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TEXTE - 1

 
 
 

...... Es gibt in der Hamas verschiedene Strömungen. Der ideologische harte Kern lehnt in der Tat jeglichen Frieden und Kompromiss mit Israel ab. Sie betrachten Israel als  eingepfropften Fremdkörper in Palästina, das nach islamischer Lehre ein muslimisches "wakf" (religiöse Stiftung) ist. Viele Hamas-Anhänger betrachten die Organisation aber nicht so sehr als ideologisches Zentrum, sondern eher als ein Instrument, um Israel bei der Verfolgung realistischer Ziele zu bekämpfen.

 Scheich Yassin erklärte vor einigen Monaten in einer deutschen Zeitung, dass der Kampf nach der Errichtung eines Palästinenserstaates in den Grenzen von 1967 eingestellt würde. Vor kurzem bot er einen 30jährigen Waffenstillstand ("hudna") an. (Das erinnert mich sehr an einen von Ariel Sharons Vorschlägen, dass Israel den Gaza-Streifen aufgeben und große Teile der West Bank für eine Interimsphase von 20 Jahren behalten wolle.)

 Deswegen diente die Ermordung des Scheichs keinem positiven Ziel, sondern war eine Torheit.

Die drei Generäle, die heutzutage die Politik Israels bestimmen - Premierminister Ariel Sharon, Verteidigungsminister Sha'ul Mofaz und Stabschef Moshe  Ya'alon - behaupten, dass "kurzfristig" zwar die Angriffe auf  israelische Staatsbürger zunehmen werden, "langfristig" würde es jedoch dazu nützen, den "Terrorismus auszurotten". Sie sind  dabei aber sehr vorsichtig und definieren nicht, wann das "Kurzfristige" endet und das "Langfristige" beginnt. Unsere Generäle glauben  nicht an Terminkalender.

 Ich nehme mir die Freiheit, diesen drei glorreichen Strategen mitzuteilen: Quatsch mit Tomatensoße (wie es im hebräischen Slang heißt). Oder vielmehr Quatsch mit Blut.

 Kurzfristig gefährdet diese Tat unsere persönliche Sicherheit; langfristig stellt sie eine noch größere Gefahr für unsere nationale Sicherheit dar.

 Kurzfristig hat die Tat die Motivation der Hamas erhöht, tödliche Angriffe auszuführen. Jeder Israeli weiß das und trifft momentan zusätzliche Vorkehrungen. Aber weniger offensichtliche Ergebnisse sind viel bedrohlicher..

 In den Herzen Hunderttausender Kinder in den Palästinensergebieten und den arabischen Ländern hat dieser Mord einen Sturm der Wut und Rachsucht, zusammen mit Frustrations- und Erniedrigungsgefühlen hinsichtlich der Ohnmacht der arabischen Welt, entfacht. Das schafft nicht nur Tausende neuer potentieller Selbstmordattentäter im Lande selbst, sondern Zehntausende Freiwilliger für die radikalen islamischen Organisationen überall in der arabischen Welt. (Ich weiß das, denn im Alter von 15 schloss ich mich unter ähnlichen Umständen der bewaffneten hebräischen Untergrundbewegung an.)

Es gibt für eine kämpfende Organisation keine stärkere Waffe als einen Märtyrer. Es reicht wohl aus, wenn ich Avraham Stern alias Ya'ir erwähne, der 1942 von der britischen Polizei in Tel Aviv getötet wurde. Sein Blut gab dem Entstehen der Lehi-Untergrundbewegung (mit dem Spitznamen "die Stern-Bande") einen Impuls, und nur vier Jahre später spielte diese eine große Rolle bei der Vertreibung der Briten aus Palästina.

 Aber Ya'irs Ansehen war nichts im Vergleich zu dem Ansehen, das Scheich Yassin genießt. Der Mann wurde praktisch geboren, um eine Rolle als heilig gesprochener Märtyrer zu erfüllen: eine religiöse Persönlichkeit, ein Gelähmter im Rollstuhl, körperlich gebrochen, aber nicht in seinem Geist; ein Militanter, der viele Jahre im Gefängnis verbrachte; ein Führer, der seinen Kampf fortsetzte, nachdem er wie durch ein Wunder einen früheren Attentatsversuch überlebte; ein Held, der feige aus der Luft ermordet wurde, als er die Moschee nach dem Gebet verließ. Selbst ein genialer Schriftsteller hätte keine Figur erfinden können, die besser geeignet wäre, von Milliarden Muslimen dieser  und der kommenden Generationen verehrt zu werden.

 Der Mord an Yassin wird die Zusammenarbeit zwischen den kämpfenden Palästinenserorganisationen fördern.  mehr >>>

 

..„Die Sicherheitsmaßnahmen um die Regierungsminister und öffentlichen Personen wurde verstärkt.“

Wir, wir alle, sollen weiter auf den Straßen gehen, in den Cafes sitzen, in Bussen fahren, in den Märkten und Supermärkten einkaufen, aber dieser Haufen von Leuten, der uns mitten in die Gefahr bringt, wird in gepanzerten Fahrzeugen und in verborgenen Korridoren geschützt, dazu kommt eine verstärkte Menge treuer, hingebungsvoller Gorillas
( Leibwächter). Wäre Sharon ein wirklicher Führer, wäre Mofaz ein wirklicher Mann (ich versuche, seine Sprache zu sprechen) dann würden sie laut verkünden, damit es alle hören, dass sie in den kommenden Wochen nur mit Bussen fahren würden. Sie würden nur in den Restaurants essen und ohne kugelsichere Weste spazieren gehen und in den Seitenstraßen großer Städte den Kaffee trinken. Ihr Blut ist nicht röter als das Blut anderer Bürger. Ihr Tod wird nicht tragischer sein als der von irgend jemand anderem und ihre Körperteile sind nicht kostbarer als die Körperteile von irgend einem anderen Menschen. Und es gibt keinen Grund in der Welt, warum sie nicht mit dem Rest Israelis die Portion Gefahr und Blutvergießen teilen sollten, mit der sie uns bedient haben. Die Arroganz hat eine Grenze und die Feigheit auch.... mehr >>>

Symbolischer Völkermord
Lev Grinberg - 23.März 2004

Der Mord an Scheich Ahmend Yassin durch die israelische Regierung  ist  Teil einer größeren Maßnahme, die von der Regierung Israels ausgeführt wurde, die man als einen symbolischen Völkermord beschreiben kann. Unfähig, sich vom Holocausttrauma zu erholen und vom dadurch verursachten Gefühl der Unsicherheit, führt das jüdische Volk, das letzte Opfer eines Völkermordes, im Augenblick einen Völkermord am palästinensischen Volk  aus. Weil die Welt keine ganze Vernichtung zulässt, findet stattdessen eine symbolische Vernichtung statt. Traurig und  depremiert erwarte ich eine Reaktion. Als Sohn des jüdischen Volkes, als ein betroffener israelischer Bürger verurteile ich diese abscheuliche Tat und rufe die internationale Gemeinschaft auf, Israel vor sich selbst zu retten; insbesondere rufe ich die EU-Gemeinschaft auf, in direkter und aktiver Weise sich einzumischen und zu vermitteln, um einem gegenseitigen Blutvergießen zuvorzukommen. Die komplizierte Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und Europa ist noch nicht abgebrochen – und es ist Zeit zum Handeln.

Nicht auf Grund der Schuld der Vergangenheit, sondern aus einem Verantwortungsgefühl für die Zukunft.

