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TEXTE 17

Der Entzug von Wasser und seine Verschmutzung in Gaza:

Verbrechen an der Menschheit

 

Bericht von Dominique Waroquiez und Nicole Soteau über ihren Besuch in der letzten Dezemberwoche 2012 in Gaza.

Die Zerstörung des palästinensischen Volkes wird von Israel eingeleitet durch Entzug der lebenswichtigen Ressource für die 1,8 Mill. Menschen und die sanitären Voraussetzungen dafür! 


 

1. Dieses Foto zeigt kurz und bündig die Hölle, wie sie der palästinensischen Bevölkerung auferlegt wird. Das Kind im Vordergrund trägt einen mit Kieseln gefüllten Eimer und bringt ihn zum Eselskarren im Hintergrund. Aufgrund des Einfuhrverbots von Baumaterialien ist das Sammeln von Kieseln in dieser Region wegen der hohen Arbeitslosigkeit zu einer Einkommensquelle geworden. Aber das Sammeln von Kieseln in diesen offenen "Abwasserkanälen" ist zum Wadi Gaza geworden: die kleinen Kieselsammler sind schwersten Umweltverschmutzungen in den Atemwegen und durch die Haut ausgesetzt, die durch Beine und Füße aus der Kloake aufgenommen werden. Und das alles für den Hungerlohn von 2,-€ für eine volle Karrenladung 


 

2. Omar AT-Tawill wohnt seit 15 Jahren mit seiner Frau und seinen fünf Kindern im Wadi Gaza. "Wenn Freunde mich besuchen, schäme ich mich wegen des bestialischen Gestanks. Bei Einbruch der Nacht wird es durch Fliegen- und Mückenschwärme noch schlimmer. Ich kann keine Freunde zum Essen einladen, " erklärt dieser 40 Jahre alte Mann den Mitgliedern von EWASH


 

3. Als Gaza unter ägyptischer Kontrolle war, wurde die Brücke 1962 gebaut. Sie ist fast die einzige Verbindung von Norden nach Süden des Gazastreifens. Deshalb wird sie von den Terroristen des israelischen Staates gern als Ziel ausgesucht.. Im Jahr 2006 wurde sie zum ersten Mal zerstört, danach wieder aufgebaut. Im November 2012 wurde sie erneut durch Bomben zerstört.

 
 

4. Durch das israelische und internationale Verbot, Abfallentsorgung korrekt zu entwickeln, wird Wadi Gaza zum Mülleimer. Jeden Tag fließen mehrere Millionen Liter der verschmutzten Brühe einige Kilometer flussabwärts bis zum Mittelmeer.


 

5.( Foto eines Vogels) "Sie wollen alle unseren Tod "scheint dieser Eisvogel über dem schlammigen Wasser zu sagen, "so mache ich es wie die Palästinenser! Ich warte und leiste Widerstand, so gut es geht". 


 

 

 

Bericht zur Wasserversorgung in Gaza und die Folgen für die Bewohner. 

Für Frau Ashton (EU) von Oominique Waroquaiez

 

 

 

Durst nach Gerechtigkeit. 

Schon bei unserer Ankunft in Gaza wurden wir gewarnt, kein Wasser aus dem Wasserhahn zu trinken und äußerst vorsichtig zu sein, da das Wasser hier nicht trinkbar ist.

 

Wasserhahn im Hotel Palästina, nah am Meer, wo wir gewohnt haben


 

Die Verantwortlichen von EWASH (Emergency Water Sanitation and Hygéne Group www.ewash.org) arbeiten eng mit den lokalen Gemeinden von der Westbank und Gaza zusammen. Sie bitten uns ihre Kampagne "Durst nach Gerechtigkeit zu unterstützen (wwwthirstingforjustice.org). 

In dem riesigen Freiluftgefängnis Gaza sind 95% des theoretisch brauchbaren Süßwassers schmutzig und ungenießbar So sind die wenigen Grundwasservorräte entlang der Mittelmeerküste erschöpft durch exzessives Abpumpen, Meersalz ist eingedrungen. Auf der anderen Seite hat Israel absichtlich den Bewohnern von Gaza den natürlichen Lauf des Wassers von Wadi Gaza abgeschnitten. Seine Quelle liegt in den Bergen von Hebron in der Westbank, aber Israel leitet den Hauptteil dieses Wassers in Rückhaltebecken, so dass nur ein winziger Anteil des Wassernetzes noch in Gaza ankommt.


