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Friedlicher Widerstand in der Westbank, 27. August 2010
 

 

Catherine Ashton: Deutliche Kritik an Israel - Palästinensischer Aktivist gegen die Mauer  von einem israelischen Militärgericht verurteilt

Die ranghöchste Diplomatin der Europäischen Union kritisierte Israel am Mittwoch nachdrücklich wegen des Schuldspruches für den prominenten Aktivisten gegen die Mauer, Abdullah Abu Rahmah aus Bilin, und nannte ihn einen Verteidiger der Menschenrechte.

Catherine Ashton wies daraufhin, dass der Schuldspruch ihn und seine Mitstreiter an der Ausübung ihres legitimen Rechtes hindern solle, in gewaltlosen Demonstrationen gegen die Trennbarriere  zu protestieren, die von der EU als „illegal“ angesehen wird, wo sie – wie im Fall Bil’ins und zu über 85% ihrer Route- auf palästinensischem Land steht.

Trotz des Freispruches in zwei Anklagepunkten – „Steinewerfen“ und „illegalem Waffenbesitz“- wurde  Abu Rahmah am 24. August wegen „Aufwiegelung“ und „Organisation und Teilnahme an einer illegalen Demonstration“ schuldig gesprochen.

Abu Rahmah, ein 39- jähriger Lehrer und Aktivist, der durch gewaltlose Aktionen auf die ständigen Menschenrechtsverletzungen durch die militärische Besatzung und den Mauerbau Israels in der palästinensischen Westbank aufmerksam machen wollte, wurde während des acht Monate dauernden Verfahrens im Gefängnis Ofer festgehalten.

In Anerkennung der friedlichen Widerstandsbewegung in der Westbank wurde Abu Rahmah als Repräsentant des Bürgerkomitees Bil’in und den israelischen Friedensaktivisten «Anarchisten gegen die Mauer» Anfang Dezember 2008 in Berlin die Carl-von-Ossietzky-Medaille “ für besondere Verdienste um die Verwirklichung der Menschenrechte und für Zivilcourage“ verliehen. Er traf die „Elders“, eine Gruppe von  prominenten Staatsmännern und -frauen, darunter Erzbischof Desmond Tutu und Jimmy Carter, die im Sommer 2009 einen Solidaritätsbesuch in Bil’in machten.

Im vergangenen Dezember drangen israelische Truppen nachts in sein Haus in Ramallah ein und verhafteten ihn.  Aktivisten gegen die israelische Mauer sahen diese nächtliche Razzia als Teil der sich verschärfenden Verhaftungskampagne gegen Mitglieder des zivilen Widerstandes in den Dörfern der Westbank, der sich gegen den Bau der Mauer und den Ausbau von illegalen, israelischen Siedlungen auf palästinensischem Land richtet.

Seit Anfang Mai wurde Abu Rahmah, ein Vater von drei kleinen Kindern, in Isolationshaft gehalten und konnte keine Besuche von seiner Familie erhalten.

Vertreter der EU und verschiedener europäischer Länder waren bei den mehr als 20 Anhörungen und der Verurteilung am Dienstag anwesend und Ahston betonte, dass sich die EU  über die Lage in der Westbank auf dem Laufenden halten werde, ins besondere,wenn die direkten Verhandlungen zwischen Israel und der Palästinensischen Autorität nächste Woche in Washington beginnen.

Ein Sprecher des israelischen Aussenministeriums wies die Äusserungen Ashtons zurück und sagte, dass israelische Gesetze die Demonstrationsfreiheit garantierten und  die Diplomatin der EU sich in einen transparenten, legalen Prozess einmische.

Militärbefehl Nr.101

JPG - 47.8 kbDer Militärrichter sprach Abu Rahmah vom Vorwurf des Steinewerfens und des illegalen Waffenbesitzes frei. Abdullah Abu Rahmah hatte zurückgelassene Tränengaskanister, Blendgranaten und andere Munition der israelischen Streitkräfte (IDF) eingesammelt und zu einem Friedenssymbol arrangiert, um Besuchern aus aller Welt zu zeigen, was in seiner Gegend vor sich geht. Das Koordinationskomitee für den zivilen Widerstand sah diesen „absurden“ Anklagepunkt als Beispiel, dass die IDF zu extremen Methoden greift, um die unbewaffnete Opposition zum Schweigen zu bringen oder zu diffamieren.

Der Anklagepunkt der „Organisation von illegalen Demonstrationen“ beruht auf einer Militärverordnung von 1967, die nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation B‘Tselem  seit der ersten Intifada (1987-1993) nicht mehr eingesetzt wurde und erst wieder 2010 bei der gerichtlichen Verfolgung des friedlichen Widerstandes hervorgeholt wurde. Palästinenser in den besetzten palästinensischen Gebieten sind israelischem Militärrecht unterstellt., einschliesslich der Militäroder Nr.101, einem „Befehl im Bezug auf den Verbot der  Aufwiegelung und Feindlichen Propagandaaktionen“, 1967 mit dem Beginn der  israelischen Besatzung in der Westbank eingeführt.  Dieser Befehl erlaubt weitgehende Einschränkungen der Meinungsfreiheit und regelt, das eine Versammlung von 10 und mehr Menschen “ für einen politischen Zweck oder ein Anliegen, das als politisch interpretiert werden kann‘“ oder einfach „ um ein solches Anliegen zu diskutieren“ die Erlaubnis des örtlichen israelischen Kommandeurs benötigt. Seit Beginn des Jahres 2010 wurde diese Order Nr. 101 aus den Archiven geholt und gegen Palästinenser eingesetzt, die Demonstrationen gegen die Mauer organisieren.Die Maximalstrafe für eine Verletzung dieser Militärorder  beträgt 10 Jahre Gefängnis.

Der Vorwurf der „Aufwiegelung“ wurde aufrechterhalten, obwohl er auf den Aussagen von minderjährigen Jugendlichen beruht, von denen das Gericht selbst anerkannte, dass diese Aussagen fehlerhaft waren.

„Einkaufszettel“ des Shin Bet und der IDF

Die Rechtsanwälte der Demonstranten aus Bil’in und Ni‘lin verbringen oft Stunden während der Anhörungen im Militärgericht Ofer, um im Detail zu beweisen, dass die belastenden Informationen der Anklage Fabrikationen sind, die auf erzwungenen und manipulierten Geständnissen von palästiensischen Minderjährigen beruhen, die vom israelischen Sicherheitsdienst Shin Bet und der IDF für ein Verhör selektiert wurden. Aufgrund von Beobachtungen des Shin Bet werden IDF Soldaten ausgesandt, um das “schwache Glied in der Kette” zu finden – einen Jugendlichen, den man leicht während des ersten Verhörs einschüchtern kann oder der psychisch labil erscheint.

 

Üblicherweise werden palästinensische  Jugendliche in den frühen Morgenstunden von IDF-Soldaten verhaftet, die in ihren Militärjeeps vorfahren und dann das Haus mit gezückten Waffen und voller Kampfmontur, einschliesslich Gesichtsmasken oder Tarnfarbe, stürmen. Das Opfer wird aus dem Haus gezerrt, oft ohne sich vollständig ankleiden zu können, und in Handschellen und mit verbundenen Augen zum Verhör abgeführt, bei dem weder die Eltern noch ein Verteidiger anwesend sind.

Danach werden weitere verhaftete Jugendliche in den Fall einbezogen, um den Druck zu verstärken, belastende Informationen im Sinne der Verhörer zu liefern. Die Fragen in diesen Verhören illustrieren die Absicht der Fragesteller, den friedlichen Widerstand und seine Organisatoren mit “feindlicher Terroristenaktivität” in Verbindung zu bringen, dem Werfen von Steinen und Molotovcocktails, um die Rechtmässigkeit der Bewegung zu kompromitieren.

In Bil’in basiert ein Grossteil der belastenden  Informationen gegen örtliche Aktivisten auf den Verhören von vier minderjährigen Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Die vier Teenager aus Bil’in durchliefen diese beängstigende Prozedur und lieferten dem Shin Bet den gewünschten  „Einkaufszettel“  – wie Dorfbewohner die Liste von extrem vagen Anschuldigungen bezeichnen, die Dutzende von Dorfbewohnern belastet haben. 

Bei den Anhörungen in Ofer stellte sich heraus, dass drei der vier Jugendlichen die eigenen Zeugenaussagen nicht lesen konnten. Nachdem sie ihre Aussagen widerriefen oder in Frage stellten, wuden sie zu feindlichen, unkooperativen Zeugen erklärt. Weitere Beweise wurden von der Anklage nicht vorgelegt, obwohl die Demonstrationen von den Sicherheitskräften routinemässig gefilmt werden.

In Bilin sind aufgrund dieser Zeugenaussagen  immer noch 10 Einwohner im Gefängnis, darunter Adeeb Abu Rahmah und Abdallah Abu Rahmah. Seit 2005 wurden 93 der 1800 Einwohner Bil’ins verhaftet, 46 seit Juli vergangenen Jahres. In Nil‘in wurden seit 2008 113 Einwohner verhaftet, im 500 Einwohner zählenden Dorf Nabi Saleh wurden in den letzten acht Monaten 41 Menschen festgenommen.

Zahlreiche Augenzeugen der Freitagsdemonstrationen gegen die Mauer betonen, dass die Mitglieder der Bürgerkomitees nie Steine oder Molotovcocktails werfen und bemüht sind, dies auch den Jugendlichen auszureden.

