhe ihre Oliven einpacken  ... mehr >>>

Filastin

 

Durch ein Inferno ist meine Kindheit gegangen.

Sie hing an hauchzarten, seidenen Fäden,

hat sich in Ausgangssperren und Checkpoints verfangen

und hockte hinter türkisgrünen Läden.

 

Ziellos schlich meine Jugend entlang leerer Straßen,

sich unter Bulldozern und Panzern windend.

Blickte die Mauer hoch. Sie zerschnitt uns’re Gassen.

Olivenhaine dahinter verschwindend.

 

Früchte – tiefschwarz und glänzend - uralter Bestände

umschlossen Generationen erntender Hände,

legten bedächtig sie zu Wasser, Käse und Brot.

Dir Allah sei Dank, der Du uns beschützt vor der Not!

 

Den Vater fuhren sie mit verbund’nen Augen fort

ins Gelobte Land an einen unbekannten Ort.

Für Mutter und beide Schwestern sorgte ich allein

und stellte zornig mich neben mein Erwachsensein.

 

Tod, Du? Merkwürdig, wie satt Du aussiehst und wie rund.

Rund wie die Kugel, die aus des Gewehres Mund

mich trifft …!

 

Mein Blut tränkt den Schutt und die schwache Pflanze, die treibt

aus Dir, Filastin … falls Dir noch was bleibt.

 

© Gabriele Al Dahouk

Glaubt nicht ein einziges Wort!
Oder „ Wer einmal lügt, .....!“*
Uri Avnery,  9.10.2004

 Als Ariel Sharon seinen Plan für einen „einseitigen“ Abzug  aus dem Gazastreifen verkündigte, berichteten die Medien, die  Peace Now-Bewegung bereite sich auf eine große öffentliche Kampagne vor, die den Plan unterstütze. Das Büro des Ministerpräsidenten bat sie darum, davon Abstand zu nehmen, da es fürchtete, solch eine Kampagne  würde bei der extremen Rechten Widerstand hervorrufen.

Peace Now war nicht die einzige „linke“ Gruppe, die von dem Plan eingenommen war.

Die Führer der Laborpartei erklärten, dies sei  tatsächlich ihr eigener Plan  und  es deshalb ihre Pflicht sei, sich der Regierung anzuschließen und Sharon zu helfen, diesen Plan zu erfüllen.

Ich war einer der wenigen, die sofort ihre Stimme gegen den Plan erhoben. ( www.gush-shalom.org/ archives/article282.html)   Ich argumentierte, dies sei in Wirklichkeit ein Plan des rechten Flügels, damit der größte Teil der Westbank  annektiert werden könne, um den Friedensprozess zu begraben und die Öffentlichkeit in Israel und im Ausland zu täuschen.

Ich war mir sicher, weil ich Sharon kenne. Ich beobachtete den Mann seit 50 Jahren und habe drei biographische Aufsätze über ihn geschrieben. Ich weiß, was er denkt, und ich weiß, wie er handelt. ....... mehr >>>

 

Das Ariel Ashamnu
– ein (fiktives) israelisches Beichtgebet (der Bewohner von Ariel) - an Yom Kippur 5765  ( 2004)

 

Von zwei jüdischen Frauen, die in einem palästinensischen Dorf bei Ariel wohnen

 ( Im Englischen nach dem Alphabet von appropriated bis Zionismus)

 

Wir haben Land enteignet (a)

Wir haben Olivenbäume verbrannt (b)

Wir haben Apartheidmauern gebaut (c)

Wir haben unsern Müll im Dorf Marda abgelagert

Wir haben die Geschichte Palästinas ausradiert

Wir haben die Lehre der Torah verfälscht

Wir haben die arabischen Völker alle über einen Kamm geschert.

Wir haben die Menschen wegen ihrer Rasse gehasst.

Wir haben das Leiden unserer Nachbarn ignoriert

Wir haben palästinensische Gebiete judaisiert.

Wir haben Kinder getötet.

Wir haben unsere Geschichte falsch dargestellt.

Wir haben die öffentliche Meinung manipuliert

Wir  trugen zu wenig Verantwortung, um für Gerechtigkeit zu arbeiten.

Wir blockierten das Rückkehrrecht der Flüchtlinge

Wir führten Kollektivstrafen aus.

Wir haben unauffällig Palästinenser aus ihrer Heimat vertrieben.

Wir haben die Bewegungsfreiheit der Palästinenser eingeschränkt

Wir haben uns von unsern Nachbarn abgeriegelt

Wir haben Friedensinitiativen hintertrieben

Wir haben ungerechterweise Leute des Antisemitismus angeklagt.

Wir haben vandaliert

Wir haben unsere Kinder falsch erzogen

Wir haben von Straßenschildern das Arabische gelöscht.

Wir haben rassistische Beinamen hinausgeschrieen

Wir haben den Zionismus unterstützt.

 

Wir haben Dinge geduldet, von denen wir wussten, dass sie falsch sind. (A)

Wir weigerten uns, Kompromisse zu schließen  (R)

Wir initiierten falsche Überzeugungen (I)

Wir ließen Hauszerstörungen zu (E)

Wir haben unser Menschlichkeit verloren (L)

 

 

Für all diese Sünden, die wir gegen Gott und unsere palästinensischen Nachbarn begangen haben, bitten wir um Verzeihung und Gewährung von Buße!
 

 

(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs – In Klammern Gesetztes von der Übersetzerin  eingefügt)

 

..... Ein Soldat mit einer blauen Sonnenbrille stand uns die ganze zeit gegenüber und schien sich prächtig zu amüsieren- er grinste die ganze Zeit. Sein Grinsen wurde vor allem dann noch breiter, als zwei seiner "Mannschaft" auf einmal Monsoor, den einzigen Palästinenser aus unserer Gruppe herauszogen und auf ihn einzuschlagen begannen. Es brach ein unglaubliches Chaos aus. Die Australierin und ich stürzten uns auf Monsoor um seine Festnahme und seine Misshandlung - anders kann man es nicht nennen - zu verhindern.

Es war schrecklich, wir alle wurden geschlagen, getreten, mit Knüppeln verprügelt, an den Haaren gezogen, auf den Boden geschmissen.........   mehr >>>


Heute am Donnerstag, den 23. September sollten mithilfe eines gewaltlosen Protestes die Bauarbeiten für die illegale Apartheitmauer gestoppt werden. Um ungefähr 10.30 morgens begaben sich ungefähr 1200 Bewohner des Dorfes Beit Awwa- unter ihnen waren mindestens 500 Schulmädchen der Schule vor Ort- in Richtung Baustelle der Mauer. Begleitet wurden sie von ungefähr 15 Internationalen und israelischen Friedensaktivisten. Die illegale Mauer wird sie über 100 Dunum ihres Landes  berauben.

Kurz nachdem die Demonstration den Dorfrand passiert hatte, begannen die Armee und die Border Police große Mengen an Tränengas direkt in die Menschenmenge zu schießen. Dies geschah, obwohl die Demonstranten- allen voraus die Schulmädchen- noch kilometerweit von der Baustelle enfernt waren.

Als sich die Demonstranten  den Hügel hinauf bewegten- wo sich die Soldaten und in einiger Entfernung die Baustelle befanden- wurden sie von Rubber Bullets (Metallgeschosse, mit Gummimantel) beschossen. Die Soldaten zielten dabei nicht nur auf steineschmeissende Jugendliche ab, ihre Opfer waren hauptsächlich die Schulmädchen. Auch ältere Menschen, Frauen, Internationale und israelische Friedensaktivisten   wurden nicht verschont. Unabhängig davon, ob Steine von Jugendlichen auf die Soldaten geschmissen wurden oder nicht, schossen diese eine unglaubliche Menge an Rubberbullets, Sound Bombs und Tränengas in die Menge. Überall brachen die Mädchen in ihren Schuluniformen unter den Tränengasattacken zusammen. Einige wurden von den Tränengasgeschossen, die mit hoher Geschwindigkeit ..... mehr >>>

Es geht mir weniger darum, Euch ein Bild von meiner Tätigkeit hier zu machen, als vielmehr darum , dass Ihr einen Eindruck davon bekommt, wie hier mit Menschen umgegangen wird, zu was für Grausamkeiten das Militär in der Lage ist und wie schnell es gehen kann, dass Menschen nun für lange Zeit traumatisiert sein werden. Zu verdanken haben sie dies meiner Meinung nach nicht ihren eigen Leuten, die auf ihre Art und Weise versuchen, für die Befreiung Palästinas von der Okkupation zu kämpfen, sondern den Methoden, die die Soldaten der israelischen Armee an Unbeteiligten anwenden......... Um 4.45 drangen Soldaten in sein Haus ein, verschafften sich gewalttätig Zugang zu den Kinderzimmern, in dem zu dem Zeitpunkt die Kinder schliefen. Die Frau bat, sie vorher herausholen zu dürfen, dies wurde ihr verweigert. Die ganze Familie wurde dann in die Küche gesperrt, während die Scharfschützen Stellung bezogen. Nach nur 5 Minuten begannen extrem schwere Gefechte, ausgehend von ihrem und den umliegenden Häusern, die nur in den ersten paar Minuten noch von den Palästinensern beantwortet wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Scharfschützen wie gesagt auch in drei umliegenden Häusern und der Kirche Stellung bezogen. Nach ca. 25 Minuten Minuten flauten die Gefechte etwas ab, es wird allgemein angenommen, dass die 5 zu diesem Zeitpunkt bereits tot waren. Während der Schusswechsel, tauschten die Soldaten vor den Augen der Kinder  ... mehr >>>

  Leserbriefe zu einem Interview mit Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) in Israel

Sehr geehrter Herr Bundesinnenminister!

 Was wir über Ihren Besuch in Israel in unseren Medien lasen und hörten, hat uns nur fassungslos und wütend gemacht. Ich gehöre  - als aktives Mitglied  von Gush Shalom, der israelischen Friedensgruppe an und zu denen, die nicht nur die Mauer und den Zaun in Palästina aus eigener Anschauung an verschiednen Stellen entsetzt  wahr nahmen, sondern auch gegen sie demonstrieren, wo immer es angebracht ist. Die 8m hohe Mauer, eine Schandmauer, zuweilen ein raffiniert ausstaffierter „Zaun“ , ein monströses Bauwerk auf einem 20-100m breiten zerstörten  Landstreifen wurde nicht nur aus Sicherheitsgründen gebaut – sonst wäre sie/ er auf der sog. Grünen Linie (Grenze vor dem 4.6.67) errichtet worden - wie die Berliner Mauer auf der Grenze errichtet wurde. Sie wurde nur an wenigen Stellen auf der Grenze, meist aber einige bis viele km östlich davon gebaut, um sich möglichst viel Land und Quellen anzueignen, um die Menschen östlich der Mauer – von allem beraubt - derart in Bedrängnis und Nöte zu bringen, dass sie „freiwillig“ das Land verlassen = Transfer = Vertreibung = ethnische Säuberung. Städte wie Qalqilia, Bethlehem und viele Dörfer sind wie der Gazastreifen buchstäblich zu Gefängnissen geworden.

Gegen diese Mauer zu sein ist nicht unrealistisch (wie Sie sagten) – im Gegenteil: jeder vernünftige und politisch denkende Mensch muss gegen diese Mauer sein, muss gegen die Besatzung, gegen die Checkpoints, gegen das Demütigen, das Verletzen,  gegen die Massenverhaftung, das Foltern, gegen das gezielte Töten, gegen die Zerstörung der Häuser ( siehe Mail von ICAHD), gegen die systematische Zerstörung .......  mehr >>>

Samstag, 25. September 2004
Aktionstag gegen Krieg und Besatzung
Stoppt die Mauer in Palästina
Für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel

Demonstrationen und Kundgebungen in: Berlin, Hamburg, Hannover, Köln, Magdeburg, Stuttgart, Wien
Infos auf www.freepalestine.de

  Dieser Aufruf wird von über 60 Organisationen und Gruppen unterstützt (weitere Unterstützer sind weiterhin willkommen). Der Aktionstag und auch die Gründung des Koordinationskreises waren am 6. Juni 2004 im Anschluss an die Konferenz "Stop the Wall in Palestine" in Köln beschlossen worden.

  • Berlin: 17 Uhr, Kundgebung und Kulturprogramm, Breitscheidplatz

  • Hamburg: 11-18 Uhr, Kundgebung, Sternschanze am S-Bahnhof (Informationsstände, Redebeiträge, Musik und Tanz)

  • Hannover: Kundgebung, genaue Daten in Kürze

  • Köln: 13 Uhr, Demonstration, am Dom (nahe Hauptbahnhof)

  • Köln: 10-12 Uhr: Vortrag und Diskussion mit Felicia Langer (veranstaltet von IPPNW)

  • Magdeburg: 14 Uhr, Demonstration, Alter Markt

  • Stuttgart: Demonstration, 13 Uhr, Lautenschlagerstrasse (Hauptbahnhof)

  • Stuttgart: 18.9. Palästina Film Abend & 21.9. Theaterstück: The Betlehem Diaries (aus London)

  • Wien: 15 Uhr, Stephansplatz

 

"Gott will es!"