 Was ist ein symbolischer Genozid? Jedes Volk hat seine Symbole, nationalen Führer und politischen Institutionen, eine Heimat, vergangene und zukünftige Generationen und Hoffnungen. All dies steht symbolisch für  ein Volk. Israel ist dabei, systematisch all dies zu

beschädigen, zu zerstören und zu vernichten und zwar mit einem unglaublich bürokratischen Jargon. „Zielbank“  ist der offizielle Terminus, der von der IDF für die Liste der Liquidationen von palästinensischen Führern und Aktivisten benützt wird. Schon vor Monaten hatte der Minister für Verteidigung vorgebracht, dass Arafat vernichtet werden sollte und nun nach „erfolgreicher Operation“ der Auslöschung von Scheich Yassin, wird diese unvernünftige Idee noch einmal zur  legitimen  öffentlichen Diskussion gestellt. Arafat sitzt seit Dezember 2001 in Ramallah gefangen, und keiner hat es fertig gebracht, Israels Position hieran zu verändern und dem gewählten Präsidenten der Palästinenser einige Bewegungsfreiheit zu erlauben. Arafats Eingesperrtsein in Ramallah ist zu einem Symbol der Gefangenschaft des ganzen palästinensischen Volkes in Städten und Dörfern geworden, dessen Bewegung bis ins einzelne von  Militärsperren kontrolliert wird. ...  mehr >>>

... In der israelischen Armee (IDF) kommt eine neue Spezies von Offizieren zu Ruhm und Größe. Es sind Leute, die den größten Teil ihrer Laufbahn Besatzungsoffiziere waren, ihr Ruhm lässt sich am Grad ihrer Brutalität und Gewaltätigkeit gegenüber den Palästinensern abmessen. Das frappierendste Beispiel bei diesem Trend ist Brigadegeneral Gadi Shamni, der seine Lektion im Libanon und in Hebron gelernt hat. Letzte Woche wurde Shamni als Kommandeur der israelischen Truppen im Gazastreifen verabschiedet und zum Chef der Operationellen Division im Generalstab befördert. Dieser Posten ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Generalmajor. Dass ein Offizier seiner Sorte befördert wird, spricht Bände über das Wertesystem der IDF und deren Prioritätensetzung – weit mehr, als es über die Person Shamnis aussagt.

Gut möglich, dass es seit Ariel Scharons Zeit als Generalmajor im aktiven Dienst keinen so brutalen, gewaltätigen und arroganten Offizier mehr gab im Gazastreifen wie jetzt General Shamni. Sein Vorgänger, Brigadegeneral Yisrael Ziv, tat nichts außer eine nutzlose Operation nach der andern durchzuführen – gegen die Drehbänke von Gaza. Schon das hatte zu nichts geführt außer zu unnötigem Blutvergießen und konnte vor allem nicht verhindern, dass weiter Kassam-Raketen auf israelische Ziele abgeschossen wurden. Aber dann kam Shamni. Er führte eine Serie von Show-Operationen durch - absolut sinnlose Operationen, die zu noch mehr Toten führten. Die letzte dieser Operationen fand vergangene Woche statt und resultierte in 15 toten Palästinensern. Shamni verstieg sich sogar dazu, eine neue IDF-Doktrin zu verkünden: ‚Reiz und Reaktion‘. Ziel der Operation sei es gewesen, so Berichte, „die bewaffneten Individuen so zu reizen, dass sie sich zeigen und sie dann wegzukillen“ – eine Methode, die auf keine Kritik stieß, obgleich unschuldige Menschen, darunter Kinder, starben. Und keiner fragt, warum jeder bewaffnete Palästinenser automatisch ein Todeskandidat ist oder warum es überhaupt nötig ist, Bewaffnete in Gaza zu „reizen“. Shamni traf die Entscheidung, er vollstreckte, und er wurde befördert. Einige aus der IDF sagen, die letzte Operation sei eine Art „Abschiedsparty“ gewesen - kurz vor den Zeremonien zur Kommandoübergabe....
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..... Im Gazastreifen leben 8000 Juden neben 1,4 Millionen Palästinensern. Das Gesamtgebiet beträgt 365 Quadratkilometer. Davon nehmen die jüdischen Siedlungen 54 Quadratkilometer ein. Bezieht man die von der IDF - gemäß Osloer Verträge – gehaltenen Gebiete mit ein, heißt das: 20% des Gazastreifens stehen unter israelischer Kontrolle. 20% des Gesamtgebiets für 0,5 Prozent der Bevölkerung also. Die Aufgabe der israelischen Armee besteht darin, die Sicherheit dieses halben israelischen Prozents zu gewährleisten. Das halbe Prozent hält jede Menge Land besetzt, es genießt Bewegungsfreiheit, Entwicklungschancen und frisches Wasser - im Gegensatz zu der versalzenen Brühe, die man den Palästinensern zuteilt. Die israelischen Armeestellungen - dazu da, die jüdischen Siedlungen zu schützen -, befinden sich entweder in oder neben (jüdischen) Siedlungen. So überblicken sie die gesamte zivile palästinensische Nachbarschaft. Die hohe Zahl palästinensischer Opfer im Gazastreifen, darunter ein hoher Prozentsatz Zivilopfer, hängt damit zusammen, dass alle expandierenden (jüdischen) Siedlungen in der Nähe Dichtbesiedelter, erstickend übervölkerter palästinensischer Gemeinden liegen. Diese Nähe erklärt auch die ‚flexiblen (militärischen) Einsatzregeln‘, sie erklärt die Bomben, die zu Fragmenten zersplittern und die unbemannten Flugzeuge, aus denen Raketen abgefeuert werden. Die IDF operiert in der Logik der arroganten, zynischen, rücksichtslosen Siedlungen – einiger weniger fetter Privilegierter - die inmitten der einzigen Landreserven thronen, die die Palästinenser im Gazastreifen noch haben. Obwohl jetzt von „Rückzug“ die Rede ist, fehlt doch irgendein Zeichen, dass die israelische Gesellschaft diese offensichtlich unmoralische Logik, die das Weiterbestehen der Siedlungen mästet, abschüttelt. Das gilt für den Gazastreifen wie für die Westbank.
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.... Etwa 200 Häuser, meist Läden sind von den Bulldozern zerstört worden. Über mehreren hundert anderen Häusern schwebt der Abrissbefehl. Der ganze Markt des Dorfes Nazlat Issa, der weit und breit für seinen regen Handel bekannt war, wurde dem Erdboden gleich gemacht. Der Vorwand war wie üblich, dass sie illegal gebaut worden seien. ....
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Under-Cover-Einheit tötet fünf Palästinenser

Am gestrigen Nachmittag wurden fünf Palästinenser von einer israelischen Under-Cover-Einheit regelrecht exekutiert. Die Soldaten waren in den östlichen Teil Jenins eingedrungen, begleitet wurden sie von einigen Militärfahrzeugen, die ihnen Rückendeckung gaben. Sie schossen auf ein auf der Straße fahrendes Fahrzeug, in dem sich fünf Palästinenser befanden. Über dem Wagen ging ein regelrechter Kugelhagel nieder. Vier der Insassen wurden mit schweren Verletzungen von Ambulanzfahrzeugen ins Krankenhaus gebracht. Sie verstarben noch vor der Ankunft. Der fünfte Tote wurde von den Soldaten abgeschirmt und konnte erst Stunden später von einem palästinensischen Ambulanzfahrzeug geborgen werden. Die fünf Toten wurden als Ihab Abu Ja’far, Mohammed Khairallah, Ayman Saba’na, Aber al Sakhel und Basel Awwad identifiziert.

Säugling stirbt am Checkpoint
Erneut hat die israelische Kontrollpraxis am Checkpoint al Toffah ein Menschenleben gefordert. Der erst einen Monat alte Hossam Al Najjar starb auf der Fahrt ins Krankenhaus. Sein Gesundheitszustand hatte sich dramatisch verschlechtert, als der Krankenwagen längere Zeit an der Weiterfahrt gehindert wurde. Die Ärzte im Mubarak Krankenhaus in Khan Younis konnten nur noch den Tod des kleinen Hossam feststellen. Quelle


.... Etwa 200 Häuser, meist Läden sind von den Bulldozern zerstört worden. Über mehreren hundert anderen Häusern schwebt der Abrissbefehl. Der ganze Markt des Dorfes Nazlat Issa, der weit und breit für seinen regen Handel bekannt war, wurde dem Erdboden gleich gemacht. Der Vorwand war wie üblich, dass sie illegal gebaut worden seien. Dies ist ein besonders nützlicher Vorwand, da die Palästinenser gar keine Chance haben, jemals eine Baubewilligung zu erhalten. So ist alles, was sie bauen „illegal“ und jeden Augenblick für den Abriss bestimmt.
Bis jetzt sind 110 000 Oliven- und andere Fruchtbäume im nördlichen Teil des Zaunes entwurzelt worden. Einhundertzehntausend !! Seit Jahrhunderten haben Oliven hier gestanden und haben ihre Besitzer mit Früchten und Lebensunterhalt versorgt. Nun nicht mehr. Der Trennungszaun hat sie von ihrem Land getrennt.....
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.. Etwa 200 000 Leute leben in unmittelbarer Nachbarschaft im nördlichen Teil des Zaunes. Es gibt kaum jemanden, der nicht von ihm betroffen worden ist. Die ganze Stadt Kalkilia mit einer Bevölkerung von 40 000 ist hermetisch abgeschlossen. Nur ein Tor verbindet sie mit der Welt. Tulkarem ist vom Westen mit einer Mauer abgesperrt und im Osten von geschlossenen Checkpoints. 18 Dörfer mit all ihren Einwohnern sind komplett von Stacheldraht umgeben. Ihre Bewohner leben in einem wirklichen Pferch. Wenigstens 3000 Familien sind schon von ihrem Land getrennt worden. Die versprochenen „Tore für die Landwirte“ existieren nicht.

