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Täglich neu - Nachrichten, Texte aus dem besetzen Palästina die in den deutschen Medien fehlen.

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Der Welt droht ein neuer Kalter Krieg
 

Der Politologe Bernd Greiner analysiert in einem Buch die friedensfeindliche Politik der USA und der NATO/ Viele Parallelen zu Israel

Arn Strohmeyer - 23. 12. 2021

Die Neuauflage des Buches des Politologen Bernd Greiner Was die USA seit 1945 in der Welt angerichtet haben hätte zu keinem besseren Zeitpunkt erscheinen können. Es passt genau in die gegenwärtige politische Situation. Der Titel beschreibt, worum es geht: die Macht- und Militärpolitik der USA mit ihren verheerenden, oft verhängnisvollen Folgen für viele Staaten, ja ganze Kontinente. Auf Geheiß dieser einzig verbliebenen Supermacht ist die NATO bis an die westlichen Grenzen Russlands vorgerückt und will sich auch in der Ukraine militärisch festsetzen – alles im Namen der westlichen Werte natürlich.

US-Präsident Joe Biden wiederholt immer wieder, was das bedeutet: Der Westen befindet sich in einem Ausscheidungskampf zwischen Demokratie und Autokratie, also – so muss man das verstehen – zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Gut und Böse. Die Aussage des Präsidenten ist klar: Wer unsere Vorherrschaft als einzige Super- und Ordnungsmacht auf der Welt stört, dem werden wir zeigen, was es heißt, sich mit uns anzulegen.

Das ist ein Bekenntnis zu nichts anderem als zu einem neuen Kalten Krieg. Die „grüne“ Außenministerin der neuen deutschen Regierung, Annalena Baerbock, vertritt genau dieses Konzept, nennt es eine „Werte-orientierte“ Außenpolitik. Das klingt nicht ganz so aggressiv wie Kalter Krieg, meint in der Sache aber genau dasselbe. Man muss fragen: Sind die grünen außenpolitischen Strategen wirklich so naiv zu glauben, dass sie Russland und China mit ihrem westliches Wertekonzept beeindrucken können?

Die außenpolitische Erfahrung lehrt doch, dass eine solche aggressive Politik genau das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung auf der Gegenseite hervorruft: eine Stärkung der Fraktion der Hardliner und eine Verhärtung der Fronten. Was Russland betrifft: Schon Bismarck hatte erkannt, dass Deutsche und Russen sich vertragen müssen, soll in Europa Frieden herrschen. Zwei Weltkriege im letzten Jahrhundert haben die Richtigkeit dieser goldene Regel bestätigt, aber bei den deutschen Grünen ist diese Erkenntnis offensichtlich noch nicht angekommen.

Bernd Greiner legt in seinem Buch die Grundlagen der amerikanischen Außenpolitik dar und damit auch die Gefahren, die sich für Deutschland und Europa daraus ergeben:

„Erstens: Vorherrschaft ist unverzichtbar. Stabilität gibt es nur auf der Grundlage amerikanischen Übergewichts und unter der Voraussetzung, dass die USA mehr auf die Waage bringen als Störenfriede oder ernsthafte Konkurrenten; Sicherheit basiert auf militärischer Dominanz und wird in erster Linie mit militärischen Mitteln hergestellt.

Zweitens: Eine Ordnungsmacht muss ihren Willen zur Gewalt demonstrieren, andernfalls entgleitet ihr die Ordnung. Wirksame Außenpolitik kann nur betreiben, wer das Handwerk der Einschüchterung, Nötigung und Erpressung beherrscht und den Rest der Welt von seiner Bereitschaft zum Risiko überzeugt – das Wagnis eines Einsatzes von Nuklearwaffen eingeschlossen.