.......Eine religiöse Lehre, die im Namen Gottes zum Töten von Zivilisten aufruft, muss sehr ernst genommen werden. Solch ein  von Rabbinern der „Arrangierten Jeshivot“ unterzeichnetes Dekret ist zehnmal schlimmer.

Um dies zu verstehen, muss man wissen, dass diese Jeshivot in Wirklichkeit militärische Einheiten sind. Sie stellen ein einzigartiges Phänomen der israelischen  Armee dar: ganze Einheiten, die sich auf eine politisch-ideologische Basis gründen, gehorchen ihren eigenen Führern.

Als David Ben-Gurion mitten im 48er-Krieg die israelische Armee (offiziell die Israelische Verteidigungsarmee - IDF –genannt) aufbaute, war er entschlossen, alle politischen Gruppierungen   zu eliminieren. Deshalb löste er die  Palmach auf, die legendäre Elitegruppe , die sich auf die Kibbuzim gründete und nach links tendierte.

Die jetzige Einrichtung  wurde offiziell geschaffen, um  Studenten jüdisch-religiöser Seminare  in die Lage zu versetzen, in der Armee zu dienen, ohne ihre Studien zu unterbrechen. In der Praxis sieht es aber so aus, dass sie eine Miliz von Rechtsradikalen - besonders Siedler – darstellen. Während sie in der Armee dienen, stehen sie nominell  unter der Befehlskette der Armee, praktisch sind sie  aber den Rabbinern unterstellt, deren Position an politische Kommissare der  Roten Armee erinnern. Falls es jemals einen Konflikt  .......  mehr >>>

 

 Solange die Sharon-Regierung mit der aktiven Unterstützung von Präsident Bush  die Siedlungen weiter vergrößert, die Mauer  weiter baut und all die anderen Aktionen der Annexionen weiter verfolgt, gibt es nichts, was die palästinensische öffentliche Meinung dahin bringt, der Gewalt den Rücken zu kehren. Und nur ein entscheidender Wechsel in der palästinensischen öffentlichen Meinung kann die Selbstmordattentate  zu einem Ende bringen.. Keine Mauer wird Leute, die zu sterben bereit sind, daran hindern, einen Angriff auszuführen.. Und die Palästinenser haben schon bewiesen, dass es jede Menge solcher Leute unter ihnen gibt .

 Ehud Barak, eine sehr gewalttätige Person, hat einmal gesagt, dass er, wenn er ein junger Palästinenser wäre, sich einer Terrororganisation angeschlossen hätte. Offensichtlich glaubt er nicht daran, dass Gewaltlosigkeit gegenüber der israelischen Armee Erfolg hat. Und er sollte es wissen.

 Ich war von der Lehre Mahatma Gandhis beeindruckt . Er war der größte Befreier des 20. Jahrhunderts. Er erreichte Freiheit für den ganzen indischen Subkontinent, einschließlich des heutigen Pakistan und Bangladesh. (Aber Gandhi sagte auch, dass Hitler nur mit gewaltfreien Mitteln bekämpft werden könne – und selbst seine größten Bewunderer hatten Mühe, dies zu akzeptieren)

In meiner Jugend schloss ich mich zwei sehr gewalttätigen Organisationen an (der Irgun und der israelischen Armee), aber nachdem ich zum Ende des 48er Krieges verwundet wurde, gab es einige Monate, in denen der pure Gedanke an Kampf mir körperliche Übelkeit verursachte. Ich verabscheue Gewalt in jeder Form  - aber wie kann sie gestoppt werden?

  Es gibt Leute unter uns, die für einen Kompromissfrieden bereit wären, die aber dahin gebracht wurden ... mehr >>>

 

Zerstörte Häuser in den besetzten Gebieten 2000-2004

Amos Gvirtz, ICAHD ( Israeli Center against  House Demolitions), August 2004

 

Liebe Freunde,

 allein während der letzten Intifada hat Israel mehr als 4500 palästinensische Häuser in den besetzten Gebieten demoliert. Die meisten dieser Häuser wurden nicht während Kriegshandlungen zerstört, sondern als Teil von Israels Politik, die Kontrolle über diese Gebiete weiterhin zu beanspruchen.

Rafah im Gazastreifen erhielt in dieser Beziehung besondere Beachtung dank Israels einseitiger Entscheidung, ihn von der Grenze mit Ägypten völlig abzuschneiden. Aus diesem Grund hat Israel  in diesem winzigen, aber dicht bevölkerten Gebiet etwa 1500 Häuser zerstört  -- einem Gebiet, dessen Bewohner zu Flüchtlingen  und  immer wieder  von Israel obdachlos gemacht wurden. Dieses Mal wurden 15000 Menschen vertrieben und obdachlos. Israels Politik der Hauszerstörungen ist ein Kriegsakt gegen nicht kämpfende palästinensische Zivilisten, eine fundamentale Verletzung des internationalen Rechtes und der Kriegsmoral.

 

Für Sie alle, die Sie dies lesen, ist ein Nach-Hause-kommen eine Selbstverständlichkeit. Für die meisten Palästinenser ist dies nicht der Fall. Mehr als 40 000 Palästinenser haben in den vergangenen  vier Jahren ihr Zu-Hause verloren. Etwa 11 000 palästinensische Wohnungen  sind seit 1967 in den besetzten Gebieten  zerstört worden. Tausende von unschuldigen Familien leben unter ständiger Bedrohung, dass ihre Wohnung und ihr Leben zerstört wird.

 

Wir bitten Sie, uns in unserem Kampf gegen die fortgesetzte Politik der Hauszerstörungen zu helfen und die zu entschädigen, die schon ihre Wohnung verloren haben. Wir bitten Sie, die israelische Regierung, Ihr Außenministerium, Ihre Bundestagsabgeordneten anzuschreiben und diese darum zu bitten, diese illegale Politik stoppen  und die Opfer  entschädigen zu lassen.

 

Israel: Bis wohin? Und wie lange noch ?

 Über Arroganz, Straffreiheit und Zynismus
Michel Barak, Union der französischen Juden für den Frieden ( UJFP), 17.8.2004

 Die verblendete, sture israelische Politik macht ungestraft weiter: Zerstörung von Häusern, mit Panzern gegen Kinder, die mit  Steinen lächerlich „bewaffnet“ sind, das ist das tägliche Bild, das uns auf allen Fernsehschirmen gezeigt wird.

Diese Politik schändet die einfachsten Grundrechte und ignoriert die Resolutionen, die von internationalen Organisationen (UNO, Internationaler Gerichtshof) immer wieder festgelegt werden.

In diesem Gefängnis unter offenem Himmel, nämlich dem Gazastreifen, wo riesige Bulldozer des Militärs weiter zerstören; wo die politischen, palästinensischen  Gefangenen  einen Hungerstreik durchführen, um die Umsetzung der von der Genfer Konvention garantierten Rechte zu erreichen, und das Ende der Isolierung, der Demütigungen, der Schläge. Seitdem sind sie dem Sadismus  ihrer Wächter ausgesetzt.

Morgen werden sie vielleicht zu den Toten der Westbankstraßen  die Toten aus den barbarischen Gefängnissen Israels dazulegen. Man denkt  unweigerlich an das Zuchthaus von Hassan II., unserm Freund dem König von Marokko, an Tazmarmart und die anderen.

 Der große israelische Theologe/ Wissenschaftler Leibowitz wagte vom Judäo-Nazi-Staat zu reden. Wir, die wir  Krieg und Besatzung gekannt haben,  und  - da wir Juden waren – auch die Todesdrohung,  müssen noch einmal unseren Ekel und unsere Empörung  vor einem Staat wie Israel aussprechen, der nur Hass säen kann, und dem die zunehmende Barbarei nicht genügt und einen Betrug nach dem anderen begeht.

 Wir fordern das Ende des Massakers und das Ende der völligen Straffreiheit derjenigen, die damit verbunden sind.

 Wir fordern, dass das Gewissen der Juden, Christen und Atheisten aufwacht und sich erhebt, um  den „sanften“ (schleichenden) Völkermord, ein nachweisliches Verbrechen gegen die Menschheit, zu  beenden.

 Michel Barak, (Aus dem Französischen: Ellen Rohlfs)

 Gartenstadt und Gefängnisstadt : eine Lektion in Heuchelei

Die UNESCO hat kürzlich Tel Avivs „Weiße Stadt“- Gegend den Status des Weltkulturerbes zuerkannt. Diese Anerkennung hat finanzielle Hilfe zur Folge, lässt die lokale Tourismusbranche in die Höhe schnellen und bringt ein hohes Mediumprofil für die Stadt mit sich. Dieser Preis wurde Tel Aviv als 1.Gartenstadt zuerkannt, für ihre vielen Gebäude im Bauhausstil, die die UNESCO als ein hervorragendes architektonisches Beispiel der modernen Bewegung in einem neuen kulturellen Kontext betrachtet.  Die israelischen Behörden hatten während der letzten vier Jahre große Anstrengungen unternommen, um diesen begehrten Preis zu erlangen, der nicht nur ihren Versuch rechtfertigt, Tel Avivs archetektonische Bedeutung zu vermarkten, sondern auch die lange Geschichte der Stadt als erste exklusiv jüdische Stadt, die in Palästina gebaut wurde: der Stolz des zionistischen Projektes und das letzte Symbol des Europäismus inmitten der arabischen Welt.

 Ziemlich zur selben Zeit wurde der Welt eine andere zionistisch städtische Erfindung gezeigt: die Gefängnisstadt. Es ist eine Weiterentwicklung eines Themas von 1993 – das regionale Gefängnis, das ausgeführt wurde, als der Gazastreifen nach dem Osloer Friedensprozess mit einer Gefängnismauer abgesperrt wurde. Die Gefängnisstadt wird nun an verschiedenen  Orten geschaffen, auch in Vorstädten von Jerusalems und den Städten von Kalkilia und Tulkarem – und es sieht so aus, als kommen noch mehr dazu. Beide Städte, Kalkilia und Tulkarem sind von einer hohen Gefängnismauer umgeben, die so nah wie möglich an die Häuser des Stadtrandes gebaut wurden, dass nicht einmal mehr ein schmaler Streifen zwischen den Mauertürmen der Besatzer und den  Häusern der Besetzten blieb. Israelis, die auf der Straße 6  der neuen auf konfisziertem Land gebauten Umgehungsstraße fahren – sie verbindet den Norden Israels mit dem Süden – können noch immer diese Mauer sehen. Da man sehr eifrig darum bemüht ist, Erdwälle davor zu errichten und diese mit Bäumen zu bepflanzen, werden die beiden Gefängnisstädte   bald für vorbeifahrende Autofahrer nicht mehr zu sehen sein ........ mehr >>>

Trotz Gerichtsverfügungen foltert der Shin Bet weiter

 Yuval Yoaz, Haaretz, 19.8.04

 Der Shin-Bet (Geheim-) Dienst  wendet  bei seinen Verhören  von Verdächtigen weiter Gewalt an, obwohl  eine Verfügung des Obersten Gerichtshofes 1999 gewalttätige Verhöre verboten hat, mit Ausnahme von Fällen einer „tickenden Bombe“. Dies enthüllt ein Shin Bet Dokument, das Haaretz erhalten hat.

Das Dokument ist die erste offizielle Bestätigung durch den Shin Bet über zahllose mündliche Aussagen von Palästinensern, die von der dauernden Anwendung  von Methoden   berichten, die das Gericht als Folter  definiert. Man erfährt es aus der Geheimdienst-Akte über das Verhör des Hamasaktivisten Hussam Atef Badran; es wurde von „oz“ geschrieben, der der Shin-Bet-Verhörabteilung des Samaria Distriktes vorsteht.

Das Dokument beschreibt die Shin-Bet-Anwendung  gegenüber  Badran als einer  schmerzhaften Technik, die „Hatayat gav“ genannt wird (Zurückbiegen). Der Gefangene wird nach hinten gebogen und eine halbe Stunde in dieser Position festgehalten.

Das Dokument bestätigt, dass diese Technik angewandt wurde, weil man glaubte, dass Badran eine nötige Information hatte, um einen drohenden Terroranschlag zu verhindern. Das Dokument wurde ursprünglich von Badrans Anwalt  erworben und dann an das Öffentliche Komitee gegen Folter (PCATI) weitergereicht. Das Komitee forderte den Staatsanwalt Menachem Mazuz vor zwei Wochen auf, eine Ermittlung in dieser Angelegenheit anzustellen ; es hat aber noch keine Antwort erhalten.