Amnesty International erklärte Abu Rahmah im Januar 2010 zum politischen Gefangenen und erklärte  in Reaktion auf das Urteil, dass Abu Rahmah lediglich für die Ausübung seines Rechtes auf Protest gegen die israelische Landnahme veruteilt wurde. Übersetzung Martina Lauer

 

Bil’in: Conviction and Tears - The weekly protest march at the village of Bil’in ended in Israeli Occupation Forces storming the crowd, hitting three activists with tear gas grenades, and shooting a man in the knee with a rubber-coated bullet from less than thirty yards away. Ashraf Khatib was rushed from the field to  >>>

Ask Guido Westerwelle to Act for Abdallah Abu Rahmah's Release - Ask your Minister of Foreign Affairs to act on behalf of Abdallah Abu Rahma. Demand that he apply pressure on Israeli officials to release Abdallah Abu Rahmah and stop targeting the popular resistance. Below is a suggested template letter we have drafted. Please change it to your liking (or just use it as is), fill in your details in the form bellow, and hit the send button to send the letter. >>>

HINTERGRUND

Bilin: Abdallah Abu Rahmah wird nicht wegen Steine werfens angeklagt, sondern …. -  Medien Kontakt: Jonathan Polack, Koordinierungskomitee des Populären Kampfes, 24.August 2010 - Bilins Abdallah Abu Rahmah wurde heute nicht wegen Steine-Werfens angeklagt, sondern wegen Anstiftung und dafür, dass er illegale Demonstrationen organisiert habe. Nachdem er  acht Monate lang vor einem Militärgericht stand, während dem er im Gefängnis gehalten wurde, hat man die Anklage des Steinewerfens und des Waffenbesitzes fallen gelassen. Abdallah Abu Rahmahs Urteil wurde heute in einem übervollen Militärgerichtshof verlesen. Acht Monate lang war es ein politisch motivierter Schauprozess. Diplomaten aus Frankreich, Malta, Deutschland, Spanien und Großbritannien wie auch Vertreter der EU waren anwesend, um die Verhandlung zu beobachten.  Viele seiner Freunde, Unterstützer, Familienmitglieder waren da, um ihm beizustehen. Abu Rahmah, der Koordinator des ‚Biliner Volkskomitees gegen die Mauer und Siedlungen’ wurde von zwei der Anklagen, die gegen ihn erhoben waren,  freigesprochen: das Steine-werfen und  eine lächerliche und rachsüchtige Beschuldigung des Waffenbesitzes. Gemäß der Anklageschrift hatte Abu Rahmah gebrauchte Tränengasprojektile und Munitionshülsen, die gegen die Demonstranten abgeschossen worden waren, eingesammelt, um sie  auszustellen und zu zeigen, mit welcher Gewalt gegen die Demonstranten vorgegangen wird. Diese absurde Anklage ist ein klares Beispiel, wie die militärisch strafrechtliche Verfolgung eifrig dabei ist, legale Prozeduren als ein Mittel zu benützen, um  gewaltfreien Protest zum Schweigen zu bringen. Das Gericht jedoch fand Abu Rahmah  zwei  der schwersten Vergehen nach militärischer Rechtsprechung schuldig: Anstiftung,  Organisation und die Teilnahme an illegalen Demonstrationen. Das gründete sich auf Zeugenaussagen von Minderjährigen, die mitten in der Nacht verhaftet wurden und denen man das Recht verweigerte, rechtliche Beratung zu bekommen. Abgesehen davon war ihre Befragung nicht in Ordnung. >>>

http://palsolidarity.org/2010/08/14024/

 


Die israelische Mauer in Bil’in

Das eine halbe Stunde Atofahrt von Ramallah entfernte Dorf wurde infolge des Mauerbaus von knapp 60 Prozent – insgesamt 2,3 Quadratkilometern – der Olivenhaine und Felder abgeschnitten, die unverzichtbar für das wirtschaftliche Überleben des Dorfes sind. Als der Dorfrat im Sommer 2004 vom Baubeginn hörte, rief der Vorsitzende alle Gruppen und Parteien des Dorfes zum Widerstand auf. Bei einem Treffen im September 2004 wurde die Gründung eines Bürgerkomitees vorgeschlagen, um sowohl gerichtlich als auch durch regelmässige Proteste gegen die Vereinnahmung des Landes vorzugehen. Dieser Prozess spielte sich in ähnlicher Form seit 2003 in anderen Dörfern der Westbank ab.
In Israel führte ein von Bil’in eingeleitetes Gerichtsverfahren vor dem Obersten Gericht 2007 zu dem Urteil, dass die israelische Armee eine neue Route für die Mauer in Bil’in finden müsse. Es dauerte drei Jahre, bis die Bauarbeiten für die abgeänderte Route der Mauer im Februar 2010 begannen, wodurch Bil’in einen Teil seines Landes zurückerhält.
Im Juli 2008 ging das Dorf Bil’in vor Gericht in Kanada, weil die Rechtsmittel in Israel fűr ein gerichtliches Vorgehen gegen die Mauer begrenzt waren. Beim Obersten Gericht in Quebec legte der Dorfrat Klage ein gegen zwei Firmen mit Sitz in Montreal, Green Park International und Green Mount International, die an der Konstruktion und dem Verkauf von Siedlungswohnungen in Modi’in Illit beteiligt waren, der mit 40 000 Bewohnern grössten israelischen Kolonie in der Westbank, die entgegen internationalem Recht auf Bilins Dorfland gebaut wurde. Bil’ins Klage in Montreal wurde im Juli 2010 in zweiter Instanz abgewiesen.
Israel hat bisher 413 Kilometer der geplanten 709 Kilometer langen Mauer gebaut. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird die Mauer nach Berichten der Uno zu 85 % innerhalb der Westbank stehen.
Am 9. Juli 2004 gab der Internationale Gerichtshof (IGH) sein Gutachten zu den rechtlichen Konsequenzen des israelischen Mauerbaus in den besetzten palästinensischen Gebieten ab. Er stellte eindeutig fest, dass Israel den Mauerbau stoppen, die Mauer abreißen und der palästinensischen Bevölkerung für den entstandenen Schaden Reparationen zahlen muss.
Am 20. Juli 2004 wurde das Rechtsgutachten des IGH durch die UN-Resolution ES-10/15 ratifiziert.
Diese Resolution, die von 150 Nationen einschließlich der europäischen Länder bei sechs Gegenstimmen
und zehn Enthaltungen angenommen wurde, fordert Israel und
alle UN-Mitgliedsstaaten auf, das IGH-Gutachten umzusetzen
und dem Völkerrecht Geltung zu verschaffen. Israel hat das IGH-Gutachten bisher ignoriert.
Im Zuge des Mauerbaus wurden Häuser, Trinkwasserbrunnen, Felder und Oliverhaine zerstört, Familien getrennt und der Zugang zu Arbeitsstellen, Schulen und Krankenhäusern beschränkt. Die Gemeinden, die ihre Felder und Wasserressourcen verloren haben, können kaum überleben.

Gaby Lasky, die Verteidigerin von Abu Rahmah erklärte nach dem Schuldspruch:“ Soldaten haben Dutzende, Hunderte von Demonstranten verletzt und getötet im Versuch, den zivilen Widerstand der Palästineser zu blockieren, aber vergeblich. Israel versucht nun in illegitimer Weise, Gerichte zum gleichen Zweck einzusetzen. Die internationale Gemeinschaft muss endlich Stellung beziehen und ich bin froh, dass der EU die politische Zielsetzung dieses Urteils gegen einen Menschenrechtsaktivisten klar wurde, weil EU-Vertreter alle Gerichtsverhandlungen besuchten.“

„Israel glaubt, dass es handeln kann, wie es will. Der IGH in Den Hague und selbst der israelische Oberste Gerichtshof haben geurteilt, dass die Mauer, die Israel auf unserem Land baut, illegal ist; und trotzdem steht sie immer noch. Trotz der Rechtswidrigkeit der Mauer werden wir verfolgt und wegen unserer legitime Proteste ins Gefängnis gesperrt. Die Anerkennung unseres Rechtes auf Proteste durch Ashtons Stellungnahme ist wichtig, aber muss zu echtem, konkreten Druck auf Israel führen,“ sagte Mohammed Khatib, Sekretär des Dorfrates von Bil’in. „ Während alle von der Wiederaufnahme der Verhandlungen sprechen, hat sich vor Ort nichts geändert.“


http://www.popularstruggle.org/content/baroness-ashton-condemns-bilin-leaders-conviction-attorney-international-community-must-take
http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/facing-jail-the-unarmed-activist-who-dared-to-take-on-israel-2062200.html#mainColumn
HTTP://WWW.AMNESTY.ORG/EN/NEWS-AND-UPDATES/PALESTINIAN-ANTI-WALL-PROTESTER-CONVICTED-ISRAELI-MILITARY-COURT-2010-08-27
http://www.haaretz.com/print-edition/features/amira-hass-beatings-arrests-nighttime-raids-and-dubious-indictments-1.295998
http://www.atlanticfreepress.com/news/1/12724-arresting-gandhi-violent-clashes-and-the-arrest-of-abdullah-abu-rahma.html
http://www.guardian.co.uk/world/2010/aug/25/eu-rebuke-israel-separation-barrier-protester