 

7. Und da, parallel dazu der israelische Staat mit allen Mitteln (Bombardierungen, Einfuhrverbot von Baumaterialien) eine funktionierende Einrichtung zur Wasser- und Abfallentsorgung verhindert, ist Wadi Gaza zum Mülleimer mitten in Gaza geworden. jeden Tag werden 60-80 Millionen Liter von stinkendem und verschmutztem Schlamm ins Meer gespült. Während international für 50mg /1 Nitrat der höchste zulässige Wert im Trinkwasser ist, werden in Gaza 100-500 mg/l gemessen. 

Dazu kommt, dass Israel es nicht dabei belässt, Wadi Gaza mit Hilfe von Stauseen auf den Höhen auszutrocknen, sondern Nitrate aus der eigenen, intensiv genutzten, Landwirtschaft in großen Mengen so abgeleitet werden.

 

8. Es wundert nicht, dass jeder vierte Einwohner Gazas unter Krankheiten leidet, die auf das Wasser zurückgeführt werden: Durchfallerkrankungen, Schilddrüsenprobleme, Krebs bei Erwachsenen, denn die Sauerstoffversorgung im Blut wird durch die Nitrate beeinflusst. 

Außerdem hat EWASH berichtet, dass laut einer Wasseranalyse 48 % Spuren von Parasiten tragen. Menschen in Gaza, die das Geld haben, kaufen Wasser in Israel oder trinken Getränke der großen Marken, wie Danone, Coca Cola; die Ärmsten in der Bevölkerung trinken infiziertes Wasser, das schlecht kontrolliert wurde oder, rundheraus gesagt, verschmutzt und mit Bakterien verseucht ist.

 Die Entsalzung ist zu teuer, sie kostet 8, -€/m³, das ist viel für die arme Bevölkerung, insbesonder für Flüchtlinge. 

Zu der Strategie des andauernden Entzugs von sauberem Wasser gehören auch die Bombardierungen und die daraus folgenden Konsequenzen. 

Die israelischen Bombardierungen haben nicht nur die Aquiferen, die Kanalisation, die Brunnen und Kläranlagen, Pumpwerke und Wasserbehälter, die mehrere tausend Dollar kosteten, beschädigt, die Materialien, die zur Wiederherstellung der Infrastruktur gebraucht werden, dürfen nicht importiert werden. Auch die Wasserreinigung gestaltet sich, wegen des Treibstoffmangels, als Folge der Blockade, schwierig. Für den Angriff im Winter 2008-2009 trifft das auf 30 km des Leitungsnetzes zu. (Quelle Goldstone-Bericht) 

Beim letzten Angriff im November 2012 hat Israel die Zisternen bombardiert und Wasserverkäufer angegriffen. Diese wagten dann nicht mehr, auf den üblichen Verkehrswegen das Wasser zur Bevölkerung zu bringen, ein Wasserverkäufer und sein Sohn wurden so getötet. Zusätzlich wird die Situation erschwert durch den Mangel an Hilfsmöglichkeiten für die vergifteten Gräben und schmutzigem Wasser, das manchmal sogar durch die Straßen rinnt. 

In manchen bewohnten Gegenden Gazas kommt uns der Gestank von sich stauendem, ungesundem Wasser entgegen. Anlieger dieser Zonen von gebrauchtem Wasser leiden darunter. Im Wadi Gaza. gab es einstmals naturschutz-würdige Wasserläufe; sie wurden von Israel und den Siedlern umgeleitet und sind zu einem Abwasserkanal unter freiem Himmel geworden. 

Die Salzwassermengen an der Küste des Gazastreifens überschreiten die Kapazität der Pumpen und könnten in den Jahren 2016-2020 unbrauchbar und völlig versalzt sein. Diese Situation wäre irreversibel. Zur Zeit werden 30% der Bevölkerung im Lande nur einmal an jedem vierten Tag mit Wasser versorgt und 45% an jedem dritten. 

EWASH besteht darauf, dass wir diese Informationen unseren Regierungen, besonders der Europäischen Union, vorlegen. Sie sollen Israel zwingen, das Recht der Palästinenser auf  sauberes Trinkwasser zu beachten. Auch muss die Infrastruktur weiter entwickelt werden, Gewalt gegen dieses Recht muss verhindert werden! 

Das ist auch wichtig für die Qualität des Wassers im Mittelmeer: mehr als die Hälfte des ungeklärten Wassers, ein großer Anteil kommt vom Wadi Gaza und fließt täglich wegen des Mangels an Materialien zur Wasserreinigung ungeklärt ins Mittelmeer.