PCATI  glaubt, dass die Anwendung von Gewalt bei Badrans Verhör kein Einzelfall ist,  da viele palästinensische Gefangene  schon Ähnliches behauptet haben.  dt. ellen rohlfs

 

„Laternen“ lassen Ramallah aufleuchten

 Noam Ben Ze’ev, Haaretz, 13.8.04

 Palästinensische Künstler hatten vor drei Jahren die Idee, ein umfangreiches, echtes professionelles Musical zu produzieren : so wurde „Fawanees“(„Laternen“) geboren.

 Ramallah, August 2004  - Wie sieht eine Kindheit ohne Musik aus? Wie sieht eine Welt  für Kinder aus, die in der Schule nicht lernen dürfen, wie man der Musik lauscht, ein Instrument lernt oder in einem Chor singt? Wenige werden später in der Lage sein, als Erwachsene sich selbst durch Musik auszudrücken. In solch einer Welt bleiben  Begriffe wie „Konzert“, „Oper“ und „Musical“ für Kinder, die nie vor einer Bühne gesessen und den Darstellern applaudiert haben, unbekannt. Und der Gedanke, selbst auf der Bühne zu erscheinen und vor einem Publikum zu handeln, zu singen und Musik zu machen und  Beifall zu erhalten, kommt ihnen gar nicht erst in den Sinn. Die Möglichkeit, im Gymnasium in einem Musikzweig oder an einer Kunstakademie Musik zu studieren oder gar eine musikalische Karriere zu machen, gehört in den Bereich der Phantasie.

Das Fehlen musikalischer Hoffnungen scheint aber heute geradezu trivial zu klingen, wenn man an die sehr ernsten Probleme denkt, unter denen eine Million palästinensischer Kinder in der Westbank und im Gazastreifen leiden. Doch jeder, der den Wert musikalischer Erziehung kennt, weiß, welche Bedeutung  und welchen Reichtum sie schenken kann. Aus dieser Erkenntnis über den Wert  der Musik und ihre Bedeutung für  Kinder  und  allgemein für die Gesellschaft wurde vor zehn Jahren ein palästinensisches Konservatorium gegründet. Das Nationale Konservatorium hat seinen Sitz in Ost-Jerusalem und zwei Filialen, eine in Ramallah und eine andere in Bethlehem. Dort lernen 440 Schüler ein Musikinstrument spielen.

Vor drei Jahren entschied man sich, dass dies nicht genügt: die Kinder sollen auch  Darstellungskunst lernen. Bei einer Konferenz von vielen  palästinensischen Künstlern wurde die Idee für eine umfangreiche, echte, eindeutig professionelle  Musical-Produktion geboren,   mehr >>>

 

Nächtlicher Angriff in dem Dorf Marda,
bei dem Soldaten Bäume entwurzelten, "sound bombs" abfeuerten und Sirenen aufheulen ließen. Die so genannten Zivile Admistration (Israels über die besetzten Gebieten) gab auf Beschwerden die Information, dass ein oder mehrere Autos mit Steinen beworfen worden waren am Eingang zum Dorf. Dorothy schreibt dazu: "Keiner bemühte sich festzustellen, wer die Steine geworfen hatte (wenn überhaupt), ob es Leute aus dem Dorf gewesen waren. Wie auch immer, welches Recht gibt dass, mitten in der Nacht eine Kollektivstrafe durchzuführen - Bäume auszureißen, die nicht wieder eingepflanzt werden können und die Leute gehören die zweifellos nicht involviert waren! Was hieltet ihr davon, wenn jemand in ihre Wohnung käme und anfing, sie auseinander zu reißen wegen etwas, was die Nachbarn vielleicht getan hatten?...Vielleicht sollten die Palästinenser eine Mauer um Israel bauen? Wer schützt überhaupt Palästinenser??""

Brief aus Israel - 27.07.04
http://de.groups.yahoo.com/group/Brief-aus-Israel/

UNICEF: Zur Situation palästinensischer Kinder

Kinder zahlen den höchsten Preis für die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten. Seit Beginn der so genannten Al-Aksa-Intifada im September 2000 wurden über 650 Kinder getötet. Mindestens 552 kamen aus dem Gazastreifen und der Westbank, 105 aus Israel, zwei Kinder aus dem Ausland. Tausende Minderjährige wurden bei Kämpfen und Anschlägen verletzt. Der Alltag von 1,6 Millionen Kindern und Jugendlichen in den palästinensischen Autonomiegebieten ist geprägt durch wachsende Armut, Hoffnungslosigkeit und Gewalt. In Israel leben Heranwachsende in ständiger Angst vor Anschlägen.

UNICEF unterstützt seit dem Oslo-Abkommen von 1993 den Aufbau einer sozialen Grundversorgung der Kinder in den palästinensischen Autonomiegebieten. Doch das faktische Ende des Friedensprozesses und die Zerstörung von Teilen der Infrastruktur zwingen UNICEF dazu, auch Nothilfeprogramme zur Versorgung mit Medikamenten und Impfstoffen durchzuführen. Ein Schwerpunkt der UNICEF-Arbeit sind heute psychosoziale Hilfen für palästinensische Kinder in Jugendgruppen. ....  mehr >>>

GLEICHER  ALS  ANDERE

.......Der zur Spruchweisheit gewordene Satz aus Orwells Roman "Farm der Tiere", wonach "alle Tiere gleich - einige aber gleicher" seien als die anderen, wird künftig wieder des Öfteren - und nicht nur von den Feinden Israels - zitiert werden, angesichts der strikten Weigerung der Regierung Scharon, das Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag zu akzeptieren, wonach die israelischen Sperranlagen zum Westjordanland internationalem Recht widersprächen und deshalb abgebaut werden müssten.

 Das Schlimme daran ist, dass die rechtslastige Regierung in Jerusalem das Ganze noch toppt, indem sie dem Haager Gerichtshof rundweg das Recht zu einer Entscheidung abspricht. Damit liefert sie nicht nur Israels Todfeinden quasi frei Haus  neue Munition, sondern macht es auch seinen Freunden immer schwerer, Partei für den jüdischen Staat zu ergreifen. Das Gutachten wurde nämlich von der UN-Vollversammlung im vergangenen Dezember beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag, der obersten Rechtsinstanz der Vereinten Nationen, in Auftrag gegeben. Die Frage muss also schon erlaubt sein, wessen Schiedsspruch Israel denn geneigt ist, sich zu beugen? Oder erhebt es den Anspruch "gleicher zu sein als andere"?mehr >>>

 

...Die größte ideologische Waffe im zionistischen Arsenal ist der Vorwurf des Antisemitismus. STudenten und Lehrkräfte in Harvard begannen eine Kampagne, um die Universität zu bewegen, seine Aktien von Firmen die Waffen nach Israel liefern, zu verkaufen (nach dm Muster vergangener Kampagne um Divestment in Südafrika), und der Präsident von Harvard verurteilt die Organisatore der Kampagne als "antisemitisch in ihrer Wirkung, wenn nicht in ihrer Absicht". Ein Komittee des Lehrkörpers am Massachusetts College of Art lädt den anerkannten Dichter Amiri Baraka zu einem Vortrag, und Mitglieder des Lehrkörpers verbreiten eine Petition, die den Präsidenten des Colleges aufrufen, Baraka als Antisemit zu denunzieren. Ihr Hauptbeweisstück ist ein Gedicht über die historische Unterdrückung der Schwarzen, in dem er Handlungen der israelischen Regierung erwähnt, vor dem World Trade Center Angriff. Wie der israelische Kommentator Ran HaCohen zeigt:

Wenn Palästinenser Soldaten der israelischen Besatzungsarmee in ihrem eigenen Dorf angreifen, ist es Antisemitismus. Wenn die Generalversammlung der UNO 133 zu 4 votiert, Israels Entscheidung zum Mord an dem gewählten Anführer der Palästinenser, bedeutet das, dass jedes Land der Welt außer der USA, Micronesien und die Marshall Inseln antisemitisch ist. Dies ist ironisch, sagt er, angesichts der gegenwärtigen Wirklichkeit:

Mit einer bedeutenden Außnahme (Israel, wo nichtorthodoxe Juden diskriminiert werden), genießen Juden volle Religionsfreiheit überall wo sie sich befinden. Sie haben die volle Staatsbürgerschaft wo auch immer sie wohnen, mit vollen politischen, zivilen und Menschenrechte wie jeder andere Bürger.

Heute kann ein orthodoxer Jude sich um das mächtigste Amt der Welt bewerben, der Präsidentschaft der USA. Ein Jude kann Bürgermeister von Amsterdam im "antisemitischen" Holland sein, ein Minister im "antisemtischen" Großbritannien, ein führender Intellektueller im "antisemitischen" Frankreich, Präsident des "antisemitischen" Schweiz, Chefredakteur einer großen Tageszeitung im "antisemitischen" Dänemark oder Industriekapitän im "antisemitischen" Russland. Das antisemitische Deutschland gibt Israel drei militärische Uboote, das antisemitische Frankreich hat Israel die Kerntechnologie für seine Massenvernichtungswaffen geliefert, ....  mehr >>>
 

 Gate Mean Time

Heute in Palästina ist es Gate Mean Time: das ganze Leben der BewohnerInnen von Orten an der Mauer richtet sich nach den Öffnungszeiten der Tore. Zwischen 7 und 8 Uhr wird das"eiserne Tor" in der Trennungsmauer, der Eingang zu fünf Dörfern südlich der Stadt Qalquilia geöffnet wird. Dutzende PalästinenserInnen, Bauern, STudenten, Männer und Frauen kommen zusammen und warten, dass die soldaten das Tor öffnen, um zu ihren Schulen und Arbeitsstellen zu laufen. Das Unglaubliche an dieser täglichen Tragödie ist dass die BwohnerInnen dieser Dörfer gwzungen sind, ihre Krankheiten, ARbiet, Familienbesuche und alle Lebensaspekte programmieren müssen um sich den 3 täglichen Öffnungszeiten morgens mittags und abends anzupassen. Er zitiert einige Beispiele der täglichen Erniedrigung der DorfbewohnerInnen, die ihm begegnen: "Wir werden lebendig begraben durch diese Tore, wir sterben langsam, weil keiner lange leben kann unter solch unerträglichen Bedingungen. Wer kann zu einer bestimmten Zeit krank werden, sterben oder gebären, traurig oder glücklich sein?" "Die Soldaten baten uns mehrmals, Katzen und Hunde zu imitieren, um uns zu erlauben durch das Tor zu gehen. Wenn wir Glück haben, bitten sie uns zu singen. Außerdem müssen wir immer unsere Körper zeigen und uns umdrehen. Die sind unsere Pässe." "An diesen Toren sind viele Kinder geboren worden, andere wurden getötet, die die heute leben stehen einer bitteren Folter gegenüber. In langen Schlangen stehen ist eine Gewohnheit für die DorfbewohnerInnen geworden." Eine alte Dame sagt, sie ist immer zu spät für ihren ARtztermin in Qalqilia. "Wir leben nach den Torzeiten... Wenn wir krank werden, müssen wir am Tor warten, bis eine Militärpatrouille vorbeikommt, und betteln, dass sie uns durchlassen. Das hängt immer von der Laune der Soldaten ab, die immer sagen "wir haben keine Schlüssel," und wenn sie Schlüssel haben, befragen sie uns erst eine Stunde lang, bevor sie uns durch lassen." Mit einem langen Säufzer sagt sie, "Wir sind eingesperrt wie die Hühner, Gott möge uns helfen, der Ungerechtigkeit der Juden zu begegnen." Sie zitiert den Koran, "Es gibt keine Macht außer der des Größten, Gott" und verlässt das Dorf damit sie nicht zu spät wird für die Gate Mean Time (GMT), sonst muss sie warten bis abends.  mehr  >>>>
 

Das Haus von Bassam Abu Aker

„Es war etwa halb zwei in der Nacht, am Freitag den 25. Juni 2004. Von  der Finsternis ihrer Herzen und der Nacht  eingehüllt, kamen sie: diese Soldaten einer modernen Zeit, um Häuser von  Aktivisten, die angeblich Terroristen oder zukünftige Terroristen gegen den Staat Israel sein sollen, zu zerstören.

Es ist in der Assaff-Straße in Bethlehem. Es ist das Makhloof-Gebäude. Die Wohnung gehört Bassam Abu-Aker und seiner Familie.  Politische Betätigung: bei der Jihad-Organisation, in der politischen Abteilung. Er war aktiv bei der Al-Ehsan-Gesellschaft, die eine Gemeindeklinik ist.

Bassam ist 40 Jahre alt, war mein Klassenkamerad, wurde im Flüchtlingslager Aida geboren und wuchs dort auf.

Viele Jahre Verwaltungshaft – man nennt es auch Preventiv-Gefangenschaft, ohne je wegen etwas verurteilt worden zu sein. Auf Grund der ständigen Schikanen durch die israelische Regierung zog er um nach Bethlehem, wo er ein Haus mietete, dann eine Wohnung kaufte.