Bilin: Erinnerung an Opfer israelischer Attentate

Erstmals seit einigen Wochen konnten die Demonstranten in Bil’in bis zum Durchgangstor in der Apartheidmauer gelangen, wurden aber vom Erreichen des Dorflandes auf der anderen Seite durch ein grosses Truppenkontingent der israelischen Armee (IDF) blockiert. Delegationen aus den USA, Frankreich und Grossbritannien, darunter Martin Linton und Sara App von den Freunden Palästinas in der Labour Partei, unterstützten die israelischen und palästinensischen Teilnehmer.
Demonstranten trugen Plakate mit dem Foto von Abu Ali Mustafa, dem verstorbenen Generalsekretär der Populären Front für die Befreiung Palästinas. Abu Ali Mustafa wurde bei einem israelischen Anschlag vor neun Jahren von einer Rakete in seinem Büro in Ramallah tödlich getroffen. Sie forderten auch die Freilassung von Aktivisten aus Bil’in, vor allem Abdullah Abu Rahmah, der diese Woche von einem israelischen Militärgericht wegen seiner Organisation von Protesten gegen die Mauer schuldig gesprochen wurde.
Vier Teilnehmer wurden Tränengas und Gummimantelgeschosse verletzt, als die IDF die Demonstranten von drei Seiten umzingelte und unter Beschuss nahm.
http://www.bilin-ffj.org/index.php?option=com_content&task=view&id=308&Itemid=30

 


Ni’lin: IDF verhaftet fünf Sanitäter

Fünf Sanitäter vom Roten Halbmond wurden bei der Demonstration gegen die Mauer in Nil’in verhaftet. Der Rote Halbmond ist bei den Demonstrationen in der Westbank immer präsent, um die Teilnehmer bei Verletzungen durch das Waffenarsenal der israelischen Armee(IDF) medizinisch zu versorgen; die IDF setzt Tränengas, Schockgranaten, Pfefferspray, gummiummantelte Stahlkugeln und manchmal scharfe Munition gegen die unbewaffneten Menschen ein, was zu zahlreichen, teils lebensgefährlichen Verletzungen führt. In Nil’in wurden seit Beginn der regelmässigen Proteste 2008 fünf Menschen von der IDF getötet.
Durch den Bau von Israels Annexionsmauer wurde Nil’ins Land von 58 000 Dunum auf 10 000 reduziert; nach Abschluss der Konstruktionen wird das Dorf nur noch über 7300 Dunum verfügen.
Internationale und israelische Aktivisten begleiteten die Bewohner Nil’ins auf ihrem Protestzug zur Mauer, wo einige Demonstrationsteilnehmer eine schwarze Rauchsäule durch brennende Reifen erzeugten, um gegen das Abbrennen von Olivenbäumen durch die IDF auf konfisziertem Dorfland zu protestieren , das ihnen unzugänglich auf der anderen Seite der hohen Betonmauer liegt. Andere Demonstrationsteilnehmer verewigten Teile der Vierten Genfer Konvention ( Verbot des Bevölkerungstransfers vom Land des Besetzers auf das besetzte Land) in roter Farbe auf dem grauen Beton.
Ein Team von Fotografen, das die Aktionen in Nil’in regelmässig aufnimmt, wurde diese Woche wieder von der IDF verhaftet. Vor einigen Wochen wurden die zwei, ein Mitglied der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem und ein Fotograf vom Bürgerkomitee Ni’lin, unter dem Vorwuf des Steinewerfens drei Tage festgehalten, mussten aber wieder freigelassen werden, weil ein Video ihre Unschuld bewies.
Der israelische Autor und Filmemacher Joseph Dana berichtet u.a. auf Twitter über den Verlauf der Proteste gegen die Mauer in Nil’in.
josephdana.com
http://www.imemc.org/article/59333
http://www.bilin-ffj.org/index.php?option=com_content&task=view&id=307&Itemid=30



Erfolg für die BDS-Bewegung: Norwegen trennt sich von Baufirmen in der Westbank

Am Montag kündete die norwegische Regierung an, dass sie sich von der Beteiligung an zwei Firmen des israelischen Milliardärs Lev Leviev – Africa Israel Investments und Danya Cebus- zurückzieht. Beide Firmen sind an der Konstruktion von illegalen israelischen Siedlungen in der palästinensischen Westbank beteiligt.
Diese Entscheidung kam nach einer monatelangen Kampagne, die von Westbank- Dörfern wie Bil’in und Jayyous und einer Koalition von Aktivisten aus Norwegen, Palästina, Israel und internationalen Gruppen(Adalah-NY) initiiert wurde.
Die Boykottkampagne gegen diese zwei Firmen von Lev Leviev führte dazu, dass UNICEF und Oxfam Spenden von Leviev zurückwiesen, die britische Regierung ihre Geschäftsverbindungen mit Leviev beendete, bekannte Persönlichkeiten auf Distanz zu ihm gingen und grosse Investmentfirmen sich aus seinen Unternehmen zurückzogen.
Mohammed Khatib vom Bürgerkomitee Bil’in berichtet, dass das Dorf im April 2009 die norwegische Regierung über die Beteiligung von Africa Israel am Bau der Siedlung Mattityahu Ost auf Bil’ins Land unterrichtete. Norwegen versprach eine Untersuchung.” Diese Erfolge zeigen unseren Einsatz, weiterhin für Gerechtigkeit zu kämpfen, auch wenn Israels Verhaftungs- und Einschüchterungskampagne unseren Widerstand durch gezielte Aktionen gegen Aktivisten wie Abdallah Abu Rahmah im Keim ersticken will.“
Palästinensiche Organisatoren von Protesten und Boykottaktionen wie Abdallah Abu Rahmah, Mohammed Khatib, Mohammad Othman aus Jayyous und Jamal Juma von der Organisation Stop-the-Wall wurden von Israel in der vergangenheit festgenommen. In der israelischen Knesset wurde ein Gesetz zur Kriminalisierung von Aktionen israelischer Staatsbürger, die den Boykott Israels unterstützen, eingebracht.
Norwegen trennte sich bereits von der israelischen Firma Elbit wegen ihrer Beteiligung am Bau der illegalen Mauer in der besetzten Westbank.
Die norwegische Regierung zog sich auch (wegen der Abholzung von Urwald) aus einer malaysischen Firma zurück.
Die Bürgerkomitees in der Westbank rufen zu weiteren Boykottkampagnen gegen die fortgesetze Landkonfiszierung auf.
http://palsolidarity.org/2010/08/13967/



Al Ma’sara: Erinnerung an Abu Ali Mustafa

Israelische Soldaten feuerten Tränengaskanister und Schockgranaten direkt in die Menge der Demonstranten, die in Al Ma’sara gegen die Mauer protestierten.
Israelische und internationale Friedensaktivisten beteiligten sich nach dem Mittagsgebet der Dorfbewohner am Demonstrationszug in Richtung Dorfland, das von der IDF für den Bau der israelischen Mauer konfisziert wurde.
Soldaten hinderten die Demonstranten am Verlassen des Dorfes und verletzten fünf Teilnehmer durch den massiven Einsatz von Tränengas, Blendschockgranaten und Gummimantelgeschossen.
Wie in vielen Dörfern der Westbank gedachte Al Ma’sara der Ermodung von Abu Ali Mustafa, dem Generalsekretärder Populären Front für die Befreiung Palästinas vor neun Jahren durch die IDF.
Zwei israelische Aktivisten wurden verhaftet; ein Aktivist wurde freigelassen, der andere zu einer Polizeistation gebracht.
http://english.pnn.ps/index.php?option=com_content&task=view&id=8704&Itemid=59

(Ins deutsche Übersetzt von Martina Lauer)


 

Friedlicher Widerstand in der Westbank, 20. August 2010
übersetzt und bearbeitet von Martina Lauer

 

Bil’in: Protest gegen demütigende Praktiken der IDF

Trotz der intensiven Sommerhitze machte sich eine grosse Gruppe von palästinensischen, israelischen und internationalen Aktivisten, darunter eine Delegation aus Italien, nach dem Mittagsgebet am zweiten Freitag von Ramadan vom Zentrum Bil’ins zum Demonstrationsmarsch in Richtung Mauer auf. Die Demonstranten forderten heute vor allem eine gerichtliche Bestrafung von israelischen Soldaten, die Fotos von verhafteten Palästinensern mit verbundenen Augen und gefesselten Händen auf ihren Facebookseiten postierten.

 Die IDF hatte sich, einer neuen Taktik folgend, auf dem Weg zur israelischen Mauer in mehreren Reihen aufgebaut und hinderte die Demonstranten am Erreichen des Durchgangstores in der Mauer, hinter der Bil’ins  annektiertes Land liegt. In den vergangenen Jahren rechtfertigte die IDF den Beschuss der Demonstrationsteilnehmer mit Tränengas, Schockgranaten und gummiummantelten Stahlkugeln damit, dass die Apartheidmauer und die israelischen Kolonialsiedlung dahinter aus „Sicherheitsgründen“ und vor der Beschädigung durch Steinwürfe geschützt werden müsse. Diesen Sommer werden die Friedensaktivisten regelmässig mit Tränengas u.a. beschossen, obwohl sie eine erhebliche Distanz vor der Mauer gestoppt werden.

Einige Demonstranten protestierten gegen die demütigenden Praktiken der IDF, indem sie sich vor den Soldaten mit weissen Augenbinden und  mit Plastikbändern gefesselt vor die aufgereihten Soldaten setzten. Das gewaltlose Sit-in wurde nach kurzer Zeit von der IDF beendet, als zwei Aktivisten verhaftet und der Journalist Haitham Al-Khatib bei einem Verhaftungsversuch der IDF leicht verletzt wurde.

Ein Soldat hatte eine militärische Order zur Hand, die den Ort der Demonstration zur „geschlossenen militärischen Zone“ erklärte, eine oft eingesetzte Taktik der IDF, Aktionen des friedlichen Widerstandes vorzeitig zu beenden.