Etwa 25 Brunnen/ Quellen sind zerstört worden, weitere 14 stehen vor der Zerstörung. 36 andere Brunnen sind von ihren Gemeinden getrennt worden, die dieses Wasser benützt haben. Diese Brunnen/ Quellen würden 6,7 Millionen Kubikmeter Wasser liefern.

Das ganze System, das aus doppelten Stacheldrahtrollen auf beiden Seiten besteht, einem Spuren sichernden Pfad, einem versteckt liegenden Pfad, einem petting path (?), einem Hindernisgraben und Beobachtungstürmen – alles zusammen ist 50 m breit. Es läuft durch einen 15 000 Dunum großen enteigneten Landstreifen und wird durch weitere 120-150 000 Dunum Land abgesichert, die plötzlich dem Staat Israel zufallen, da sie von der Westbank abgeschnitten sind.....

 Die Tulkarem-Jenin-Kalkilia-Region ist das fruchtbare Bassin der Westbank. Etwa 45% seiner landwirtschaftlichen Produkte wachsen nach der Weltbank dort. Nun nicht mehr. Wenigstens die Hälfte dieser Produkte - vielleicht mehr - wird nicht mehr dort wachsen. Tomaten haben eine schwere Zeit, um zwischen Zäunen, Soldaten, Checkpoints und nicht vorhandenen Toren zu wachsen.

Etwa 4000 Bewohner Kalkilias – fast 10% - haben die Stadt schon verlassen. Hunger und Arbeitslosigkeit haben ihren Job, wie erwartet, getan. Ungefähr 1/3 der 1800 Lehrer, die in der belagerten Stadt leben und in der Region unterrichten, sind nicht in der Lage, ihre Klassenzimmer zu erreichen  (Nach World Bank Data)

 Etwa 200 Häuser, meist Läden sind von den Bulldozern zerstört worden. Über mehreren hundert anderen Häusern schwebt der Abrissbefehl. Der ganze Markt des Dorfes Nazlat Issa, der weit und breit für seinen regen Handel bekannt war, wurde dem Erdboden gleich gemacht. Der Vorwand war wie üblich, dass sie illegal gebaut worden seien. Dies ist ein besonders nützlicher Vorwand, da die Palästinenser gar keine Chance haben, jemals eine Baubewilligung zu erhalten. So ist alles, was sie bauen „illegal“ und jeden Augenblick für den Abriss bestimmt.
Bis jetzt sind 110 000 Oliven- und andere Fruchtbäume im nördlichen Teil des Zaunes entwurzelt worden. Einhundertzehntausend !! Seit Jahrhunderten haben Oliven hier gestanden und haben ihre Besitzer mit Früchten und Lebensunterhalt versorgt. Nun nicht mehr....
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.... Nach UN-Angaben werden mehr als 274 000 Palästinenser nach Abschluss des Baus in kleinen Enklaven eingeschlossen sein. Hunderttausende weiterer Palästinensern werden durch die Anlage auf dem Weg zu Arbeitsplätzen, Feldern, Krankenhäusern und Schulen behindert. Israel steht jedoch auf dem Standpunkt, dass «Leben (von Israelis) vor Lebensqualität (der Palästinenser) geht». Seit Baubeginn im Oktober 2002 ist die Zahl der israelischen Terroropfer etwa um die Hälfte zurückgegangen.
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..... Was dieser Wall wirklich macht, ist, den PalästinenserInnen Land wegzunehmen. Er hilft auch dabei - wie der israelische Soziologe Baruch Kimmerling Israels Krieg des „Politizids” gegen die PalästinenserInnen beschrieben hat - die palästinensischen Gemeinschaften in Kerker zu verwandeln, neben welchen die Bantustans Süd Afrikas wie Symbole der Freiheit, Souveränität und Selbstbestimmung aussehen. Noch bevor der Bau der Barrieren begonnen hatte schätzten die Vereinten Nationen, dass die israelischen Barrieren, Infrastrukturprojekte und Siedlungen 50 von einander getrennte palästinensische Gebiete im Westjordanland geschaffen hatten. Als der Verlauf des Walls bekannt wurde schätzte die Weltbank, dass dieser 250.000 bis 300.000 PalästinenserInnen isolieren wird, mehr als 10 Prozent der Bevölkerung, und dass so de facto bis zu 10 Prozent des Westjordanlandes annektieren werden. Und als die Regierung Ariel Sharons schließlich den vorgesehenen Plan veröffentlichte wurde es klar, dass der Wall das Westjordanland in 16 isolierte Enklaven aufschneiden wird, welche auf gerade einmal 42 Prozent von jenem Land des Westjordanlandes begrenzt sind, von welchem Mr. Sharon zuvor gesagt hatte, dass es an einen palästinensischen Staat abgegeben werden könne.... mehr >>>

 Nichts ist planbar

27.02.04
..... Sanitäter der medizinischen Nichtregierungsorganisation, die am Mittwoch in den Straßen Ramallahs im Einsatz waren, wurden auch bei ihren Einsätzen behindert. "Einer unserer Krankenwagen, der einen Verletzten transportierte, wurde beschossen und angehalten", so ein Angestellter. "Die Soldaten fuhren uns in die Seite. Ein anderes Team wurde auf dem Weg ins Krankenhaus angehalten und zu einem Umweg gezwungen." Israel zeige keinen Respekt für die Prinzipien medizinischer Neutralität.
Mit dem neuen Militäreinsatz gehört auch das neu entstandene Gefühl von Sicherheit und geregeltem Leben der Vergangenheit an. Seit einigen Wochen versieht die palästinensische Polizei wieder ihren Dienst in Ramallah. Sobald aber israelische Truppen in der Stadt auftauchen, fliehen die Ordnungshüter. In der Vergangenheit schossen die Soldaten stets auf die Polizei. Nachts patrouillieren israelische Militärfahrzeuge durch die Straßen und kontrollieren Passanten. "Nicht einmal ein ruhiger Abend mit meiner Familie zu Hause ist sicher", so ein Nachbar des Telepolis-Korrespondenten. "Jederzeit können Soldaten vor der Tür stehen." .... mehr >>>
 

...... Ein großer Teil der Zeit der Soldaten wird damit verbracht, zu bellen: „Der Checkpoint ist geschlossen! Geht zurück! Geht zurück!“

Aber der Beit-Furik-Soldat hatte noch kompliziertere Forderungen. Die Palästinenser mussten sich in einer einzigen Linie anstellen und warten. Leute, die müde waren und sich am Straßenrand hinsetzten, wurden aufgefordert, sich wieder in die Reihe zu begeben. Zusätzlich war seine Aufmerksamkeit auf zwei verhaftete junge Leute konzentriert, die nebenbei als Lektion zur Schau gestellt wurden. Sie knieten auf dem steinigen Boden, die Hände fest hinter dem Rücken in Handschellen gebunden, mit dem Rücken zur wartenden Reihe, den Kopf geneigt. Hin und wieder kontrollierte der Soldat, ob sie sich in der „korrekten“ Haltung befinden. Wir benötigten eine Stunde an Telefongesprächen, um ihre Freilassung zu erhalten. Einer der Verhafteten erzählte uns, dass er fünf Stunden in dieser Position aushalten musste.... mehr >>>

Der Chef der internationalen Beobachtertruppe in Hebron ("Temporary International Presence in Hebron"/TIPH), Jan Kristensen, hat Israel die "Säuberung" israelisch kontrollierter Stadtviertel von Palästinensern vorgeworfen. Kristensen sagte der israelischen Tageszeitung "Haaretz" (Montag-Ausgabe), die Aktivitäten der israelischen Siedler und der Armee würden eine "nicht wieder rückgängig zu machende Situation" schaffen. Der 58-jährige Norweger sagte: "In gewisser Weise wird dort eine 'Säuberung' ausgeführt." Wenn die Situation noch einige Jahre andauere, "werden dort keine Palästinenser bleiben"... mehr >>>

.. Manchmal scheint es, als sei der Gazastreifen zum zentralen Schießplatz und zum Übungsplatz der IDF geworden. Die dort verwendeten Waffen sind von zweifelhafter Legalität, den Einsatzregeln fehlt es an Zurückhaltung, die Strafmaßnahmen,.... sind das Übliche – in einer Region, die viel weniger Terrorismus produziert als die Westbank.