(Quelle: Amnesty International,2009) 

Die Okzidental-Aquifere, die von den Hebroner Hügeln Wasser liefert, kann nur minimal genutzt werden, da die Palästinenser im Gegensatz zu den israelischen Dieben kaum Anspruch darauf erheben können. 

Für EWASH ist das eine Gelegenheit zu betonen, dass Israel und seine Siedler noch mehr Wasser vereinnahmen, als die Osloer Verträge ursprünglich vorsehen. Immerhin wurden ihnen schon 80% dieser Okzidental-Aquifere zugestanden, in Wirklichkeit nimmt Israel sich 94%.- 



Übersetzung aus dem französischen - Zusammenfassung Gertrud Nehls
Quelle >>>

Was die amerikanischen Medien  uns nicht über Israel erzählen.

Noam Chomsky 3.12.12
 

Ein alter Mann in Gaza hielt ein Plakat, auf dem stand:

    „Ihr nehmt mein Wasser, verbrennt meine Olivenbäume,

      verbrennt mein Haus, nehmt mir die Arbeit,

      stehlt mein Land, verhaftet meinen Vater.

       Tötet meine Mutter, bombardiert mein Land,

       Hungert uns aus, demütigt uns alle –

       Gebt mir aber die Schuld:

       Ich hätte einen Stein zurückgeworfen.“

Die Botschaft des alten Mannes gibt genau den Kontext für die letzte Episode der brutalen Strafe  des Gazastreifens. Die Verbrechen gehen zurück bis 1948, als hundert Tausende Palästinenser vor Schrecken flohen oder nach Gaza vertrieben wurden, als Israels Armee das Land eroberte – und sie tut es noch heute. Jahre nach der offiziellen Waffenruhe.

 

Die Strafe hat, als Israel Gaza eroberte, neue Formen angenommen. Vom israelischen Wissenschaftler Avi Raz * erfahren wir, dass es das Ziel der Regierung war, die Flüchtlinge über die Grenze auf die Sinaihalbinsel zu vertreiben – und , wenn möglich, auch die übrige Bevölkerung ( der Westbank).

Vertreibungen aus Gaza wurden unter direktem Befehl des Generals Yeshayahu Gavish, dem Kommandeur des südlichen IDF-Kommandos durchgeführt. Vertreibungen aus der Westbank  waren  weit drastischer, und  Israel griff zu  hinterhältigen Mitteln, um die Rückkehr der Vertriebenen zu verhindern – eine  direkte Verletzung der UN-Sicherheitsratsresolutionen.

Die Gründe wurden bei internen Diskussionen unmittelbar nach dem Krieg deutlich gemacht: Golda Meir, die spätere Ministerpräsidentin, informierte ihre Kollegen der Laborpartei, dass Israel den Gazastreifen behalten solle, seine Araber aber los werden wolle. Der Verteidigungs-Minister Mosche Dayan und andere waren damit einverstanden.

 

Ministerpräsident Levi Eshkol erklärte, dass man jenen Vertriebenen nicht erlauben könne, zurückzukehren, weil wir die arabische Bevölkerung in Israel nicht vergrößern können – und bezog sich auf die neu besetzten Gebiete, die schon als Israels angesehen wurden.

In Überseinstimmung mit dieser Vorstellung wurden alle Landkarten Israels verändert und die international anerkannte Grenze, die Grüne Linie gelöscht. Die Veröffentlichung der Karte wurde hinausgezögert, um  dem israelischen Botschafter bei der UN Abba Ebban zu erlauben, einen „günstigen  toten Punkt“ bei der Vollversammlung zu erreichen und so Israels Absichten zu verbergen.

Die Ziele der Vertreibung mögen bis heute lebendig geblieben sein und mögen auch der Grund  für die ägyptische Verzögerung sein, die Grenze zum freien Passieren von Menschen und Waren zu öffnen. Dahinter steht die von den USA unterstützte israelische Belagerung.

Die augenblickliche Eskalation der US-israelischen Gewalt datiert auf den Januar 2006, als die Palästinenser bei der ersten freien Wahl in der arabischen Welt „falsch“ wählten.

Israel und die USA reagierten sofort mit harter Strafe und der Vorbereitung eines militärischen Schlags, um die gewählte Regierung zu stürzen – eine Routineprozedur. Die Strafe wurde 2007 radikal intensiviert, als der 1.Versuch fehl schlug, und die gewählte Hamasregierung  die volle Kontrolle über den Gazastreifen gewann.