Dutzende litten unter den dichten Tränengaswolken; die IDF versuchte noch einige Stunden lang, in das Dorf einzudringen, während steinewerfende Jugendliche versuchten, die israelischen Soldaten und ihre Tränengaskanister und Schockgranaten von den Häusern des Dorfes fernzuhalten.

http://www.bilin-ffj.org/index.php?option=com_content&task=view&id=306&Itemid=1  

 

Bilin Weekly Demo 20-08-2010 By haithmkatib@gmail.com

 

 

Adeeb Abu Rahma: Fortsetzung des Gerichtsverfahrens

Am 17. August wurde das Verfahren gegen Adeeb Abu Rahma im Militärgefängnis Ofer, u.a. in Anwesenheit von Vertretern der spanischen Regierung und der EU, fortgesetzt.

Adeeb Abu Rahma aus Bili’in ist ein Taxifahrer und Vater von neun Kindern, der am 9. Juli 2010 wegen der Teinahme am friedlichen Widerstand gegen die Mauer, oder wie die IDF formulierte  wegen „Aufruf zur Gewalt gegen israelische Sicherheitskräfte“, schuldig gesprochen wurde. Am Tage der Urteilsverkündung befand sich Adeeb seit einem Jahr in Haft und hätte auf freien Fuss gesetzt werden müssen, weil das Strafmass auf ein Jahr Gefängnis lautete. Für die Anklage war das Strafmass zu gering und das Militärgericht entschied, dass Adeeb für die Zeit des Berufungsverfahrens im Gefängnis bleiben müsse.

Fünf Stunden lang erläuterte  Adeebs  Verteidigerin Gaby Lasky, dass das Gericht manipulierte und erzwungene Geständnisse von Jugendlichen aus dem Dorf als legitime Beweise für Adeebs Schuld zugelassen hatte.

Am Ende der Anhörung kamen Adeebs Verteidiger zu dem Schluss, dass Adeeb wohl 14 Monate Gefängnis erhalten werde, um den Anschein der Rechtmässigkeit  des Verfahrens aufrechtzuerhalten.

http://josephdana.com/

 

 

Nil’in: IDF bestraft Aktivisten im friedlichen Widerstand

Vor der Demonstration im Dorf Nil’in hielten die Einwohner das Mittagsgebet auf ihrem Land ab, in Sichtweite der von Israel errichteten, nach internationalem Recht illegalen Mauer und Siedlung. Israelische Soldaten beschossen die Demonstranten mit Tränengas und Schockgranaten, es wurden keine Verletzungen berichtet.

 

 

Neues über Ibrahim Amireh, Aktivist aus Nil’in, und seine Familie


Am 12. Januar 2010 wurde Ibrahim Amireh aus Nil’in von der israelischen Armee verhaftet und sechs Monate später zu zwei Jahren Gefängnis für die Organisation und Teilnahme an den friedlichen Protesten gegen die israelische  Mauer in der besetzten Westbank verurteilt.

 Ibrahim Amirehs Familie lebte in  Jaffa im heutigen Israel  und wurde 1948 während der Nakba aus ihrem Heimatort vertrieben; wie viele der über 700 000 vertriebenen Palästineser suchte die Familie in der Westbank Zuflucht.

 Seine Familie will in den nächsten zwei Monaten die Summe von 9000 Shekel(2330 US-Dollar) aufbringen, um die Gefängnisstrafe von 20 Monaten auf 11 Monate zu verkürzen.

Nach der Urteilsverkündung wurde Ibrahim Amireh in das Gefängnis Alnaquab in der Negev-Wüste  transferiert. Das Klima dort ist sehr viel schädlicher für seine geschwächte Gesundheit, weil die Temperaturen extremer sind, es herrscht grosse Hitze am Tag, Kälte in der Nacht. Seine Frau und zwei seiner Kinder machten sich am 9. August um fünf Uhr morgens zu einem Besuch bei ihm im Gefängnis auf, eine lange und teure Reise, für die die Familie 300 Shekel aufbringen musste, eine grosse Summe für eine Familie mit sieben Kindern, die den Alleinverdiener verloren hat.

Zusammen mit Ibrahim Amireh wurden Hassan Mousa und Zaydoon Srour aus Nil’in zu Gefängnisstrafen wegen der Beteiligung an den Protesten gegen die israelische Besatzung und die Landkonfiszierungen in ihrem Dorf verurteilt.

Sein 18-jähriger Sohn Saeed hat das Vorgehen der israelischen Armee gegen junge Palästinenser selbst erlebt. Eines Nachts, eine Woche vor seinem Schulabschlussexamen, drangen israelische Soldaten nachts in sein Haus ein, sperrten seine Familie in ein Zimmer ein, verprügelten Saeed, zerschlugen die Einrichtung in seinem Zimmer und nahmen ihn mit. Vier Monate lang wurde er in einem Gefängnis in einer kleinen, dunklen Zelle in Gesellschaft von Mäusen und Ungeziefer gehalten. Trotz vieler Verhöre wurde ihm von IDF-Seite nicht mitgeteilt, warum er festgenommen wurde. Seine Familie vermutet, dass die aktive Teilnahme seines Vaters im zivilen Widerstand Nil’ins gegen den Bau der Mauer ein Grund für das Vorgehen der IDF ist.

 http://supportibrahim.com/2010/08/10/visiting-my-father-in-jail/

http://www.facebook.com/l/7016c90AJWwlwP6wOlATPRKHzMw;supportibrahim.com/2010/08/10/visiting-my-father-in-jail/

 

 

Al Ma’sara: Protest gegen Facebook- Fotos

In Al Ma’sara demonstierten palästinensische, israelische und internationale Aktivisten gegen die Landannexionen und den Bau der israelischen Mauer auf dem Land des Dorfes. Sie protestierten heute auch gegen die Veröffentlichung von Fotos auf den Facebook- Seiten israelischer Soldaten, auf denen Mitglieder der IDF vor Palästinensern posieren, denen die Augen verbunden und die Hände gefesselt wurden.

Israelische Soldaten blockierten die Demonstranten am Eingang des Dorfes und setzten Tränengas und Schockgranaten ein, um sie ins Dorf zurückzudrängen.

Einige Teilnehmer mussten wegen Inhalation von Tränengas behandelt werden. Die Demonstration endete kurz darauf.

http://english.pnn.ps/index.php?option=com_content&task=view&id=8675&Itemid=28

 

 

Al- Walaja: Von der Mauer eingekreist

Diese Woche beteiligten sich über 50 internationale und israelische Aktivisten an der Demonstration der Einwohner von Al-Walaja gegen die Apartheidmauer.

1948 verlor Al-Walaja 70 Prozent des Dorflandes an Israel; 1967 annektierte Israel die Hälfte des verbleibenden Landes ohne Kenntnis der  Dorfbewohnern zum Stadtgebiet von Jerusalem. Die verbleibenden 15 Prozent des urspünglichen Landes liegen zwischen der israelischen Mauer und der Grünen Linie.

Im April kamen israelische Bulldozer in Al-Walaja an, um Land für den Weiterbau der Mauer zu klären. Wird die Mauer nach bisherigen Plänen der IDF weitergebaut, wird sie das ganze Dorf einschliessen und nur einen Ausgang für die Bewohner in Form eines Tunnels freilassen. Al-Walaja appellierte an den israelischen Obersten Gerichtshof, der am 25. Juli von der IDF eine Klarstellung zur Route der Mauer innerhalb von 45 Tagen forderte. Die Bauarbeiten in Al-Walaja wurden mit doppelter Geschwindigkeit fortgesetzt und das Dorf macht sich kaum Hoffnungen auf eine Regelung in seinem Interesse.

Weil die Demonstration am vergangenen Freitag trotz absolut friedlichen Verhaltens auf seiten der Demonstranten gewaltsam unterdrückt wurde, beschlossen die Einwohner, eine grosse Distanz von der IDF und den Siedlern zu wahren, und marschierten- trommelnd und Fahnen schwingend- auf einer anderen Route zur Mauer, wo eine Karnevalspuppe in den palästiensischen Farben  symbolisch an der Mauer aufstieg. Diesen Freitag wurde die Demonstration nicht von der IDF behindert und endete friedlich.

Mazin Qumsiyeh vom Bürgerkomitee gegen die Mauer lud die Teilnehmer zu einer Nachbesprechung und Situationsbeschreibung in den Gemeindesaal ein:

Eine Dorfbewohnerin beschrieb die besonderen Probleme in Al Walaja durch den fortgesetzten Mauerbau: An einigen Stellen wird die Mauer nur fünf Meter von den Häusern des Dorfes entfernt stehen; zwei Häuser am Eingang Al-Walajas werden auf drei Seiten von der 12 Meter hohen Mauer umgeben sein; ein Haus wird seine eigene Mauer erhalten, mit eigenem Eingang.

Ein Mitglied des Bügerkomitees betonte, wie wichtig für ihn die Erfahrung von Solidaritätsbesuchen von palästinesischen und israelischen Familien während seiner Inhaftierung war.

http://english.pnn.ps/index.php?option=com_content&task=view&id=8678&Itemid=58

Al-Walaja 20 August 2010

 

 

Awarta: Verhinderung von Landannexion durch direkte Aktion

Am verhangenen Donnerstagmorgen wurden palästinensische Bauern und internationale Unterstützer von bewaffneten Siedlern und IDF Soldaten daran gehindert, Olivenbäume zu wässern, die sie Ende März gepflanzt hatten, um die Annexion ihres Landes zu verhindern.