Die Operation am letzten Mittwoch im Sajiyeh-Viertel von Gazastadt, bei dem 15 Palästinenser getötet wurden - einschließlich von mindestens sieben Zivilisten – war die letzte Illustration einstweilen für das, was sich Israel in Gaza erlaubt. 15 Tote, um einen Hamasmann zu liquidieren, der gar nicht mal besonders ranghoch in der Organisation war, ist ein unerträglicher Preis. In Gaza ist das aber zur Routine geworden: einmal oder zwei mal in der Woche dringen IDF-Truppen ein, töten, zerstören und ziehen sich wieder zurück und keiner weiß genau, wen oder was dies unterstützen soll. Warum müssen „wanted“ Personen nun alle zusammen gezielt getötet werden? Die Tatsache, dass nicht ein Terrorakt gegen Israel seinen Ursprung im Gazastreifen hat – wegen des Zaunes dort – lässt diese Fragen noch wichtiger werden. Man hat langsam den Verdacht, dass die IDF sich in Gaza deshalb so verhält, weil sie dort tun kann, was immer ihr gefällt.... Die Straßen von Rafah erinnern an eine Serie gewalttätiger Kriegsfilme. Es ist das Grozny von Gaza. Bis heute hat Israel Hunderte von Häusern zerstört, einschließlich 40 an einem Tag vor zwei Wochen. .. 
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Der Chef der internationalen Beobachtertruppe in Hebron ("Temporary International Presence in Hebron"/TIPH), Jan Kristensen, hat Israel die "Säuberung" israelisch kontrollierter Stadtviertel von Palästinensern vorgeworfen. Kristensen sagte der israelischen Tageszeitung "Haaretz" (Montag-Ausgabe), die Aktivitäten der israelischen Siedler und der Armee würden eine "nicht wieder rückgängig zu machende Situation" schaffen. Der 58-jährige Norweger sagte: "In gewisser Weise wird dort eine 'Säuberung' ausgeführt." Wenn die Situation noch einige Jahre andauere, "werden dort keine Palästinenser bleiben"... mehr >>>

Verheerende Statistik der vergangenen Woche: 27 Palästinenser getötet, 147 verwundet


Wie das palästinensische Gesundheitsministerium bekannt gab, wurden in der vergangenen Woche bei israelischen Angriffen 27 Palästinenser getötet und 147 verletzt. Vier der Getöteten waren Opfer sogenannter ,,außergerichtlicher Exekutionen’’. Drei Frauen mussten sterben, weil sie auf der Rückkehr in ihre Heimat am Kontrollpunkt aufgehalten wurden und sie nicht schnell genug zu medizinischer Hilfe gelangen konnten.

Zwei Jugendlichen wurde die medizinische Versorgung von israelischen Soldaten verweigert, deshalb verbluteten sie.

Zwölf der Getöteten stammen aus Alshijaiya, einem östlichen Viertel der Stadt Gaza. Alle 12 wiesen Schussverletzungen an oberen Körperteilen, in der Hals- und der Kopfregion auf, die zu ihrem Tod geführt hatten.

Sechs Patienten wurde der Zugang zu Kliniken verweigert, fünf Palästinenser wurden von israelischen Soldaten geschlagen und mussten sich behandeln lassen. Auch vor Krankenhäusern und Moscheen machen die israelischen Soldaten nicht Halt: In Nablus wurden das Al-Itihad Krankenhaus und zwei Moscheen gestürmt. Die Aktionen führten zu Panik unter der palästinensischen Bevölkerung. Quelle

 

... Was haben die einen getan, um Freiheit zu erhalten und welche Sünde haben die eingesperrten begangen, dass sie dieses Schicksal verdienen?

Trennung eines Bauers von seinem Land, eines Lehrers von seinen Studenten, der Patienten von ihrem Arzt, Trennung der Geschwister. Wohngebiete werden auseinander gerissen, Familien geteilt, obwohl sie alle zum selben Dorf gehören: Abu Dis. Meter um Meter windet sich die Mauer den Berg hoch und ins Tal hinab. Was ( vor hundert Jahren R.) mit der „Eroberung der Arbeit“ und den „Palisaden und Türmen“ begann, wird nun zur Eroberung eines Volkes und zu einer Palisade ohne einen Turm. Aber keine Sorge: Die Türme werden nach dem ersten Terroranschlag auch hier wachsen ... mehr >>>
.. Wir stehen hier im Schatten des Monstrums und rufen der israelischen Öffentlichkeit zu:
Sagt nicht: wir haben nichts gewusst!
Sagt nicht: wir haben nichts gesehen!
Sagt nicht: wir haben nichts gehört!

Wir stehen im Schatten des Monsters – des Monsters, das den Frieden tötet
des Monsters, das die Co-Existenz tötet
des Monsters, das die Sicherheit tötet,
des Monsters, das Jerusalem und das ganze Land tötet.

Zu den Erbauern dieses Monstrums sagen wir:
Ihr baut eine Mauer – wir bauen eine Brücke.
Ihr baut eine Mauer des Hasses, eine Mauer der Trennung, eine Apartheidmauer.
Wir bauen eine Brücke zwischen zwei Völkern
Eine Brücke des Friedens
Eine Brücke der Zusammengehörigkeit.

Ihr sprecht über Sicherheit und meint Krieg, ein Krieg ohne Ende, ein Krieg, in dem noch nicht geborene Israelis und Palästinenser einander töten werden.
Wir arbeiten für Frieden zwischen beiden Völkern in diesem Land, ein Frieden, der uns allen, Israelis und Palästinensern, Sicherheit gibt, dieser Generation und allen weiteren Generationen. ... mehr >>>
»Sage nicht, du habest nichts gewußt«, hieß das Kongreßmotto, unter dem sich 2002 europäische Juden als European Jews for a Just Peace (EJJP) zusammenschlossen in der Kritik an der Politik Israels. Nein, unter keinen Umständen wollen sie als Juden sprachlos sein, sagt Richard Kuper, EJJP-Generalsekretär, im jW-Gespräch. Niemals wollen sie dasselbe sagen müssen, was viele Deutsche gesagt haben – danach: Sie hätten nichts gewußt. .. mehr >>>
Die seit Ende September 2000 andauernde zweite Intifada forderte bislang mindestens 3.000 Menschenleben auf palästinensischer Seite, so die Zahlen der israelischen Menschenrechtsorganisation "Betselem". Über 30.000 Palästinenser wurden verletzt. Von den Verletzten waren laut einer Studie der Universität Kassel 28 Prozent minderjährig. Über ein Drittel sei durch scharfe Munition zumeist im oberen Teil des Körpers getroffen worden. Besonders hoch sei der Anteil der Verletzten oder Toten, die sich zufällig in der Nähe so genannter präventiver Hinrichtungen befanden. Rund 85 Prozent der Opfer von insgesamt "254 außergerichtlichen Hinrichtungen" seien Zivilisten gewesen, so die Studie.
In Rafah geht der Krieg unbeobachtet und unverhindert weiter - 22.1.04

....... Rafah ist einer der einfachen Orte wie all die anderen Flüchtlingslager in Palästina , einer der Orte, die durch internationale Maschinen und Bulldozer zu Schaden kommen. Die Maschinen hören nicht das Schreien der Menschen, nicht das Schreien von Um Sami, die den israelischen Bulldozerfahrer bittet, anzuhalten, bis sie das Haus verlassen hat. Diese Maschinen hören nicht die Stimme von Um Amar, die dem Bulldozerfahrer zuschreit, sie wolle ihr Kind noch herausholen. Sie hören nicht die Stimme des dicken Mannes Ibrahim Abu Issa, der nicht allein aus seinem Haus heraus kommen konnte, auch nicht die des 65 jährigen Mohammed A.S., der dachte, seine weiße Flagge könnte ihm helfen, als er sie vor einem israelischen Soldaten schwenkte. Ich kann noch immer keinen Sinn darin finden oder eine Erklärung für das, was hier geschehen ist. Ist das ein Krieg gegen die Palästinenser? . Nein, das ist es nicht. Es ist ein Krieg gegen die Menschheit. Es ist die internationale Technik, die unschuldige Menschen bekämpft, die in ihren Häusern schlafen, wie jetzt gerade um 1 Uhr 42 mitten in der Nacht  ...  ....
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31.01.04 - Offener Brief

Brief an die Redaktion.