Drittens: Macht beruht auf Angst. Oder auf dem Wissen von Opponenten, im Fall eines militärischen Kräftemessens nicht mithalten zu können. Also bleibt der Frieden gewahrt, solange andere mehr Angst vor dem Krieg haben als man selbst. Und weil Amerika von der Unsicherheit derer zehrt, die seine Interessen nicht teilen, gehört die Inszenierung von Unberechenbarkeit zur hohen Kunst der Diplomatie.“

Greiner betont immer wieder, wie gefährlich eine Politik wie die amerikanische ist, die stur und so gut wie ausschließlich auf das Militärische fixiert ist. Also letzten Endes auf Misstrauen beruht und so das Gegenteil des Beabsichtigten oder Angestrebten bewirkt, nämlich anstatt absolute Sicherheit zu schaffen absolute Unsicherheit erzeugt. Der Autor benutzt für ein solches „Sicherheits“-Konzept das anschauliche Bild: dass prall gefüllte Pulverfässer am besten vor Explosionen schützen. Anders gesagt: Es ist eine Illusion zu glauben, dass man mit einer immer größeren Anhäufung von Kriegsgerät Frieden schaffen kann.

Amerikas politisches Weltbild stellt sich nicht dadurch freundlicher und versöhnlicher dar, dass es auf religiösen Fundamenten beruht. Ganz im Gegenteil. Die USA unterstreichen und legitimieren ihre Sonderstellung damit, die „größte“ Nation auf der Erde und aller Zeiten zu sein, weil Gottes Gnade es so eingerichtet hat. Sie leiten daraus ihre Sendung als „Erlösermission“ ab: dass Gott ihnen den Auftrag zur Verteidigung der Freiheit – also des Guten gegen das Böse – gegeben habe. Dieser Auserwähltheitsglauben führt zu der Hybris anzunehmen, dass ein Scheitern dieses göttlichen Auftrages eine Versündigung an Gott wäre und den ganzen Schöpfungsplan zum Einsturz bringen würde. Amerika leitet aus diesem Glauben seinen Anspruch ab, als globale Ordnungsmacht aufzutreten und auch militärisch dafür zu sorgen, dass sich „die Macht des Lichts gegen die Kräfte der Finsternis durchsetzen“ können.   mehr >>>

 

US-Sicherheitsberater besucht Jerusalem und besetzte Westbank: USA und Israel inszenieren Einigung

23 Dez. 2021

Obwohl die USA und Israel eine Einigung in Jerusalem inszeniert haben, tut sich ein Graben zwischen Washington und Tel Aviv in der Frage des iranischen Atomprogramms auf. Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde forderte von der Biden-Administration erneut die Wiedereröffnung der palästinensischen Mission in Washington und des US-Konsulats in Jerusalem.
US-Sicherheitsberater besucht Jerusalem und besetzte Westbank: USA und Israel inszenieren EinigungQuelle: Reuters
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas traf sich in Ramallah mit dem Nationalen Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, 22. Dezember
Der Nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Jake Sullivan, ist am Dienstag für zwei Tage nach Israel und in das besetzte Westjordanland gereist. Auf der Agenda ganz oben standen Gespräche über das iranische Atomprogramm sowie die Stärkung der US-Beziehungen zu den Palästinensern.

Die israelischen Sicherheitsbeamten haben sich in den letzten Tagen große Mühe gegeben, um die Gefahr des iranischen Atomprogramms im Zuge der neuen Runde der Atomverhandlungen in Wien wieder hochzuspielen, und damit eine mögliche Lockerung der Sanktionen gegen Teheran abzuwenden.

Vier hochrangige israelische Beamte, die an Treffen mit dem nationalen US-Sicherheitsberater Sullivan in Jerusalem teilnahmen, sagten gegenüber Axios, sie seien sicher, dass die USA bereit seien, notfalls "eine härtere Haltung" gegenüber Iran einzunehmen und die Ansichten Israels zu berücksichtigen. Sullivan traf am Mittwoch Naftali Bennett, Jair Lapid und Benny Gantz, nachdem er am Dienstag bereits mit Präsident Isaac Herzog gesprochen hatte.

Obwohl die USA und Israel in diesem Zusammenhang eine Einigung in Jerusalem inszeniert haben, tut sich ein Graben zwischen Washington und Tel Aviv in der Frage des iranischen Atomprogramm auf. Der US-Sicherheitsberater soll in Israel nach Informationen von Axios drei mögliche kurzfristige Szenarien zum iranischen Nuklearprogramm skizziert haben:

1. Eine neue Einigung wird innerhalb der nächsten Wochen erzielt, um die Vereinbarung von 2015 wieder vollständig einzuhalten.