Bassam kam vor kurzem wieder ins Gefängnis. Vor etwa einem Monat wurde er im Haus seiner Schwiegereltern verhaftet, nachdem es eine große Operation gab, in der Soldaten des Besatzungsstaates das Haus zum großen Teil demolierte, obwohl es keinerlei Widerstand gab.

Wie seine Familie berichtet, war Bassam seit seiner letzten Haft weder wegen irgendetwas angeklagt noch verurteilt  worden. Die israelischen Soldaten schlossen das Gebiet rundum ab..mehr >>>

 

Ausstellung in Tel Aviv  in der israelische Soldaten Menschenrechtsverletzungen in den Palästinensergebieten anprangern.

Vor etwa einem Monat haben ehemalige Nahal-Soldaten, die während ihrer Dienstzeit in Hebron waren, eine Ausstellung in Tel-Aviv eröffnet, mit Bildern, Videos und geschriebenen Zeugnissen über ihre Zeit in Hebron. Die Ausstellung hat viel Lärm geschlagen, und die Militäreinheit, die Soldaten juristisch untersucht, hat verschiedenes dort beschlagnahmt. Ich selber war nicht an der Ausstellung, ich dachte nicht, dass mich das besonders interessiert, ich denke sowieso, die Soldaten müssten gar nicht dort sein, verweigern. Aber wie ich im Internet diese Zeugnisse lese, da kann ich mich einfach nicht halten. Ohne irgendwie zu überprüfen, ob das jemand schon vor mir getan hat, (und das könnte durchaus sein), sag ich mir, das musst du übersetzen. Nun, der Umfang ist immens. Ich bringe hier nur kleinste Bruchstücke.

Jede Aussage ist von einem andern Soldaten.

Die Nahaleinheit (der ich auch mal angehörte, als ich noch in diesem Verbrecherverein war) war einmal eine Einheit, die mit der Kibbutzbewegung liiert war. Aber alles fällt ja auseinander in unserer Gesellschaft, und so weiß ich nicht, ob auch heute noch diese Soldaten sich von anderen unterscheiden. Demgegenüber sind die Grenzpolizisten (MAGAV) immer noch die brutalste und sadistischste Spezies in der israelischen Gesellschaft, zu einem nicht kleinen Teil Drusen. Hebron heißt in arabisch Al-Chalil, und das ist es auch für mich, aber ich habe hier “Hebron” stehengelassen, denn das ist es für die Soldaten.

Und noch etwas Letztes: mein Deutsch ist nicht mehr das Beste, aber das macht nichts, denn auch das hebräisch der Soldaten ist ziemlich – einfach.

Hier also die Zeugnisse:

Was ich nach einem halben jahr dort begriff, dass wir eigentlich die Palästinenser vor den Juden beschützen müssen.

..ich kam im gedanken, dass es gut sei, wenn ich dort sei...ja, man kann sagen, dass ich nichts geholfen habe. Ich konnte nicht verhindern, dass sich dinge ereigneten, die mir nicht richtig erscheinen, nicht militärisch und nicht... die tagtägliche hetze in der jüdischen siedlung.

 ..weil es dort kein gesetz gibt, die [siedler] können dort machen, was sie wollen, immer ist da das gefühl, der kommandant sage sich: „ach, ich habe tausend dinge zu tun, das ist nicht wichtig. Die brennen höchstens noch einen laden ab, hauen noch ein haus zusammen, erobern noch ein haus, keine tragödie.“

 ...ich hatte da einen freund, der hatte ein gewehr mit einem werfer, und jeder mit einem werfer, der bekam dvi, demonstrations-vertreibungs-instrumente. [und er] bekam viel gaswerfer, und er liebte es sehr, all da gas abzufeuern. Da hat hat er auch gasgranaten von andern [soldaten] geklaut und hat sie abgefeuert, jedes Mal, wenn er auf wache ging. Einfach so, er sah eine gruppe von leuten herumstehen und miteinander sprechen, da hat er gas gefeuert. Er liebte es, die leute herumrennen sehen, hustend, das hat ihn amüsiert.

diese leichtigkeit, mit der du einfach machst was du willst, ohne irgendein eine höhere instanz über dir, das ist in häuser reingehen, zum rumsuchen. Jeder kommandant entscheidet, dass er jetzt in ein haus reingeht, die familie rausschickt, das haus durchsucht.... ich glaube, was mir am meisten in hebron störte und mich ängstigte, das ist die macht, die keine grenzen hat, und was sie die leuten tun macht.  Einmal sagte man uns, „ wenn es ruhig ist, ist das nicht unbedingt gut, wenn nichts los ist, dann machen wir was.“

 …Frage: was habt ihr mit ausgangssperre-verletzer gemacht? – das war verschieden. Das heißt, das kommt auf die zeit an. Das schlimmste, also die schlimmste strafe, das glaube ich jedenfalls, und das machte am meisten angst, das heißt, wenn wir ihnen das gesagt haben, da haben sie gezittert vor angst, das war, sie zu den grenzpolizisten nehmen: „noch einmal, und ich nimm dich zu den grenzpolizisten.“ Da haben sie sofort.. also da haste sie den ganzen tag nicht mehr gesehen. Ich erinnere mich, ein oder zweimal haben wir das wirklich gemacht. Das war schlimmer als die normalen strafen, wie putzen, oder jemanden sechs stunden lang aufhalten, zum beispiel mit verbundenen augen. Wirklich, dinge wie die menschen in unwissenheit halten, was mit ihnen geschieht und so...

Wenn schüsse fielen, oder ein verdacht, dass geschossen wurde, dann sind wir auf befehl des kommandanten in einem panzerwagen oder zwei, einfach rauf auf abu-snene. Das ziel war eigentlich mehr abschreckung. Wir hatten keine möglichkeit, meines erachtens, dort jemand festnehmen. Was ich noch weiß von diesen fahrten nach abu-snene... abschreckungsfeuer auf autos, in die gassen, läden, ohne genaue ziele. Rein, viel lärm schlagen, und wieder raus. ...

...was mich gefühlsmässig am meisten hinnahm, von dieser ganzen zeit in hebron, das war, als wir erst ankamen.
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Brief aus Israel 12.6.04
Gemeinsamer palästinensischer und jüdischer Einspruch gegen die Mauer

Etwa 20 jüdische BewohnerInnen aus Jerusalem haben sich der Beschwerde der palästinensischen BewohnerInnen von Jabal Al-Mukaber angeschlossen gegen den Enteignungsbefehl der Armee.

Die Beschwerde sollte am Donnerstag im Amtsgericht in Tel Aviv gehört werden.

Zu den Juden gehören auch BewohnerInnen der deutschen Kolonie [es ist nicht klar, ob das eine historische Bezeichnung ist oder für die heutigen BewohnerInnen gilt] und Aktivisten der israelischen Friedensgruppe, Rabbiner für Menschenrechte.

Nach den Plänen des Verteidigungsministeriums soll das Dorf Jabel al- Mukaber in zwei Teile gespalten werden da Land aus der Mitte des Dorfes konfisziert wird und außerdem das südliche Viertel abgetrennt wird.

Die jüdischen NachbarInnen sagen in der Beschwerde, dass die geplante Route der Mauer die Bewohnerinnen von Jabel Mukaber umschließen und ersticken wird, Eltern von Kindern, Brüder von Verwandten trennen und den Zugang der EinwohnerInnen zu medizinischer Versorgung, Schulen, Arbeitstellen, Familienbesuche und irgendwelchen Kontakt zur Welt außerhalb ihrer beschränkten Nachbarschaft abschneiden wird.

Da der Zaun in ihrem Namen gebaut wird, um ihre Sicherheit zu erhalten, sagen die Beschwerdeführer, dass die Konstruktion der Barriere sie direkt betrifft.

http://de.groups.yahoo.com/group/Brief-aus-Israel/

 

 

Ha'arez berichtet, dass es seit Januar zu einer 15% Zunahme an Gewalt seitens der Siedler gegen PalästinenserInnen gekommen ist. Einige Einzelberichte über die Gewaltakte lassen einem Schauer über den Rücken laufen. Den PalästinenserInnen wird in diesem entsetzlichen Dauerkrieg Leib und Leben zerstört, den Israelis aber die Seele.

Voriges Wochende sind fünf Bewohner (männlich, nehme ich an) der Siedlung Havat Maon in das Dorf Amatin eingedrungen. Sie haben in die Luft geschossen, ein Lagergebäude vandalisiert und ein Schaf zu Tode gesteinigt.

Am selben Tag in der Nähe des "Außenposten" (kleine, noch nicht offiziell anerkannt Siedlung), haben fünf jüdische Mädchen eine Palästinenserin etwa Mitte dreißig, die zufällig vorbei ging, verprügelt. Die Frau wurde leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht, hat sich aber geweigert, bei der Polizei eine Klage zu erheben.

Es gab einen gewaltsamen Zusammenstoss zwischen Siedlern von Yitzhar und Polizei, die gekommen waren um einer Klage nach zu gehen von einem Palästinenser wegen Diebstahl seiner Schafe. Die Polizei fand die Schafe und wollte sie zurückgeben, da wurde der Besitzer von fünf Siedlern attackiert. Sie flohen dann in ihre Siedlung, konnten aber später fest genommen werden.
Quelle: Briefe aus Israel, 10.6.04

 

 

Die Mauer bei Jerusalem

Eine Frau aus dem Dorf Nazlat 'Isa erzählte uns von dem Haus eines Bräutigams, das in der Nacht vor der Hochzeit zerstört wurde, um Platz für die Mauer zu machen. Das Paar muss jetzt in einem Raum im Haus der Mutter leben. Insgesamt wurden 4 Häuser und 200 Geschäfte zerstört. Das Dorf ist jetzt von der Mauer umgeben und der Zugang unterliegt den Soldaten. Wir besuchten die Sultanfamilie in Al Jarushiya, die früher 400 dunam Land besaßen (40ha). 300 Dunam sind jetzt abgeschnitten, 50 enteignet für die Mauer, Land auf dem früher Zitrusbäume wuchsen. Uns wurde erzählt wie der Ingenieur einen "Fehler" um 30 Dunam machte, und dass 1000 Olivenbäume irrtümlicherweise entwurzelt wurden, viele unter der Erde begraben, die für die Mauer ausgehoben wurde. Keine Kompensation wurde für den Verlust der Bäume geboten. Die Mauer ist jetzt etwa 100m von Haus. .... mehr >>>

 

 

Was sollen die Palästinenser tun, um sich der israelischen Besatzung zu widersetzen – ohne für ihr eigenes Elend verantwortlich gemacht zu werden? Selbstmordbomben rechtfertigen eine so gewaltsame israelische Reaktion; gegen Besatzungssoldaten kämpfen rechtfertigt eine so gewaltsame israelische Reaktion; friedlicher Protest, sich angstvoll mit der Familie im eigenen Haus zusammendrängen oder ein Stück Candy vom nahen Laden kaufen rechtfertigt eine so gewaltsame israelische Reaktion. Natürlich will man, dass wir uns nicht um die palästinensischen Opfer scheren. Wir sollen uns nicht fragen: Wer sind sie? Wer muss für ihren Tod bezahlen? Und nur Wenige von uns wollen herausfinden, was man für jene tun kann, die das Glück hatten, den Kugeln und den Bulldozern zu entgehen. Stattdessen geben wir uns enthusiastisch der Analayse möglicher Motive Ariel Scharons hin – als ob dieses sinnlose Morden irgendeine Logik haben könnte. mehr >>>

 

 

Eine Frau in Rafah, die in ihrem Zelt sitzt, nachdem ihr Haus in Block "O" demoliert worden war


Zuweilen gelingt es jemandem, „seine Welt in einem Augenblick zu gewinnen“, wie es in einer alten hebräischen Redensart heißt. Dies geschah dem Justizminister Josef („Tommy“) Lapid, als er folgende Worte äußerte: „Diese alte Frau erinnert mich an meine Großmutter!“
Diese alte Frau, eine Bewohnerin des Flüchtlingslagers Rafah, deren Haus von der israelischen Armee zerstört wurde, wurde durch ein Foto verewigt, als sie in verzweifelter Suche nach ihren Medikamenten die Ruinen ihres Hauses durchwühlte. Auch zwei Tage später noch fanden zwei Journalisten sie an derselben Stelle, um unter dem Schutt nach ihren Medikamenten zu suchen.
Tommys Großmutter kam im Holocaust um. Er selbst wurde in einem ungarischen Landstrich im Norden Jugoslawiens geboren und überlebte den Holocaust im Budapester Ghetto. Als er „meine Großmutter“ erwähnte, war es ganz klar, dass er ein Opfer des Holocaust meinte.
Dieser Satz verursachte einen Sturm. Es mag sehr wohl sein, dass es der Strohhalm war, der den Rücken des Kamels brach *) und die Regierung dahin führte, mit der andauernden Gräueltat in Rafah sofort aufzuhören.
Natürlich war die Lage dafür reif. Die Bilder des Tötens und der Zerstörung in der armen Stadt füllten die Fernsehberichte und Zeitungsseiten in aller Welt. Die Al-Jazeera-Fernsehstation zeigte sie stündlich mehrmals Zehnmillionen in der arabischen Welt. Auch in der westlichen Welt waren die Fernsehschirme voll davon. Die so konzentrierte Auswirkung war erschreckend – die israelische Armee wurde wie eine unmenschliche Maschine gezeigt, die das Leben von Hunderten Familien gedankenlos zerstört.
Das Bild eines kleinen Jungen, der einen großen Koffer schleppte, um ein wenig vom Hab und Gut seiner Familie zu retten, sagt mehr als tausend Worte eines offiziellen Armeelügners.
Der Panzer, der fotografierte wurde, als er auf unbewaffnete Demonstranten schoss, die marschierten und im Takt in die Hände klatschten, brachte das Fass zum Überlaufen. Die Vorwände und Erklärungen der offiziellen Propagandasöldner machten die Sache nur noch schlimmer. Man spürte direkt, wie die Welt erschauderte.
 