Sehr geehrte Damen und Herren,
alle Agenturen, sämtliche Medien, Rundfunk- und Fernsehanstalten, Tageszeitungen meldeten anlässlich des Gefangenentausches von Köln:
"Israel ließ trotz des gestrigen mörderischen Selbstmordanschlages von Jerusalem Gefangene frei"

So, oder ähnlich konnte man das allenthalben lesen und hören.
Wer aber sagte, schrieb: 'Der Gefangenentausch von Köln fand trotz des gestrigen Mordes der Israelischen Armee an 13 Palästinensern in Gaza und angesichts fortgesetzter Tötungsaktionen der Armee statt' ?

Wir alle haben uns offensichtlich daran gewöhnt: Tausende getötete Palästinenser, was ist das schon ?
Damit klar ist: Opfer von Terroraktionen, seien es die individuellen Terrors aus tiefster Verzweiflung, seien es die Opfer von Staatsterror, gegeneinander aufzurechnen ist menschenverachtend und unzulässig. Menschen sind nicht als Opfer geboren ! Dies kann nicht ihre Bestimmung sein.
Aller Menschen !

Aber: wenn ein Staat (in diesem Falle der mit der Bundesrepublik befreundete Staat Israel) täglich Menschen gezielt ermordet, dabei Kinder, Alte, Kranke nicht ausnimmt, jeden Tag mit seiner unbarmherzigen Macht zahlreichen Familien die Existenzgrundlage, die Behausung, einem ganzen Volk Ehre, der Menschenwürde raubt oder verweigert, so ist es erstaunlich, wenn verantwortliche Medien, wie geschehen im Falle des "Kölner Gefangenentauschs", fokusieren auf vereinzelten Terror anstelle des wesentlich folgenschwereren Staatsterror, ausgehend vom mächtigen Freund, der Atommacht Israel.

Ich fordere darum Sie auf, im Interesse von Gerechtigkeit und Friedenswillen den allmächtigen Staatsterror beim Namen zu nennen. Einen Terror, der auf beiden Seiten zu schrecklichen Opfern Unschuldiger, Israelis, Palästinenser, Friedensaktivisten (ISM) führt. Trotz dieses politisch geplanten Terrors, so hätten die Meldungen im Falle der Kölner Befreiungsaktion lauten müssen, fand die Aktion in Köln statt.

Damit wird Ihr Medium, werden Funk- und Printmedien insgesamt, glaubhafter ! Auch werden dadurch die Akteure des Terrors ihrer Waffe, des Medienmissbrauchs, beraubt. Ihrer Hörer, Zuschauer, Leser haben eine wahrhafte Berichterstattung verdient !

Mit freundlichem Gruß
Günter Schenk

 

.... In Nablus gab es auch eine große Anzahl von Todesfällen. Bei der letzten IDF-Operation, der der teuflische Namen „Stilles Wasser“ gegeben wurde, wurden nicht weniger als 19 Zivilisten getötet – sechs davon waren Kinder. 200 wurden verwundet ( nach der Palästinensischen Menschenrechtsmonitorgruppe). Dies sind Dimensionen eines groß angelegten Terroristenaktes, nur ohne öffentliche Beachtung - und es geschah in einer Zeit, in der sich palästinensischer Terrorismus sehr zurückhielt. Wer wird dieses Töten en gros untersuchen, auch das Töten der Kinder, einschließlich des sechsjährigen Mohammed Aarj, der in seinem Garten stand und ein Sandwich aß? Danach verweigerte die IDF einem Ambulanzwagen, ihn zu holen, wie Palästinenser berichteten.
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Konfiszierungen in Deir Al Balah
28 Familien in der Stadt Deir al Balah im Gazastreifen erhielten am Dienstag ,,Konfiszierungsbescheide’’ von den israelischen Besatzungstruppen. Es handelt sich um 1000 Dunum (1 qkm)Land, die konfisziert und eventuell eingezäunt werden sollen. Es bleiben den betroffenen Familien nur sieben Tage um Einspruch gegen die Maßnahme einzulegen. Einer der Landbesitzer erzählte, dass man sie habe zwingen wollen, ein Papier zu unterschreiben, mit dem sie gegen Entschädigung auf ihr Land verzichten sollten. Als keiner der Aufforderung nachgekommen sei, habe man ihnen die Konfiszierungsbescheide überreicht. - Quelle
..... Seit Beginn der Besatzung sind die Palästinenser keinen härteren Verordnungen unterworfen worden, als denen, die sie ihrer Bewegungsfreiheit berauben. Die Dutzenden von internen Checkpoints in der Westbank und im Gazastreifen haben sich um Hunderte anderer Hindernisse vermehrt, Betonblöcke, Erdwälle, geschlossene Eisentore,.... - mehr >>>

.... Gibt es auch etwas, das man den Palästinensern vorwerfen könnte, oder sind es nur wir?“ Peres antwortete darauf: „Den Palästinensern muss vorgeworfen werden, dass sie den Terror nicht mäßigen. Aber es ist zweifelhaft, ob Sie ihnen die Chance gegeben haben, dies zu tun.“

 Das Plenum inklusive der Regierung brach in Gelächter aus, als Peres in diesem Zusammenhang auf eine neue israelische TV-Serie anspielte, die Heimwerker dabei entlarvt, wie sie einfache Reparaturen als besonders anspruchsvolle Leistungen berechnen: „Alles, was Sie für den Frieden mit Syrien tun müssen, ist, den Stecker in die Steckdose zu stecken“. MdK Dalia Itzik (Arbeitspartei), die die Debatte angeregt hatte, empfahl dem Ministerpräsidenten den Rücktritt, MdK Yossi Sarid (Meretz) nannte Sharon den „falschen Mann am falschen Ort zur falschen Zeit“ und „Gefangener seiner Biographie“. MdK Haim Ramon (Arbeitspartei) schloss mit den Worten: „Sharon ist ein Löwe in Herzliya und ein Hase in Jersualem.“ (Ha’aretz) mehr >>>

Dass die Verrohungsgefahr mehr als nur ein Hirngespinst ist, lässt der kürzlich erfolgte Einsatz scharfer Munition durch IDF-Soldaten beim Niederschlagen einer Demo gegen den Trennzaun erahnen. Der verantwortliche Offizier erteilte den Schiessbefehl per Walkie-Talkie aus Distanz, ohne zuerst einen Augenschein von der Szene genommen zu haben. Dann hätte er nämlich gehört, wie die Demonstranten schrien, man solle nicht schiessen, sie seien Israeli. Ebenso verroht reagierte Minister Uzi Landau (Likud), der die Schüsse – ein Israeli wurde schwer verletzt – als legitimes Mittel im Kampf gegen den Terror guthieß. mehr >>>

Adam Keller:
Letzter Tag im Gericht


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Dies sind die jungen mutigen Leute in Israel, die sich weigern, ihren Militärdienst in den besetzten Gebieten in Palästina zu tun und Palästinenser zu demütigen und zu schikanieren, zu Unschuldige zu töten....

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Lesen sie auch:

An den Stabschef, Generalleutnant Moshe Ya’alon:

Am 51. Tag der Unabhängigkeit Israels hatten Sie mich auf ‘Ammunition Hill’ zum Oberstleutnant ernannt. Ich war aktiver Reservist und wurde in den Ruhestand versetzt - nach 31 Jahren Dienst in der IDF (Israelische Armee). Ich hatte als Artillerist am Jom-Kippur- und am Libanonkrieg teilgenommen und gegen die Erste Intifada gekämpft. Hiermit gebe ich Ihnen meinen Rang zurück. Ein Staat, dessen Armee zivile Demonstrationen mit scharfen Schüssen auflöst, ist kein demokratischer Staat. Eine Armee, die ihre Soldaten lehrt, Verbrechen dieser Art in Erwägung zu ziehen, hat ihre Grenzen (aus den Augen) verloren. Ich war Zeuge des Verfalls - Stufe um Stufe: wegsehen - gegen die Armeeregeln - wenn Gefangene misshandelt werden. Wegsehen, wenn Soldaten auf unbewaffnete palästinensische Zivilisten schießen. Wegsehen, wenn (jüdische) Siedler die Gesetze brechen, einschließlich bewaffneter Überfälle auf palästinensische Dörfer. Eine zivile Population wird unterdrückt - mittels Checkpoints, Blockaden, Abriegelungen und Ausgangssperre - auf Befehl. Das Militär ignoriert, wenn Palästinenser an Checkpoints, bei Durchsuchungen und in Gewahrsam degradiert, misshandelt und malträtiert werden. Man eröffnet das Feuer auf steinewerfende Kinder, auf Arbeiter und unbewaffnete Leute, augenscheinlich auf Befehl. Man führt Militäroperationen durch, inklusive präventiver Liquidierungen, wobei man im Voraus weiß, dass auch Unschuldige zu Schaden kommen werden. In Israel schießt die Polizei auf israelische Bürger, um Demonstrationen aufzulösen - angeblich in lebensbedrohlicher (Situation).Der Wert des Lebens - er verfällt graduell. Stufe um Stufe werden Soldaten, Kommandeure, die ganze Nation, korrumpiert. Die Werte, mit denen wir einst großgeworden sind - ‘Reinheit der Waffen’, Wert des Lebens, Respekt vor dem Menschen als Abbild Gottes - sie sind zum lächerlichen Witz verkommen.
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„Ich liebe meinen Bruder“ von Adam Maor
(ein Plädoyer für seine Verweigerung des Militärdienstes)