Seit Beginn der Zweiten Intifada verbot die IDF den Zugang zu einem grossen Teil des Landes von Awarta für palästinensische Bauern, die das Land deshalb acht Jahre nicht bebauen konnten. Zwei Jugendliche wurden auf diesem Land vor einigen Wochen von der IDF festgenommen und getötet. In Reaktion auf dieses Verbrechen beschloss das örtliche Bürgerkomitee, die Rechte auf das Land durch Baumbepflanzung wieder einzufordern.

http://stopthewall.org/latestnews/2344.shtml

 

Tulkarem: Sit-in am Tor von Wadi al-Rasha

Bauern von Tulkarem und Friedensaktivisten von der Kampagne Stop the Wall  organisierten ein Sit- in vor dem Tor von Wadi al-Rasha, um gegen die willkürlichen Schliessungen des Zugangstores in der Mauer durch die IDF zu protestieren. 450 Bauern der Umgebung können ihr Land nicht erreichen, weil vor zwei Monaten die Route der Mauer geändert wurde und grosse Teile ihres Landes nun hinter der Mauer liegen. Die Kampagne will auch die Bauern unterstützen, die bei der Olivenernte von Siedlern und IDF Soldaten behindert werden.

http://stopthewall.org/latestnews/2343.shtml

 

Friedlicher Widerstand in der Westbank, 13. August 2010

 

Bil’in: Die israelische Armee blockiert Bil’ins Demonstrationen

Nach dem  mittäglichen Jumma-Gebet  am ersten Freitag des Fastenmonats Ramadan machten sich die Dorfbewohner Bil’ins zusammen mit  fünfzig internationalen  und  zahlreichen  israelischen Friedensaktivisten auf den Weg zur israelischen Mauer, die die Bauern des Dorfes von fast fünfzig Prozent  ihres Landes abgeschnitten hat, um eine Erweiterung der israelischen Siedlerkolonie Modi’in Illit zu ermöglichen. Die Demonstranten protestierten gegen den Landraub und die politisch motivierten Verhaftungen von Dorfbewohnern, die den gewaltlosen Widerstand gegen die israelische Besetzung der Westbank organisieren oder einfach an den Freitagsprotesten teilnehmen.

Diesen Sommer wird der Demonstrationszug regelmässig von einem grossen Aufmarsch israelischer Soldaten blockiert, die sich eine gute Strecke vor dem Durchgangstor der Mauer aufstellen, dem traditionellen Zielpunkt von Bil’ins Demonstrationen in den vergangenen fünfeinhalb Jahren, und die Demonstranten in voller Montur und bewaffnet mit Tränengas, Schockgranaten und Gummimantelgeschossen erwarten. Auch diesen Freitag standen sich Demonstranten und Soldaten  Auge in Auge  gegenüber, bis die IOF/IDF beschloss, dass der Zeitpunkt zur Auflösung der Demonstration gekommen sei. Der Beschuss mit Tränengas und Schockgranaten begann und verschonte auch die Zuschauer nicht, die sich auf dem nahen Hügel in relativer Sicherheit glaubten. Schliesslich rückten die Soldaten in die Menge vor und trieben die Demonstrationsteilnehmer unter einem Hagel von Tränengas und Gummimantelgeschossen in Richtung des Dorfes. Eine israelische Frau wurde von einem Tränengaskanister am Bein getroffen und viele litten unter den scharfen Tränengaswolken. Versuche der IOF, Teilnehmer festzunehmen, scheiterten.

 http://www.bilin-ffj.org/index.php?option=com_content&task=view&id=305&Itemid=1


 

Ni’lin und Nabi Saleh: Aufruf zu internationaler Unterstützung

Zahlreiche Palästinenser und internationale Aktivisten wurden während der wöchentlichen Demonstration gegen die israelische Mauer in Ni’lin, dem Nachbardorf Bil‘ins in der Nähe Ramallahs in der zentralen Westbank, verletzt. Israelische Truppen feuerten Tränengaskanister und Schockgranaten auf die Demonstrationsteilnehmer und lösten den Protest auf; danach hielten sie einige Jugendliche auf dem Rückweg ins Dorf an und attackierten sie.

Im nahegelegenen Dorf  Nabi Saleh trieben israelische Soldaten den wöchentlichen Freitagsprotest gegen die Mauer und Landbeschlagnahmung mit Tränengas und Schmettergranaten auseinander. Nach Angaben von Mohammad at-Tamimi vom örtlichen Bürgerkomitee mussten mehrere Teilnehmer wegen Atemnot von Sanitätern behandelt werde; Versuche der IOF, Demonstrationsteilnehmer zu verhaften, scheiterten.

Israel setzt den Bau der Annexionsmauer auf dem Dorfland von Nabi Saleh fort und israelische Siedler von der nahegelegenen Kolonie Halmish versuchen seit einiger Zeit, Felder und Olivenhaine des Dorfes in ihren Besitz zu nehmen, um ihre illegale Siedlung zu erweitern.

http://www.imemc.org/article/59269

 
 

Walajah und Al Ma’ssara: Demonstranten am Dorfeingang blockiert

Ein Palästinenser wurde leicht verletzt und zwei weitere verhaftet, als israelische Soldaten den Protest gegen die Mauer und illegalen israelischen Siedlungen im Dorf Walajah, das auf halbem Weg zwischen Jerusalem und Betlehem liegt, angriffen. Die Dorfbewohner marschierten zusammen mit israelischen und internationalen Unterstützern in Richtung der Baustelle der Mauer, wurden aber von der IOF mit Tränengas und Schockgranaten am Verlassen des Dorfes gehindert. Augenzeugen berichteten der palästinensischen Nachrichtenagentur PNN, dass einige Demonstrationsteilnehmer  am Eingang des Dorfes von israelischen Soldaten brutal gepackt  und verprügelt wurden; danach nahmen die Soldaten zwei Jugendliche aus dem Dorf fest und führten sie weg.


Al Ma‘ssara bei Betlehem organisierte ebenfalls seinen Protest  am Freitag gegen die israelische Mauer, die auf dem Dorfland errichtet wird. Israelische und internationale Friedensaktivisten marschierten in Solidarität mit Palästinensern in Richtung des annektierten Dorflandes, wurden aber von der IOF am Eingang des Dorfes gestoppt und unter Einsatz von Tränengas und Schockgranaten ins Dorf zurückgejagt. Einige Demonstrationsteilnehmer mussten vor Ort wegen Atemnot durch Tränengasinhalierung behandelt werden.

http://www.imemc.org/article/59271

 

 

Iraq Burin: Checkpoint blockiert Zugang zur Demonstration

Die Proteste in Iraq Burin im Nablusdistrikt  gegen die Annexion von Dorfland für die nahegelegene israelische Siedlungskolonie Berakha wurden im August fortgesetzt. Israelische Soldaten reagierten sofort auf die Präsenz von palästinensischen, israelischen und internationalen Demonstranten und feuerten scharfe Munition und Aluminium-Tränengaskanister  illegalerweise in Körperhöhe, nicht in die Luft, wie nach Armeeregeln vorgesehen, in die Menge.

Vier junge Männer wurden am Checkpoint festgenommen, der seit drei Monaten anlässlich der Proteste jeden Samstag am Dorfeingang errichtet wird, um den Zugang von Reportern und Augenzeugen zu verhindern. Der massive und brutale Einsatz von Soldaten und Waffen gegen die Demonstranten findet so hinter geschlossenen Türen statt.Das Dorf wurde von der IOF samstags zur „geschlossenen militärischen Zone“ erklärt, weshalb Dorfbewohner oft verhaftet und tagelang festgehalten werden, wenn sie ihr eigenes Dorf betreten wollen. Am vergangenen Samstag wurden vier junge Männer im Alter zwischen 25 und 12 Jahren verhaftet und an der Teilnahme bei der Demonstration gehindert. Es gibt noch keine Nachrichten über ihr weiteres Schicksal.

Am 20. März dieses Jahres drang die IOF nach der Samstagsdemonstration in das Dorf ein und verwundete zwei Jugendliche tötlich: Mohammed Qaddous, 16 Jahre, und Ussayed elNasser, 17 Jahre. Bis heute erleben die Dorbewohner von Iraq Burin immer wieder das bedrohliche Manöver der IOF, die nach einer Demonstration ins Dorf eindringt und die Bewohner terrorisiert.

 

Beit Ommar: Tränengas gegen Journalisten

In Beit Ommar demonstrierten ungefähr fünfzig Palästinenser, Internationale und Israelis am vergangenen Samstag gegen die Annexion von Land für die illegale israelische Siedlung Karmei Tsur. Ein Stück Dorfland, 10 000 Dunam, wurde zur „geschlossenen Zone“ erklärt und darf von den rechtmässigen Besitzern nicht mehr betreten werden. Eine grosse Gruppe israelischer Soldaten blockierte die Demonstranten und schoss Tränengaskanister direkt auf die Menge, insbesondere die anwesenden Reporter. Ein Journalist brach wegen akuter Atemnot zusammen. Eine internationale Aktivistin wurde am Bein verletzt, als die israelischen Soldaten Schmettergranaten direkt auf die Anwesenden warfen. Keine dieser Taktiken wird die Demonstrationen oder die Berichterstattung verhindern können.

http://palsolidarity.org/2010/08/13707/

 

 

Wad Rahhal : Feldarbeit als Solidarität und Widerstand

Palästinenser, Israelis und Internationale versammelten sich vergangene Woche für einen Tag der Arbeit auf den Feldern des Dorfes. Nach einigen Stunden machten sich die Teilnehmer der Solidaritätsaktion auf den Heimweg, als bewaffnete Sieder und eine Eskorte von zwei Militärjeeps ankamen und falsche Anschuldigungen wegen Steinewerfens erhoben. Nachdem die Aktivisten ihre Arbeit auf dem Feld beschrieben hatten, änderten die Siedler ihre Anschuldigungen und beklagten sich, dass die vom Acker geräumten Steine einen Zufahrtsweg  blockierten. Nach einigem Hin und Her konnten die Friedensaktivisten den Soldaten und Siedlern erklären, dass der Zugang schon seit langem von Steinen blockiert wurde, nicht als Resultat der jüngsten Feldarbeit. Und so verschwanden die Soldaten und Siedler, ohne Verhaftungen vorzunehmen.

http://www.awalls.org/topics/recent_activities

 

 

Hebron: Geschäftsschliessung als kollektive Bestrafung

Am Mittwoch drangen israelische Soldaten ins historische Zentrum von Hebron und schlossen dort drei Geschäfte im Besitz von palästinensischen Ortseinwohnern, indem sie die Eingänge zu den Läden zuschweissten. Sie verprügelten Azzam Al-Fakhouri, einen 50 jährigen Geschäftsinhaber krankenhausreif, als dieser seine Ware in Schutz bringen wollte, und zwei junge Männer, die zu seinem Beistand kamen. Die drei Männer mussten in einem Krankenhaus in Hebron behandelt werden. Mit der Schliessung dieser dreiGeschäfte verlieren drei Familien ihren Lebensunterhalt.