Aber die militärische und politische Führung war von ihren Taten wie berauscht. Sie verkündete, dass die Operation in noch größerem Ausmaße fortgeführt werde. Die Militärkräfte, die sich auf eine Armeedivision verstärkt hatten, wurden zusammengezogen, um Rafah den Gnadenstoß zu geben. Wie Lapid selbst bezeugt, war es die Absicht, 3000 Häuser zu zerstören.
Es scheint, als ob die Amerikaner hinter der Szene aktiv gewesen seien. George Bush hat genug Scherereien im Irak. Seine Politik ist im Begriff zusammenzubrechen. Die Bilder von Rafah schwärzten das Image der
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"Operation Regenbogen"

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..... Dem Bulldozer nur einen Schritt voraus (Bericht vom 21. Mai 2004)

Rafah. Palästinensische Familien, die nahe der ägyptischen Grenze wohnen, haben ihre Lektion schon vor Jahren gelernt: Stets hat man mehrere kleine Taschen mit wichtigen Dokumenten, Bargeld und ein paar Sachen, an denen man hängt, parat und gepackt. Wenn sich das Baggern der Bulldozer nähert, in der Nähe Panzergranaten einschlagen oder Helikopter über einem kreisen - das letztemal am 12. Mai - schnappen sich die Menschen ihre Taschen und fliehen. Wa’il Mansurs Familie - inklusive seiner Eltern, Großeltern und Nachbarn - hingegen hatte sich sicher gefühlt. Sie wohnen in einem relativ ruhigen Teil des so oft geschundenen Rafah. Nie hatten sie es für nötig gehalten, ‘Taschen zu packen’. Das Viertel, in dem sie leben, heißt Brazil. Es liegt rund 700 Meter von der Grenze entfernt. Zwischen ihren Häusern und der Grenze liegen mehrere Häuserzeilen. Zwei der Häuserreihen waren aber schon niedergemacht. Dennoch hatte die Mansur-Familie geglaubt, ihr Haus liege weit genug von der Grenze, außerhalb der Gefahrenzone.

Gestern Morgen, 8.30 Uhr: Ein riesiger Bulldozer, so erzählen sie, habe begonnen, die Häuser der Nachbarschaft niederzuwalzen. Die Nachbarn flohen um ihr Leben, einige barfuß, andere ließen Ausweise, Führerscheine (Mansur ist Taxifahrer), Geld, Kleidung und Bücher zurück. Der Bulldozer zerquetschte Mansurs Taxi. Ebenso untergepflügt wurde ein kleiner “Zoo”, den ein Nachbar vor zwei Jahren angelegt hatte, um die örtlichen Kindern zu erfreuen. Zuvor - Mittwochabend, 22 Uhr - hatten gepanzerte IDF-Fahrzeuge mit Helikopter-Unterstützung in Brazil Stellung bezogen. Mansurs Eltern lebten zusammen mit 13 anderen Personen in einem Gebäude mit Asbest-Dach. Mansurs Haus, in dem 17 Menschen lebten, bestand aus Beton und Asbest. Mansur hatte Angst um das Leben seiner Lieben: Eine Kugel könnte durch die dünnen Hauswände dringen, jemanden töten. Aus Angst um ihr Leben drängten sich Mittwochnacht also “Frauen, Männer und Kinder” aus beiden Gebäuden in zwei Räumen von Wa’il Mansurs Haus - in der Hoffnung, die IDF ‘Operation Regenbogen’ ziehe bald vorüber. Mittwochnacht machte niemand in Rafah ein Auge zu. Dicht über den Dächern flogen Helikopter; Raketen zischten durch die Luft; überall war Gewehrfeuer zu hören. Wie alle Menschen Rafahs wartete die Mansur-Familie - mit ihren 31 Mitgliedern in zwei Räumen - auf eine morgentliche Beruhigung der Lage. Gegen 7.30 Uhr bereiteten die Frauen das Frühstück. Die Familienmitglieder hofften auf einen normalen Tag. Aber eine Stunde später brach die Hölle los. Mansur erinnert sich: In Panik und Angst schrien die Nachbarn. Er sei losgerannt, um ihnen zu helfen. Erstaunt habe er festgestellt, dass der Bulldozer im Begriff stand, auch sein Haus niederzureißen und das seiner Großeltern. Mansur: “Ich flehte ihn an (den Bulldozerfahrer), aufzuhören und uns aus dem Haus zu lassen. Er blockierte den Eingang. Der Fahrer saß hinter Glas und hat uns nie gehört... Nur noch eine Sekunde, und wir wären tot gewesen - 50 Personen, Kinder, Alte, Frauen, alle standen wir mit dem Rücken zur Wand, während der Bulldozer auf uns zubaggerte. Der Fahrer hat uns nie gehört. Die Zerstörung ging so schnell vor sich - bevor wir irgendetwas sagen konnten, um sie zu stoppen”. Was die Mansur-Familie rettete, war eine Eisenleiter, die in den Hof des Nachbarhauses führte. Mansur: “Zuerst ließen wir die Kinder auf die Leiter klettern, dann, unter großen Schwierigkeiten, die alten Leute. Sie fürchteten sich hochzuklettern, aber die Angst trieb uns an, sie zu drängen. Gerade, als wir alle im Nachbarhaus waren, begann der Bulldozer, auch dieses zu zerstören”. Mansur erzählt weiter. Als sie aus diesem zweiten demolierten Haus flohen, hätte ein Soldat in einem Panzer die verängstigte Familie aufgefordert, die Hände hochzuheben. “Wir sahen, alles in der Gegend lag in Ruinen. Die Geschäfte waren zerstört, der Asphalt aufgebrochen, die Strommasten umgestürzt. Wir hoben die Hände und gingen an den Panzern vorbei, während sie feuerten. Mein Großvater, 85, kann nicht gehen. Ich trug ihn auf meinem Rücken. Ich ging langsam. Der Soldat im Panzer brüllte mich an - “schneller, schneller””.
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Brief aus Israel  26.05.04

....... Ghassan Andoni von der ISM, schreibt regelmäßige Berichte für die palästinensische Presseagentur IMEMC über die Lage. In seinem gestrigen Bericht drückt er vor allem seine Besorgnis aus, dass es den USA inzwischen gelungen ist, die arabischen Ländern so unter Druck zu setzen, bzw. gar zu kontrollieren, dass sie bei ihrem Treffen in Tunis nur eine ganz milde und allgemein gefasste Verurteilung von Gewalt gegen Zivilisten auf beiden Seiten ausgesprochen haben. Bisher hätten die arabischen Ländern den Palästinakonflikt als Vorteil gesehen, der ihnen gemeinsam internationales Ansehen verlieh, inzwischen sei er zu einer Bürde geworden. Durch ihre Bereitschaft, von einer deutlichen Verurteilung Israels abzusehen, hätten sich die arabischen Länder etwas wehren können gegen den amerikanischen Druck für interne Reformen. Der Bericht schließt mit den Worten: "Die Illusion, dass die Palästinenser allgemeine arabische Unterstützung genießen, ist vorbei, wie auch jegliche Begründung für die Behauptung, Palästinenser hätten 23 Ländern, in denen sie wohnen könnten, wogegen die Juden nur ein winziges Land haben. In Wirklichkeit haben Palästinenser nur kleine, winzige, mini, isolierte Kantone, die sie nur durch ein Wunder werden erhalten können." ...

http://de.groups.yahoo.com/group/Brief-aus-Israel/

 

 

Zwölf erschöpfte Frauen und Männer schleppen sich die Stufen des kleinen Hauses hinauf, lassen Rucksäcke und Regenkleidung fallen und sinken auf die für sie bereitgelegten Matratzen. Etwas misstrauisch beäugen sie die an losen Drähten hängenden die Glühbirnen und die halbfertigen Steckdosen. Immerhin funktioniert der Heizstrahler zum Wärmen der Hände. Dieses Haus ist ganz anders als die vertraute Umgebung in Jerusalem oder Tel Aviv. Aber hier werden sie in den nächsten paar Tagen zuhause sein: Mitten in der Westbank. Obwohl die Anreise nur gut eine Stunde gedauert hat,. haben sie einen langen Weg hinter sich: Sie sind jetzt in einem anderen, in einem besetzten Land.

Der erste Tag im „Mikarov“-Projekt ist für die Gruppe besonders anstrengend, „Mikarov“ ist Hebräisch und bedeutet „aus der Nähe“ oder „verwandt“ – das Projekt zeigt Israelis das Leben von Palästinensern in der nördlichen Westbank. Zwei Teilnehmerinnen, Rachel und Claire, haben Söhne, die als Soldaten in de Westbank stationiert sind. „Mikarov“ ist eine Gemeinschaftsprojekt vom Internationalen Frauen- Friedensdienst (IWPS), dem Israeli Committee Against House Demolitions (ICAHD), Checkpoint Watch und dem Alternative Information Center. Das Projekt wurde federführend von IWPS mit dem ehrgeizigen Ziel entworfen, die gängige Form der Solidaritätsarbeit von Israelis in der Westbank zu verbessern.

Die teilnehmenden Israelis kommen aus nächster Umgebung in die besetzten palästinensischen Gebiete. Trotzdem unterscheidet sich die Lebenswirklichkeit der Menschen hier vollkommen von ihrer eigenen. Üblicherweise kennen die Israelis das Leben aus der Westbank höchstens aus den Kommentaren des israelischen Kolumnisten Gideon Levy. Levy schreibt für die liberale israelische Tageszeitung Haaretz
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..... Das offizielle Ziel ist, „die Tunnel unter der „Philadelphi-Achse“ zu zerstören“. Aber Tunnel hat es dort seit Jahren gegeben. Die Armee rühmt sich, 98 solcher Tunnel in der Vergangenheit zerstört zu haben, aber nur zwei Tunnel seien bei dieser Operation gefunden worden. Es ist klar, dass keine militärische Operation diesem ein Ende setzen wird. Selbst wenn die Armee noch mehr palästinensische Häuser zerstört, um die Achse zu verbreitern – dann werden die Tunnel eben länger werden.
Die Tunnel sind ein Vorwand. Welches waren dann die wirklichen Gründe dieser brutalen Invasion in einer erbärmlichen kleinen Stadt?

Der erste Grund ist der einfachste: die Rachgier. Die Armee hatte zwei schmerzliche Schläge erlitten; nun wollten die Kommandeure die Rechnung begleichen. Dutzende von Palästinensern werden für 13 unserer Soldaten getötet, Hunderte von Häusern werden für zwei zerstörte militärische Mannschaftswagen in die Luft gesprengt.

Hinzu kommt das Argument der Moral. Einige ranghohe Offiziere gaben offen zu: eine eindrucksvolle Operation, die die Überlegenheit der israelischen Armee unterstreicht, richtet die Moral der Soldaten, die nach den Fehlschlägen noch immer niedergeschlagen sind, wieder auf.

Dazu kommt auch das schlechte Gewissen der Kommandeure, die ihre Soldaten mit einer großen Menge Sprengstoff in nicht genügend gepanzerten Fahrzeugen in ein Kampfgebiet fahren lassen. In einer ordentlichen Armee hätten die verantwortlichen Offiziere – an der Spitze der unfähige Generalstabschef – innerhalb von Stunden ihren Posten aufgegeben. In der israelischen Armee laufen die Dinge aber anders. Im Gegenteil, wenn man versagt, kann man Beförderung erwarten.
Vom rein militärischen Standpunkt aus gesehen, ist die „Philadelphi-Achse“ (der Name wurde zufällig durch einen Computer gewählt) purer Wahnsinn. Sie kann nicht verteidigt werden, ohne dass Gräueltaten begangen werden, die Kriegsverbrechen darstellen oder nahe an diese herankommen. Sie zieht die Guerillakämpfer an, so wie Licht die Motten anzieht.