Hunderte demonstrieren auf dem Hügel, der über dem Militärgefängnis Nr. 6 liegt
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Adam Keller:
Letzter Tag im Gericht

 

 ..... ich zweifle daran, dass Checkpoints tatsächlich den Durchgang eines Terroristen oder den Transport von Waffen verhindert haben. Jeder Checkpoint kann umgangen werden. Ich habe den Eindruck, dass der einzige Zweck der Checkpoints der ist, das Leben für die palästinensische Bevölkerung schwierig zu machen. Ich bin auch davon überzeugt, dass die Checkpoints einen Nährboden für Hass gegen Israel darstellen und sie außerdem einer unschuldigen Bevölkerung in unmenschlicher Weise Leid zufügen. -----
Alles in allem: um der Palästinenser willen, aber vor allem um unsretwillen: je schneller wir die Besatzung beenden und die (besetzten) Gebiete verlassen, um so besser wäre es für uns.....

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... Das Ausmaß an Demütigung., das durch die Absperrung aller Orte in der Westbank von Israel, aber auch untereinander erreicht wird, läßt Schlimmes befürchten. Demütigung ist immer die schlechteste Politik gewesen, nicht allein aus moralischen Gründen. Demütigung erzeugt die Unbedingtheit einer Widerstandes, der sich durch Jahrzehnte nicht von seinen Zielen abbringen läßt. Jedes Volk, das einmal in seiner Geschichte Opfer von Entwürdigung und Demütigung war, weiß das und ist stolz auf seinen Widerstand. Diese Politik ist unklug und unmenschlich. Sie ist entweder blind für die leiden der Anderen oder setzt sich „um höherer Ziele willen“ bewußt über die Regeln der Menschlichkeit und das Völkerrecht hinweg. ... Die Diplomatie und Politiker gehen heuchlerisch (objektiv heuchlerisch) davon aus, daß die Westbank ohne weiteres in einen funktionsfähigen Staat Palästina umgewandelt werden kann. Mit der voranschreitenden Zerstückelung des Landes und der täglich weiter gehenden Landnahme lässt sich absehen, daß diese Ziel nicht zu erreichen ist.
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Israels Justizminister Lapid kritisiert den Verlauf des Sperrwalls zum Westjordanland

Jerusalem -  Der umstrittene israelische Sperrwall im Westjordanland stößt auch innerhalb der Regierung von Ministerpräsident Ariel Scharon auf Kritik. Justizminister Josef Lapid sagte, wegen des Verlaufs des Grenzzauns könnte Israel von der gesamten Welt in der gleichen Weise geächtet werden wie Südafrika wegen der Apartheid. Das Kabinett solle eine Änderung des Verlaufs der Anlage in Betracht ziehen.
 

Der Sperrwall solle sich an der so genannten Grünen Linie orientieren, dem Grenzverlauf vor 1967, erklärte Lapid im israelischen Fernsehen. Dass wegen des Grenzzauns bereits der Internationale Gerichtshof in Den Haag angerufen worden sei, sei ein erster Schritt, Israel zu einem zweiten Südafrika zu machen.
 

"Das Risiko ist sehr groß, dass das Weltgericht gegen uns entscheiden wird . . . und das wird die Vollversammlung dazu bewegen, alle möglichen Sanktionen gegen uns zu beschließen", sagte Lapid dem israelischen Rundfunk. "Wir müssen den Verlauf des Zauns überdenken", forderte der Minister, der der säkularen Partei Schinui angehört, einem der größeren Koalitionspartner des rechts-konservativen Likud von Ministerpräsident Scharon.

http://www.welt.de/data/2004/01/06/219454.html

 

An alle, an alle!

  Das Gedächtnis der Menschheit

für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz.

Ihre Vorstellungsgabe für kommende Leiden ist fast noch geringer . . .

Diese Abgestumpftheit ist es, die wir zu bekämpfen haben, ihr äußerster Grad ist der Tod.

Allzuviele kommen uns schon heute vor wie Tote, wie Leute, die schon hinter sich haben, was sie vor sich haben, so wenig tun sie dagegen.

Laßt uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen, damit es nicht einmal zuwenig gesagt wurde!

Laßt uns die Warnungen erneuern, und wenn sie schon wie Asche in unserem Mund sind!

Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten nicht die Hände zerschlagen werden.

BERTOLT BRECHT (1952)

 

An den Bundesaußenminister Fischer,
im Oktober verbrachte ich knapp drei Wochen meines Urlaubs in Bethlehem. Ich habe dort auch in seinen Auswirkungen das Attentat der jungen Frau aus Jenin in Haifa erlebt, nämlich eine nahezu total Sperre der israelischen Armee der Straßen innerhalb des palästinensischen Autonomiegebietes, die bis heute andauern.  Auch ich als Ausländer hatte keinerlei Möglichkeiten zum Verlassen von Bethlehem außer nach Jerusalem. Nun sind über 2 Monate vergangen, dass auch nur ein Suicidbomber Palästinas in Israel ein Attentat ausgeübt hätte. Wohl aber sind in diesen 2 Monaten zwischen 75 und 100 Palästinenser, darunter ca. 20 junge Menschen unter 18 Jahren  von der israelischen Armee getötet worden. ..... Es ist dabei auch belanglos, ob Sie bei Ihrer Nahostreise per "Durchwinken" an Kontrollpunkten zügig zu Gesprächen mit der Palästinensischen Autonomiebehörde nach Ramallah kamen, da Sie die Erfahrungen und Erlebnisse, die zigtausend Palästinenser täglich an Checkpoints, der Mauer usw., machen müssen, geschickt umgehen konnten. Für den Herrn Außenminister ist es halt einfacher und vor allem Herrn Sharon um ein vielfaches gelegener, wenn Sie Stippvisiten machen, anstatt sich mit der realen Situation der Bevölkerung konfrontieren zu lassen und dann handeln zu müssen. Eine Fahrt mit Herrn Norbert Blüm und Rupert Neudeck als Reiseleitern (Sie könnten sich ja einmal in einer stillen Stunde die Bundespressekonferenz zeigen lassen - aufgezeichnet bei Phoenix am 16.12.03 ) böte auch Ihnen die Chance, die Augen geöffnet zu bekommen - aber das wollen Sie aus "guten" Gründen ja nicht.Ich spare mir daher weitere Einzelausführugen und schließe mich der Aufzählung und Argumentation von Hern Schenk an - siehe unten. Ein   Bundesaußenminister aber hat wohl immer Gründe, sich wie hier im einen Fall (Israel) energisch zu äußern und im anderen Fall (Palästina) vehement zurückhaltend zu schweigen. Doch eines ist wohl mehr als klar: Solange in der politischen Verantwortung stehendende Menschen wie Sie nicht endlich Farbe bekennen, Unrecht auf allen Seiten beim Name nennen und entsprechende Konsquenzen mit Taten ziehen, wird es mit absoluter Sicherheit keine Lösung des Nahostkonfliktes geben......
P. Rainer Fielenbach 
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... Zurück zur Realität! Ich sah die Mauer, die in Abu Dis, ..... Trotz Hemmungen fotografierte ich, um zu dokumentieren, wie an einer Stelle, 2m über dem Straßenniveau, Menschen noch (!) – wenn auch mühsam – auf die andere Seite klettern konnten: Für junge Leute war es wie Sport; ein alter, kleiner, gebückter Mann mit Stock erklomm aber mit großer Mühe die hohen Blöcke, um sich durch die Spalte zwischen zwei Betonplatten durchzuzwängen. Für eine traditionell gekleidete Frau mit Säugling im Arm war es eine unglaubliche Zumutung – trotz der Hilfe junger Leute. ..... Nun entstehen neue Bantustans hinter dem sog. Sicherheits- oder Trennungszaun, der Apartheid- oder Schandmauer rund um und mitten in Palästina. 8m hohe Mauern und Zäune zerstören die Landschaft auf geplanten 700 km und 50 m breiten Schneisen mit Natodraht, rasierklingenscharfen Stacheldrahtverhauen, 4m tiefen Gräben, Wegen für Patrouillenwagen, mit Kameras elektronisch überwachten Zäunen. Es ist kein Sicherheitszaun, der Israelis von Palästinensern trennt. Er trennt die Palästinenser von Palästinensern, raubt ihnen fast die Hälfte ihres Landes, 80% ihres Wassers, die Ölbaume – nur um die jüdischen Siedlungen auf geraubtem Land absichern und erweitern zu können. 
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Bereits im November hatte die Hilfsorganisation Médicins du Mondes auf die Gefahr der israelischen Abriegelungspolitik für Kranke und alte Menschen hingewiesen. Oft, so dokumentierte ein Bericht der Organisation, sei es kranken und alten Menschen nicht möglich, rechtzeitig einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Oft kommt dann jede Hilfe zu spät. So starb am Mittwoch (17. 12. 03) der 65jährige Palästinenser Hafeth A’kili Dar Mohammed, weil er in Howwara an einem Checkpoint von israelischen Soldaten aufgehalten worden war. Der Mann war auf dem Weg ins Rafidia Hospital in Nablus gewesen. Quelle
 