Die israelische Armee hatte seit Wochen mit der Schliessung von palästinensischen Geschäften am Gelben Tor gedroht. Das Gelbe Tor in Hebrons Altstadt schliesst die Shuhada Strasse ab und ist seit einigen Monaten  Zielpunkt von wöchentlichen Samstagsprotesten gegen die Schliessung der Shuhada-Strasse.


http://www.imemc.org/article/59266

http://palsolidarity.org/2010/08/13759

 

 

 

Verkehrte Welt in Hebron

Sarah M, Mitglied des Christlichen Friedensstifterteams in Hebron

 „Augenblick, bitte,“ rief der israelische Soldat uns zu. „Ihr könnt diese Strasse nicht betreten.“

Wir beide, Elizabeth und ich, drehten uns um. „Warum nicht? Einige deutsche Touristen sind vor kurzem auf dieser Strasse gegangen,“ erinnerte sich Elizabeth.

„Ich bin vor drei Tagen in diese Strasse gewesen,“ fügte ich hinzu.“Niemand hat mich aufgehalten.“

Der Soldat zuckte seine Schultern.“Wir können CPT-Mitgliedern (Christian Peacemaker Team) nicht erlauben, diese Strasse zu benutzen. So lautet die Order, die man uns gegeben hat.“

Die Rede ist von Shuhada-Strasse, einst eine zentrale Verkehrsader und blühender Markplatz für die palästinensische Gemeinde in Hebron. Weihnachten 1967 kamen die ersten israelischen Siedler der besetzten Westbank in Hebron an und setzten sich, trotz anderslautender Versprechen an die palästinensische Ortsverwaltung, im historischen Zentrum des Ortes fest. Seit 1979 wuchsen die Siedlungen der radikalen und ideologisch motivierten Siedler in der Strasse, die palästinensischen Einwohner regelmässig angreifen und schikanieren.

Im Novenber 1999 schloss die israelische Armee die Shuhadastrasse für Palästinenser. Die Eingänge palästinensischer Geschäfte wurden zugeschweisst. Selbst die palästinensischen Einwohner der Strasse dürfen ihren Hauseingang an der Strasse nicht mehr benutzen. Stattdessen müssen sie Hintereingänge und Umwege benutzen, um die Strasse nicht zu betreten, manchmal sogar Leitern oder Seile hochklettern oder über die Hausdächer steigen, um in ihre Häuser zu gelangen.

2004 wurde die Shuhadastrasse mit Geldern der amerikanischen Regierung- über die Agentur USAid- renoviert mit dem Ziel, die Strasse für alle Einwohner Hebrons zu öffnen. Bis heute aber bleibt die Strasse für Palästinenser geschlossen, wähernd israelische Siedler ohne Einschränkungen auf ihr gehen und fahren dürfen. Mit der Unterstützung von israelischen und internationalen Aktivisten haben Palästinenser eine Kampagne gestartet, „Öffnet Shuhadastrasse“, um- wie sie es sehen- ein Beispiel von „israelischem Apartheid“ zu beenden.

Normalerweise dürfen Internationale diese Strasse benutzen. Aber Mitglieder der CPT fallen unter eine andere Kategorie, mit unseren roten Baseballmützen und der wohlbekannten Unterstützung des friedlichen palästinensischen Widerstandes gegen die Besetzung.

„Wenn ich meine CPT Mütze abziehe, kann ich auf der Strasse gehen?“ fragte Elisabeth den Soldaten.

„Natürlich,“ bestätigte er, „weil ich dann nicht weiss, dass Du zum CPT gehörst.“

[Der israelische Soldat bestätigt Sarah und Elisabeth, dass die Anwesenheit von Mitgliedern des CPT von den israelischen Siedlern als Provokation angesehen wird und sie deshalb ihre rote Kopfbedeckung im Interesse einer von der IDF definierten Befriedung nicht auf der Shuhadastrasse zeigen dürfen.]

„Wenn [die IDF] Bedenken hat, dass die Siedler uns Schwierigkeiten bereiten, dann ist das eine verkehrte Welt, wenn wir von der Strasse verbannt werden,“ erklärte ich.

„Natürlich ist es eine verkehrte Welt,“ gab der Soldat zu. „Alles in Hebron ist verkehrt, das ganze System- ich weiss das, Ihr wisst das- aber was können wir tun? Wir müssen den Befehlen folgen. Wir können nichts dagegen tun; nur möglichst für Ruhe sorgen, während wir auf eine Lösung zuarbeiten.“

Aber nur für Ruhe sorgen bringt uns echtem Frieden meist nicht näher. Wie Martin Luther King Jr in seinem „Brief von einem Gefängnis in Birmingham“ von 1963 bemerkt, sind in einem Befreiungskampf die Gemässigten das echte Hindernis, die mehr für Ordnung als Gerechtigkeit einstehen, mehr für „ einen negativen Frieden, der die Abwesenheit von Spannungen ist und nicht für einen positiven Frieden, der das Wirken von Gerechtigkeit ist.“

Ich bin überzeugt, dass eines Tages auch Palästinenser in der Shuhadastrasse gehen werden. Auf diese und viele andere Weise werden sie die ihnen zustehende  Gleichheit und Würde erleben. Aber der Weg zu diesem Ziel ist kein ruhiger Weg.

http://palsolidarity.org/2010/08/13725/

Übersetzung Martina Lauer

 

Friedlicher Widerstand in der Westbank, 6. August 2010

Bil’in: Freiheit für politische Gefangene

Das Bürgerkomitee Bilin organisierte heute einen grossen Demonstrationszug mit internationalen, israelischen und palästinensischen Teilnehmern, darunter einer Delegation der palästinensischen Volkspartei PPP, der sich nach dem Freitagsgebet in Richtung Mauer aufmachte.

Auf ihrem Zug durch die Strassen des Dorfes forderten die Teilnehmer ein Ende der israelischen Besatzungspolitik in Jerusalem, ein Ende der Blockade Gazas und die Freilassung von politischen Gefangenen, darunter Aktivisten aus Bil’in wie Abdallah Abu Rahma und Adeeb Abu Rahma.

Eine grosse Gruppe von Jugendlichen, die am 17. Internationalen Festival und Sommerkamp im Westbank-Dorf Farkha teilnahmen, beteiligte sich  an der Demonstration.

Israelische Soldaten blockierten wie in den vergangenen Wochen den Weiterzug der Demonstranten, bevor sie die Mauer erreichen konnten. Augenzeugen berichten, dass die Israelische Besatzungsarmee (IOF) neben dem üblichen Arsenal an verschiedenen Tränengaskanistern, Schockgranaten und gummiummantelten Stahlkugeln auch mit schwarzen Gummibällen schoss, die bei einigen Demonstrationsteilnehmern  Prellungen verursachten.

Zahlreiche Demonstranten mussten nach der Inhalierung von Tränengas von Sanitätern wegen Erstickungsanfällen behandelt werden.


 
http://www.bilin-ffj.org/index.php?option=com_content&task=view&id=304&Itemid=1

http://www.imemc.org/article/59246

http://stopthewall.org/latestnews/2336.shtml

 

Ni’lin: Erinnerung an Dorfbewohner

In den vergangenen zwei Wochen gedachten die Demonstrationsteilnehmer in Ni’lin an Dorfbewohner, die seit Beginn der Proteste gegen die Mauer von der IOF getötet wurden. Ahmad Mousa, ein 10-jähriger palästinesischer Junge wurde im Juli 2008 von einer 5,56mm kalibrigen Kugel tödlich am Kopf getroffen; Yousef Amira, siebzehn Jahr alt, wurde einen Tag später und am Tage der Beerdigung von Ahmad Mousa von zwei gummiummantelten Stahlkugeln am Kopf getroffen und starbe fünf Tage später.

Seit Mai 2008 wurden fünf Einwohner Ni’lins getötet und ein amerikanischer Solidaritätsaktivist schwer verletzt in Folge von israelischem Waffeneinsatz gegen Demonstranten. Während der Freitagsdemonstrationen plaziert die IDF oft Scharfschützen auf den Häusern des Dorfes, verhaftet Einwohner und zerstört ihr Eigentum. Das Bürgerkomitee berichtet auch, dass die israelische Armee versucht, einige Dorfbewohner zur Kollaboration zu zwingen, um Insiderinformation über die Widerstandsbewegung zu gewinnen.

Ni’lin hat beinahe ein Drittel seines Landes an illegale israelische Siedlungen und die Mauer verloren. Nur eine begrenzte Zahl von Bauern erhalten eine Zugangserlaubnis zu ihrem Land hinter der Mauer; meist sind es ältere Menschen, die körperlich nicht mehr fähig sind, das Land zu bearbeiten.

http://www.imemc.org/article/59247

http://palsolidarity.org/2010/03/11793/

 

 

Al-Walaja: Sit-in vor Bulldozern

Am Mittwochmorgen blockierten Einwohner von Al-Walaja, israelische und internationale Solidaritätsaktivisten die Arbeit der Bulldozer auf dem Dorfland. Vor einigen Tagen hat das israelische Oberste Gericht einwilligt, die Petition des Dorfes gegen die Route der israelischen Mauer  zu erwägen. Von den sechzig Demonstranten wurden vierzehn verhaftet, sechs Palästinenser und acht Internationale.