2. Ein "Freeze for Freeze"-Interimsabkommen soll Iran daran hindern, sein Programm weiter zu beschleunigen.

3. Es kommt kein Deal zustande, sodass es neue Sanktionen und Druck auf Iran geben wird.

Seitdem die Atomgespräche in Wien wieder aufgenommen wurden, wuchs in Israel die "Besorgnis", dass die Biden-Regierung eine Teilvereinbarung anstreben werde, die Iran nach israelischer Ansicht ohne nuklearen "Rollback" Sanktionserleichterungen verschaffen würde.

Die Idee eines möglichen "Freeze for Freeze"-Abkommens als vorläufiger Deal soll während Sullivans Treffen mit Premierminister Bennett, Außenminister Lapid und Verteidigungsminister Gantz diskutiert worden sein. Alle drei israelischen Regierungsbeamten sollen gegenüber dem US-Sicherheitsberater einen solchen Schritt abgelehnt haben,  mehr >>>

 

Rechtsextremes Knessetmitglied bedroht Palästinenser wegen eines Parkplatzes mit einer Waffe

23. 12. 2021 - Übersetzt mit DeepL

Ben Gvir, rechtsextremer israelischer Abgeordneter und Anhänger des jüdischen Rassisten Meir Kahane, wurde auf einem Video dabei erwischt, wie er zwei palästinensische Parkplatzwächter mit einer Waffe bedrohte und ihnen Beleidigungen zurief. Mohammed Issa und Mohammed Shweiki, beide Anfang zwanzig, arbeiteten in Tel Aviv, als sie Ben-Gvir begegneten und ihn aufforderten, sein widerrechtlich geparktes Auto wegzufahren. Am Dienstag wurde ein Video auf Twitter veröffentlicht.


"Shwaiki sagte gegenüber WAFA, dass Itamar Ben Gvir aus einem Fahrzeug stieg und anfing, sie mit Schimpfwörtern und antiarabischen und palästinensischen Verunglimpfungen zu beschimpfen, und versuchte, sie körperlich anzugreifen, bevor er seinen Begleiter aufforderte, seine Waffe zu holen, die er auf ihre Gesichter richtete. Er sagte, Itamar Ben Gvir habe die israelische Polizei angerufen und ihr gesagt, dass zwei palästinensische Hunde mich bedrohen und verprügeln". Shwaiki merkte an, dass sie den gesamten Vorfall auf Video aufnahmen, auf dem Mohammed Issa zu hören ist, wie er zu Itamar Ben Gvir sagt: "Sie haben Ihre Waffe auf mich gerichtet, alles ist auf Video aufgenommen, ich habe Ihnen nichts getan." berichtet die Nachrichtenagentur Wafa.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Ben Gvir Drohungen ausspricht, die in den Nachrichten erscheinen. Im Jahr 2007 wurde Ben Gvir von einem Jerusalemer Gericht wegen Aufstachelung zum Rassismus und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Gvir, der sich selbst als Sprecher von Meir Kahane bezeichnete, wurde für schuldig befunden, Schilder mit der Aufschrift "Vertreibe den arabischen Feind" und "Rabbi Kahane hatte Recht" getragen zu haben: Die arabischen MKs sind eine fünfte Kolonne". Vom Vorwurf, nach einem Bombenanschlag in Jerusalem "Tod den Arabern" skandiert zu haben, wurde er freigesprochen.

 



Als das Video auftauchte, in dem Ben-Gvir zwei palästinensische Parkplatzwächter beschimpft, schrieb Michel Rozin, ebenfalls Mitglied der Knesset, aber Verfechter linker Ideen, auf Twitter

"Wenn man einen Terroristen in die Knesset holt, sollte man nicht überrascht sein, wenn er eine Waffe zieht", und bezog sich damit auf Ben-Givrs Unterstützung der politischen Partei des amerikanischen Rabbiners Meir Kahane, einer rechtsextremen israelischen Gruppe, die von Israel und den Vereinigten Staaten als terroristische Organisation eingestuft wird. Berichtet The Daily Beast.