BEI seinem Besuch im Heiligen Land erklärte der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu: "Vieles, was ich dort gesehen habe, entspricht den früheren Erfahrungen der Schwarzen in Südafrika. Ich habe beobachtet, wie die Palästinenser an Checkpoints und Straßensperren gedemütigt wurden. Sie erleiden dieselbe Behandlung wie wir damals, als junge weiße Polizeibeamte uns daran hinderten, uns frei zu bewegen." ....
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... Er (Sharon) hat einen Plan, nämlich den, dem er seit Jahrzehnten folgt. .... Hier seine Grundprinzipien:

-- „Einseitige Schritte“: Es wird kein Friedensabkommen mit den Palästinensern geben. Sie werden hinter den Mauern und Zäunen eingesperrt bleiben. Die Besatzung wird mit anderen Mitteln fortgeführt.

-- „Ein Staat mit 80% jüdischer Mehrheit“: alle dünn besiedelten palästinensischen Gebiete werden annektiert. Das wird die Hälfte der Westbank (die frühere C-Zone) einschließen, alle Autobahnen, das ganze Jordantal, viele Olivenhaine und Felder der palästinensischen Dörfer (aber nicht die Dörfer selbst)

--„Schmerzliche Konzessionen“: Israel wird die palästinensischen Bevölkerungszentren aufgeben...
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... noch ist es keine Flutwelle. Aber es ist mehr als ein Plätschern . Es ist der Anfang einer Welle. Während der letzten Monate ist in der öffentlichen Meinung eine bemerkbare Wende eingetreten. Dies hat verschiedene Gründe: allgemeine Müdigkeit der endlosen Spirale des Blutvergießens, die Erkenntnis, dass es keine militärische Lösung gibt, die Verschlechterung der wirtschaftlichen Krise, die unermüdliche Aktivität der radikalen Friedensgruppen.
Die Liste der sich häufenden Symptome wird länger: die Bewegung der jungen Leute, die den Armeedienst in den besetzten Gebieten verweigern; die Revolte der 30 Luftwaffenpiloten; die Ayalon-Nusseibeh-Initiative; das Statement der vier früheren Geheimdienstchefs; die Kritik vom Generalstabschef und in dieser Woche der öffentliche Angriff der Reserveoffiziere auf die fortdauernde Existenz der Siedlung Nezarim im Gazastreifen.......
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.. Da steht Fajek, der greise Bauer; links sein Esel, rechts der Zaun: "Ich habe nur diesen Esel und meine alten Beine. Weil nun der Zaun den Weg versperrt, brauche ich drei Stunden Umweg zu meinen Olivenbäumen da gleich auf dem Abhang. Das schaffe ich nicht." Fajek schaut mit glasigen Augen hinüber zu den Ölbäumen seiner Ahnen. Dann läßt er sich zu Boden fallen, bewirft sein Gesicht mit Staub und Sand, steht auf und wendet sich krummen Rückens zurück zu seinem Haus in Ras el Tira.... So heißt eines von derzeit etwa 15 Dörfern in der "Saumzone", die zwischen den Kontrollpunkten an der Waffenstillstandslinie von 1967 liegen und dem "Zaun" oder dem "Hindernis" - nach israelischen Begriffen - um die palästinensischen Gebiete herum.
Die Zahl wird noch wachsen. Noch werden Zäune und Mauern gebaut. Der palästinensische Ort Ras el Tira hat knapp 500 Einwohner. Sein Bauernland liegt hinter dem Zaun auf palästinensischem Gebiet, oder es wird aufgefressen durch die wuchernde Siedlung Alphei Menasche auf dem Nachbarhügel. Der Bauer Fajek gibt auf; sein Lebenswerk ist zerstört....  mehr >>>
Ich schlug einen Araber ins Gesicht“
..... „Ich rannte auf sie zu und schlug einem Araber direkt ins Gesicht. Niemals habe ich jemanden so geschlagen. Er fiel auf die Straße. Die Offiziere sagten, wir müssten ihn nach seinen Papieren durchsuchen. Wir zogen seine Arme nach hinten, legten ihm Plastikhandschellen an. Wir verbanden ihm die Augen, damit er nicht sieht, was im Jeep ist. Ich hob ihn von der Straße auf. Blut floss ihm von den Lippen .......Er blutete und Speichel rann aus seinem Mund. Das gefiel mir gar nicht und machte mich ärgerlich, so packte ich ihn bei den Haaren und drehte ihn zur Seite. Er schrie laut auf und wir brachten ihn zum Schweigen, indem wir härter auf seinen Rücken traten. ..... Der Kompaniechef informierte uns über die Sprechanlage, dass wir ihn zur Militärbasis bringen sollten. „Gute Arbeit geleistet, ihr Tiger“, sagte er uns hänselnd.... Einer der Soldaten ging auf ihn zu und stieß ihn in den Magen. Der Araber wand sich vor Schmerzen und knurrte. Wir lachten alle. Es war lustig ... ich stieß ihn wirklich hart in den Arsch. Er flog nach vorne, wie ich es erwartet hatte. ... und ich war glücklich...... “
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.... Was hier entsteht, ist kein Staat vielmehr eine hingeworfene Ansammlung von Gettos. ... Die Mauer, wie sie hier gebaut wird, ist nicht identisch mit der Trennlinie zwischen den jüdischen und den palästinensischen Stadtvierteln. Die palästinensischen Viertel werden durch sie allesamt in zwei Hälften geteilt - dadurch würden weit mehr als 100 000 Palästinenser annektiert ... mehr >>>

.... Sharon wird vorgeworfen, dass er keinen politischen Plan hat und einfach blind gegen die „Infrastruktur des Terrorismus“ ausschlägt, wie sie es nennen. Aber ich glaube, dass es einen sehr bestimmten politischen Plan gibt – Apartheid. Sharon nennt diesen Plan Kantonisierung: ein palästinensischer Staat auf ca. 42% des Westjordanlandes in drei oder vier Inseln, die alle von Israel umgeben sind und von diesem kontrolliert werden. mehr >>>

Muslime befinden sich heute fast in der gleichen Situation wie die Juden im 19. Jahrhundert",
sagt Werner  Bergmann. Der die Studie über den Antisemitismus mit verfasst hat.   mehr >>>
Avraham Burg
Am Vorabend der Zerstörung