Drei Teilnehmer, darunter ein siebenjähriges Kind, wurden verletzt, als die israelische Polizei ihre Gewehrkolben einsetzte, um die Blockade der Bulldozer der Firma Caterpillar aufzulösen. Zahlreiche Menschen erlitten chemische Hautverbrennungen durch den Einsatz von Pfefferspray.

Die Bulldozer klären den Boden in Vorbereitung der Konstruktion eines neuen Abschnittes der Apartheidmauer, in klarer Verletzung einer Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes im Juli 2004, dass die israelische Mauer auf palästinensischem Land illegal sei und abgebaut werden müsse.

Nach Plan wird die Mauer bei Al-Walja Dorfland für zwei naheliegende illegale israelische Siedlungen konfiszieren. Die Lage des Dorfes in dem von der israelischen Mauer umschlossenen Teil der Westbank führte zur Demolierung von Häusern palästinensischer Familien, weil diese von den israelischen Behörden keine Baugenehmigung mehr erhalten können.

Am Abend wurden die verhafteten Aktivisten freigelassen und konnten sich auf den Heimweg aufmachen- mit einem Verbot versehen, an weiteren Demonstrationen gegen die Mauer teilzunehmen.

http://palsolidarity.org/2010/08/13548/

http://www.awalls.org/weely_demonstrations_and_a_direct_action_in_wallaja

http://www.imemc.org/article/59228

 

 

Protest in Artas gegen die israelische Mauer

Einwohner des Dorfes Artas westlich von Betlehem organisierten diesen Freitag ihre wöchentliche Demonstration gegen die Apartheidmauer, unterstützt durch Teilnehmer aus verschiedenen Ländern und gefilmt von israelischen Soldaten.

Die Demonstranten trugen palästinensische Fahnen und Banner, die gegen die illegale Konstruktion der Mauer auf ihrem Dorfland protestierten und zur Einheit aller Palästinenser gegen die israelische Besatzungspolitik aufriefen,was Awad Abu Swai vom Bürgerkomitee Artas in seiner Rede an die Demonstranten unterstrich.

http://www.imemc.org/article/59248

 

 

Mohammed Khatib vom Bürgerkomitee Bil’in  erhält Ausreiseverbot

Shin Bet erklärt ihn zum Sicherheitsrisiko und ignoriert so die Entscheidung eines israelischen Militärgerichts

Der israelische Innengeheimdienst Shin Bet verhinderte am 4. August die Ausreise von Mohammed Khatib, einem prominenten Mitglied des Bürgerkomitees Bil’in, von der Westbank nach Jordanien. Mohammed Khatibs Vortragsreise nach Spanien wurde blockiert, obwohl er zwei Tage zuvor eine Ausreiserlaubnis von einem israelischen  Militärgericht erhalten hatte.

Die Ausreise von führenden Mitgliedern der populären Widerstandsbewegung in der Westbank wurde nicht zum ersten Mal verhindert: Iyad Burnat vom Bürgerkomitee Bil’in wurde in diesem Jahr an der König Hussein Brücke nach Jordanien stundenlang festgehalten und seine Reise nach Europa verhindert. Iyad Burnat erhielt später eine Ausreiseerlaubnis unter der Androhung einer Verhaftung, sollte er über die Situation in seinem Dorf sprechen.

Mohammad Khatib und Iyad Burnat hatten gültige Visa für ihre Reiseziele erhalten und die Reise monatelang vorbereitet. Weil Israel der überwiegenden Mehrheit der Palästinenser eine Einreise nach Jerusalem, wo sich  die Konsulate befinden, verweigert, ist die Beschaffung eines Visums ein zeitaufwendiger Prozess.

Mohammed Khatib und andere Aktivisten in der friedlichen Widerstandsbewegung können von den zahlreichen Menschenrechtsverletzungen der israelischen Armee in der Westbank berichten: Verhaftungen, nächtliche Razzien und dem massive Vorgehen gegen friedliche Demonstranten. Weil immer mehr Menschen weltweit die Realität des Lebens unter militärischer Besetzung Israels kennenlernen, muss Israel immer neue Strategien finden, um diese palästinensischen Stimmen zum Schweigen zu bringen. Palästinensern die Freiheit auf freie Bewegung und Meinungsäusserung zu verweigern ist eine Taktik.

Selbst die Rückkehr aus dem Ausland in die Westbank ist nicht ohne Risiko. Im vergangenen Jahr wurde Mohammed Othman nach einer Vortragstour in Norwegen an der jordanischen Grenze verhaftet und Monate ohne offizielle Anklageerhebung, angeblich als ‚Sicherheitsrisiko‘, festgehalten.

http://www.bilin-village.org/english/articles/testimonies/Mohammed-Khatib-of-Bilin-s-Popular-Committee-Prevented-from-Going-Abroad-Despite-an-OK-from-Court

http://palsolidarity.org/2010/08/13572/

 

Palästinensisch-amerikanischer Professor Zielscheibe der israelischen Militärbehörde

Professor Mazin Qumsiyeh, der an der Yale und der Duke Universität in den USA unterrichtete und ein bekannter Autor und Aktivist im palästinensich-israelischen Konflikt ist, erhielt eine Vorladung vor ein Militärtribunal für Montag, den 9. August.

Professor Qumsiyeh hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Videos auf Youtube aufgestellt, die das massive Vorgehen von israelischen Truppen gegen friedliche Demonstrationen und Sit-ins gegen die Konstruktion der Apartheidmauer dokumentieren.

Vor kurzem wurde er bei der Rückkehr nach Betlehem von einer Reise in die Türkei zwölf Stunden lang festgehalten und mit der Aufforderung freigelassen, wegen ihm unbekannter Verkehrsvergehen und anderer Anklagen vor der israelischen Militärbehörde zu erscheinen.

Obwohl selbst das israelische Oberste Gericht von der Armee  eine Änderung der Mauerverlaufes  in Westbank-Orten wie Budrus, Bil’in und Ni’lin forderte, werden die Aktivisten in den Orten, die friedliche Proteste gegen die Mauer organisieren, von der Armee schikaniert und gerichtlich verfolgt. Professor Qumsiyeh bezeichnete das Vorgehen gegen seine Mitaktivisten und ihn selbst als eklatanten Versuch, die öffentliche Kritik an Israels Vorgehen in der Westbank zum Schweigen zu bringen.

http://www.imemc.org/article/59243

 Übersetzung von Martina Lauer

 

 

Friedlicher Widerstand in der Westbank, 30. Juli 2010
 

Die israelische Armee verstärkte in den letzten Wochen ihre gewaltsames Vorgehen gegen die Freitagsdemonstrationen in der besetzten Westbank., berichten Teilnehmer.

In der Westbank begannen die Demonstrationen gegen die israelische Apartheidmauerauer nach dem Freitagsgebet in Bil’in, Ni’lin und Nabi Saleh in der zentralen Westbank und in Ertass, Al Ma’ssara und Wadi Rahal  in der südlichen Westbank.

Israelische Soldaten setzten Tränengas, Schockgranaten und gummiummantelte Stahlkugeln gegen die Demonstranten, darunter viele internationale Aktivisten, ein. Am vergangenen Wochenende berichtetet Teilnehmer an Protesten in Beit Umar und Hebron, dass israelische Soldaten eine neue Taktik beim Einsatz von Schockgranaten entwickelt haben: Die Schockgranaten wurden direkt auf Demonstranten geworfen, was die Wirkung und Gefährlichkeit der Explosion verstärkte.

http://english.pnn.ps/index.php?option=com_content&task=view&id=8599&Itemid=28

http://www.awalls.org/increased_army_violence_during_weekend_demonstrations

 

Bil’in: Musikalischer Protest

Die Einwohner Bil’ins, israelische und internationale Unterstützer, darunter eine Gruppe von Rappern aus Grossbritannien und den USA, riefen diese Woche zu einem verstärkten Boykott gegen Israel auf. Plakate lobten die Entscheidung einer Lebensmittelkette in Olympia, Washington, die kürzlich einen Boykott israelischer Waren beschloss.

Viele internationale Teilnehmer zeigten diesen Freitag ihre Solidarität mit der Widerstandsbewegung in der Westbank, 45 Teilnehmer kamen aus Spanien, weitere Gruppen aus Frankreich und Italien. Die Demonstranten tanzten und sangen den ganzen Weg zur Apartheidmauer und ein Wagen mit Lautsprechern spielte Musik. Israelische Soldaten waren schnell durch das Tor in der Mauer gerannt und blockierten die Menschen- trotz allen Zuredens- vom Zugang zum Tor und dem Dorfland dahinter.

Zwei Demonstrationsteilnehmer wurden kurzzeitig festgenommen, ein israelischer Teilnehmer wurde von einem Tränengaskanister am Bein verletzt, und ein britischer Aktivist erlitt Wunden am Rücken, als er von israelischen Soldaten attackiert wurde.

Tränengaskanister verursachten zwei Brände, die erfolgreich gelöscht werden konnten.

Die Demonstration endete mit einem Konzert.