"Der Kahanist Ben-Gvir wurde wegen Unterstützung einer terroristischen Organisation verurteilt. Heute ruft er unter dem Deckmantel der Immunität als Abgeordneter zum Mord an arabischen Bürgern auf und bedroht sie mit Schusswaffen... Eine Pistole, die im ersten Akt geschwenkt wird, wird im dritten Akt abgefeuert. Für dieses terroristische Verhalten ist in der israelischen Knesset kein Platz", so die Meretz-Partei in einem Bericht der Jerusalem Post. - Quelle

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Palästinensische Familien im Gazastreifen leben unter schwierigen Bedingungen angesichts der Kälte und des Regens, die das Wetter, das Palästina beeinträchtigt, begleiten.


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Familien aus dem Gazastreifen, die in Blechhäusern leben, die zum Schutz vor der Winterkälte Feuer entfachen.
Unterstützung für Gaza

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Die Situation der Armen im Gaza-Streifen angesichts der tiefen Depression, die den Gaza-Streifen heimsucht

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2021 war das tödlichste Jahr für palästinensische Kinder seit 2014.

Jewish Voice for Peace - 22. 12. 2021

Im Judentum bedeutet die Tötung eines Menschen die Zerstörung einer ganzen Welt. Das israelische Militär und bewaffnete israelische Zivilisten haben in diesem Jahr 86 junge Welten zerstört - ohne Konsequenzen und mit Waffen aus den USA und mit Mitteln der US-Steuerzahler.

Diese 86 palästinensischen Welten - jede mit ihrer eigenen Liebe, Schönheit und Bedeutung - konnten sich nie so entwickeln, wie sie sollten. Sie waren während ihrer gesamten Existenz von täglicher Unterdrückung betroffen und wurden durch dieselbe Unterdrückung vorzeitig beendet.

In der Zwischenzeit haben die israelischen Behörden versucht, Defense for Children International - Palestine, eine der wichtigsten Menschenrechtsorganisationen, die diese Morde dokumentiert und sich für palästinensische Kinder einsetzt, zu kriminalisieren und zu delegitimieren, anstatt ihre Streitkräfte und Zivilisten zur Verantwortung zu ziehen. Lesen Sie mehr: https://www.972mag.com/dci-palestinian-children-killings... /

Um palästinensische Kinder und die Welt, in der sie leben, zu schützen, müssen wir die israelische Straflosigkeit und internationale Komplizenschaft beenden.

Verteidigen Sie palästinensische Menschenrechtsorganisationen gegen die Repressionen der israelischen Regierung. Druck auf die USA ausüben, damit sie die Finanzierung des israelischen Militärs einstellen.    Quelle

 

 

Palästinensische Kinder zünden während eines Protests in der Nähe zerstörter Gebäude in der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen Kerzen an, 25. Mai 2021. (Abed Rahim Khatib/Flash90)

Dies war das tödlichste Jahr für palästinensische Kinder seit 2014

Anstatt die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, kriminalisiert Israel die Arbeit von Organisationen wie der meinen, die sich für den Schutz der Rechte palästinensischer Kinder einsetzen.

Dies war das tödlichste Jahr für palästinensische Kinder seit 2014
Anstatt die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, kriminalisiert Israel die Arbeit von Organisationen wie der meinen, die sich für den Schutz der Rechte palästinensischer Kinder einsetzen.

Khaled Quzmar 14. Dezember 2021

Dieses Jahr war anders als alle anderen, an die ich mich in den Jahrzehnten meines Einsatzes für die Rechte palästinensischer Kinder erinnern kann. Israels Bombardierung des Gazastreifens im Mai inmitten eines von Jugendlichen angeführten Massenaufstands im historischen Palästina löste weltweit einen Aufschrei aus. Mehr Menschen als je zuvor verlangten, dass Israel für seine Gewalt gegen die Palästinenser zur Rechenschaft gezogen wird, und forderten ein Ende des Apartheidregimes. Es schien, als stünde unsere Bewegung für Gerechtigkeit, Rechenschaftspflicht und Befreiung endlich im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit.

Und doch hat diese Aufmerksamkeit zu keiner nennenswerten Veränderung für palästinensische Kinder geführt, die unter israelischer Militärbesetzung leben. Tatsächlich war 2021 das tödlichste Jahr für palästinensische Kinder seit 2014, einem Jahr, in dem Israel einen verheerenden Militärangriff im Gazastreifen mit dem Codenamen "Operation Protective Edge" durchführte.