Aber die Armeechefs, die sich dies erdacht haben, werden diese Torheit nie zugeben.
Es gibt noch einen Grund für die Operation. Die Generäle wollen Gaza verlassen, aber „erhobenen Hauptes“. Sie können es nicht dulden, dass palästinensische Guerillas später behaupten, sie hätten sie mit Gewalt vertrieben, wie es die Hisbolla im Libanon tat.
Es ist ein kindisches Argument, das eine besondere militärische Mentalität reflektiert. Nach Rafah wird das Gegenteil eintreten: die Aktion wird den Palästinensern bestätigen, dass ihr heldenhafter Widerstand die Armee gezwungen hat zu gehen. Wer wird das leugnen können?
Aber die Direktive für den Angriff auf Rafah kam von der politischen Führung, die eine laute Militärshow mit viel Töten und Zerstören benötigte, um die primitiven Emotionen eines Teils der Bevölkerung zu befriedigen. Einfach gesagt: sie verletzten uns – also werden wir sie verletzen. Zehn Augen für ein Auge – zehn Zähne für einen Zahn.
So werden Wahlstimmen gewonnen. ......
Ein paar Tage nach der Likudabstimmung veröffentlichte Gush Shalom eine politische Anzeige unter der Schlagzeile: „Warnung!“

„Sharon gleicht einem verwundeten Stier.
„Ein verwundeter Stier ist ein gefährliches Tier
„ Sein Plan ist tot. Er ist nicht in der Lage, eine einzige Siedlung aufzulösen.
„ Er ist nicht in der Lage, einen anderen Plan akzeptiert zu bekommen.
„Sein einziger Ausweg ist, ein spektakuläres militärisches Abenteuer zu befehlen..
„Es wird keine Grenzen für blutige Taten geben,
derer er jetzt – nur um zu überleben – fähig sein wird.“ 
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irgendwann irgendwo auf der welt
hunderte zerstörter häuser
tausende obdachlose
verletzte  -  tote
die welt schaut hin
die welt hilft
 
heute
 
 
 
erdbeben
 
in rafah/gaza
hunderte zerstörter häuser
tausende obdachlose
verletzte  -  tote
Sharon spielt Gott
bulldozert rafah ein
die welt schaut hin
die welt schaut  z u
 
P. Rainer Fielenbach
18.05.2004

 

 

.. Sharif Omar zeigte mir sein Land. Es ist jetzt vollständig von seinem Haus und dem Dorf abgeschnitten. Um es zu besuchen musste ich durch das Jayous Tor in der Mauer in der Nähe des Flaschenhals-Checkpoints nach Qalqilia [ein Städtchen, dass von der Mauer umringt und nur durch einen schmalen Streifen mit der Westbank verbunden ist]. Er hatte sein Passierschein benutzt um sein Land zu erreichen aber mich, als Internationale, ließen sie ohne Kontrolle durch. Es gibt jetzt einen ähnlichen Checkpoint in das Dorf Jayous von der Westbank, der auch von der Armee kontrolliert wird und an dem sich ein riesen Stau gebildet hatte von Verkehr, der nach Jayous wollte, als ich das Dorf verließ. Jayous, ein kleines palästinensischen Dorfes innerhalb einer ummauerten Enklave, kann so leicht vollständig abgeschnitten werden, auch von den anderen Dörfern in der Enklave, und kann völlig vom israelischen Militär kontrolliert werden.

Das Land von Sharifs Familie ist sehr nahe an der 1948iger Grenze, der "Grünen Linie", und sein Vater hat schon Land an die Siedlung Tsurgal, die direkt auf der anderen Seite der Grenze gebaut wurde, im Jahr 1948 verloren. Seine Familie hat aber weiterhin das Land bearbeitet. Dann, am 30. Okt. 1988 haben die Israelis mehr Land enteignet um einen Steinbruch anzulegen und er musste zuschauen, als sie die Bäume und die Erde entfernten und den Stein ausgruben. Nach einigen Jahren fingen sie an, Sprengstoff im Boden zu vergraben, um den Steinbruch zu vergrößern und es gab viele Sprengungen. So ging er zum Gericht, um für sein Land zu kämpfen......
Die Mauer läuft nun 6 km von der Grünen Linie entfernt, und trennt das ganze Grundwasser der Gegend vom Dorf ab. fünf palästinensische Gemeinden sind von der Westbank, ihren Nachbarn und Familien abgeschnitten und....
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...... Die Kishta-Familie hat es aufgegeben zu zählen, wie oft IDF-Bulldozer – unterstützt durch Panzer, APCs und Helikopter – in ihrer Gegend Häuser zerstörten; vielleicht fünf-, vielleicht sechsmal. Einmal zerstörte ein Bulldozer sogar ihr Schlafzimmer. Von dort haben sie jetzt einen Blick auf die Mauer aus Stahl, die die Armee entlang der Grenze errichtet, Termiten-Außenposten genannt, nackte Häuser aus Beton und zwischen den Sanddünen Trümmerhaufen. Letzten Donnerstag waren Kugeln und Granaten in die Mauern des Hauses ihres Sohns Abed eingeschlagen und hinterließen Löcher.

Donnerstag und Freitag wurden weitere Häuser der Kishta-Sippe demoliert - als APCs, Panzer und Helikopter die Gegend überfielen. Eine Rakete wurde auf eine Gruppe Frauen abgefeuert; 7 Tote. Die Bewohner Rafahs wehren sich vehement gegen die IDF-Behauptung, die Armee habe es auf bewaffnete Palästinenser abgesehen. Menschenrechtsorganisationen in der Stadt sagen, bei den Getöteten handle es sich um Zivilisten. „Vor zwei Jahren haben sie mir mein erstes Haus überm Kopf abgerissen“, sagt eine der Töchter der a-Sha’ar-Familie. „Diesmal bin ich, kaum dass ich sie kommen hörte, geflohen“. Und ein weiteres Familienmitglied: „Die IDF sagt, sie würde nur leere Häuser zerstören. Zuerst jagen sie uns mit schwerem Feuer aus dem Haus. Dann können sie es zerstören, es ist ja leer. Oder sollen wir etwa im Haus bleiben - während sie es mit Granaten beschießen -, damit sie es nicht zerstören?“ Ein Gerücht, das letzte Nacht verbreitet wurden: Die IDF plant, die Straße zwischen Gaza-Stadt und Rafah für die kommenden 3 Tage abzuriegeln. Von einigen Leuten wird das als Zeichen gewertet, dass das Zerstörungswerk weitergeht – im Schutze des Blackouts der gesamten Welt....
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Bahour schließt mit der Überlegung, "wie viele andere unter unseren israelischen Nachbarn seine Menschlichkeit teilen".....

Leider merkt man davon allzu wenig in vielen anderen Berichten, die mich erreicht haben - außer der Tatsache, dass sie ja überhaupt von Israelis zusammengestellt und verteilt werden. Eine undankbare und oft schwierige Arbeit in einem Land, dessen Bevölkerung immer mehr der Paranoia verfällt und in jeder kritischen Äußerung eine Kriegserklärung sieht. Ich kann leider längst nicht alles übersetzen und weitergeben, so gern ich es täte - z.B. die Berichte vom Christian Peacemakers Team und dem Womens International Peace Service aus Hebron, von Soldaten, die in einen Schulhof hineinschießen und Kinder töten, von einer Hausdemolierung, bei der es dem Eigentümer ausdrücklich verboten wird, vorher irgendetwas herauszuholen, von weiterer Zerstörung palästinensischer Behausungen in den Hebronbergen, von einer Massenprügelei bei einem Gerichtsprozess, wo palästinensische Gefangene von eine ...... Polizeitruppe zusammengeschlagen wurden, weil einzelne es gewagt hatten, ihre zum Prozess erschienenen Familienmitglieder anzusprechen. Der Richter war noch nicht gekommen, so bliebe den Anwälten nur die Möglichkeit einer völlig wirkungslosen Beschwerde bei der Polizeiverwaltung. Und dann ein Bericht von einem Besuch im Krankenhaus in Nablus - Schwerverletzte aus Tul Karm und Dörfern, wo gegen die Mauer protestiert wird. Ein 10-jähriger, dessen Familie strahlt, weil er überlebt hat, obwohl er nach einem Kopfschuss halbseitig gelähmt ist. Und so geht es weiter. Von Jayyous kommt ein verzweifelter Aufruf an die ganze internationale Gemeinschaft, die Menschen, die 90% ihres Landes durch die Mauer verloren haben, vor dem Untergang zu Retten.

Die Reaktionen auf einen anderen Appell an die internationale Gemeinschaft werden von der folgende Aussage aus einem Aufsatz von Ilan Pappe, Politikdozent [-in?] an der Universität Haifa verdeutlicht: "Meinungen, die früher bestenfalls als Randerscheinungen, ....
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...  die Opferrhetorik steht noch etwas stärker im Vordergrund als ohnehin schon. "Wir spüren keine Unterstützung für unser Leid". So der Titel des Interviews mit dem Konferenzteilnehmer und israelischen Staatspräsidenten Mosche Katsav in der FAZ am 30.04. Man beachte das Detail: Er möchte keine Unterstützung für den Frieden, sondern für sein Leid. Ebenfalls neu ist der Topos "Antisemitismus soll man nicht zu sehr auf Araber und Muslime abschieben" und vielleicht das Modewort der "Dämonisierung". Der Topos "Auch im Bereich der Globalisierungskritiker gibt es antisemitische Tendenzen" scheint inzwischen zum etablierten Repertoire von Antisemitismusartikeln zu gehören.

Insgesamt gesehen stellte diese Konferenz mit hochkarätigen Teilnehmern wie den Regierungsvertretern Colin Powell (USA) und Mosche Katzav (Israel) für viele Beobachter eine Provokation dar, weil eine schwer zu bestimmende Gruppe aus der Gesellschaft herausgenommen und mit Sonderrechten versehen wird, die in unmittelbarem Zusammenhang stehen mit den Menschenrechtsverletzungen Israels, die sich in den Wochen und Monaten vor der Konferenz zugespitzt haben. So nutzte der israelische Staatspräsident das Forum, um für Solidarität mit (dem derzeitigen, offiziellen) Israel zu werben. Herr Katsav provoziert den Westen (den noch eher als den Osten, der solche Sprüche gewohnt ist) mit den Worten: "Unsere Hände sind sauber. Unsere Moral ist sehr hoch. (...) Und wirklich, wir versuchen alles mögliche, um eine Entspannung und den Frieden mit den Palästinensern herbeizuführen."...
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Das Dorf Jayyous appelliert an die Welt

 Die Familien von Jayyous, einem Dorf nordöstlich von Kalkilia, haben an die internationale Gemeinschaft einen Appell erlassen, man möge ihnen in der besonderen Not, in der sie sich befinden, beistehen.

 Der Appell ist überschrieben: „Jayyous erstickt“ :

„Die Bewohner von Jayyous appellieren hiermit an die Welt und bitten dringend alle freien und aufrichtigen Menschen, einzuschreiten und zu vermitteln, dass Israel die gewalttätigen und üblen Praktika gegen unsere Bürger aufgibt. Wir leiden Tag und Nacht. Sie fallen jeden Tag ins Dorf ein und lassen giftige Gasbomben explodieren. Nicht einmal unsere Tiere sind vor diesem tödlichen Gas sicher. Nur zur Erinnerung: Jayyous hat 90% seines Landes als Folge des Apartheidmauerbaus verloren. Bitte, tun Sie etwas, um diese Tragödie aufzuhalten.“

 Die israelischen Behörden haben den Bau der Trennungsmauer in diesem Gebiet beendet und einen großen Teil von Jayyous’ Land enteignet, besonders das landwirtschaftlich genützte und die Wasserreserven. Die Bewohner dieses Dorfes und der umliegenden Dörfer haben zusammen mit Internationalen Kräften, die extra kamen, um das Dorf zu unterstützen, gegen den Bau der Mauer Widerstand geleistet. Trotzdem hörte die Baufirma nicht auf, die Olivenbäume abzusägen und die Felder mit Bulldozern zu zerstören. Die Dörfer im Nordwesten der Westbank stehen wegen der Mauer vor großen Problemen. Die Mauer trennt die Dörfer von den größeren Orten und so auch von der Haupteinnahmequelle der Leute.

Außerdem beklagen sich die Familien über die Demütigung, der sie durch israelische Soldaten an den Toren ausgesetzt sind. Ein Bewohner von Jayyous sagte zu IMEMC, dass die Armee drei Öffnungszeiten am Tag für je 15 Minuten festgesetzt hat. Die Familien stehen am Tor, doch die Armee lässt sie länger als eine Stunde warten, bis sie schließlich öffnen. Das selbe geschieht auf dem Rückweg vom Feld ins Dorf.