Israel ignorierte nach der 2006-Wahl die sofortigen Waffenstillstandangebote der Hamas, begann einen Angriff, bei dem 660 Palästinenser getötet wurden , von denen die meisten Zivilisten (und ein Drittel Kinder) waren. Nach den UN-Berichten  wurden zwischen  April 2006 und Juli 2012   2879 Palästinenser durch israelisches Militär getötet und ein paar Dutzend Israelis durch Raketen aus Gaza.

 

Ein kurzlebiger Waffenstillstand 2008 wurde von Hamas eingehalten, bis Israel ihn im November brach und weitere Angebote auf Waffenruhe ignorierte. Israel begann die mörderische Operation Cast Lead im Dezember 2008.

Die Sache ging weiter: während die US und Israel  die Hamasaufrufe zu einer langfristigen Feuerpause weiter zurückwiesen, wie auch  ein politisches Abkommen für eine Zweistaatenlösung mit internationalem Konsens, die die USA seit 1976  mit ihrem Veto blockierte, so blockierte es auch eine von den größeren arabischen Staaten vorgebrachte Resolution des UN-Sicherheitsrates.

 

*Raz: „Die Braut und die Mitgift“ Israel und Jordanien nach dem Junikrieg 1967.

 

 

(2. Teil!!)

 

In dieser Woche bemühte sich Washington sehr darum, die palästinensische Initiative, die ihren Status bei der UN verbessern sollte, zu blockieren. Es gelang ihm nicht.

Die Gründe waren  aufschlussreich: Palästina könnte sich wegen der von US unterstützten Verbrechen Israels an den Internationalen Gerichtshof wenden.

 

Ein Element der unaufhörlichen Schikanen in Gaza ist Israels „Pufferzone“ innerhalb Gaza, die für Palästinenser gesperrt ist – aber sie  umfasst fast die Hälfte von Gazas begrenztem landwirtschaftlich genutztem Land .

 

Seit Januar 2012 bis zu Beginn von Israels letztem Amoklauf am 14. November, der Operation Wolkensäule, wurde ein Israeli  durch ein Geschoss aus dem Gazastreifen erschossen, während 78 Palästinenser von Israelis getötet wurden.

Die ganze Geschichte ist natürlich viel komplexer und hässlicher.

 

Der erste Akt der „Operation Wolkensäule“ war der Mord an Ahmed Jabari. Aluf Benn, der Herausgeber der Zeitung Haaretz, beschreibt ihn als Israels „Subunternehmer“ und „Grenzwächter“ in Gaza, der seit über fünf Jahren dafür sorgte, dass dort  relative Ruhe herrschte.

 

Der Vorwand für die Ermordung war, dass Jabari während dieser  fünf Jahre eine Militärkraft mit Raketen aus dem Iran aufgebaut habe. Ein glaubwürdigerer Grund wurde vom israelischen Friedensaktivisten Gershon Baskin geliefert, der jahrelang an direkten Verhandlungen mit Jabari beteiligt war, einschließlich der Pläne für eine endliche Freilassung des israelischen Gefangenen Soldaten Gilat Shalit.

Baskin berichtet, dass nur Stunden vor seinem Mord, Jabari „einen Entwurf für eine langwährende Waffenruhe mit Israel empfangen hatte, der einen Mechanismus einschloss, der eine Feuerpause auch in dem Fall aufrecht erhält, wenn es zu einer Schießerei zwischen Israel und  Fraktionen im Gazastreifen kommen sollte“.

Eine Waffenpause, von Hamas am 12. November ausgerufen,  fand statt, wurde dann aber offensichtlich von Israel ausgenützt – wie Reuters berichtet – um die Aufmerksamkeit auf die syrische Grenze zu lenken, in der Hoffnung, dass die Hamasführer bei ihrer Wachsamkeit nachlässig sind und es leichter sein würde, ihn zu ermorden.

Während dieser Jahre ist der Gazastreifen  nur gerade auf einem Level des Überlebens gehalten worden: abgesperrt vom Land, dem Meer und aus der Luft. Am Vorabend des letzten Überfalls berichtete die UN, dass 40% aller wesentlichen Medikamente fehlten und mehr als die Hälfte wesentlicher medizinischer Geräte nicht funktionieren.