 
... „Wir leben in einem Land, das sich in einem Prozess des moralischen Verfalls befindet. Was mir am meisten Angst macht, ist, dass wir nicht merken, dass wir solch einen Prozess durchmachen .... Plötzlich greift ein F16 Kampfflieger ein Gebäude an, in dem unschuldige Leute leben – und einige Armeebefehlshaber sagen, dass sie trotzdem gut schlafen könnten. Was geschieht, ist folgendes: wir nähern uns immer mehr unsern Feinden an. Wir verlieren das Gefühl und die Sensibilität, die unser Gewissen war. .... Die durch die Siedler und den rechten Flügel pervertierte zionistische Form hat schließlich jeden Teil unseres Lebens erreicht und keinen Raum Übriggelassen, der nicht vom nationalistischen Bewusstsein erfüllt ist. Wenn sich nicht unsere letzten gesunden Zellen erheben und sich gegen den Virus auflehnen, werden wir nicht länger existieren. Wir werden einfach aufhören zu existieren.“ mehr
Der berühmte israelische Philosoph und Wissenschaftler Yeshayahu Leibovitz warnte schon von Anfang an vor den Folgen, die die Besatzung haben würde. Im Jahr 1968 schrieb er: "Ein Staat, der eine feindselige Bevölkerung von 1,5 bis 2 Millionen Fremden (die damalige Zahl der Palästinenser in den besetzten Gebieten) regiert, wird schließlich zu einem Geheimdienst-Staat werden, mit all den Konsequenzen, die das für den Geist von Erziehung und Bildung, für die Rede- und Meinungsfreiheit und die Demokratie haben wird. Israel wird sich das Virus der Korruption holen, wie es für jedes Kolonialregime bezeichnend ist. Die staatliche Verwaltung wird sich einerseits mit der Unterdrückung einer arabischen Protestbewegung und andererseits mit der Heranzüchtung arabischer Kollaborateure befassen müssen... Die Armee, die bis jetzt eine Volksarmee gewesen ist, wird aufgrund ihrer Verwandlung in eine Besatzungsarmee einen Degenerationsprozess durchmachen und ihre Offiziere, die nun Militärgouverneure sind, werden sich nicht von Militärgouverneuren anderswo in der Welt unterscheiden."
Quelle >>>

Das Leben der Palästinenser in den von Israel besetzten Gebieten wird immer "verzweifelter", berichtet das UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge.
Genf · 10. November · Allein im Gaza-Streifen seien im Oktober durch die Bombardierung oder Sprengung von Häusern durch das israelische Militär 298 Familien obdachlos geworden, .... In den vergangenen drei Jahren hätten die Aktionen der Besatzungstruppen im Gaza-Streifen 12 700 Menschen ihrer Wohnungen beraubt, "die Zahl der Obdachlosen steigt jeden Tag weiter an", erklärte Hansen.
Die israelische "Sicherheitsmauer" an der Grenze zu den Palästinensergebieten wird nach UN-Angaben das Leben von 135 000 Menschen beeinträchtigen. Viele Palästinenser würden durch den Bau praktisch in ein Niemandsland gezwungen

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Ein Palästinenser schwer verletzt
Gestern (19.11.03) wurde ein Bewohner des Flüchtlingslagers Rafah schwer verletzt, als israelische Soldaten das Feuer auf die Häuser des Lagers eröffneten. Der Mann wurde mit einem Kopfschuss ins Krankenhaus gebracht. Nach den Angriffen zerstörte die israelisch Armee ein vierstöckiges Haus im Lager. Quelle

Heute Morgen töteten Mitglieder des palästinensischen Widerstands zwei israelische Soldaten, die sich innerhalb der Westbank befanden - auf einer Straße bei Bethlehem - ‘nur für Israelis’. Die Regierung Scharon und der israelische ‘Spin’ sagen, die Situation sei erst jetzt so schlimm. Ganz ähnlich wie letztes Jahr, als US-Medien von einer “Periode der Ruhe” sprachen, während die israelische Armee, aktiv und über einen Zeitraum hinweg, die Westbank angriff; dies ist häufig zu beobachten, wenn Palästinenser angegriffen und getötet werden. Im April 2002 - in einer der blutigsten und lautesten Nächte während der israelischen Angriffe auf Nablus -, berichteten die Medien der USA, die Situation “hat sich beruhigt”, die israelische Armee habe sich “aus Nablus zurückgezogen”. mehr >>>

Als Israeli, der alle Privilegien der israelischen Apartheid genießt, rufe ich Euch auf: Ich bin bereit, auf diese Privilegien zu verzichten. Seid bereit, auf Eure zu verzichten, denn diese Privilegien bedeuten Hass, Mord, Rache, dunkles, schwarzes Blut!

Ihr habt das Recht und die Pflicht, nein zu sagen zu diesem Krieg.

Auch wenn mein fünfjähriger Sohn Midian durch eine Menschenbombe in Stücke gerissen wird, werde ich die Palästinenser nicht beschuldigen, so wie meine Freundin Malka weiterhin mit mir gegen die Okkupation demonstriert, auch nach dem Tod ihres Sohnes.

Ich fürchte den Tod nicht, sondern das Schweigen! .....
 uri shani - israel

Der berühmte israelische Philosoph und Wissenschaftler Yeshayahu Leibovitz warnte schon von Anfang an vor den Folgen, die die Besatzung haben würde. Im Jahr 1968 schrieb er: "Ein Staat, der eine feindselige Bevölkerung von 1,5 bis 2 Millionen Fremden (die damalige Zahl der Palästinenser in den besetzten Gebieten) regiert, wird schließlich zu einem Geheimdienst-Staat werden, mit all den Konsequenzen, die das für den Geist von Erziehung und Bildung, für die Rede- und Meinungsfreiheit und die Demokratie haben wird. Israel wird sich das Virus der Korruption holen, wie es für jedes Kolonialregime bezeichnend ist. Die staatliche Verwaltung wird sich einerseits mit der Unterdrückung einer arabischen Protestbewegung und andererseits mit der Heranzüchtung arabischer Kollaborateure befassen müssen... Die Armee, die bis jetzt eine Volksarmee gewesen ist, wird aufgrund ihrer Verwandlung in eine Besatzungsarmee einen Degenerationsprozess durchmachen und ihre Offiziere, die nun Militärgouverneure sind, werden sich nicht von Militärgouverneuren anderswo in der Welt unterscheiden." Quelle >>>

Mehrere Verletzte bei Jerusalem
Gestern versuchten israelische Soldaten das Gelände der Al Quds Universität in Abu Dis bei Jerusalem zu stürmen. Sie eröffneten das Feuer auf Studenten und verletzten mehrere von ihnen.

Siedler überfährt Palästinenser bei Jerusalem
Am Freitag  Abend (14.11.03) überfuhr ein israelischer Siedler den 81- jährigen Hamdan Al Aramia mit seinem Lastwagen und verletzte ihn tödlich. Laut Augenzeugenberichten handelt es sich bei diesem Vorfall nicht um einen Unfall. Quelle

Lew Kopelew Preis an Uri Avnery und Sari Nusseibeh
...Uri Avnery wies stolz auf die Verbindung des Preises mit dem Namen
Lew Kopelew hin: "Alle Kämpfer für Frieden und Menschenrechte in
Israel, Palästina und in der ganzen Welt gehören einer
internationalen Gemeinschaft an, für die Lew Kopelew ein Vorbild war
und ist". Zudem sprach Avnery von einer neuen Hoffnung im
Friedensprozess: "Es weht ein neuer Wind. Wir werden alles tun, damit
diese Hoffnung wächst, damit sie zu einer historischen Wende führt."
mehr >>>

Solana: Israel hält sich nicht an diplomatische Gepflogenheiten
EU-Generalsekretär Javier Solana kritisierte am Dienstag dieser Woche die israelische Boykotthaltung gegenüber offiziellen Repräsentanten, die den palästinensischen Präsidenten Arafat getroffen haben. In Anspielung auf die Zurückweisung seines Sondergesandten Marc Otte durch israelische Regierungsstellen sagte Solana wörtlich: ,,Wenn da jemand ist, dessen Hauptaufgabe es ist, zwischen zwei Seiten zu vermitteln und wenn eine Seite dann entscheidet, ihn nicht mehr zu empfangen, so ist das merkwürdig.
. ...
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DIE GERECHTEN
21. Oktober 2003

…Wo sind die roten Linien, die wir uns in diesem Krieg festsetzen? Wie lange können Unschuldige angegriffen werden? Es gibt keine Diskussion über die Notwendigkeit gezielter Tötungen als Teil dieses Kriegs. Es gibt keine Diskussion über die Notwendigkeit, Terroristen und ihre Organisationen zu jagen. Aber kann es sein, dass irgendjemand bei uns beschlossen hat, dass die ganze palästinensische Gesellschaft zum Ziel wurde? Wenn dem so ist, dann gibt es wirklich keine Grenzen mehr.
JED (S. 3, Alex Fischmann)
21. Oktober 2003 (UA)
Der Wintersitz der Knesset wurde gestern mit einer politischen Rede Sharons eröffnet, der immer wieder gestört wurde und kaum zwei Sätze zu Ende sprechen konnte. „Ihre Persönlichkeit ist eine Fabrik, in der Terror produziert wird“, rief ihm Issam Machul zu, als Sharon über die PA sprach.- Quelle
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