Bis zum 14. Dezember wurden 86 palästinensische Kinder im besetzten Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalem, und im Gazastreifen getötet, wie aus den von Defense for Children International - Palestine, wo ich als Generaldirektor tätig bin, gesammelten Unterlagen hervorgeht. Israelische Streitkräfte und bewaffnete israelische Zivilisten haben 78 dieser palästinensischen Kinder getötet.

Nach unseren Erkenntnissen wurden während der 11-tägigen militärischen Eskalation zwischen israelischen Streitkräften und bewaffneten palästinensischen Gruppen im Mai insgesamt 67 palästinensische Kinder getötet. Sechzig dieser Kinder wurden vom israelischen Militär mit Panzergeschossen, scharfer Munition, von bewaffneten Drohnen abgeworfenen Raketen und von US-Kampfflugzeugen und Apache-Hubschraubern getötet. DCIP stellte außerdem fest, dass in diesem Zeitraum sieben palästinensische Kinder durch Raketen getötet wurden, die von bewaffneten palästinensischen Gruppen im Gazastreifen abgefeuert wurden.

Im Laufe des Jahres erschossen die israelischen Streitkräfte weitere 15 palästinensische Kinder im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, und im August ein weiteres palästinensisches Kind, das in der Nähe des Grenzzauns zum Gazastreifen protestierte. Bewaffnete israelische Zivilisten erschossen außerdem zwei weitere palästinensische Kinder im Westjordanland.

Nach internationalem Recht ist eine vorsätzliche tödliche Gewaltanwendung nur dann gerechtfertigt, wenn eine unmittelbare Bedrohung des Lebens oder die Gefahr einer schweren Verletzung besteht. Die im Rahmen der DCIP-Untersuchungen gesammelten Beweise deuten jedoch darauf hin, dass die israelischen Streitkräfte regelmäßig tödliche Gewalt gegen palästinensische Kinder in einer Weise anwenden, die auf außergerichtliche oder vorsätzliche Tötungen hinauslaufen könnte.

Eines dieser Kinder, dessen Leben von einer israelischen Kugel gestohlen wurde, ist Obaida Jawabra, die im Alter von nur 17 Jahren getötet wurde. Obaida ist Tausenden von Menschen auf der ganzen Welt bekannt, da DCIP im Jahr 2019 einen Kurzfilm über seine Erfahrungen in israelischer Militärhaft produziert hat. Als er 15 Jahre alt war, hatten die israelischen Streitkräfte Obaida bereits zweimal verhaftet und inhaftiert: das erste Mal, als er 14 Jahre alt war, und ein weiteres Mal im Jahr darauf. Wie die überwältigende Mehrheit der palästinensischen Kinder, die von den israelischen Streitkräften im Westjordanland festgenommen werden, wurde Obaida beschuldigt, Steine geworfen zu haben.

Israelische Soldaten erschossen Obaida am 17. Mai im Flüchtlingslager Al-Arroub in der Nähe von Hebron mit scharfer Munition. Er erlitt eine Schusswunde in der Brust während einer Demonstration am Eingang des Lagers in der Nähe der Route 60, der israelischen Hauptverkehrsstraße, die das Westjordanland durchquert und die illegalen israelischen Siedlungen von Hebron nach Jerusalem verbindet. Ein Soldat, der etwa 70 Meter von Obadia entfernt stand, gab den tödlichen Schuss ab, wie von DCIP befragte Augenzeugen berichteten.

Nach einem Angriff israelischer Siedler um Mitternacht wird ein palästinensisches Haus in Qaryut, Westjordanland, schwer beschädigt.
 

 Fotos von: Oren Ziv / Activestills - 18. 12. 2021 - Übersetzt mit DeepL


Racheangriffe israelischer Siedler haben in letzter Zeit zugenommen, nachdem ein palästinensischer Schütze letzte Woche einen israelischen Siedler in der Nähe von Nablus getötet hatte. Der Siedler war Student einer auf palästinensischem Land errichteten Jeschiwa, deren Studenten für zahlreiche Angriffe auf Palästinenser verantwortlich sind und der extremistischen Bewegung "Jugend in den Bergen" angehören. Angriffe israelischer Siedler enden in der Regel ungestraft.