Eines der ersten aus einer Reihe Fotos, die aus Gaza kamen, zeigte einen Arzt, der einen verkohlten Leichnam eines ermordeten Kindes im Arm hielt. Dies ging einem unter die Haut . Der Arzt ist der Direktor und Chef der Chirurgie des Khan-Yunis-Krankenhauses, den ich vor ein paar Wochen besucht hatte.

Als ich über meinen Besuch dort berichtete, schrieb ich auch von seinem leidenschaftlichen Appell um verzweifelt benötigte Medizin und chirurgische Ausrüstung. Dies gehört zu den Verbrechen der US-israelischen Belagerung und der ägyptischen Komplizenschaft.

Die Todesrate  während der November-Episode betrug mehr als 160 (173) tote Palästinenser, einschließlich vieler Kinder und sechs Israelis.

 

Unter den Toten waren drei Journalisten. Die offizielle israelische Rechtfertigung war, dass „die Ziele Leute sind, die eine Beziehung zur Terroraktivität haben.“ Beim Berichten über die „Exekution“ in der New York Times beobachtete David Carr, dass das Töten von Mitgliedern der Medien mit einer formlosen Phrase gerechtfertigt werden kann: „Relevanz zu Terroraktivitäten“.

 

Die massive Zerstörung fand im ganzen Gazastreifen statt. Israel benützt weiter entwickelte US-Militärausrüstung und  verlässt sich auf  diplomatische US-Unterstützung, einschließlich der US-Interventions-Bemühungen, um einen Aufruf zur Feuerpause des UN-Sicherheitsrat zu blockieren.

 

Mit jedem dieser Abenteuer verliert Israel global an Image. Die Photos und Videos über Terror und Verwüstung und die Art des Konfliktes lassen wenig  von der Glaubwürdigkeit der „selbst erklärten moralischsten  Armee in der Welt“ übrig, mindestens unter den Leuten, die offene Augen haben.

 

Der Vorwand für den Überfall war also wie üblich. Wir können also die voraussagbaren Erklärungen der Täter in Israel und Washington beiseite lassen. Aber selbst dezente Leute fragen, was Israel tun sollte, wenn es von Raketen aus Gaza angegriffen wird. Das ist eine berechtigte Frage. Und es gibt einfache Antworten.

Eine Antwort würde sein: das internationale Recht einhalten, das die Anwendung von Gewalt ohne Genehmigung des Sicherheitsrats nur in einem einzigen Fall erlaubt : zur Selbstverteidigung, nachdem man den Sicherheitsrat von einem bewaffneten Angriff informiert hat, bis der Sicherheitsrat handelt – gemäß der UN-Charter, Artikel 51.

 

Israel ist mit dieser Charter sehr vertraut, denn sie hat mit dem Ausbruch des  Junikrieges 1967 zu tun. Aber Israels Appell geht nirgendwohin, wenn es schnell feststellte, dass Israel den Angriff beginnen musste. Israel folgte im November nicht diesem Kurs, da es wusste, was bei einer Debatte im Sicherheitsrat bekannt würde.

 

Eine andere knappe Antwort würde sein, der Waffenruhe zuzustimmen, wie sie vor der Operation,  am 14. November sehr möglich schien.

….

Auch in Gaza ist eine zivilisierte Reaktion möglich. Die US und Israel könnten den gnadenlosen, unversöhnlichen  Angriff beenden, die Grenzen öffnen, Baumaterial liefern und, falls es vorstellbar wäre, Reparationen für jahrzehnte lange Gewalt und Unterdrückung zu zahlen.

 

Das Abkommen über eine Feuerpause stellt fest, dass die Maßnahmen zur Erfüllung des Belagerungszustandes und das gezielte Töten im Grenzbereich nach „24 Stunden von Beginn der Feuerpause an in Kraft treten soll.“

 

Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Schritte in dieser Richtung unternommen werden. Es gibt auch keine Anzeichen von us-israelischer Bereitschaft, ihre Trennung des Gazastreifens von der Westbank rückgängig zu machen –  übrigens eine Verletzung des Oslo-Abkommens – und den illegalen Siedlungsbau zu stoppen  und ein Entwicklungsprogramm (der Siedlungen) in der Westbank zu beenden, das ein politisches  Abkommen unmöglich machen soll.  Auch in anderer Weise gehen sie nicht davon aus, dieAblehnung der letzten Jahrzehnte rückgängig zu machen.

 

(dt. und geringfügig gekürzt: Ellen Rohlfs)

   http://alternet.org/world/noam-chomsky-what-american-media-won-t-tell-you ..

 

 

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