Bil’in dankt für die grossartige Unterstützung diesen Freitag und heisst alle willkommen, die an den kommenden Demonstrationen teilnehmen möchten.

http://www.bilin-ffj.org/index.php?option=com_content&task=view&id=302&Itemid=1


 

Desmond Tutu begrüsst Boykottbeschluss in Olympia

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu begrüsste in einer Stellungnahme den Boykott von israelischen Produkten in zwei Lebensmittelgeschäften der Food Co-op in Olympia, Washington. In Unterstützung des palästinensischen Kampfes für Gerechtigkeit und Selbstbestimmung.

Olympia ist die Heimatstadt von Rachel Corrie, einer amerikanischen Friedensaktivistin in der Internationalen Solidaritätsbewegung (ISM), die vor sieben Jahren von einem israelischen Bulldozer im Gazastreifen getötet wurde, als sie die Demolierung des Hauses einer palästinensischen Familie verhindern wollte.

Desmond Tutu rief weitere Lebensmittelketten und Geschäfte zum Boykott israelischer Produkte auf.

http://palsolidarity.org/2010/07/13377/


 

B’Tselem: Israel bekämpft Proteste mit Hilfe veralteter Militärorder

Die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem veröffentlichte vergangene Woche einen detaillierten Bericht zum Einsatz einer Militärorder von 1967 gegen die jüngsten Proteste in der von Israel besetzten Westbank.

Der Bericht konzentriert sich vor allem auf die Dörfer Bil’in und Ni’lin, die im Februar dieses Jahres von der israelischen Armee für sechs Monate jeden Freitag zur „geschlossenen militärischen Zone“ erklärt wurden. Von diesem Zeitpunkt an wurde das Vorgehen der israelischen Soldaten gegen die Demonstranten aggressiver und brutaler.

Als Besatzungsmacht ist Israel nach internationalem Recht verpflichtet, das Demonstrationsrecht der Menschen unter israelischer Besatzung nicht einzuschränken. Seit der Unterzeichnung der Osloverträge und vor 2010 wurde die Militärorder von 1967 nicht mehr durchgesetzt.

Die Maximalstrafe für eine Verletzung dieser Militärregel ist 10 Jahre Gefängnis.

http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=303246

 

 

Grosse Demonstration gegen die Pufferzone in Gaza

Am vergangenen Mittwoch, dem 28. Juli demonstrierten mehr als 200 Menschen beim Grenzübergang Nahal Oz gegen die von Israel auferlegte No-go Zone entlang Gazas Grenzzaun.

Abu Walid Mahmoud Al-Zaq, Koordinator der Bürgerkampagne für Sicherheit in der Pufferzone, beschrieb die friedlichen Demonstrationen gegen die bis zu 300 Meter tiefe Zone als Widerstand gegen die israelische Besatungspolitik, den Zugang zu wichtigem Agrarland in Gaza, bis zu 30 % nach Berichten des palästinensischen Zentrums für Menschenrechte PCHR, zu blockieren. Die Demonstrationen sind offen für alle politischen und zivilen Gruppen in Gaza. Fünf Mitglieder der Internationalen Solidaritätsbewegung (ISM) nahmen an dem Protest teil.

Zwischen Januar und April wurden in 116  israelischen Angriffen innerhalb der Pufferzone 50 Menschen verletzt und 14 Menschen getötet. Am 28. April wurde Ahmed Deeb bei einer gewaltlosen Demonstration gegen die No-go Zone mit scharfer Munition beschossen und verblutete.

http://palsolidarity.org/2010/07/13340/

 

 

Schiffsrennen in Gaza

„Ich rufe die ganze Welt auf, uns wie alle andern Menschen zu behandeln, die Blockade von der See und des ganzen Gazastreifens zu brechen, so dass die Menschen wieder ihren Lebensunterhalt vom Meer bestreiten können,“ erklärte der gückliche Gewinner des ersten Schiffsrennens in Gaza, Jamal Baker.

Am 26. Juli nahmen 10 Boote an dem Rennen in den Küstengewässern Gazas teil, das auch als Ausdruck des Widerstandes gegen die israelische Seeblockade organisiert wurde.

http://palsolidarity.org/

 

 

Rassismus durch Sport bekämpfen:

Im Leben unter permanenter Besetzung ist Sport ein wichtiger Freiraum

 

http://electronicintifada.net/artman2/uploads/2/100716-antiracism-cup.jpg

Tamara Awartani bei einem Basketballwettbewerb in Ramallah, Westjordanland (Ahmad Daghlas/Creative Images)


Halla Shoaibi steht hinter einem Tisch, von dem sie das Basketballspielfeld im Sportzentrum Sarriyet in Ramallah in der von Israel besetzten Westbank überblicken kann. “Los!” ruft sie und setzt die Uhr auf eine Minute. Eine Trillerpfeife gellt und ein palästinensischer Teenager stellt sich in Position und versucht, so soft wie möglich den Korb zu treffen, bevor die Zeit um ist.

“Ich bin fest überzeugt, dass Sport und Kunst bei der Lösung von Konflikten helfen,” sagt Halla in einer Pause.

Halla Shoaibi und ein halbes Dutzend örtlicher Freiwilliger haben diesen Basketballwettbewerb organisiert, um die Fahrt eines palästinensischen Fussballteams zur vierten antirassistischen Fussballweltmeisterschaft in Belfast, Irland finanzieren zu helfen. Vier Frauen und drei Männer im Alter von 18 bis 27 Jahren werden vom 16. bis 22. Juli im Stadium des FC Donegal Celtic Fussball spielen und sich mit den anderen Teams austauschen.

“Es wird grossartig sein, Menschen von anderen Kulturen zu treffen,” sagt Halla. “Der Kontakt mit Jugendlichen aus anderen Konfliktgebieten wird uns hoffentlich darin bestärken, dass wir trotz dieses enormen Konfliktes hier in ein paar Jahren auch ein normales Leben führen können.”

Tamara Atwani ist die Vorsitzende und Mitbegründerin von “Sport fürs Leben, Palästina”, der Organisation, die Basketballwettbewerbe  in Ramallah, Betlehem und Nablus organisierte, um das palästinensischem Fussballteam für Belfast zu unterstützen.

Tamara erklärt, dass die hohe Teilnehmerzahl bei diesen Veranstaltungen (ca. 40 Spieler nahmen am Wettbewerb in Ramallah teil) illustriert, wie wichtig Sport als Ausgleich ist für palästinensische Jugendliche.

“Es ist gut, dass wir diese Wettbewerbe [für Jugendliche hier] organisieren. Sie haben sonst nichts. Sport ist die einzige Gelegenheit, wo sie sich wirklich frei fühlen können. Wenn sie auf dem Spielfeld sind, kann ihnen niemand  etwas vorschreiben.Auf diese Art erleben sie einen Freiraum,” sagt Tamara, die seit 11 Jahren in Basketball-Ligen in Palästina und Jordanien spielt.

Die Opfer, die viele Sportler bringen, um an Veranstaltungen teilzunehmen, sind für sie eine Inspiration- wie zum Beispiel sechs Checkpoints zu durchlaufen, um von Nablus nach Betlehem zu kommen.

“[Die Besatzung] ist das Grundübel, es gibt immer Schwierigkeiten. Aber ich bin froh; [die jungen Sportler]spielen das, was sie lieben. Sie spielen mit vollem Einsatz, weil ihr Sport die einzig zugängliche Alternative ist,“ erklärt Tamara.

Halla Shoaibi erzählt, dass die Idee für ein palästinensisches Fussballteam bei der antirassistischen Fussballweltmeisterschaft zustande kam,als sie vor vier Jahren ein Jugendforum in Spanien über Jugendliche in Konfliktzonen besuchte. Dort traf sie Kevin Hillick aus Nordirland, einen Aktivisten für soziale Gerechtigkeit.

“Wir sprachen darüber, wie wir eine palästinensische Gruppe nach Irland bringen könnten. [Hillick] wollte sicherstellen, dass Palästinser vertreten sind,” erinnert sich Halla.

Letztes Jahr nahmen 500 Iren und 100 Menschen aus Konfliktzonen aus aller Welt am Antirassismus Weltcup teil, darunter aus dem Baskenland und aus Kurdistan. Dieses Jahr nimmt vom 16. bis zum 18. Juli 2010 erstmals ein Fussballteam aus Palästina teil.

Halla betont, dass der Fussballwettbewerb nicht nur eine Gelegenheit zum Austausch mit Athleten aus aller Welt sei, sondern auch eine wertvolle Chance, um mit Klischees [über Palästinenser] zu brechen. “Drei Tage lang geht es nur um Sport. Aber die Teammitglieder werden zwei zusätzliche Tage  bleiben, um junge Iren zu treffen und von ihren Erfahrungen zu berichten, damit eine andere Version [von Palästina] als in den einseitigen Medienberichten zutage kommt. [Wir] sind normale Menschen, mit den gleichen Aktivitäten wie sie. Es ist eine grossartige Gelegenheit für andere junge Leute, herauszufinden, was wir hier jeden Tag durchmachen.”

Die israelische Besatzungsbehörde hatte den Antrag auf die Visas für die palästinensischen Fussballspieler extrem erschwert. Einen Tag vor Beginn des Antirassismus Weltcups berichtete Halla über das Telefon, dass sie die Visas erst zwei Tage vor dem Abflug in Jordanien und nach täglichen Telefonaten mit dem englischen Konsulat erhielten. Trotz aller Mühen und einiger Schwierigkeiten war sie zuversichtlich, dass die Erfahrung des Weltcups in Belfast positive sein werde:” Es geht darum, die Klischees, die Leute in ihrem Kopf haben, zu durchbrechen. Man wird uns für das sehen, was wir wirklich sind: normale Menschen.”

Bericht von Jillian Kestler-D'Amours aus Montreal,  Electronic Intifada, 19. Juli 2010

http://electronicintifada.net/v2/article11401.shtml

www.antiracismworldcup.com

 

 

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