Quelle Facebook - um die Bilder zu vergrößern auf das Bild klicken

Fahid Afana - hier mit seinem Sohn Muhammad - wurde von Israel mehr als drei Monate lang keine Reisegenehmigung erteilt, so dass er wichtige medizinische Termine nicht wahrnehmen konnte. Ahmed Al-Sammak
 

Ein schmerzhaftes Jahr für die Patienten in Gaza

Ahmed Al-Sammak - 23. Dezember 2021 - Übersetzt mit DeepL


Fahid Afana verbrachte Monate damit, auf eine Nachricht auf seinem Mobiltelefon zu warten. Die Nachricht, die er haben wollte, war einfach: dass er den Gazastreifen verlassen darf, um sich in Israel wegen eines Lymphoms behandeln zu lassen.

Afana, 31, hatte für den 23. August dieses Jahres einen Termin im Rambam-Krankenhaus in Haifa. Doch erst im Dezember erhielt er die Erlaubnis, den Gazastreifen innerhalb von drei Tagen in Richtung Haifa - eine Stadt in Israel - zu verlassen.

Patienten müssen oft große bürokratische Hürden überwinden, damit sie zu einer Behandlung reisen können, die im Gesundheitssystem des Gazastreifens nicht verfügbar ist.

Zunächst musste Afana seinen Antrag auf eine Reisegenehmigung über die Palästinensische Behörde einreichen. Die Palästinensische Autonomiebehörde leitet dann alle Anträge an die israelische Militärbesatzung weiter. Nachdem er den erforderlichen Papierkram erledigt hatte, wurde Afana mitgeteilt, dass Israel eine "Sicherheitskontrolle" bei ihm durchführe. Diese Nachricht verwunderte ihn, denn er war schon mehrmals im Rambam-Krankenhaus gewesen, ohne dass die israelischen Behörden Einwände erhoben hätten. "Als ich diese Information erhielt, wusste ich, dass sich die Tore der Hölle öffnen würden", sagte er. "Ich habe mich gefragt, warum. Ich hatte nichts falsch gemacht. Ich habe jede einzelne Anweisung befolgt, die sie mir gegeben haben."

Afana wandte sich an die Verwaltung des Krankenhauses. Sie antworteten ihm, dass sie kein Problem mit ihm hätten, aber nicht befugt seien, Entscheidungen des israelischen Militärs aufzuheben. Er fragte auch die Palästinensische Autonomiebehörde, warum er einer "Sicherheitskontrolle" unterzogen wurde. Die Palästinensische Autonomiebehörde antwortete, dass Israel normalerweise keine derartigen Angaben macht.


Einige seiner Behandlungen erhielt er erst, nachdem er eine Petition beim Obersten Gerichtshof Israels eingereicht hatte. Aufgrund dieser Petition, die 2018 vom Palästinensischen Zentrum für Menschenrechte in Gaza eingereicht wurde, erhielt er eine Behandlung im Augusta Victoria Hospital im besetzten Ost-Jerusalem. Leider erwies sich die Strahlentherapie, der er sich in diesem Krankenhaus unterzog, als erfolglos. Daher wurde ihm empfohlen, sich in Israel oder Jordanien weiter behandeln zu lassen.

Im Jahr 2018 wurde Afana erstmals im Rambam-Krankenhaus in Haifa behandelt. Er sprach gut auf die dort angebotene Strahlentherapie an und kehrte dann nach Gaza zurück. Er reiste weiterhin monatlich zu Kontrolluntersuchungen nach Haifa, bis Israel ihm dies im August dieses Jahres untersagte. Während dieses Verbots verschlechterte sich sein Zustand. Später erfuhr er, dass sein Krebs gestreut hatte.

Mit dem Verbot, zu seinem Termin am 23. August zu fahren, hat Israel ihm und seiner Familie enorme Angst eingejagt. Afana befürchtete, dass er bald sterben und seine beiden Kinder ohne Vater zurücklassen würde. Die Strahlentherapie, die ihm im Rambam-Krankenhaus verschrieben wurde, ist im Gazastreifen nicht verfügbar. Während er auf die Erlaubnis zur Ausreise wartete, wurden Afanas Schmerzen immer stärker.