Die Bewohner beklagen sich auch über ein Gas, das die Armee ständig gegen die Bewohner benützt. Sie behaupten, dass zwei schwangere Frauen Fehlgeburten und eine dritte nun an Asthma leidet, weil sie es eingeatmet hat.

Aber nicht nur die Menschen sind vom Gas betroffen, sondern auch die Tiere. Von Mohammad Al-Beiks Tieren hatten 30 eine Fehlgeburt, weil in den Stall eine Gasgranate geworfen wurde. Das Internationale Rote Kreuz ist dabei, dem Problem in Jayyous nachzugehen und das Gas zu untersuchen, ob es Tränengas ist oder etwas anderes. Die Bewohner von Jayyous behaupten, dass es nicht das normale Tränengas ist, das während der 1. Intifada 1987 benützt wurde. Sie können einen Unterschied feststellen.

Es scheint, als hätten die Tore noch einen anderen Sinn. Es ist für die Armee so einfacher, die Leute im Dorf festzuhalten, um dieses möglichst bequem überfallen zu können.

dt. Ellen Rohlfs

 

Sharons willige Komplizen

.....In Sharons Liste ist Bush nur eine weitere Schachfigur. So wichtig er im Augenblick ist, hilft er, den Strategieplan Sharons, Palästina von seinem Volk „frei“ zu machen, zu erfüllen. Es ist das, worauf Sharon sein Leben lang hinarbeitete. Amerikanische Präsidenten kommen und gehen, Sharon steht seit Jahrzehnten fest, und beseitigt  bei seiner unermüdlichen, barbarischen Mission alle Hindernisse. Mit der Hilfe, die er jetzt von Bush und Blair erhält, kann er seine Mission zu Ende bringen.

Sharon war derjenige, der die Kollektivstrafe und den Massenmord in den frühen 50er Jahren als  Schöpfer und Kommandeur von Israels erster berüchtigter Todesschwadron, der Einheit 101, einführte. Seine frühe militärische Karriere verbrachte er mit Töten: nicht feindliche Soldaten, sondern Zivilisten in den Dörfern wie Kibya. In Gaza übte er während der frühen 70er Jahre eine Schreckensherrschaft aus, um den palästinensischen Widerstand  gegen die Besatzung zu brechen. In seinem lebenslangen Kampf war es wirklich eine andere Phase, möglichst viele Palästinenser zur Flucht aus ihrer Heimat zu veranlassen. Er zerstörte große Teile von Beirut, mehr >>>

 

 

.... 1969 hat der israelische Philosoph Yesayahu Leibovitz vorhergesagt, in den okkupierten Gebieten würden einst „Konzentrationslager errichtet werden von den israelischen Herrschern... Israel würde dann ein Staat sein, der es nicht verdient hat zu existieren, und es wird sich nicht lohnen, ihn zu erhalten“. In Bezug auf den eingezäunten Gazastreifen – wie weit sind wir da von Leibovitz Prophezeiung entfernt? In der Westbank ist die Situation noch etwas anders. Hier findet entlang der Mauer-Route momentan ein innergesellschaftlicher Kampf der Israelis statt – ein Kampf zwischen selbstproklamierten „Landbefreiern“, die, ganz gleich, wieviel Land sie schon haben, immer noch mehr wollen und jenen, die in einem Staat leben wollen, der es verdient hat zu existieren. Entlang dieser Route sieht man Israelis, die, Seite an Seite mit Palästinensern, ihre Körper den Bulldozern und der israelischen Armee entgegenstellen. mehr >>>

 

 

..Ariel Sharon ist kein Rabbiner, und die Kabbalah ist für ihn ein Buch mit sieben Siegeln. Aber er schuf einen Golem: die Siedlerbewegung in den besetzten Gebieten.

Er war sicher, dass der Golem ihm dienen würde. Schließlich haben die Siedler ihm alles zu verdanken. Er war es,  der sie seit Jahrzehnten  nährte,  sie mit großen Budgets ausstattete,  für sie alle seine politischen Positionen, die er hinter einander inne hatte, ausbeutete: das Ministerium für Landwirtschaft, der Verteidigung, das Außenministerium, das Ministerium für Wohnungsbau, Industrie und Handel, für Infrastruktur und  am Ende  das Amt des Ministerpräsidenten.

(Ich erinnere mich, dass ich Sharon  vor etwa 25 Jahren  in seinem Haus besuchte. Es war im Rahmen einer Recherche für einen biographischen Essay, den ich über ihn schrieb. Meine Frau und ich saßen mit Lilly Sharon in der Küche, die uns ihre Köstlichkeiten servierte. Da bemerkte ich, wie im anschließenden Raum  die Führer der Siedler saßen. Sharon ging hin und her und teilte seine Zeit gleichmäßig zwischen uns. Schon damals beobachtete ich , wie die Siedler ihn wie ihren  Schutzherrn behandelten.)

Während all dieser Jahre, von der Zeit an,  als er in den 70er Jahren kommandierender  General des südlichen Sektors war, versuchte er jeden, den er traf – Israelis und Ausländer  gleichermaßen – mit Tiraden  zugunsten der Siedlungen zu überzeugen; er breitete Karten vor ihnen aus ( er hat immer Landkarten bei sich) und forderte sie auf zu handeln. Nach ihm war es lebensnotwendig, Siedlungen aufzubauen, um das ganze Eretz Israel - vom Mittelmeer zum Jordanfluss ( mindestens) - in einen jüdischen Staat zu verwandeln, um die palästinensischen Gebiete in Streifen  zu teilen und die Schaffung eines palästinensischen Staates zu  verhindern, der ein Hindernis für die Ausführung aller Ziele des Zionismus sein würde.

Wie ein Bulldozer ohne Bremsen ebnete er jede Opposition ein. Er sorgte dafür, dass viele 10 Milliarden Dollar den Siedlungen zu gute kamen ( die genaue Summe kann nicht ermittelt werden, da sie in verschiedenen Ecken des Budgets versteckt sind), dass zu ihren Gunsten die Gesetze verbogen wurden und dass die Armeeoffiziere dafür gewonnen wurden, ihnen zu dienen. Auf diese Weise ist ein enges Netzwerk von Siedlungen und speziellen Straßen entstanden mit  vielleicht  250 000 Siedlern – wer zählt sie schon?...  mehr >>>
 

 

... Die ersten Opfer der feindlichen Denkstrukturen und des Krieges sind die Wahrheit und die Vernunft. Über die Lügen von Sharon - und nicht nur von Sharon - kann man ganze Bücher schreiben. Ein Buch über die Opfer dieser Lügen kann nicht nur das Herz brechend sein, sondern auch die hochgepriesene westliche Ziwilisation in Frage stellen. Ein bekannter Spruch heisst: "Wenn die Kanonen toben, schweigen die Musen". Im Gazastreifen toben nicht mehr die Kanonen, sondern die Raketen. Warum schweigen die Musen in Deutschland?   ,,,, mehr >>>

 


 Mordechai Vanunu ist frei

Bilder seiner Freilassung

 Sonderseite
Alles über
Mordechai Vanunu

 

Gewaltfreier Marsch der Frauen in Bidu wird mit Gewalt begegnet

Anarchie in unseren Seelen
Die Besatzung hat die Seele Israels korrumpiert .

Gila Svirsky, 25. April 2004

Liebe Freunde, ich sprach gerade mit Molly Malekar, als sie auf ihrem Weg ins Sha’arei Tzdek Krankenhaus in Jerusalem war. Hier ihr Bericht:

„Wir waren etwa 60 Frauen, nur Frauen: etwa 1/3 israelische, 1/3 palästinensische, 1/3 internationale Frauen.

Wir trafen uns in Bidu, um gegen den Mauerbau in diesem Dorf zu protestieren. Es war ein ruhiger Marsch. Die Frauen trugen Poster/ Transparente und gingen in die Richtung des Areals, wo Soldaten den Mauerbau bewachen. In einer Entfernung von 10 Metern vor ihnen hielten wir an, weil die Soldaten ihre Waffen direkt auf uns richteten. Ich rief auf hebräisch zu ihnen : „Nicht schießen, wir sind nicht bewaffnet. Dies ist eine gewaltfreie Demonstration.“

Plötzlich kam ein Angriff mit Tränengas und Stun-Granaten , die rund um uns fielen und in keinerlei Verhältnis zu der ruhigen, nicht provozierenden Art unserer Aktion war. Die Granaten fielen direkt vor unsere Füße. Wir waren geschockt und konnten nicht atmen. Die meisten rannten auseinander und zurück. Die Soldaten griffen uns an und fielen über die Frauen her, griffen einige und nahmen sie fest..

Danach gab es keine Demo mehr, es gab nichts mehr zum Auseinanderjagen. Die meisten Frauen waren zurück gerannt und versuchten, sich vom Tränengas zu erholen. Ich blieb, weil ich mit den Soldaten reden wollte, um die Verhaftung der vier Frauen zu verhindern. Plötzlich tauchten aus dem Nichts vier Pferde mit Grenzpolizisten auf und griffen an. Ich begann wegzulaufen. Aber eines mit einer Polizistin fing mich ab. Sie schlug mit ihrem Stock auf meinen Kopf. Ich fiel zu Boden. Da griff mich ein 2. Pferd an. Ich erhielt noch mehr Schläge auf meinen Kopf und Rücken. Zu diesem Zeitpunkt gab es keinerlei Provokation.“

Molly ist die Leiterin von Bat Shalom, der Frauenfriedensorganisation auf israelischer Seite des Jerusalem Link: ein gemeinsames Unternehmen für Frieden. (Die palästinensische Seite nennt sich Jerusalemzentrum für Frauen) Molly ist eine sehr ernsthafte und rücksichtsvolle Frau. Eine bessere könnten wir uns nicht als Leiterin unserer Organisation vorstellen. Jeder, der Molly einmal begegnet ist, weiß, dass sie sich niemals mit Provokationen einlassen würde. Sie war immer vorsichtig und höflich. Ich fragte sie noch über ihr Handy , als sie auf dem Weg zum Krankenhaus war, wie sie sich fühlt: „Schreckliche Kopfschmerzen, meine Ohren sind verletzt und schmerzen von den Schlägen. Aber lasst uns überlegen, wie wir die Leute aufwecken können, nachdem was hier passieret ist. Wir müssen die Leute wachrütteln.“

Wach auf, Welt! Höre Israel, wach auf! Israelische Soldaten machten Brutalität zur Lebensweise der Palästinenser. Dann richteten sie ihre tödlichen Waffen gegen internationale Friedensaktivisten und nun brutalisieren sie Israelis, die ihre Art und Weise missbilligen. Wer wird die erste sein, die getötet wird?

Starhawk, eine amerikanische Aktivistin, die an einer dieser Aktionen teilnahm, schreibt: „die Israelis, die mit dem täglichen Widerstandkampf zu tun haben ... sagten zu mir, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis es einen israelischen Märtyrer gibt.“

Was ist so schlimm: Gewaltlosigkeit ist kein Schutz mehr gegen die Brutalität des Militärs , egal ob es Israelis, Palästinenser oder Internationale sind. Keiner sollte wegen friedlicher Demonstration angegriffen werden – doch genau das ist zur Norm geworden.

Jede einzelne Demonstration, die heute in den besetzten Gebieten stattfindet, von Palästinensern, oder Israelis, Frauen oder Männern, gewaltfrei oder gewalttätig --- wird in derselben brutalen Weise mit Gewehren, Stun-Granaten und Stöcken begegnet. Und keiner untersucht in ernsthafter , vorurteilsfreier Weise die Unfälle. Die Soldaten merken, dass sie immer brutaler vorgehen können; denn keiner schert sich drum.

Was ist geschehen? Die Besatzung ist geschehen. Die Besatzung hat die Seele Israels korrumpiert .

Eine Situation wie es in der Bibel steht: „es herrscht weder Gesetz noch Urteil.“

In der Seele Israels herrscht heute Anarchie – und sie wird nicht verschwinden, solange wir die Besatzung von unserem Land und aus unseren Herzen nicht ausrotten.

Gila Svirsky, Jerusalem, Koalition der Frauen für den Frieden.

www.coalitionofwomen4peace.

 


Wer gewann den 2. Weltkrieg ?
Ran Ha Cohen

.......... Wenn man die Artikel 47-78  der Genfer Konvention durchgeht, ist es schwierig, einen einzigen Artikel zu finden, den Israel als Besatzungsmacht nicht gebrochen hat. Artikel 49 z.B. : „Die Besatzungsmacht soll Teile seiner eigenen zivilen Bevölkerung nicht in das Gebiet, das sie besetzt, umsiedeln“ – dies bedeutet die Illegalität von Israels Siedlungen. Der Mord an Scheich Yassin jedoch reflektiert eine neue Ebene von Barbarei auf Israels Seite.....