Das Vorgehen Israels führte zu einer Verzögerung seiner Behandlung um mehr als drei Monate. "Ich kann nicht viel essen oder schlafen", sagte er, bevor er im Dezember endlich die Erlaubnis zum Reisen erhielt.

Grausame Einschränkungen
- Eine rechtzeitige Behandlung kann für Menschen mit Krebs und anderen schweren Krankheiten buchstäblich den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Israel, das den Gazastreifen seit 2007 einer vollständigen Blockade unterwirft, hindert die Patienten oft über lange Zeiträume daran, die notwendige Behandlung zu erhalten.

Im Mai dieses Jahres genehmigte Israel nur 31 Prozent der Reiseanträge von Patienten aus dem Gazastreifen. Im selben Monat führte Israel einen 11-tägigen Großangriff auf den Gazastreifen durch, der häufig Gesundheitseinrichtungen und deren Umgebung zum Ziel hatte.


Die Zahl der Genehmigungen ist nach wie vor gering. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden im September dieses Jahres 54 Prozent der 1.370 Anträge von Patienten auf Ausreise aus dem Gazastreifen über den militärischen Kontrollpunkt Erez von Israel genehmigt. Das war eine der beiden niedrigsten Genehmigungsquoten seit April 2019.

Israel hat nicht nur die Ausreise von Patienten aus dem Gazastreifen verzögert, sondern auch die Einreise von medizinischer Ausrüstung eingeschränkt. Die Menschenrechtsgruppe Al Mezan beschwerte sich im Oktober darüber, dass Israel medizinische Diagnosegeräte für Patienten mit COVID-19 verboten hatte.

Bassam al-Hammadin, ein Vertreter des Gesundheitsministeriums von Gaza, erklärte, Israel habe in diesem Jahr acht mobile Röntgengeräte für insgesamt zehn Monate gesperrt, bevor es ihnen die Einreise erlaubte.  "Wir haben nur drei MRT-Geräte (Magnetresonanztomographie) in Gaza", fügte al-Hammadin hinzu. "Und sie haben die Ersatzteile für diese Geräte verboten. Diese Beschränkungen sind umso grausamer, als sie inmitten einer Pandemie verhängt wurden.

"Zu Tode verängstigt"
- Fida, 39, aus Khan Younis im südlichen Gazastreifen, hat Brustkrebs. Vor kurzem benötigte sie eine MRT-Untersuchung, die ihr im European Gaza Hospital in der Nähe von Khan Younis jedoch verweigert wurde. Das Europäische Krankenhaus war in diesem Jahr die wichtigste Einrichtung in Gaza, die Menschen mit COVID-19 behandelt hat. Seine Ausrüstung war sehr gefragt.

Nach einer 18-tägigen Wartezeit konnte Fida im November im al-Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt endlich einen Scan durchführen lassen. "Sie können sich nicht vorstellen, wie schmerzhaft die Wartezeit war", sagte sie. Zuvor hatte sie sich innerhalb weniger Tage einen Termin für eine MRT-Untersuchung sichern können.

Fida war bereits früher in Jerusalem behandelt worden. Für diese Behandlung musste sie zwischen November 2020 und Januar dieses Jahres für längere Zeit von ihrer Familie getrennt sein. Diese lange Abwesenheit hatte deutliche Auswirkungen auf ihre Familie, insbesondere auf ihren 3-jährigen Sohn. "Er weint jedes Mal, wenn er Reisetaschen sieht", sagte Fida. "Er denkt, dass ich weitere 65 Tage von ihm getrennt sein werde."

Bislang hat Israel Fida die erforderlichen Reisegenehmigungen erteilt. Es gibt jedoch keine Garantie, dass Israel dies auch tun wird, wenn sie weitere Genehmigungen beantragt. "Ich habe große Angst davor, wieder nach Jerusalem zu reisen", sagt sie. "Ich möchte meine Familie nicht noch einmal für eine lange Zeit verlassen."   Quelle

 

Eine kleine Auswahl weiterer Nachrichten und  Texte,  in meist englischer Sprache

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