Attentate sind nach dem Artikel 23b der Haager Verordnungen von 1907 klar verboten. Sogar die amerikanische Politik verurteilt Attentate. Ein politischer oder religiöser Führer (wenigstens ein Führer einer freiwilligen Bewegung wie es Yassin tatsächlich war)  steht für seine direkten Anhänger und für die ganze politische und religiöse Entität, von der er ein Teil ist. Er wird nicht als Individuum ausgewählt, sondern als Symbol und Vertreter seiner Massen, seien es nun politische Anhänger oder religiöse Gläubige oder wie in Yassins Fall beides. Yassin wurde als  Symbol der Religion, Kultur, Gesellschaft und Institutionen des palästinensischen Volkes zum Ziel genommen. Man denke daran, dass Hamas nicht nur eine Terrororganisation ist, so wie die USA und Israel es gerne behaupten. Sie ist auch nicht nur eine politische Partei; Hamas unterhält ein ganzes Netzwerk von Schulen, Kliniken und Sozialeinrichtungen in einer verarmten Gesellschaft, die  nach Jahrzehnten von Ausbeutung und Jahren der Strangulierung nahe am Verhungern ist. Es geht nicht darum, ob man Yassins religiöse Überzeugung mag oder nicht; es geht auch nicht darum, dass Israel selbst in den 80 er Jahren das Hochkommen von Hamas ermutigte und unterstützte und dabei hoffte, Arafats PLO zu schwächen. Der Haken an der Sache ist, was der israelische politische Soziologe Lev Grinberg „einen symbolischen Genozid“ nannte: „weil die Welt keine totale Vernichtung erlaubt, findet eine symbolische Vernichtung statt.“ Die Botschaft dieser Gräueltat  ist die: Israels Krieg zielt nicht auf die Kampfunfähigkeit der bewaffneten Kräfte der Feinde hin, sondern auf seine Vernichtung, wenigstens symbolisch .... mehr >>>
 

 

 

....Im Falle eines Rückzugs aus dem Gazastreifen sollen dort nach Ansicht Scharons keine staatlichen Strukturen entstehen. In mehreren aktuellen Interviews hat der Premier erklärt, dass sich Israel das Recht zu "Aktionen gegen terroristische Strukturen" vorbehalte. In anderen Worten: die Luftangriffe und Panzerinvasionen im Gazastreifen werden kein Ende haben. Ein Gefühl der Sicherheit soll bei den Palästinensern nicht entstehen. Insgesamt geht es Scharon um die völlige Verhinderung palästinensischer Eigenstaatlichkeit. "Wenn man Gebiete und Ortschaften im Westjordanland einzäunt, dann beendet man viele (palästinensische) Träumereien", erklärte Scharon gegenüber der Tageszeitung Ma'ariv vor einer Woche. "Mein Plan ist hart für die Palästinenser. Ein tödlicher Stoß." mehr >>>

 

 

. Wenige hundert Meter weiter südlich hat das israelische Militär ein Trainingslager aufgestellt und hat viele Hektar Agrarland beschlagnahmt, das vorher den Bewohnern gehört hatte. Gepanzerte Fahrzeuge und Jeeps fahren unbeschränkt sogar auf Feldern neben dem Dorf, die das Militär noch nicht beschlagnahmt hat, zerstören da die Ernte und erschrecken kleine Kinder.

Wenige hundert Meter nach Norden, auf dem Grat des Berges, wurden eine Reihe jüdischer Siedlungen und Außenposten gebaut. Die Siedler bedrohen jeden Palästinenser, der den Hang ersteigt, und hindern die Bewohner daran, ihre nördlichen Felder zu pflügen und ihre Schafe dort zu weiden......So haben das Militär und die Siedler erfolgreich die Einwohner auf ein winzigen Stück Land beschränkt,.......

Vor zwei Monaten haben die Höhlenbewohner einen weiteren Schlag erlitten. Am 15. Januar hat ein kleines Flugzeug einige Felder, die die Dorfbewohner noch betreten durften, besprüht und den Ertrag mit Chemikalien zerstört, den die Dörfler kurz vorher erst gepflanzt hatten. Was auf dem Boden nicht gelang, wurde aus der Luft ausgeführt.
Die Botschaft an die Bewohner von Jimba war klar: ihr bleibt nicht mehr lange auf diesem Land.
Die Methode ist, die Infrastruktur zu zerstören, so dass die Bewohner "freiwillig" das Land verlassen. Auf Hebräisch nennt man das "Transfer".
Aber wer steckt hinter diesem düsteren Komplott?

Am 4. Februar haben Ta'ayush Aktivisten (eine jüdisch-arabische Partnerschaft) mit einer Rechtsanwältin von der Association for Civil Rights und ein Arbeiter von Physicians for Human Rights Jinba besucht. Während sie dort waren, hat die Rechtsanwältin die Polizei in Hebron angerufen und sie gebeten, nach einer Klage wegen Belästigung durch Siedler zu schauen. Sie hatte keine Ahnung, was darauf folgen würde.

Vier Nächte später, um etwa 3 Uhr, kamen drei Autos nach Jinba. Die Besucher schienen Sicherheitsoffiziere der nahen Siedlungen zu sein. Sie weckten die  Höhlenbewohner und trennten die Männer und Frauen. ....  mehr >>>

 

Salfit, im Herzen der besetzten Westbank, leidet seit vielen Jahren unter Enteignungen und Wasserdiebstahl. In der Region leben mittlerweile 65 % aller israelischen Westbank-Siedler, wohingegen es nur noch 20 palästinensische Dörfer gibt. (...)

Die wirtschaftliche Lage der Dorfbewohner in Salfit ist verheerend. (...) Salfit besitzt die größten Grundwasservorkommen der Westbank. Der israelische Wasserdiebstahl hat eine lange Geschichte. In den letzten Jahren wurden 16 artesische Brunnen beschlagnahmt: Das Wasser aus diesen Brunnen wird jetzt viele Kilometer weit nach Israel, in die Siedlungen in Salfit und sogar bis in die Siedlungen im Jordantal umgeleitet. Wegen der Übernutzung durch die Siedler verfügen die nahegelegenen Dörfer über keine ständige Wasserversorgung mehr. Die Israelis verbrauchen fünfmal mehr Wasser als die Palästinenser. Gleichzeitig ist das Wasser für die Palästinenser sehr viel teurer: Sie müssen 300% soviel bezahlen. (...)

In den letzten neun Jahren hat die Stadtverwaltung von Salfit versucht, eine Kläranlage für ihre Einwohner zu bauen. Für den Bau der Anlage und einer Hauptleitung zur Stadt erhielt die Stadtverwaltung eine Unterstützung von mehr als 10 Millionen Euro von der Bundesrepublik Deutschland. Die israelischen Besatzungstruppen stoppten den Bau und beschlagnahmten 18 Monate lang alle Maschinen. Die Verwaltung von Salfit musste zusätzliche Darlehen aufnehmen, um ein neues Stück Land näher bei der Stadt zu kaufen. Ausserdem musste ein Darlehen von etwa einer Million Euro aufgenommen werden, um die Wasser- und Stromleitungen neu zu verlegen. Obwohl der neue Standort der Anlage von Israel genehmigt wurde, wird diese nun durch die Apartheidmauer von Salfit getrennt. Dadurch wird die Anlage nicht mehr unter Kontrolle der Stadt stehen, sondern dem Zugriff der Siedler ausgesetzt werden.... mehr >>>

 

 

..... Es gibt in der Hamas verschiedene Strömungen. Der ideologische harte Kern lehnt in der Tat jeglichen Frieden und Kompromiss mit Israel ab. Sie betrachten Israel als  eingepfropften Fremdkörper in Palästina, das nach islamischer Lehre ein muslimisches "wakf" (religiöse Stiftung) ist. Viele Hamas-Anhänger betrachten die Organisation aber nicht so sehr als ideologisches Zentrum, sondern eher als ein Instrument, um Israel bei der Verfolgung realistischer Ziele zu bekämpfen.

 Scheich Yassin erklärte vor einigen Monaten in einer deutschen Zeitung, dass der Kampf nach der Errichtung eines Palästinenserstaates in den Grenzen von 1967 eingestellt würde. Vor kurzem bot er einen 30jährigen Waffenstillstand ("hudna") an. (Das erinnert mich sehr an einen von Ariel Sharons Vorschlägen, dass Israel den Gaza-Streifen aufgeben und große Teile der West Bank für eine Interimsphase von 20 Jahren behalten wolle.)

 Deswegen diente die Ermordung des Scheichs keinem positiven Ziel, sondern war eine Torheit.

Die drei Generäle, die heutzutage die Politik Israels bestimmen - Premierminister Ariel Sharon, Verteidigungsminister Sha'ul Mofaz und Stabschef Moshe  Ya'alon - behaupten, dass "kurzfristig" zwar die Angriffe auf  israelische Staatsbürger zunehmen werden, "langfristig" würde es jedoch dazu nützen, den "Terrorismus auszurotten". Sie sind  dabei aber sehr vorsichtig und definieren nicht, wann das "Kurzfristige" endet und das "Langfristige" beginnt. Unsere Generäle glauben  nicht an Terminkalender.

 Ich nehme mir die Freiheit, diesen drei glorreichen Strategen mitzuteilen: Quatsch mit Tomatensoße (wie es im hebräischen Slang heißt). Oder vielmehr Quatsch mit Blut.

 Kurzfristig gefährdet diese Tat unsere persönliche Sicherheit; langfristig stellt sie eine noch größere Gefahr für unsere nationale Sicherheit dar.

 Kurzfristig hat die Tat die Motivation der Hamas erhöht, tödliche Angriffe auszuführen. Jeder Israeli weiß das und trifft momentan zusätzliche Vorkehrungen. Aber weniger offensichtliche Ergebnisse sind viel bedrohlicher.....  mehr >>>

 

 

from: Waltraud Schaue
ent: 24, 2004 11:40 PM

Palästina, ein Gefängnis ohne Dach

Brief vom März 2004,

Die Lebenssituation der Palästinenser hat sich seit meinem letzten Besuch im Dezember 2003 dramatisch verschlechtert.

Kinder sind mangel/oder unterernährt, viele Erwachsene hungern. Die Mauer umschließt immer weitere Gebiete, Dörfer und Städte - wie z.B. Qalqilia, eine Stadt mit 43.000 Einwohnern. Diese Stadt ist rundherum mit der 8 Meter hohen Mauer umgeben, also total eingemauert und mit Wachtürmen und Kameras versehen, die Tore elektrisch gesichert. Das ist ein Ghetto. Richtung Osten gibt es einen Zugang der von israelischen Soldaten bewacht und am Abend geschlossen wird. Im Norden und Süden der Stadt gibt es jeweils ein Tor, diese sind für die Bauern vorgesehen damit sie zu ihren Feldern können. Diese beiden Tore werden für 50 Minuten pro Tag geöffnet und zwar von 07:40-08:00 Uhr, mittags von 12.00-12:15 und abends von 18:45-19:00 Uhr. Somit werden die Bauern gehindert ihre Felder zu bestellen. Die Israelis haben ein altes osmanisches Gesetz ausgegraben das besagt, wenn Bauern ihre Felder drei Jahre nicht bearbeiten fällt es an den Grundherrn zurück, das sind gegenwärtig die israelischen Besatzer.

Es gibt massiven, gewaltlosen Widerstand der lokalen Bevölkerung gegen den Bau der Mauer und gegen die Besatzung, vor allem Frauen demonstrieren, weil sie sich erhoffen, dass die israelischen Soldaten mehr Hemmungen haben auf sie zu schiessen. Das ist leider ein Irrtum. Ich war mit einer Gruppe von Internationalen die meisten davon Italiener und beteiligten uns bei einer friedlichen Demonstration mit den Bewohnern im Dorf Media, wo der Bau der Mauer vorbereitet wird, Olivenbäume gerodet und die Bulldozer das Gelände bearbeiten. Wir  versuchten mit den Soldaten ins Gespräch zu kommen. Zum ersten Mal musste ich erleben wie ein Soldat gezielt das Gewehr auf mich ansetzte , ich war so erstarrt und konnte mich nicht bewegen, er schoss dann mit einer "sound bomb" und einer Tränengasbombe auf mich, die einen halben Meter neben mir explodierten. Es wurde viel herumgeschossen. Ein Mensch wurde von einem "rubber bullet"  am Kopf verletzt und mit der Ambulanz weggebracht. Die Palästinenser sagten, wären wir Internationale nicht dabei gewesen hätten sie auf alles scharf geschossen das sich bewegt , jeden Tag werden  Menschen, auch Frauen und Kinder erschossen. Ein Palästinenserleben scheint nicht viel Wert zu haben, jedenfalls werden diese Toten in den Medien kaum erwähnt. Alle mit denen ich gesprochen habe, sehnen sich nach Frieden mit Israel und einem normalen Leben. Sie sind erschöpft, müde, ausgelaugt....
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